Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- XXI (1920)
- Issue
- Heft 51 (29.12.1920)
- Date
- 1920-12-29
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 61. wmm i. # fdi Wil! mlch wahrhaftig nicht mit N élflln i i verghichen, aber wir mttssen unwillkflrlich daran jÉtyRjirt. anch irifd ■m rbatt an die Ind unitre nicht in acl l^alSsfina rtrdijjifch J«tt 4i$ Be jUdilØlen Masserf frerd kommen, sobald die Arbeitsmdglichkeiten fttr sie gc- , schaffen sind, un(j so werden wir unser Ziel errei* chen. Das ist die fundamentale Frage. Um auf diese Frage Antwørt zu geben, ist der Keren Hajessod geschaifen, worden. Er soli den grotten Massen der ^Immigranten, die an die Tore Palåstinas pochen, « .#beltihi6glldiiétten schaffen. Soeben haben wir die Mittejlung aus Palåstina erbalten, daB es eine Mog- HcKfceif’gibt, 800(5 jlldische Årbeiter unterzubringer., iV ' .-'1& nicÉ! des ZéfstQréhs. Wenn ihr nicfT eure ébhne schicken konnt, so schickt Qeld, Zelte und Werk zeuge. Mi diMMÉiehkeit, dafi wir tntéro JSÉtnd flip;flB9stfl|^p|en ^dniføffti darnit W Stelne briclk und vHH batlt — 'ttlr Jølfch, flir das Vbft. .' Plch habÉ, soeben „dtøf-BHef eyttS nfchtjudiscy» Efljtendersltts Palftséi erhaltepBder als Bettitl ffltfden ForÉchritt, dén die Arfceit im Landede hat,, einen BesttCh^aiiiUhrt, iden er der néuen KsSfchie von Dilb abgestattit hat: „Berge werden in Terrassen verwandelt, das Oedland in einen Qarten. 180 junge Manner und Frauen der besten Art, erfiillt von Enthusiasmus, bauen das „neue Heim" im SchweiBe ihres Angesichts. Solches Unterriehmen ist die Antwort auf die Fragen: Was wollt ihr mit ciiren Immigranten tun und ist dort Raum ftir sie? Er ist vorhanden und im UeberfluB, und niemand wird enteignet auch nur eines Zolls des Bodens. Die Schaffung neuer Werte, das ist alles.“ Das ist die Meiiiung einer nichtjttdischen Autoritat Das Werk karin sofort zehnfach vergroflert werden Es liegt in unserer, in eurer Hånd. Kritik entziehen. Aber das wire nicht Zionismus. Ich konnte sagem,daB Sir Alfred Mopd^seine Mufie praktischer verMden kdfpp, :;weifpit nicht zu dieser Konferens |j||mmfii ’ yirt^ *S«|% itiiiche seiner Freunde weplft ihn diswegen auch etien unpraktiichen EnthilÉÉsten nennett. AbefVøm zionistischen Standpunkte|jtas i$t/1hr dOtfl def bUfe, den wir 'brauchen. v i'£' Wenn l^oraPe Kraft, auf der unser Werk beruh^. unU«»iiert:|lif Hs» kann unrauch der Econontie”',!€imiiifl$nicht fcélftn. Deswegett sind wir zu einer Kombination der praktischen und der unpraktischen Elemente, des Enthusarsmus mit den geschaftlichen Prinzipien, gekommen, indem der Economie Councii eine bestimmte Aufgabe fiir den Keren Hajessod ubernimmt. Der Keren Hajessod verlangt zwei Dinge: Erstens verlangt er Qeld, das nicht zurttckgezahlt wird, G6id, das fiir Schulen, soziale und sanitiire Arbeiten, Aufforstung und ahnliche Zwecke verwendet wird. Wenn wir auch hievon keine Zinsen bekonitnen, : ' unsere Kinder werden die Fr.iichie geoiefien. wenn wir 20 .Pfund Sterling per. Kopf aufbringen. ,t)ie Regierung Palåstinas ist bereit, sie, an Stelle des agyptischen Arbejterkorps zu beschaftigen, wenn , wir fiir Zelte, UnterkUnfte und fttr das notwendi’o Lebensminimum etwa, 20 Pfund Sterling per Kopf besorgen, weil es ohne diesen Betrag unm6glich ist, die fludett .am Stelle der bisherigen agyptischen Arbeiter zu setzem.-Vøn-diesen 160.000 Pfund Sterling dttrften 55.000 .Pfund zurttckgezahlt werden, und die . Verwaltung . j$t bereit, dafttr einzustehen, daB diese $umme von deø Lohnen abgezogen wird. Wir ver- , Suchen jetzt, ungefahr 100.000 Pfund Sterling zu besorgen, denn wir mflssen Antwort geben, ob wir diesc ,, Qelegenheit ausntttzen sollen. Welche Folgen wird es haben, wenr diese Aktion nicht gelingt. - Die nichtjtidlsche '-v"u wird .. niepials/ glauben, daB die Juden 100.000 Pfund Sterling nicht pufbringen kdnnen, um 8000 ifldische Arbeiter nach Palåstina zu bringen. Sie. wird sagen, daft ,ein. Bluff vorliegenYmufl, da das jlldische Volk , sicherlich das