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Jüdische Volksstimme · 1920-12-22 · Heft 50 (22.12.1920) · page 6

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XXI (1920)
Issue
Heft 50 (22.12.1920)
Date
1920-12-22
Page
– (sequence 6)
Language
German
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tedøm AktscMuB kundjak Nach dem Atufinden, der Channfckafidtier und der Åbefngattf von „Haneroth halolu" von unserem Oberkantor Herrn Lewttln in Qberaus erhebender und wirksamer Weise diri- Kiert* fofgte die Pestrede unseres Herrn Rabbiners Dr. Hof f, in welcher er die Zuhdrer in die Makkabåerzeit versetzte, und schilderte mit dramatischer Wirksamkeit den Kampf der begeisterten Judåerschaar gegen den Uberlegenden Peind. Er schloB mit einem Hinwels auf die Analogie zwischen damais und ietzt. Nachdem noch Chanukkagedichte von Bfirgerschfllerlnnen in vorhefflicher Weise vorgetragen wurden, sang unser altbewfthrter Herr Oberkantor mit seiner schonen Tenorstimme jiidrsche Lieder, die mit ungeteiltem Beifall aufgenommen wurden. Bteenz. Wfe bereits gemeldet, veranstaltete die ihesige jUdische Jugend am 7. d. M. eineti Vortragsabend, dessen Programm von dem bekannten Herrn Ehrieh J u h n aus Prag besorgt wurde, der sich auf einer Tournee durch Mfihren und Sdhlesien befindet. Zum Vortrage gelangten Qedichte von Zuckermann, Rosenfeld, Ehrieh Juhn etc., sowie Schmonzes. Speziell die jiidischen Sachen, die den OroBteil des Programmes ausfflllten, fanden begeisterten Beifall und liegt gerade darin der groBe Propagandawert soleher Abende. Wir empfehlen allen zionistisdhen Organisationen solche Abende mit Herrn Ehrieh Juhn zu veranstalten. Im heiteren Teile kamen alle, fung und alt, auf ihre Rechnung. Der Abend muB als iiberaus gelungen bezeiohnet werden und hoffen wir in Balde Herrn Ehrieh Juhn wieder in unserer Mitte begrtlBen zu kdnnen. Nikolsburg. Samstag am 1. Thebeth fand anlåBlich des Chanukka-Festes ein vom hiesigen Wanderbund „Blau-WeiB" veranstaltetér Theaterabend statt, welcher einen sehr anregenden Verlauf nahm. Aufgeffihrf wurden folgende Programmstflcice: 1. Freiheit, vorgetragen von Herta Altmann. 2. Chanukkalied, Verfasserin Frieda Mahler. 3. „Es war einmal ein Sohnenschein", gesungen von Anny Hahn und Walter Fischer unter Guitarrebegleitung des Robert Toch. 4. Kaffeeklafsch, Genrebild von P. Htibner, wobei folgehde Wandersch western auftraten: Martha Zwicker, Irma Teltscher, Fritz! Hahn, Zilli Oesterreicher und Wilma Kohn. 5. Menuet, getanzt von H. Oser und Hilda Spitzer. 6. „Im Reiche der Mutter", Lustspiel. Das Stttck fflhrten auf: Paula Teltscher, Anni Blau, Grete Hirsch, Frieda Hirsch, Hans Lemberger und Eugen Toch. Um das Zustandekommen des in allen Teilen gelungenen Unterhaltungsabends hat sich insbesonders Frau Friede Hirsch verdient gemacht. Um die armen Kleinen vor der rauhen Winterkfilte zu schiitzen, wurden von den Damen Elsa Teltscher, Frau Dr. Mayer, Frau Oberoffiz. Lawitz u. Rubbiner, Dr. Alfred Willmann eine Sammlung eingeleitet, welche die Summe von 2500 K£ ergab. Am 7. Chanukkatag wurde die Bescherung vorgenommen. AuBer den Kleidungsstiicken wurde auch den Kindern eine Jause verabreicht u. zw. Letztere sowohl den Armen als auch den Reichen. Bei diesem Anlasse hielt Rabbiner Dr. Willmann an die Kinder eine Ansprache, in welcher er die Kinder ermahnte ihrer Wohltfiter stets mit Dankbarkeit eingedenk zu sein. Herr Oberkantor Hellmann entziindete bei dieser Feier die Chanukkalichter an, nach welchem Akte die Kinder das „Moaus“ sangen. Ung.