Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 6 (1850)
- Issue
- 11 (15.3.1850)
- Date
- 1850-03-15
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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MMMiM durch das inihnenenthalteneflüchtige Wesen dieNerven.rrizen, und dNtpit die-Mätigkeit der Ossele vermehren; Ln.dem Men das BedqchtuM?inh Andern die SinbildungskrM erhöhen^ 7- Sei dem wie ihm wolle, Gottes, weise Schöpfer- Hand hat diese Ungleichheit und Wannigfaltigke.it selbst in der Natur festgestellr. - Sie dient zur Beförderung der Thätigkeit und Beselignng desWeitganzen. -7 ' Immer aber ist<es Schmerz oder Lust, was die Seele zum Handeln reizt:/ die: erste-Triebfeder aller Begierden, Hunger-. Wollust, Behaglichkeit, Kein, Zingst, Schrecken u. s. w. regieren das: Thier. Es. kennt keinen Hökern Beweggrund zum-Handeln., Es erwacht, um Nahrung zu suchen; es/flieht,- was ihm Schmerzen macht; es. treibt sich umher, den Vergnügen nach; es timt alles für sich und seinetwillen. Die Empfindung ist der Treiber des Thiers; es kennt keinen andern Zweck als sich selbst. In der Selbstsucht beruhet Alles, was das Thier begehrt oder verabscheut, sogar die scheinbare Mutterliebe gegen die Jungen; denn diese Liebe ist nur Naturtrieb, wie der Hunger, und geht vorüber, wenn.der Zweck erreicht ist, welchen die Natur dabei hatte. Auch die rührende Treue mancher: Thiere gegen einander selbst oder gegen ihre Herren ist nur Wir-, kung jener Selbstsucht, denn diese Treue ist keine Frucht vernünftiger Hochachtung oder des Pflichtgefühls, sondern.wiederholtersinnlicher Eindrücke. Auch die menschliche Seele ist an den sinnlichen Trieb gebunden, und kein Mensch kann sich ganz von der Herrschaft cher Sinnlichkeit befreien. Sie verfuhrt nns oft wider unfern -bessern.Willen, der Lust zu dienen, und verunreinigt selbst unsere bessern Triebe, unsernEiftrlfürdasGute-mitbemGlfte der Selstsucht. Und das ist hie erste und Hauptquelle alles menschlichen Verderbens, -- Ans wiederholten^ sinnlichen Eindrücken bildet sich die Gewohnheit.; Gewohnheit sagt map, ist oder wird für die Thiere und: Menschen eine andere Natur. Sie ist von außerordentlicher Macht und übt den unüb erwindlichsten Einstnß auf die Seele. Es läßt sich dies aus dem Wesen der Seele leicht erklären. Sie handelt blos nach Gefühlen, oder um Unangenehmes zu entfernen oder Angenehmes herbeizuschaffen. Ein Zustand,) der ihr behaglich ist, gilt ihr mehr, als ein unbekannter Zustand, welcher vielleicht/mit Schmerzen verbunden ist. Daher geht six, Kn MeDew wiebei Mieren) gegen Ms Fremde mit.Besorgniß^ und untDcheu, / bis sie es kennen gelernt hat. Sie zW daher den gewöhnten Zustand, den gewohnten Reizj jedem ändern vor. Die Dwohnheit lst das Element, in welchem, sie lebt,, wie der Fisch im Wasser, wie der Vogel Lg der Lust. 7 Sie bewegt sich gleichsam nur nach den SKranken und Gesetzen der ihr bekannten und gewohnten Umstände. Sie verbindet sich mit den, selbes MMäm wie mit UothwendigeU Theilen und Eigenheiten. ihres Körpers; sie ivird gewissermaßen verstümmelt,, beschädigt, indem man ihr die zur Bedürfniß gewordenen Dinge, entzieht. Wie mächtig die Gewohnheit über die Seelen der Thiere ist, bedarf, wol kaum eines Beweises und Beispiels. Ebenso mächtig ist sie 'über die menschlichen Seelen. Hie? eine zweite Quelle des menschlichen Verderbens. Nur indem wir der Seele vergängliche Dinge zum Bedürfniß durch Gewohnheit machen, stürzen wir sie in das tiefste Leiden, wenn nun das LergDDiche einmal Wegfälle. Wie viele Menschen sind mD im Schmerze Selbstmörder geworden, .weil ihnen ihr Zustand unerträglich war, nachdem sie das verloren sahen, woran bisher ikre ganzeMerl? gehangen.!,Was sind denn alle Leiden, schäfte» anders, als gewisse Begierden, an deren Befriedigung die Seele gewöhnt war! Dies also ist das Wesen der Seele. Sie ist eine hohe wunderbare Kraft. Sie verbindet sich mit dem thierischen Leben, oder ist vielmehr daS thiesische Leben selbst. Sie bewacht die Erkaltung der thierischen Körper und deren Ordnungen./. Sie leitet die vernunftlosen Geschöpfe, veranlaßt deren Handlungen und entzieht sie dem Untergänge im Gedränge und Kampf mit andern Erscheinungen der belebten und unbelebten Natur. — Aber sie ist keiner Hellen, deutlichen Vorstellung fähig; sondern uur der Bilder, Empfindungen und Begierden. Sie ist unfähig, entfernte oder höhere Zwecke zu ernennen; sie wird nur durch Lust und Schmerz bewegt, und statt höherer Zwecke hat sie dunkele Triebe. Daß die Thiere keine Helle/ deutliche Vorstellungen haben, ist kaum zu bezweifeln. Wir finden diese oft kaum bei Kindern, und sie fehlen diese» wohl noch ganz, so lange die Sprache fehlt, womit