Qeld besitzt.. Das kann ( nicht das Resultat nach, einer Periode von 30 Jahren Zionismus sein. Kann man angesichts .dieser Frage,,noclj mit Befiauptungen kommen, daB die ^rbeit nicht mdgiich sei, weil die Grenzen nicht weit gering-sind oder. das Mandat ei? ’icht gauz gefailt? Darf man angesichts dieser Fr',<r von einer dkonomischen Krisis sprechen, die die A"beit verhindert? Hat England an eine Krisis gedr1 'U4. so lan- . gp der Fejnd vor den Toren stand? Arbeit ist jetzt unser Krieg. Es ist ein Krieg des * banens Viel ist, ttber die Inkompetenz der zionistischen Leitung und Verwaltung gesagt worden. und diese Doktrin ist so weit in die Beweguqg|eingedritngen, daB wir unser Selbstvertrauen verlmin haben. Ein. defaitistischer Qeist ist in ditf zionistischen Reihen gedrungen. Wenn man die Moral einer Armee untergraben wll, muB man ihr nur wiederholen, dafi sie einen verlorenen Kampf kampft. Das hat man bei uns versucht, indem man immer wieder von def Unfahigkeit der Zionistischen Organisation und ihrer Leiter gesprochen hat. Vielleicht sind wir in manchen pingen nicht ganz kompetent. Vielleicht haben manche Sachen in Paiastina 10 bis 20 Prozent mehr gekostet. Wåren sie nicht getan worden, hatten wir es nie zu unserpm jetzigen Zustand gebracht. Es ist etwas anderes. mit zionistischen Werten, als, mit Baumwolle umsugehen. Vielleicht ist mancher Sachverstandige in Baumwolle nicht gleichzeitig Sachverstandiger in Zionismus. Ich verstehe nichts vort Baumwolle, aber ich weifi, dafi ein, Schule, die vom Baumwolls,tandpunkt aus ein Verlust ist, vom zionistischeri Standpunkt aus ein Gewinn ist. Man muB nattirlich anders denken, wenn man ttber geschaftliche Sachen fil Ts^richt. Abor Pajftstirta wird nicht allein auf) def Grundlage des Geschaftes erbaut Wir brauchen Enthusiasmus, den Enthusiasmus der „Unpraktischen“. Ich kOnnte auch praktisch sein, 10.000 Pfund jShrlich verdienen, 1000 Pfund hievon fiir den Fonds geben und mich der Das sinJ Investitionen, die zwar keine Zinsen ergjben, anc-r das Heim fiir unsere Kinder mitbauen. Ein anderer Teil des Geldcs ist. auf geschaftlicher Grundlage zu verwenden und wird Zinsenertragnisse liefern. Da wir wollen, daB die Verwendung dieser Gelder durch vollauf kompetente Personen kontrolliert wird, haben wir beschlossen, die Kontrolle ttber diese Gelder und ihre Verwendung dem Economie Councjl zu tibertragen. Das ist das Uebereinkommen, das wir mit dem Economie Councii geschlossen haben. Solange Sir Alfred Mond und seine Freunde dem Economie Councii ihre Arbeit widmen, zweifle ich nicht, daB das Abkommen ausgefiihrt werden wird. LaBt euch nicht von den Aufgaben erschrecken, die uns gestellt sind I Werdet limen gérecht! In zwei, in sechs, in zehn Jahren Werden eure Kinder fragen, was ihr getan habt, um diese Qelegenheit auszuntttzen. Es soli nicht gesagt Werden, daB sie ein klejnes Geschlecht gefunden haben. i Setzt die Maschine in Gang! Wenn wir die Arbej^n Palttstinp richttø anfangen, so werden wir eine Macht, und auch unsere politische Position wird gestarkt. Dann konnen wir auch zur britischen Regierung kommen und ihr sagen: Wir haben ein Stttck Arbeit geleistet, wir wollen jetzt mehr EinfluB — und wir werden ihn bekommen. Aber wir konnen ihn nicht heute bekommen, da wir zwar den AnstoB bekommen haben, aber unsere hOrnern in den jahen Meeresschlund herunterschleudert. . Und stickende Miasmen entsteigen unaufhorlich dem faulenden Leib, die Meereswellen, nachdem sie Hjin'dernisse ttberwindén und den Hafen erreichen, werden mit fetter Faulnis beschmutzt, und sie entfliehen mit Ekel vom widrigen Aas. Nur schmierige, beraucherte Menschen wimmeln tåglich, gleich dem Gewttrm, in allen Oeffnungen und schopfen von dort die Naphtha, mit deren fetten, faulen Leibsie sich masten. Aber jenes Nachts wurde im Himmel beschlossen, daB Jener Hafen mit seinem ganzen Schmutz und Naphtha als Mordbrennerei dem*Stolz und der F r e i h e i t fttr emporte, entflammte Menschen dienén soli... * # * — Ziindet an! — donnerté