-Brod. Sonntag, den 5. d. M„ veranstaltete der hiesige jUdische Nationalveretø „Hatikwah" im Saale des Hotel Smetana eine Chanukkahfeler mit reichhaltigém Programm. Das Fest erdffnete der Obmannstellvertreter Herr Josef Schfiffer durch eine mit groBem Beifall aufgenomtnene hebr. Ansprache, worauf die zahlreich erschlenenen Odste vom Obmanne Herrn Leo Smetana begrflfit wurden. Sodann wurden unter Chorgesdngen, welche der Herr Oberkantor Kbrner leitete, die Chanukkahlichter angeziindet. Die Festrede hielt hierauf Herr Dr. Lazus aus Olmlltz (ProBnitz), dessen gelstrelche Ausffihrungen helle Begeisterung der Zuhdrer weckte. Er verglich die jetzige ereignlsvolle Zeit mit der der Makkabfier und hob die groBe Bedeutung des Keren Halessod ftlr uns Juden hervor. Nun wurden abwechselnd Chor- und Sologesdnge vom hies. Mdnnerchor, dem Herrn Oberkantor K5rner, Fri. Orete Winterstein, den Herren Bachner und Artur L5wy, sowie deutsche und1 éechlsohe Qedichte jOdischen Inhaltes von den Damen Fr. Irma Bock und Fri. Olga L6wy und dem Herrn Artur L6wy vorgetragen. Sdmtllche Qesdnge begleitete das Fri. Kdrner in vollendeter Weise auf dem Klavier., Alle Darblétungen emteten wohlver- Uieuten Beifall; Nach Åbélngeh der „Hatifcwah" schloB der schdne Chanukkahabend. — Am frelfftg abends fand hier im Tempel eine Makabderfeier statt. Herr Rabbiner Dr. NQmberger hielt eine weiftévolle Predigt, die in einem begefS&rteft Appel! an alle Juden, ohne Unterschied der pol. Gesintiung, gipfelte, nach Krdften zum Keren Hajessod beizusteuem. Brtix. Vor einem zahlreichen, interessiert zuhorenden Publikum sprach Herr Dr. Felix Seidemann, Teplitz, als Qast des jOdischen Volksvereines Zion in BrOx Ober das Thema „Paldstina, die jOdische Heimstdtte und der Volkerbund". Der Redner verstand es, den Stoff ausfflhrlich und grtindlich zu behandeln und all das, was man unseren Ideen entgegengehalten hat und noch entgegenhdlt, zu entkrdften. Seine Rede klang in den Ruf aus, unser Interesse fUr das Judentum und an dem Aufbau Palæstinas nicht nur zu betonen, sondern demselben auch werktfttig Ausdruck zu geben. Wien. Der erste Anreger zur Schaffung von Kinderbewahranstalten in Oesterreich Josef Ritter v. Wertheimer begrUndete auch die Isr. Kinderbewahranstalt II, Malzgasse 15, die unter Herrn und Frau Direktor Max Fischers Leitung nach wie vor floriert. Die letzte Chanukkafeier in der 80 Jahre bestehenden Anstalt, bei der die Elite Wiens wieder anwesend war und die das 5jahrige Kind beim Lichterziinden und die 200 anderen lieben netten jfid. Kinder in Qesang und Arbeft bewunderte, bildet neben der Wiéner Allianz ein wertvolles Andenken an Wertheimer. Agram. Vom 12. bis 14. Dezember fanden hier unter gewaltiger Beteiligung die Wahlen in die Kultusgemeinde statt. Die Liste der bisherigen Vorsfandsmehrheit konnte kein Mandat erlangen. Das Wahlresultat brachte in der ersten Kurie 35 gegen 56, in der zweiten 10 gegen 87, in der driften 32 gegen 248 Stimmen. Die Oewfihlten sind in der Mehrheit Zionisten, die ilbrigen aufrechte Juden, wåhrend die Assimilanten von der BildflSche verschwunden sind. Durch diesen Sieg ist die Wahlreform gesichert. Unter der Judenschaft Jugoslaviens herrscht groBe Befriedigung fiber das