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Der treue Zionswächter · 1850-01-04 · 1 (4.1.1850) · page 3

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
6 (1850)
Issue
1 (4.1.1850)
Date
1850-01-04
Page
– (sequence 3)
Language
German
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3 Darum spricht er in unfern» Texte: und nun, J-rael! nun. nachdem das Verhältniß zwischen Gott und Dir so klar vor Augen liegt; nachdem Du von der einen Seite GolteS Erhabenheit anschauen, von der andern Seite Deine Verkehrtheit schamvoll de, kennen mußt; nun, was fordert der Ewige dein Gott von Dir? WaS willst Du in dieser großen Schule Deines Lebens erlernt haben? Wie willst Du Deine Zukunst hiernach gestalten? kannst Du Deine Ausgabe etwa noch für zu schwer, für unerreichbar halten? Nein! ein Leichtes muß eS Dir nun sein. Nur zu fürchten den Ewigen deinen Gott, wird von Dir ge» fordert; nur die Dir nun so nahe liegende Ehrfurcht GvkteS darfst Du bewahren, und Du gelangst sicher zum Ziele. Die Gottesfurcht ist die tief um sich grei» sende unerschütterliche Wurzel, aus welcher ein Stamm hervorgeht, der seine Aeste Zweige und Früchte Himmelan rreibr, die Gottesfurcht ist die Mutter aller Religiünspfitchten. Aber, ^Andächtiger! nicht ÄlleS ist Gottesfurcht, waS sich dafür ausgiedr. Mancher wähnt im Besitze dieses Kleinods zu sein; aber eS ist oft bloße TäU, schung, eitler Selbstbetrug. Gar ofr wird dieser Edelstein in der Krone der Israeliten Mit einer nichtigen Scherbe vertausche. Wollet Ihr wahre Gottesfurcht von der falschen unterscheiden, so erkennet den DauM an seinen Früchten. Auf die Frage: Wie giebt die Gottesfurcht sich zu erkennen? antworte ich Euch: Durch einen heiligen Ernst für die Religion und durch eine fromme Scheu vor allen religiösen Einrichtungen. Wenn wir in einer Versammlung voll nicht kab.- brnischen Rabbiner» so leichtfertig über RekigioNSsachen aburtheilen hören; wenn Selbstsucht und Eigendünkel den Richtplatz dabei einnehmen. Um fast über Alles den Stab zu brechen, welches von Jahrtausenden her überliefert und geheiligt ist, »Venn so rin schwaches Häuflein sich anmaßr, die Führer ganz Israels sein zu wollen; wenn nur Emreißen daS große Werk ist, welches die so groß sich dünkenden Meister loben soll; wenn Ihnen ^ichrS zu heilig ist, daß sie nicht anrasteren; wenn mir frecher Stirne behauptet wird; selbst das Buch aller Bücher in Frage zu stellen; wenn sie sich vom Weihrauchsdampf benebeln lassen, tvelchen eine Zahl Verblendeter, schon langst der Religion Entfremdeter ihnen aufsteigen läßt; wenn sie mit Berachruttg auf die weit größere Menge herabsehen, die sich durch dieses tnuthwillige Spiel tief verletzt und gekränkt fühlt; wenn m ihnen nicht einmal der Gedanke auftaucht, durch solche- Zerfetzen und Niederreißen könnte der große Haufe den Kern mit der Schaale, daS Wesen mit der Form wegwerfen; und wenn sie endlich dieses Alles mit dem Scheine der Gottesfurcht thun und bei all ihre»« frevel» hasten Treiben die Gottesfurcht als Aushängeschild benutzen: sehet, daS ist eine falsche Gottesfurcht; das ist Heuchelei! daS ist Betrug! das ist eine Schlinge, um die Unbesonnenen zu fangen. Das VereLnswese«, als charakteristisches Merkmal unseres Zeitalters. Von rr***. Unter der Fälle der sich kandgebendenden Erscheinungen des Natur- und Volkslebens, unter der Menge der obschwebenden TageSfragen drängt sich dem ruhigen und ernsten Beobachter besonders die Erscheinung auf, daß in dem vielfach bewegten Leben der Gegenwart. Verbindungen. Vereine- Corporation«»» unter mannigfachen Benennungen, unter verschiedenen Modifikationen Nüancen und befondern Tendenzen in Anregung gebracht und konstituirt «erden, daß die rege Wirksamkett gerade in diesen ihre Realität sinder, pomphaft und kühn austritt und sich geltend zu machen sucht. Nicht müssige Zuschauer wollen wir daher bleiben bei einer so tief in daS Leben and die Beziehungen der Gegenwart eingreifende Erscheinung, nicht vage Theilnahmlosigkeit soll uns etwa bestimmen, über so inrerressanre Begebnisse hinwegzuschaven. ES kann nicht in Abrede Mellt. Nicht streitig gewacht werden, daß dem menschlichen Individuum der GestlligkeirStrieb iNNe wohne, vermöge der ihm am geborenen Naturvermöge des Strebend, seinen Nebengeschöpfen von dem, was seine Kräfte Hervorbringen, Mitzucheilen, sie Th-fl nehmen zu lassen an feinen Freuden und seinen Leiden, die Mängel und Unvollkommenheiten, die bet Eine ober det Andere besitzt, gegenseitig za ergänzen und tmSzugirichrn. Go finden wir in den frühesten Zeiten, daß aus den Individuen sich Familien bildeten, woraus endlich die Gründung der Staaten hervorging. SocialeS Und politisches Leben sind eS also, welche erst wahres und vollkommenes Zusammenleben bedingen» sie sind die Säülen, worauf alle später entwickelten Institute fußen, sie sind gleich; fam die« Ströme, welche daS materielle und intellekru-

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