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Der treue Zionswächter · 1850-01-04 · 1 (4.1.1850) · page 2

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
6 (1850)
Issue
1 (4.1.1850)
Date
1850-01-04
Page
– (sequence 2)
Language
German
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der Sorglosigkeit hingebrn; dennoch dürfen wir nicht müßige Zuschauer fein, wenn ringum uns her die Stürme brausen, wenn in sinserer Umgebung der Boden aufgewühlt wird, wenn in unserer Nähe Klüfte entstehen, welche die Vorboten gräßlichen Unheils sind. Nichts fordert der Ewige unser Gott von uns, nichts hat er bei allen Vorschriften Seiner heiligen Thora beabsichtigt, als unser eigenes WD. "Sündigen wir, was wirken wir auf Zhn; häufen sich unsere Missechaten, waS schaden wir Zhm; sind wir gerecht, was geben wir Zhm; was nimmt er von unserer Hand?" Nur uns selbst können wir schaden oder nützen; nur uns selbst Fluch oder Segen bringen. Zst es nun um unsere eigne Wohlfahrt zu thun, so müssen wir auch den Stufeng-ng kennen lernen, auf welchen wir zu unserm Hesse gelangen. Und Liese zeichnet uns unser großer Lehrer vor, indem er unS die Gottesfurcht als eine Muktcrpsiicht angiebt, welche alle andern Pflichten erzeugt. Zn der Gottesfurcht liegt eine mächtige Zuversicht, eine Zuversicht für Kmr der. Die Gottesfurcht ist eine Quelle des Lebens, um den Schlingen des TodeS zu entgehen. (Spr. Sal, 14, 29 27.) Darum schließt auch Koheleth sein Buch mit den Worten: „Fürchte Gott und beobachte seine Gebote; denn das ist das Allefür den Menschen. Parum Kinder! Kommet, und höret mich an, ich will Euch über Gottesfurcht belehren." Wie Ihr wahre Gottesfurcht von falscher unterscheiden könnet und sollet; wie Zhr diesen Anker der Religion handhaben sollet, um nicht umhergerrieben zu werden auf den Wogen der Neuerungssucht : daS soll immer Cure Aufmerksamkeit beschäftigen. Den Segen dazu erbitten wir von dem „dessen Name gefürchtet wird unter allen Völkern." Gepriesen fei er von Ewigkeit zu Ewigkeit. Wollen wir nun über Gottesfurcht reden, so drängen sich uns die Fragen auf: WaS ist Gottes, furcht? Wie giebr sie sich zu erkennen? Wie gelangen wir zur Gottesfurcht7 und wie wird sie erhalten und befördert? Auf die erste Frage antworte ich: die wahre Gottesfurcht ist nicht Furcht vor dem Strafgerichte Gottes; daS wäre eine chierische, eine knechtisch- Furcht; das kann nicht die Mutter anderer Pflichten lein; aueiner solchen Gottesfurcht entspringt nicht Las, was unser Tert daranentsprungen wissen will; Gott -u lieben und Zhm zu dienen mit ganzem Herzey und ganzer Seele. Den Gefürchteten liebt man nicht; dem Gefürchteten bient man nur aus äußerlichem Zwange, keine-weg< mit ganzem Herzen und ganzer Seele. Eine solche Gottesfurcht ist nicht der Beweggrund zu dem, waS unser Text ftrner sagt, zum Wandel auf allen Wegen Gottes, zur Beobachtung seiner Gebote und seiner Gesetze. W* leicht findet man doch Entschuldigung, wenn man ein Gebot Gottes übertreten will; wie leicht beschwichtigt man fein Gewissen, wenn bloß Furcht vor Strafe von einer Sünde abhalren soll. Allerdings haben wir die Strafe GvtkeS zn fürchten, wenn wir seine Gebote übertreten; sie ist eng verbunden mit der Allgerechtigkeir GotteS» und ist die natürlichste Folge der Sünde, die zuweilen schon in diesem, hauptsächlich aber in jenem Leben eintritt. Aber ein edler Beweggrund zur Frömmigkeit ist sie nicht; zur Murterpflicht kann sie nie erhoben werden. Wahre Gottes, furcht, von welcher unser Text spricht, ist Ehrfurcht GvtkeS. ES ist die tief gefühlte Anerkennung der unendlichen Größe und Erhabenheit GoneS. Es ist der tief gefühlte Abstand zwischen dem nnerforschlichen Schöpfer und dem nichtigen Menschen. ^Nachdem nun Moscheh, der Mann GotteS. kurz vor seinem Scheiden seinen besorgken Blick auf die Zukunft devon ihm so sehr geliebten Volkegerichtet; nachdem ihm der so sehr beunruhigende Gedanke vorgefchwebt, wie er sich später auSgedrückr: „Solange ich bei Euch gelebt, wäret Zhr gegen den Ewigen ch'derspenstig, wie erst nach meinem Tode" (5, D. M 3l, 27.): da bot er noch in den lehren Tagen sein»- irdischen Daseins sein ganze- Rednertalenr, seine hohe Prophetengabe, seine göttliche Seherkraft auf, um ZSrael zum standhaften Beharren in seinem Berufe, al- Mustervolk eindringlich zu ermahnen. Er gab seinen Zsraeliren einen gedrängten, aber scharf bezeichnelen Ueberblick ihrer Geschichte während der vierzigjährigen Wanderung durch d^ arabische Wüste. Er schilderte ihnen diauSge-eichnere Vorsehung, die über sie gewaltet, die Wunder, welche Gott für fle gechan, die Wohlrharen, welche Gott ihnen erzeigt, die Nachsicht, mir welcher Gott sie behandelt, in lebhaften anmukhige nFarben. Zn grellem Abstiche malt er haneben die Schatten ihres öftern Unglaubens und Undank-, ihrer Sündhaftigkeit und Unzufriedenheit, ihrer Widerspenstigkeit und Hartnäckigkeit.^ , ,,

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