Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 6 (1850)
- Issue
- 4 (25.1.1850)
- Date
- 1850-01-25
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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deutungfür die ichkeine Deutu-rg habe. Was -weckest du -längst verklungene Tönewas die langst verölichenen Phansasiestücke in meiner,Seele? Was rüttelstdu an den vermorschten Ruinen derBergangen. heitüber hie die schaffenskräftige Gegenwart längst hinweggeschritten ist? O m. B. u. Sch.! das Jude», rhum . ist kein verklungener Ton, kein verblichenes Phantasiestück, keine vermorschte Ruine; es lebt, es wirkt in Millionen Geistern, es hat sich geäußert und äußert sich noch in der Menschheit, und will .sich besonders in deiner. Mitte äußern. O Gemeinde Jeschurun! Laß es nichl fahren dieses theure.Erbtheil Jakob's, laß dies Panier niche in den Staub sinken, um das deine Väter sich geschaart ' wenn Tod und Marter ihnen entgegentral, gieb deine Geschichte nichts ans, mein Israel, die Geschichtsblätter deines Volkes nicht, in die die wildesten Stürme geweht, und die sie dennoch nicht verwehen konnten. Seitdem ihr abgestreift von Euch Alles, was an den Namen Jude erinnert, seitdem ihr dem Heiligthum den Rücken gewandt, das sich sonst in eurem Leben? nein, im Leben der jüdischen Vergangenheit ausprägte, seitdem ihr nun so gern euch bemühet habt, bas Ehrwürdige geringschätzig,. die Religion gleichgültig und kalt zu behandeln, mit spöttischem Lächeln die Ueberkommnisse der Väter zucheurtheileu.nnd jeden frommen Brauch und jede heilige Sitte der Alten mit eurer kalten Weisheit u. im stolzen Uebermuth eurer vermeintlicher Aufklärung zu verhöhnen suchtet: ich frage, seid ihr seitdem bessere Menschen geworden? Ja, ich frage: seitdem der Jude so wenig Jude mehr ist, ist er darum mehr Mensch worben? Sind die edlen Triebe im Menschen mehr zur Geltung gekommen? durchwühlen Mt weniger Leidenschaften die Brust, verstummet jetzt der böse Leumund, ist jetzt der Neid erblindet? Greift in euern eignen Busen und beantwortet mir die Frage: Habt ihr, seitdem ihr an Religiösität eingebüßt, an Sittenreinheit und Seelenhoheit gewonnen? Nein, nein, Verlust immer nur Verlust und nirgend Gewinn! Wohin soll das führen m. F.? Als Gott Israel aus Mizraim befrei te— siehe, da sollte es den hingetretenen Glauben wieder aufrichten—glaubet nicht, daß die Befreiung aus der langen Knechtschaft, die setzt uns gewoMn, andere Zwecke habe^ denn so heißt es in der Schrift: (Jes. 44, 22) n'ööba '2 >!>b -,So ich dich erlöst-, kehre um zu mir, and ferner: (das. V» 21) i'h'rL» pah »2 räü 72 s «Gedenke des Jakob und Israel, daß du mein Knecht bist, ich habe dich mir zum Knechle geschaffen, 0 Israel vergiß mich darob nicht!„ Ja, vergesset des Herrn nimmer, m. B. u. Sch! Die Schranken sind gefallen, die Fesseln sind gelöst, frei schreitet ihr.einher mit eurem Glauben, eurer Religion. Q, daß ihr sie zärtlich jetzt pfleget, wieder getreue Gärtner seine Pflanzung pfleget, 0, daß ihr sie liebend jetzt umschlinget, wie die treue Mutter ihr KLndlei« umschlinget; 0, wollet nicht vergessen, daß ihr deS Herrn Eigenthum seid, daß er euch, wie einst aus Egypten, so auch jetzt auS dem Frohndienste befreit hat, damit ihr seinen großen und heiligen Namen verherrlichet, damit ihr das Reis, das Gott einst gepflanzet in Jakob und das zum mächtjgen Baume ist emporgediehen in Israel, nicht lasset brechen von dem Toben her Zeitenstürme, damit es dastehe v'vvor!» zum Wuuderpanier fürdie Völker, ILM» jvP. i'H nach dem einst alle Nationen forschen und-fragen^ wie er verheißen durch seinen Propheten, des Wort nie gelogen, Er der Wahrhaftige und Heilige in Ewigkeit. Amen! , MaS thnt i« der Gegenwart vor Allem unfern Gemeinden, unfern Vorstände», unfern Aahbknen Noth? Von I. DaS Zudenthum befindet sich in der Thar in einer sehr kritischen Lage," dörr man so häufig jetzt unheilen und es bedarf mehr als menschlicher Mittel, soll die obschwebende Krisis nicht mir dem Untergänge, der Auflösung deS Ganzen endigen. Nur ein höheres Wesen vermag hier vermittelnd und ausgleichend einzuwirken, ihm allein muß «S in seiner allweifeu Erhabenheit Vorbehalten bleiben, sein Werk zu schützen, daS in seinem Namen, zu seiner Ehre Unternommene zu einem gedeihlichen Resultate hinzuführen." Aber, möchten wir solchem vorlauten Zweifler entgegnen, nur der ist verlören, der sich selbst aufgiebt, der Nieder», läge Anfang und erste Ursache ist feige Flucht. Wahr ist eS.und begründet, in unsrem r-ltgiäseu Dewußrsein wie in.steter, ununterbrochener, ewiger Lebenserfahrung, daß all unser Thun vergeblich, unser Streben wiki kungs-, unser Wollen machtlos sei, so. eS nicht gekraftigt und. belebt werde, durch den Hauch dessen, dem