Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 6 (1850)
- Issue
- 2 (11.1.1850)
- Date
- 1850-01-11
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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10 22V täglich genügen; - er hat dafür zu sorgen, daß unsere oh'pv ganz 75222 gebaut und erhalten werken; ihm überlassen wir die Gültigkeit der s'w ,)'5'7s) die Enthüllung jedes Zweifels und die Entscheidung jeder kasuistischen Frage, so wichtig, so umfassend, so tief eingreifend und so heilig sie auch sein mag; seiner Obhltt, Aufmerksamkeit und Gewissenhaftigkeit vertrauen wir unser Leben und unsere Seligkeit an, denn durch ihn können wir vor 7'zm 272 '5)w bewahrt, aber auch in durch seine Unkunde und Gewissenslosigkeit in diese fürchterlichen Strafen verwickelt, durch ihn zum wahren Dienste des Herrn angehalten, oder auch davon abgehalren, gebessert, aber auch verschlimmert werden; — er vorzüglich ist berufen, j'27v 2710 zu sein, durch seinen Einfluß und unter seiner Leitung soll unsere Schuljugend gründlich unterrichtet und fromm erzogen, nach seinem Vorbilde endlich soll die Gemeinde zu einem tugendhaften und geteesfürchrigen Leben angewiesen, und dadurch zu pfl'chrdefl'ssenen, treuen und gehorsamen Bürgern des Staates und des Himmels herangebildet werden. — Wem kann es sofort mehr räkhselhaft bleiben, welche Vorzüge den Rabbiner auszeichnen müssen, um das zu sein, was seine Bestimmung von ihm fordert? Ungcheuchelre Frömmigkeit und tiefe umfassende talmudische Gelehrsamkeit. Diese beiden Bedingungen sind unerläßlich, und auf diese ausschließlich muß die Gemeinde Bedacht nehmen, wenn sie glücklich wählen, vielmehr wenn sie vor dem Richter der Welt gerechtfertigt erscheinen will. An solchen Männern freilich, die in beiden Condilioncn nach ihrem ganzen Umfange hen Rabbinen früherer Zeitalter gleichen, leidet unser Occident in diesen Perioden fühlbaren Mangel. Gar selten findet sich unter den Bewerbern um die erledigten Rabdinate je einer, der alle diese edlen Eigenschaften u. Tugenden diese ernste nie verletzte Frömmigleir, diesen erhabenen lichtvollen Geist, diese Fülle, Tiefe und Klarheit des Wissens in sich vereinigte, welches sich alles im Leben und Wirken der früheren GotteSgelehrren kundgab, sogar auf jedem Schritte und in jedem Gestchtszüge unverkennbar und würdevoll aueprägke (7stw v7fi 2V22 1'22). Zedoch auch in unfern Tagen har die göttliche Gnade wüidige Männer ausbewahrt, von göttlichem Eifer durchgiühr und von heiliger Wissenschaft erfüllt, khrils noch in ihrer Ausbildung auf Talmudschulen begriffen, theils ihrem heiligen Berufe in nicht beträchtlichen Bezirken, rheils gar in scheuer, wohlbedachter Zurückgezogenheit von öffentlicher Wirksamkeit lebend die für bedeutendere Wirkungskreise gewonnen werden, können. An den Gemeinden liegt es daher, sorgfältig zu bedenken, daß von ihrer Wahl unbestimmbar großes Heil oder Unheil abhängig sei. Man wird doch gewiß einen Kandidaten, welcher Philologie und Philosophie mir dem größten Fleiße und dem besten Erfolge studirt und absolvirr hat, sich nicht zum Arzte wählen und ihm gewiß nicht sein Wohl und Leben anverrrauen. Für die religiösen Angelegenheiten, welche oft das zeitliche Glück, stets aber die Gewissensruhe und daS ewige Seelenheil bedingen, sollte ein Kand. phil. genügen? Za aber — wird man einwenden — der gewünschte Erspettanr prangt doch mit einer erlangten Morenu? Allein traut man dem Arzte, wenn er bloß von einem Bader unterrichtet und aprobirt ist. fordert man nicht ein langjähriges Fachstudium auf einer Hochschule, e»ne strenge Prüfung von Seiten der Fakultät und einePraxiSlicenz von der Sanitätsbehörde? Zum Rabbinen aber sollte ein unerfahrner Züngi«ng taugen und Fähigkeit genug besitzen, wenn er irgendwo Ellttges vom Talmud und aus andern 571^ '722 wre einen profanen Klassiker zu übersetzen, grammatikalisch zu erklären. Sentenzen und Skizzen daraus zu excerpiren gelernt, und über diese Oberflächlichkeit em QuaUfikallonsschreiben erlangt har, ohne daß er auf einer anerkannten 22'5' lange Ze,r der rabbmischen Literatur sich befieißlger, im v"c bewandert und der O'57122 kundig ohne daß er in das Wesen des Znhalrs einzudringen und d»e Wahrheit aus der Fülle und Tiefe hervorzudringen im Stande «st! — Bei dem Arzte endlich reflekttrr man sorgsam auf seine Gewissenhaftigkeit, wenigstens läßt man ihn dann sicherlich nicht beliebig schalten, wann er irgendwo zum Arg, wohne Gelegenheit gegeben, daß er über das Wohl und Weh, über Leben und Tod des Menschen kalr und gleichgültig bleibt- — M'r tiefster Bekümmerniß trachten wir also, wie eö natürlich unsere Pflicht ist, auf alle möglichen Mittel, um unser und der unsrigen körperliches Wohl hcrzusiellen und das zeitliche Leben zu erhalten nnd lang zu fristen, und befragen den Kn n digsten aus der weitesten Ferne. Allein das Leben ist doch der Güter höchstes nicht, denn es muß schon den drei Hauplverbrechen V'2 .t>"v zum Opfer fallen; die Seligkeit und Ewigkeit aber, des Menschen höchstes Z«el; sollte uns weniger Angelegenheit machen; diese