Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 6 (1850)
- Issue
- 11 (15.3.1850)
- Date
- 1850-03-15
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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84 zur größer« Deutlichkeit Gegenstände bezeichnet werden könnet Äuch Pas Kind hat stur Bilder-i Empfindungen, Begierden, in denest ds lebt- bis stich seine höher« Vermöge« entwickeln. - " Im Kinde, so länge es Noch ungeboren ist, im werdenden Menschen, bildet sich demnach zuerst die irdische Natur, das Pflanzenhafteaus. Ist dieses gsthan, steigt in demselben die..Thatigkeit der^ Seele hervor, oder-, die thierische Matur. Dann, als Höchstes von.Mem, dem Alles dient, der Geist, das Ln nus lebende, sich selbst bewußte Ich, welches mch wundcrHpxem göttlichem Licht, durch alle Vermögen der Seele durchleuchtet, alles bestimmter erkennt, das Weltall durchblickt Und von seiner Abstammung aus Gott weiß. Fürwahr, der Geist ist's im Menschen, des Allmächtigen Odem, der sie vernünftig macht. So wie der Leib der Träger und das gröbere Werkzeug unserer Seele ist, so ist die SeelH wol hier in diesem Leben ein Träger, ein feineres Werkzeug, eine unmittelbare Hundes, an sich unabhängigen, über .alles JrdifM erhabenen, und an das Göttliche grenzenden Geistes. Wie die menschliche Seele den ganzen Leib, geleitet von den Nerven, so durchdringt das heilige Himmelslicht, der Geist, Las Wesen der Seele und derselben Whigkeiten. Wer könnte einen heiligen und weisen Mann, oder auch nur ein Kind von wenigen Jabren^ in Rücksichten der hohey Geisteöeigenschaften mit einem Thiere in Vergleich stellen, wäre dies auch noch so alt, so klug und gelehrig! Das Thier aber, weil es nur Seele hat und nur von Begierden und Gewohnheiten gelenkt wird, ist der menschlichen Sprache nie fähig. Es kann Worte lernen, d. h. gewöhnt werden, gewisse wortähnliche Töne hören zu lassen, ohne sie aber jemals zu verstehen, zu vervielfältigen, oder nach verschiedenen Gestaltungen zu gebrauchen Der Hund scheint oft die Worte seines Gebieters zu verstehen, indem er demselben gehorcht, aber er erkennt nur dessen Willen an gewissen Klangen der Stimme, die verbunden mit gewissen Strafen, Belohnungen und Verrichtungen, ihm jemals letztere zur Gewohnheit machten. Die Sprache des Menschen ist nur des Menschen Gut, ist nur des Geistes Elgenthnm und Frucht. Sie ward in dem Menschen zum sprechenden Geiste. Der Leib hat ans die Seele einen immerwährenden großen Einfluß, je nachdem erlist voMöMmik nes overnnvollkommenes Werkzeug ist? Wird dieses schadhaftd. h. erkranktd er Leib: so leweh und erkrankt auch die Seele. Denn da sie desuLeibeS Hüterin ist, vermöge ihrer Gefühle, durch welche sie jede? äußere ^nd LÜnere VerleHungäwahrnimMt: so kann die schMerzhafteEmpfindNngwenn ssolcheaM haltend oder groß ist, das Wesen der - ganzen Seele trüben. Aus der pflanzenhaften Natur des Körpers entspringen die sogenannten Temperamente^ Eine größere oder geringere - Schwäche und Reizbarkeit der Nerven, eine größere oder geringere Erregbarkeit der Galleeine größere oder geringere Schwachheit der Eingeweideein dickeres oder leichteres Geblüt in den Adern unddergleichen mehr, hat auf das Wohlsein der Seele nvthwendig den entscheidendsten Einfluß. Je mehr die Fehlerhaftigkeit des Leibes die Seele zu schmerzlichen Gefühlen bringt, oder ein gesunder Körper ihr Behaglichkeit und Heiterkeit gewährt, je mehr ist sie zum Guten oder Bösen geneigter. Derselbe Mensch, welcher in gesunden Tagen übermüthig, heftig wollüstig war, kann in kranken Tagen liebreich, sanftmüthig, bescheiden, ehrbar sein. Und umgekehrt erfahren wir oft, daß eine Person, die in gesunden Tagen mildlhätig, wohtwollend, zutraulich warin krankhaften Umständen sehr mürrisch, zänkisch, argwöhnisch wird. Die meisten' sogenannten guten oder üblen Launen sind Folgen ihrer körperlichen Gesundheitsverhältnisse. Oft ist der Seelenarzt unnütz, weil der Lerbesarzt allein helfen kann, indem er das Werkzeug der Seele, die pflanzenhafte Naturwo sie gestört ward, in ihren Ordnungen wieder herstellt. So fruchten alle religiösen Vorstellungen, alle wehmüthigen Ermahnungen bei einem Trunkenbolde ober viehischest Wollüstling nichts; denn seine Seele ist krank geworden durch den Körpers dessen Nervenbän gelähmt war in fernen Verrichtungen Der Körper muß erst gerettet werden, dann gesundet die leidende Seele von selbst. . - - Wie wichtig ist demnach die Pflicht, über des Körpers Gesundheit zu wachen, dcr von seinem richtigen und unrichtigen Zustand unsere höhere Vollkommenheit, das Wohlsein der Seele, die Herrlichkeit und Tugend des Geistes ab hängen kannb Die Pflicht wird um sö bedeutender, dä sich gewisse