Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 6 (1850)
- Issue
- 1 (4.1.1850)
- Date
- 1850-01-04
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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elle Dasein der Völker kranken und befruchten. Vereint erstarken die Kräfte; was der Einzelne nicht bewirken kann, wird durch Einigung Mehrerer ermöglicht, und sv werden durch Gleichgesinnte und Gureswollende die höchsten und heiligsten Zwecke der Menschheit gefördert und erreicht. Wenn demnach zu allen Zeiten, in jeder Beziehung ein Zusammentreten der Individuen zu irgend einem Zwecke unserer öden gegebenen Emwicke« lung nach nochwendig Platz greifen mußte. so haben sich diese Bestrebungen in der Gegenwart vorzugsweise mamfestirr und so weit im Bereich der gesitteten Völker der Jetztzeit, so auffallend sich verbreitet, daß die Eentraltsaliou aller Llassen gemeinschaftliches Wirken an der Tagesordnung elr^as ganz Allgemeines geworden ist. Wenn wir nun bei dem jetzt lebenden Zeitalter einen Augenblick verweilen, die gegenwärtige Gestalt der gesellschaftlichen Verhältnisse uns beschauen und das -Bild der jetzigen Zustände uns vergegenwärtigen, so kann uns nur die Geschickte hierüber Aufschlüsse geben und die'Quellen entdecken, „denn fruchtbar und weltumfassend »st »hr Gebiet, in ihrem Schooße liegt d»e ganze moralische Welt, von Allem legt sie unS Rechenschaft ad/' Da im Allgemeinen ein jeder Zustand ferne liefere Begründ»,,« «n der Vergangenheit sinder und im Laufe der Zeiten sich aümählig evolvirre, so läßt sich selten ein festes und sicheres Ürtheil bilden, wenn man nicht die vorbereitenden und bedingenden Urtheiic kennen gelernt hat Diejenige Geschichtsepoche welche einer', wesentlichen und nicht zu verkennenden Einfluß bis auf die heutigen Zustande geübt hat, ist die französische Umwälzung des vergangenen Säkulums. Das drückende Verhälcruß. daß jenen mächtigen Sraar beengte und beschränkte l»e socialen Mißstände, welche auf der Menschheit lasteten, die neuen destruktiven Zoeen, welche die materialistische Richtung der Philosophen in Sckwung brachte und unter das Volk verbreitete, waren die Fak.vren, welche jenes staunenswerrhe und großartige Ereignitz hervorbracktem All.s wurde mächtig durch diese Erscheinung ergriffen, in Riesenschritten wurde Alles einer neuen Entwickelung zugefuhrr und noch dauert die Entfaltung vieler Ver hältnisse fort, bis in die Gegenwart herein erklingen d«e Wellenschläge ihrer Töne, und nicht leicht giebt es ein bedeutendes bemerkcnöwerlhes Ereigniß, woran sie rnchr Theil hat/ nickt leicht eine Wirkung, deren Ursache sie nicht gewesen. — Nachdem die Donner der Revolution verhallt waren, die Völker sich den Fesseln der Fremden Herrschaft entwunden hatten, traten die staatlichen Verhältnisse Europas in ein Neues Stadium der Entwickelung, indem die Staaten aus ihrer Lethargie aufgerürtelt, eS sich bewußt wurden, daß die bisherigen Zustande nichts weniger als befriedigend waren, zur Erlangung deS wahren Heils sich nickt eigneten. Waren es nun zunächst Vereine politischer Natur, welche nach jenem Ereigniß im Volke erwuchlen, indem man zum Bewußtsein erwacht die SraakSinreressen im Auge haben wollte, so traten nicht minder bei dem geistigen Aufschwung, den vorzugsweise Kunst und Wissenschaft genommen auch die wissenschaftlichen und sdcialen Fragen auf den Markt des Lebens hinaus, und da die Kräfte Einzelner nicht hinretchlen, da« zu vollbringen, chas Ziel der Wünsche erreichen zu können, so suchte man in khäligem Zusammenwirken, in vereinter Kraft khätig zu sein um mit besserem Erfolge das He«l der Menschen herbeiführen zu können, d>e vielfach sich verzweigenden socialen Interessen zu Heden, zu fördern und zu verwirklichen. Wichtig und hockst bedeutungsvoll sind diese Bestrebungen, sie zeugen von fortgeschrittener Bildung und Einsicht, von edlen Gefühlen, sie geben nicht minder das Zeugnrß von Hebung der Gesittung und Erkräftigung des Bewußtseins. Sowie aber eine jede menschliche Bestrebung, so hat auch diese ihre Licht- Und Schattenseiten. Wir können cs nichr leugnen, daß aus gewissen Vereinen manches Gure und Edle entsprossen, können uns es aber mckts desto weniger verhehlen und dre Bemerkung nickt unterdrücken, daß manche sehr oft dem Edelsten und Höchsten wonach der Mensch zu streben har. höchst nachrhe'iigen Einfluß zu dringen drohtest und brachten? Wie manche Vereine haben wir vornehmlich in jüngster Zeit erstehen sehen, welche eine Negation aller Grundsätze der Erdenwelt erzielten. Hinter der heuchlerischen Larve bergen fick oft die Geister der Tücke und List, man fucnr durch Vorgeden guter Zwecke u. s. w. sich Anhänger zu Vorschüssen^ um den Iüdividüett die sich dem Vereine anschlossen oder sich ihm unreroröneren, das Heiligste zu emziehen. Ein solcher Eifer führt aus bedauerliche Abwege. Nur als eine Verirrung des menschlichen Geistes können wir es bezeichnen, wenn er in selbstkonstltuirren Formen das wahre Leben zu finden meint und in diesen dauerndes Glück bieten zu können vermag. Von der Religion muß ein jedes menschliches Streben ausgehen, nur dürch sie kann wahres Glück der Menschheit zu Stande kommen, sie