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Der treue Zionswächter · 1850-01-11 · 2 (11.1.1850) · page 3

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
6 (1850)
Issue
2 (11.1.1850)
Date
1850-01-11
Page
– (sequence 3)
Language
German
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11 iinS zu sichern oder sie zu verlieren, darüber sollten wir unbekümmert jeden Neuling als Schiedsrichter anerkennen! -— Nimmermehr — ein Mensch, dem der Unterschied zwischen in und rwiv, L'vv. zwischen u. sequule Null, ja fremd und lächerlich ist, der weder t>5>"iiki7 noch weniger pn? tvi^y und sxirn!>biL' ^>c in Lehre und Leben beachtet, weder die ersten noch die andern für wahr, heilig und verbindlich findet, der weder Kopf noch Herz, weder Geist noch Gcmürh, weder Wissen noch Gewissen genug besitzt, um über unsere heiligsten LebenS rag n zu entscheiden, — den dürfen wir uns nicht zum Oberhaupte unserer geistlichen Angelegenheiten fich aufwerfen lassen, ihm müssen wir unsere Liebe, unseren Gehorsam uniere Zuneigung m«c Nachdruck versagen. Von de.ainugen Kandidaten, der zum Rabbiner gewählt werden soll haben wir unS sonach aufs Bestimmteste zu überzeugen, daß er zu allen Zeiten und in allen Umständen den religiösen Satzungen treu gehorsam geblieben, und seine jüdische Fachstudien nie har von den profanen verdrängen lassen. Einer besonder«, Nachforschung bedarf es, das religiöse Verhalten desselben, insofern er längere Zeit dem Studium der allgemeinen Wissenschaften auf öffentlichen Schulen obgehgen, genau kennen zu lernen, daß er während der Dauer derselben gepflogen. Der Gelegenheiten u. Veranlassungen zum Streben nach Unumschränklheit, nach Befreiung von allen hemmenden religiösen, staatlichen und selbst von den Vernunftgesehen giebr es zu viele und zu reizende, die zum Unglauben, Abfall und endlich zur völligen Entartung des sittlichen und religiösen Gefühls und Lebens führen, denn der unbändige Hang nach Zügellosigkeit im Genüsse des Lebens Freuden und Bequemlichkeiten schafft im Individuum eine seinen Meinungen entsprechende Anschauung der Religion und eine das Wohlleben fördernde Beschränkung des Pfiichtenkreises.' Wer einmal von diesem ansteckenden Zugendrausche ergriffen worden, wird nicht leicht wieder zur Nüchternheit, zu einem bessern Bewußtsein gelangen. Dennoch har schon mancher schlaue, an solche akademische Lebensweise gewöhnte Kandidat aus Verlegenheit um seine künftige Existenz durch fromm scheinende Worte und Handlungen sich das Vertrauen des Publikums, und mittelst desselben den Zutritt zu einem Rabbinar erheuchelt, dessin frühere Gesinnungen sich dann wieder zum Unheil seiner AnverkrauteN in der ganzen Amrefunktivn deutlich genug aussprachen. Nicht mit Unrecht möchte «an auch die Entstehung des seit mehreren Zähren unter den geistlichen Vertretern der Gemeinden herrschend gewordenen verderblichen Destruktionswesenü mehr einem verwegenen Dünkel, einer ruchlosen^ Selbstsucht, als den Studien und Forschungen selbst beizulegen sein, wenngleich nicht zu leugnen ist daß auch manche dieser ReligionSfeinbe uichr unbedeutende Aggregate philosophischer Wissenschaft sich aneigner und dadurch in dem unbegrenzten Gebiete der Vernunft, worin sich jeder nach indivi: duellen Begebr bewegen kann, so weit verirrt haben, daß sie den Weg zur Religion nicht mehr finden, ja auch nicht mehr suchen, weil sie endlich die Wildn-ß für ihre Wohnung, den Wahn für Wahrheit, ihre Ansicht für Religion und ihre Wollust für Seligkeit halten und ausgeben. Wer dann der wahren Religion huldigt, gilt als Thor in ihren Auges, und der Tugendhafte als Schwächling. Beim Mangel an eifrigen ReligiouSstudien c"cö kann die moderne Philosophie ebensowenig als bei een Griechen des AlrenhumS, denen die Offenbarung nickt zugänglich und in keiner Weise bekannt war. zur rick tigen Erkenntniß» zum Göttlichen und Heiligen sick erschwingen. Das aber wäre irriger Wahn, wenn man religiöse Wissenschaft und Denkweise mir philo oph>- scher Spekulation und allgemeiner Welrweisheir unvel. einbar glaubt; denn je tiefer das Tmdringen in das Wesen und die Geheimnisse der Natur, je naher zur Wahrheit die Forschung fuhrt, desto mehr bestärkt sie die religiöse Ueberzeugung. daher sollte man unter denjenigen Kandidaten, welcke sick religiöser Gesinnung-« und rabbtnisch wissenschaftlichen Tüchtigkeit auszeicknen. dem den Vorzug einräumen, welcher zugleich auck in andern Doktrinen der vortrefflichste ist. Ebenso m»g man bei der Anstellung eineS Nabdinen auck die körperlichen (mens Sana in oorpors snno) tehn «scheu und allgemein scientivischen Vorzügen einer besvndetrn Berücksichtigung werth achten; man mag aus die äußere würdevolle Haltung, auf ein einnehmendes gureS Organ, auf glückliche Anlagen de- Verstandes und Gedächtnisses, auf eine schnelle FassungS» und Urrheilskraft und eine lebensvolle Phantasie Bedacht nehmen, man mag gründliche und »unfassende Kenntnisse in der Toralbildung, Menschen und Welrkenntniß, einen Würde mit Anmulh, Ernst mit Frenndlichkeir verbindenden Charakter, einer sicheren Gewandtheit in der rhetorischen, karecher,schen und exegesischen Kunst, e»ne

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