Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 6 (1850)
- Issue
- 4 (25.1.1850)
- Date
- 1850-01-25
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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28 allein Verborgniffe offenbar, der klar erschauet den dem Staubgeborenen unerforschlichenZusammenhang zwischen Ursache und Wirkung; aber zum Gelingen ist überall auch menschliches Wollen und Handeln nöthig, Vertrauen auf eine höhere schließt nicht Mißtrauen gegen unsere eigene, niedrige Kraft ans. Deshalb wollen wir nicht verzagen, murhlos uns selbst aufgeben, wollen vielmehr überall anregen, nach neueren Mitteln deS Kampfes unS umsehen, und was dem Gelingen unserer guten Sache feindlich entgegenstehr, mit aller unS zu Gebote stehenden Beharrlichkeit und Ausdauer aus unserer Mitte entfernen. Denn wiri dürfen eS unS nicht verhehlen, daß ein großer Theil jener beklagenSr werthen Ereignisse und Zustande, die jedes religiöse Herz mir banger Ahnung, mir Schmerz und Trauer erfüllen, nicht ohne unser eigenes Daznthun zu ihrem jetzigen Umfange gedeihen konnten, das wir wenigstens von der Schuld nicht sreizusprechen sind, ihrem Entstehen, ihrer Ausbreitung nicht durch geeignete Mittel begegnet. Alles. waS ihnen aus unserm Bereiche Vorschub leisten konnte, nicht alsbald und unbedingt entfernt zu haben. Zwar theilen wir die Furcht derer durchaus nicht, die daS Zudenthum solchergestalt gefährdet wahnen; rein und Hetzer strahlend im Lichtglanze deS heiligen Schöpfers steht eS da, wie einst an dem Tage, als der ewige Bund geschlossen zwischen Gott und Nation besiegelt wurde, durch die Weihe der geoffenbarren Religion. Aber die Zudenheir, die Trägerin jenes göttlichen Wortes, sie, die vor Allem berufene, auSerwählte Priesterschaar im Dienste der reinsten 'Wahrheit, Verkünderin der beseligendsten Göttlichkeit an Volk und Welt; diese Zudenheit, sie könnte allerdings gefährdet erscheinen im Kampf mir dem Leben der Gegenwart, und Eigendünkel, mit Habsucht. Deshalb ist es an der Zeit, soll er anders durchgekämpft werden, jener Kampf um die heiligsten Interessen um Wahrheit, um religiöse Ueberzeugung. daß wir in unserm eigenem Kreise zuvörderst prüfen, erwägen und sichten, daß wir den Feind in uns bekämpfen und vernichten, damit wir desto ungeschwachter und sicherer uns gegen den äußeren wenden können. Wer dieser innere Feind sei? wo er zu suchen? wie er sich äußere? Ach, daS wir ihn nicht kennen, daS schon ist des Nebels genug; dem Kranken ist am schwersten zu rachen, der den Sitz seiner tödtlichen Krankheit nicht einmal anzugeben weiß. Und er liegt uns doch so nahe, zu nahe vielleicht, als daß wir ihn um so leichter übersehen- ES sind abet drei wesentliche Elemente, die daS Bestehen einer jüdischen Korporation «n ihrem heutigen Zustande bedingen, die allein den Inbegriff jener Korporation bilden, in deren Mangelhaftigkeit und Unzulässigkeit indeß wir den wichtigsten Moment zur Förderung jener unheilbringenden Zustände erkennen müssen, deren wir gleich Anfanggedacht Zuerst also die Gemeinde selbst WaS soll eine jüdische Gemeinde sein? WaS ist sie? Vor Allem — nnd das beurkundet znicht nur daS Wort, sondern bei Weitem mehr noch der Begriff— ist eine jüdische Gemeinde eine religiös« Genossenschaft. Gleicher Zweck, gleiche Mittel, wenn auch in verschiedenem Maaße angewandt, ist das Wesentliche einer jeden Gemeinschaft, äußere und innere Uebereinstimmung, wenigstens in den hauptsächlichsten Beziehungen vooZitio sine qus non. Im Leben de- Einzelnen, jo in dem der Gemeinschaft ist klares Erschauen, ernstes Wollen, wichtige-Förderung-mittel zur Erreichung eines Vorgesetzten Zwecke-, wo sie fehlen, kann segensreiche- Gedeihen wol schwerlich erwartet werden. Demnoch sollte eine jüdische Gemeinde eine Genossenschaft sein— die ihren Endzweck—Förderung gleicher, religiöser Interessen klar erschauet, vom ,, ernsten Willen beseelt ist durch gleiche Milte! die Förderung dieser Zwecke nach möglichen Kräften zu bewerkstelligen. Das sollte eine jüdische Gemeinde fein! Und was ist sie? Mit Einem Worre, n chts von Al, tem, waS sie sein sollte! Eine Genossenschaft? Eine religiöse Genossenschaft? Eine religiöse Genossenschaft ihres Zweckes sich klar bewußt? Eine religiöse GenoffensPaft ihres Zweckeklar sich bewußt mit ernstem Willen ausgerüstet, durch gleiche Mittel den gleichen Zweck zu erreichen? Schwelgen wir für jetzt ganz u. gar von den durchaus fremdarigen Interessen, die die jüdische Genossenschaft als solche so häufig zu erstreben bemühet ist, schweigen wir von den ungeheuren, durch unausfüübare Klüfte getrennten Zwiespalte, der in Zweck und Mittel der vereinten Genossen sich überall kuudgiebr und der bereits zu einem solchen Umfange gediehen, daß, wo Einigung stärken, daS letzte Heil für baS beiderseitige Bestehen, die gänzliche, unwiderrufliche Trennung als einzig Wünschenwerrhes, ja absolut NochwendtgeS um jeden Preis herbeigeführt werden muß; schweigen wir von dem Allen und denken wir unS eine Gemeinde, die noch jüdisch-religiöser Genossenschaft ist. in der größtmöglichste Uebereinstimmung herrscht, sowol hinsichtlich der Mittel als deS zu errei-