Wahlergebnls. Paris. Die franzdsische Regierung hat atigeordnet, daB eines der neuerbauten Unterseeboote den Namen „Robert Halbrontf'* Jragen soli. Es ist dies der Name eines jUdischen'IHauptmahnes im Ingenieurkorps, der'beim Ausprobieren eines von ihm ko-nstruierten Flugzeugtypus tbdlich verunglfickte. Brfinner Nachrichten. Sport-Redoute des S; K. Makkabl Briinn. Am 15. Jånner 1921 veranstaltet dér S. K. Makkabi Briinn in stlmtlichen Rfiumen des Kiinstlerhauses eine groBe Redoute, zu der bereits in den ndchsiten Tagen die Einladungen ergehen. Ein groBes Herren- und Damenkomiteei unter Leitung des Herrn Baumeisters Ernst Ritter ist eifrig bemiiht, diesen Abend zu einem Sammelpunkt der manigfaltigsten Faschingsvergniigungs- und Ueberraschungen zu gestalten, so daB der Besuch dieser Veran§taltung gewiB zu den erlesensten Qeniissen des diesjdhrigen Faschings ziihlen wird. Die kiinstlerisch reichhaltige Ausschmttckung såmtliclier Rdume des Ktinstlerhauses wird dem kritischen Auge in Briinn bisher nie gesehenes Far benbild åuBerster Buntheit und tollsten Faschingstreibens. zeigen, das durch malerische Lichteffekte bis zur Qrenze des Mbglichen gesetigert wird. In den NebenrSumen des Hauses werden durch Kunstlerhand im intimsten Stile Bar, tiirkisches Kaffeehaus und arablsches Ruhezelt errichtet, welche den Tanz- und Lebensmilden gastliche Aufnahme gewdhren. FUr Damen besteht Maskenzwang, den Einzug der Masken arrangiert Herr Max Allerhand, an den diesbeziigliche Anmeldungen zu richten sind (Krfina 4). — AlifUUige Anfragen sind an Herrn Baumeister Ernst Ritter, Rosengasse 1, zu richten. Tumen und Sptrt. Makkabi4ldenice komb. versus Mor. Slavia 4:3 (4 4) Pieses Revanchespie) gelangte Sonntag, den 28. November, auf dem Sportplatze dér Mor. Slavia zur Austragung und dfirfte den 1500 trotz Schnee und KSlte erschienenen Zuschauern noch lauge als eines der schdnsten und hochinteressaittesten Spiele der heurigen Saison in Erinnerung blefben. Die spprtlichen Leistungen, insbesondere lene der Makkabi- Angriffsreihe, standen auf Joher, zeitwéisé in Briinn noch nie gesehener Stufe. und Iassen ftir die kommende Frfihjahrssalson das denkbar Beste,erhoffen. Der Angriff hat durch die Einstellung NemeS eine kolossale Verstfirkung erfahren.-Dieser hervorragende Spieler besitzt eine enorme Durchschlagskfaft, ist ein gfånzender Kombinatiormpieler, technisch u. taktisch stets der jeweiligén Situation gewachsen und dfirfte in der kommenden Frtlhiahrssaison der Schrecken der Brfinner Qoalkepper werden. Boro§ als Zenterforward war hoch in Form, seine technischen Fertigkeiten und Findigkeiten traten diesmal besonders soharf hervor, er tånzelte mit virtuoser Sicherheit auf der schneebedeckten glatten Bodenflfiche wie auf dem Parkettboden eines Ballsaales und schoB zwei herrliche Qoale in effektvollster Manier. Bei ein wenig mehr Qliick håtte dieser Spieler gewiB noch zumindest 2 Tore erzielen konnen. Der Held des Tages war jedoch diesmal unstreitig Ivanovski. Seine hervorragenden Leistungen bildeten eine unerwartete Ueberraschung ftir Freund und Felnd, es war seine bisher heste Leistung auf Brunner Boden. Dies umso erstaunlicher, als derselbe Spieler sich in den vorhergegangenen letzten Wettspielen stark auBer Form gezeigt hatte. Das von ihm erzielte Tor war ein Prachtgoal, aus geradezu unmoglicher Position mit unheimlich scharfem Schusse erzielt. Ivanovski