Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 6 (1850)
- Issue
- 2 (11.1.1850)
- Date
- 1850-01-11
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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Darf durch mich dein Ruhm erklingen, Darf ich auf zu dir mich schwingen, Wo mirj Zephirs Lüste wehn? Müssen da nicht die Gedanken. Schweigend nur in sich gekehrt. Ob des hohen Fluges wanken. Stürzen von den steilen Ränken, Weil zu ahnen sie begehrt? Doch war Sünde mir das Schweigen, In dem Dunkel eingehüllt. Meinen Kopf zu Boden neigen. Meinen Brüdern muß ich zeigen Was mein Busen gluthcrfüllt. Schweigt drum ihr, die ihr nur Frauen, Eitle Minne bloß bestegt, D»e um's Blümchen in den Auen, Nicht hinauf zu ihm mehr schauen. Der aus Lied zum Leben winkt. Ohne Anfang, ohne Ende Lebst du über Zeit und Raum. Daß ich's klar doch sagen könnte, Daß ich Worte dazu fände. Doch mir ist es wie ein Traum. Wohin unsre Blicke fahren. Deiner Kräfte steten Fleiß Müssen immer sie gewähren- Einz'ger, ew'ger Gott der Schaaren, Thronend in dem Weltcnkreis. Was auf dein Gebot sich wehen Mußte aus dem eignen Schooß, ' Nicht vernichten, nicht vergehen Kann es, wenn du ließt entstehen. Die Natur, so göttlich groß. Wenn auch gleich die Formen schwinden, Immer bleibt der innere Kern; Nur die Hüllen immer winden Sich in Andre, bis sie finden Ihren Meister, ihren Herrn. — Staunend gafft der Mensch die Welten, Gafft sie an beim Sonnenglanz. Wie fie in der Nacht erhellten Sich in Reih' und Glieder stellten. Herrlich schön beim Sternenkranz. Immer wandeln fie die Bahnen, Kreisen in dem Aetherrund; Ohne Ruf und ohne Mahnen Können fie den Willen ahnen, Loben dich in fel'gem Bund. Hörst du nicht die Pflanzen sprechen, Hörst du nicht der Felsen Laut? Hörst du nicht au- Bergesbäche«, AuS dem Walde Stimmen brechen, Lieder auf die SchöpsungSbraur? Wie die Weltenwesen wallen; Ew'ge Gleichheit der Natur.' Leben, Sterben» Freuden, Qualen Mindern, mehren sich nach Zahlen, Nach allweiser Ordnung nur- Und von deinem Geist gegossen. Hast du in des Menschen Brust, Daß er weise, unverdrossen Lebe in der Tugend Lust. Daß er stets die Wunder schaue, Zn der schönen Gotteswelt, Und sein Lebelang vertraue Auf den Geist im SchöpfungSdaue. Auf den Geist im Himmelszelt.— Aber mit dem Volk, erwählet AuS der großen Dölkerschaar, Hast du treu dich anvermählet, Hast eS tief mit Geist beseelet . Himmelrein und qnellenklar, Einst auf jenes Sinai'S Höhen Unter Blitz und Donnerkraft, Unter Feuer, Sturmeswehen. Einmal nur ist dies geschehen. Zeigtest du der Wahrheit Macht- Za, von Sinai's gold'nem Hügel Tönte nieder Gottes Wort. Weh'te mit dem sanften Flügel. Wie der Hauch vom Wasserspiegel Alle Traumgebilde fort- Durch des Äthers blauen Wogen Strahlt der Sonne rofgcr Schein, Und die Herzen wallen, wogen, Denn mit Adlersflug gezogen Kehrte Licht bei Menschen ein. Zehn Gebote überschwenglich. Allumfassend gab er dir; Alle Blüthe ist vergänglich, Alle Weisheit ist bedenklich — Sieallein daur'n für und fü Preis dir! unter Millionen ZSrael ragst du hervor. Kannst du'S deinem Gotte lohnen, Der dich hob aus trüben Zonen. Bon dem Dunkel frei hervor? Wie die Rost im Haine blühet. Weithin ihren Duft verweht! Wie der Feuerßahl, der glühet