aus einem Schlupfwinkel des Haiens und es zeigte sich eine gelbe Flamme. — Brennen! Und vom anderen Ende rifl sich noch ein kleines Feuer los. — Mehr Feuer... Mehr... — grollten iu der Finsternis ungeduldige Menschenstimmen. Und viele hellrote Feuersttulen erhoben sich in allen Seiten des Haferts und wandten sich in Knfiulen gegen den Himmel empor. Eine Feuersftule nickte der anderen mit rauchendem, knttulendem Haupte freundlicb zu... Eine Feuersttule — schickte der anderen flammende GrttBe zu. Und pl&tzlicb umarmteri sich alle Flammen glekh Verliebten und stttrzten sich im wahnsinnigen Feuertanz in die schwarze Nacht binein. Der groBe Brand durchschaute sich im sehwar- »n Meeressplegel... Und das ermattete Meer er* wmmmmmmmaémmmmmmmmmémmmrnmmmmiammmummmmmmmmmmmmit hob sich und — machte im Anblicke dieses Feuers breit seine erschrockenen Augen auf. Und die, entfesselten, Wogen. rissen sich los und verbreiteten schnell die Nachricht vom Feuer in allen Wasserteilen... Welle naoh Welle spruhte Funken, ein Wind grttBte den anderen Wind mit Feuer... und Menschenscharen entwuchsen der Finsternis und belagerten den brennenden Hafen... Ueberstromt von roter, krachend brechender Feuerrote des Brandes und des Meeres, verloren die Menschen ihr gewOhnliches Aussehen... Wie wunderliche Geschopfe aus .einer unbekannten Welt — halb Leib, halb Feuer — standen sie ringsherum, ringsherum... —-. Wie flammende Helden einer grausamen Zauberlegende, zitterten ihre Gestalten in der purpurnen dampfenden Feuerrote... Ihre Gesichter gltthten von Raphe, wild a.tmete ihre Brust und die Herzen tanden mit-dem Abglanz des Meeres. —- Hurra — begrttfiten sie ,die groBe Illumination der Rache. Von Minute zur Minute yyuchs das Feuer und erschtttterte die ffirchterlichen, pechschwarzen, dichten Rauchsttulen, es warf sich wahnsinnig die verfetteten Hafenbauten um den eigenen Hals und im nåchsten Augenblicke waren sie schon mit gelben und roten Flammen geschmttckL Mit einem heiBe.n KuB rief es — das Feuer — in den scbmutzigen, ungeschliffenen Behåltern die Gier der Feuerhrunst wach... Die dicken HauswSnde knisteuien und krachten in seinen rnttchtigen hBUischen Armen* Hunderte von naphthagefUUten Fttssern platzten unter der Wucht seines Atems iede Weile mit einem plotzlichen und breiten „bamp“ — und lange, rauchige, rote, krausige Locken windend, schossen sie in Zweien gegen den Himmel auf... Inuner weiter und breiter streckte daa Feuer seine gefttgigen, leidenschaftlichen Arme aus, nach allen $eiten tastend, um sich noch an etwas anklammern zu kdnnen. Auf FreierftiBen schritt es dem rotlich beleuchteten Meere zu, spie in den Himmel ganze RuBwolken herein und schleuderte ungeheuere Feuerzungen in die Hdhe, geradeswegs Gott entgegen... Und es wollte sich ganz und gar nicht glauben, daB ein soleher, schmutziger, ungeschliffener, durchfaulter Hafen so viel kecke Feuerschonheiten hervorbringen kann, so viel hdllische Streiche in Szene zu setzen, und dieselben so hoch zu schleudern vermag, mit einem solehen wilden Geldchter... — Brr — ach... barsten die durchgebrannten Bauten — brr — ach... — Bamp, bamp... — platzten die Naphthafåsser auf und warfen sich begeistert, mit dem Kopf nach nnten, gleich Mdrtyrern in die Meeresflut. Und das beleuchtete Meer ahmte alle feuerigen Stttckchen des Brandes nach... Ueberstrdmt vom dunklen Scharlach bis zum massivem, hellen Gold. Flammende Gespenster entstiegen seinem schwarzen Schlund, schaukelten sich und sprangen hin und her von Welle zur Welle und, mit einem trostlosen Geldchter, rangen sie kttBend mit feurigen Nymphen. Und bei den Menschen verschwanden schon ldngst die Reste von Blut und Fleisch. Von Feuer verzehrt, betrunken und noch mehr nach Feuer lechzend, sprangen sie um die Feuerbrunst herum und brttllten mit reifiender Stimme: — Hurrra-a — — Hurrra-a — heulte das Meer mit seinen brandenden Wogen... Das Feuer winkte flirchterlich mit seinem krausigen, rauchendem Haupt vom roten Himmel der beleuchteten Erde W.; - :