war unermUdlich im Angriff und Verteidigung, stets jedoch am richtigen Platze, fiigte sich dem flachen, diesmal SuBerst pråzisen Kombinationsspiele der Stilrmerreihe wunderbar ein und dfirfte sioh rasoh zum sog. „Makkabitank" entwickeln. Unztlhlige Schilsse feuerte er auf das gegnerische Tor, nicht einen einzigen hievon verschoB er! WSre nicht Huttera im Slavia-Tor in der 2. Halbzeit zu seiner Hdchstform aufgelaufen, hatte das erzielte Resultat ziffernmaflig durch Ivanovskis Tatigkeit noch eine griindliche Korrektur erfahren. Kiinstler am rechten Fliigel wurde zeitweise zu wenig beschaftigt. Das war vielleicht der einzige taktische Fehier der Makkabi-Stiirmerreihe. Ktinstlers hervorragende Fahigkeiten milssen stets voll ausgeniitzt werden. Prachtvoll war eines seiner Kunststiickchen! Ein rasanter Durchbruch ffihrt ihn an Chlad voriiber bis zur Kornerstange, Obruda wird hier meisterhait . ilberdribbelt, dasselbe MiBgeschick paBiert dem zu Hilfe eilenden gegnerischen Zenterhalv und Kfinstler taucht auf fast unmoglichem Wege langs der rechten Tor Autlinie pldtzlich im Zentrum vor dem gegnerischen Tore auf, paBt. leider, statt selbst zu schieBen, dem freistehenden Ivanovski, dessen scharfen SchuB Huttera sicher halt. Das ganze war ein im Laufe von Sekunden ausgefiihrtes Husarenstfickchen schdnsten FuBballstils, meiner Ansicht der schdnste und interessanteste Moment des Wettkampfes. Blum am linken Fliigel fugt sich in diese exzellente Stiirmerreihe sehr gut ein und das will viel heiBen. Wohl fehlen ihm noch deren technische Vorzilge, doch ersetzt cr diesen Mangel durch Aufopferung und taktisch richtiges Spiel. Straufller als Zenterhalv leisttee diesmal eine immense Arbeit, umsomehr als ihn seine beiden Partner Pavlovec und Mazad zeitweise (so zu Beginn der 2. Halbzeit) ganz im Stiche lieBen. Seine Ballverteilung, das genaue Zuspiel, die prachtvolle Kopftechnik, lassen ihn filr den verantwortungsvollen Posten eines Zenterhalvs hervorragend geeignet erscheinen. Lewitus als linker Back bedarf nurmehr bloB einer groBeren Lauftechnik, um allen Anspriichen, die man an einen erstklassigen Back stellt, zu entspreclien. Sein Arbeitspensum verrichtet er in einwandfreier und selten ruhiger Manier. Er verfiigt fiber ein ausgezeichnetes taktisches Spielverstanduis, besitzt einen reineii, fiuBerst weitgreifenden StoB und so viel Technik, um auch ohne Zuhilfenabme seiner physischen KrSfte den Qegner kaltzustellen. Ueber Mfiller im Tore brauche ich nichts zu sagen. Seine Leistungen sprechen fur sich. Er ist uiibestritten derzeit der beste Goalmann Brlinns, zugleich auch der waghalsigste. Spielverlauf: Vom AbstoB an bedrangen die Kombinierten, infolge technischer Ueberlegenheit ihrer Stfirmer bewegen sie sich viel leichter und sicherer auf dem schneebedeckten Boden und befinden sich fest unausgesetzt im. Angriff. Allgemein fållt die wunderschdne Kombination der Makkabistfirmsr aui, insbesondere iene des Innentrios. Das Uebergewicht der Kombinierten tritt immer deutlicher hervor, fhiflerst sich Jedoch ziffernmaflig erst In der 12. Mimi{e, wo BoroS mit herrlichem SchuB das 1. Tor des Tages .erzielt. 5 Minuten spater schieøt Ivo unhaltbar ein. Aber selbst das 3. Tor, von Neufeld in der 27. Minute in prachtigem AUeingang mit placiertem SchuB erzielt, vermag die kampferprobte Mann-

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