Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 6 (1850)
- Issue
- 11 (15.3.1850)
- Date
- 1850-03-15
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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aber doch auch noch irdische Inzwischen sind sie fein genüg, um die Träger und ersten Werkzeuge der Seele zn sein. - Es ist aus vielfachen Erfahrungen gelehrtes Aerzte bekannt, daß ein geistiger unsichtbarer Duft die Nerven umschwebt, der über die Nerven und oft über den Körper hinansreicht. So weit die Nerven gehen, so weitest Gefühl, so weit reicht die Seele. Zwar Nägel und Haare wachsen; sie.haben das Leben, wie.es in Pflanzen ist; allein sie sind ohne Nerven, und darum empfindet cs die Seele nicht, wenn schon Theile daran verletzt oder abgeschnitten werden. ' ' Empfindung des Angenehmen und Unangenehmen, des Schmerzes und der Lust, ist also das sicherste .Kennzeichen von der Anwesenheit der Seele im Menschen, wie im Thiers Auch äußert? die Seele zuallererst ihre Zufriedenheit und Unzufriedenheit, ihr Vergnügen oder ihr Mißvergnügen. Aus diesen Empfindungen scheinen sich die übrigen Eigenschaften der Seele zu entwickeln. Denn sie vermeidet das Schmerzhafte, sie sehnt sich nach dem Anmuthigen, und zeugt Begierden. . Dadurch wird die Seele, zur wirklichen Wächteri». -über, dir Erhaltung ihres Werkzeuges, des Körpers. ^Denu indem die göttliche Weisheit unsers Schöpfers - es also eingerichtet hat, daß die Seele sich, vermittelst der Nervenwege durch alle Theile des Leibes verbreitet und zwar weit mehr nach den äußeren Theileu (weil von außen her weit mehr Verletzungen drohen), als nach den innern, ist der ällerleiscste Anstoß von Außen hinreichend, die Aufmerksamkeit der Seele dahin zu leiten. Aus dem oft wiederholten angenehmen oder schmerzhaften Eindrücke von Außen gewinnt die Seele Erfahrung; und indem sie die Erfahrungen mit einander vergleicht und die Begierden darnach ordnet, ein Unheil. Richtige Beurrheilungen oder Erfahrungen, die man macht, und zweckmäßige Anwendung derselben auf sein Verhalten unter den jedesmaligen Umständen, ist Klugheit. Folglich sind nicht blos Gefühl des Angeneb« nehmen und Unangenehmen, sondern auch Gedächtnis, Einbildungskraft, Verstand und Begierde in dem Wesen der Seele gegründet. Aber alles dieses finden, wir auch bei den vernunftlosen Thieren. Das Thier thut seinen Schmerz und seine Freude kund — es fühlt. Das Thier erinnert sich der Oerter, wo eS gewesen, der Wohlthaten dieses empfangen, so wie der Mißhandlungen, dieses-er, duldet hat; es kennt seinen Herrn es hat Gedächtniß. Das Thier erinnert sich nicht blos eines frohen Eindrucks wieder, wenn cs einem ähnlichen empfindet, sondern es erinnert sich des Vergangenen, auch ohne äußere Veranlassung. Der treue Hund z. B. erinnert sich nicht blos seines Herrn, wenn dieser gegenwärtig ist: sondern er sucht denselbenwenn er ihm fehlt. - Et stellt sich folglich seine Gestalt vor und wie sie sich von andern Gestalten unterscheidet —- das Thier hat Einbildungskraft, ohne welche kein Gedächtniß möglich wäre. Auch bemerkt man an verschiedenen Thieren, daß sie fähig sind zu träumen im Schlafe; ein Beweis für ihr Einbildungsvermögerr. Auch den Verstand und das Beurtheilungsvermögen können wir den Thieren gar Nicht absprechen. Wie viel auffallende Aeußerungen gesunden Urtheils kennt man nicht am Himde, am Elephanten, am Löwen, am schlamu Fuchs und andern Thieren! Diese Seelengabcn sind aber bei den unvernünftigen Thieren nicht alle, in gleicher Stärke vorhanden, so wenig, als bei den Menschen. Sind die Seelen nun unter sich selbst in ihrer Vollkommenheit verschieden? oder müssen wir glauben, daß eine Seele ihr ganzes Wesen n«cht in aller Kraft äußerH könne, wenn ihr Werkzeug, -durch welches sie wirksam ist, mangelhaft, überhaupt oder theilweise gebrech lickt, oder wie bei den verschiedenen Tbiergattüngen, von eincütder abweichend.tingerichtet ist? Fast sollte man geneigt werden,: das Letztere zu glauben. Eine Seelenkraft wird sich, anders in der Schlängeanders im Vogel, anders im menschenähnlichen Affen, anders im Menschen .selbst äußern mnssclu - Mün findet, ja auch, daß die Menschen, welche sich durch einen Fall tzder StoßMlereMcile ihres Leibxs, besonders des: Hauptes, verletzen, wo der stärkste ZnsammensiM der Merven? ist/ ofhgroße . Veränderungen plötzlich' in .ihren - Fähigkeiten / erlitten. Man hat Beispiele,-daß einige jähfings .das Gedächtniß üLerhaupt-rch.der-iuürMh-.tzirWtz -Ge-gey». st ände v er l oren, wie Pies auch im h oh en A lter,<bejm allmähligen Verderbniß - -des/ irdischen Werkzeuges, manchmal der Fall ist^ Andere -hingegenwurden durch einen scheinbaren. Unfall plötzlich verrständiger, sinnreicher. Man weiß, wie geistige Getränke vor-