Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- XXI (1920)
- Issue
- Heft 47 (25.11.1920)
- Date
- 1920-11-25
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Nf. 47 ttøcheu HaUch«, einen herrHchea Meoschen, dnsen Wihrheitsliebe and Aufmerksåmkeit ihn zum Freunde aSep machte. Finer hochaitgesehenen Familie entstammend, der Verstorbéne war in siebenter Generation ein Nachkomme vom , hat er von Seinen Eltern mit den hervorragenden Geistesgaben auch den Seelenadel geerbt und die Weltklugheit, die ihn schon in frQhen Jahren zum FQhrer machten. Kaum 25 Jahre alt, wurde er Rabbiner in Lukow, von wo er 1890 als Vorsitzender des Bes-Din nach Krakau bernfen wurde. Hier in dieser fQhrenden Stellung kam seine ganze starke Personlichkeit zur Gel tung. Auch die Gabe des Wortes war ihm zuteil, und seine Predigten waren keine Kanzelreden im gewohnlichen, Slnne, sondern Anregungen zu Taten und Handlungen. Er wirkte mit dem jiidischen Worte und dem Gedanken, die er meisterhaft beherrschte, in einer traurigen Zeit aufrichtend, starkend und zusammenhaltend. Der Verlust ist unersetzlich. BrUnner Nachrlchten. Wobltåfigkeits-Tee lin Klinstlerhause. Von der jiidischen Frauenorganisation veranstaltet, findet zu Gunsten der Kinderwårmestube am 8. Dezember 1. J., in såmtlichen Råumen des Kiinstlerhauses ein Fflnf- Uhr-Tee mit Akademie und Tanz statt. Nach dem Erfolge, den einen gleichartige Vfcranstaltung im Vorjahre hatte, zu schlieBen, dtirfte auch die diesjåhrige durch Besuch und kUnstlerische Darbietungen, ein geselischaftliches Ereignis werden. Neue Beerdigungs-Bruderschaft in Brtinn. Die Herren Mitglieder werden darauf aufmerksam gemacht, daB ab nåchster Woche, joden Dienstag abds. 8 Uhr, in dér Restauration Schey, Adlergasse Nr. 3, eine zwanglose Zusammenkunft stattfinden wird. — Auch Gaste, insbesondere Herren, welcbe unseren Bestrebungen Interesse entgegenbringen, u 4 \ hdflichst eingeladen. Der Verein „Jfidische Schule“/in BrUnn veranstaltet am 5. Dezember 1920, um 3 Uhr nachmittags im Theatersaale des Lehrlingsheimes, Zieglergasse, eine Chanuka-Feier mit sehr reichhaltigem Programm unter Mitwirkung von SchUlern und SchUlerinnen der jiidischen Volksschule und des jiidischen Reformrealgymnaslums. Kartenvorverkauf im Sekretariate des Vereines, KoliStg 57, an Wcrchentagen von 9 bis 12 und von 3—6, Sonntag von 10—12 Uhr mittags. — Gefailige Spenden filrs Biiffett, sowie fiir die Beschenkung der Kinder werden im Sekretariate dankend entgegengenommen. Jiid. Naiionalfondskoramisslon. Spendenausweis: BUchsen: D. Weiler24.26, A. Fuclis 3.26, E. Skutetzky 15 K, L. Zeisel 25.93, D. Reichard 5 K, „Hasmonea“ 15.20, Rud. Singer 55 K, Grubner 16.90, H. Sålus 4.84, F. Stark 6.22,1. Maier 24.30, O. Tttrkl 5.26, Kaufer5.30, Drachmann 3.30, Mensa academica 36.94, Seidler 8 K B. Schuller 10 K, Dr. SuBmann 14.07. — Selbstbesteurung: E. Elbert 5 K, R. Pomeranz 25 K, F. Schlesinger 10 K, A. Steiner 15 K, Dr. Teller 3 K, R. Grubner 2 K, L. Singer 50 K, E. Fuchs 2 K, Karl Baum 10 K. — Oelbåume: 2 B. auf N. Markus Menzel anlåfllich des Geburtstages 30 K. — Allgemeine Spenden: Abraham Berl 35 K, Sabine Pfizer tfnd Bly Donath, Ober-Lhota, 20 K, Sammlung bel Sude lug. Josef Spitzer aus Wolframs 670 K. — Nationalfondsmarken und -Telegrainme erhåltlich KoliStS 57, Jiidischer Volksrat. Turnen und Sport. S. K. Makkabl Briinu. Der S. K. Makkabi hat die diesjåhrige Herbstspielsaison Sonntag, den 21. d. Mts„ mit elnem siegreichen Wettspiele gegen den dz. Meister der Slovakei, den S. K. Bratislava, abgeschlossen. Mit berechtigtem Stolze kann jeder Makkabim auf die im Laufe dieser Zeit erzielten Erfolge zuruckblicken die den Grundstein zu der sportlichen Stellung gelegt haben, deren sich heute der Briinner Makkabi nicht nu? in der iiidischen sondern auch in der Cechischen und deutschen Sportwelt erfrent. Es ist dies ein schdner Lohn ftår alle iene, die keine Miihe und kein Opfer scheuten, um den Makkabi BrUnn auf diese langersehnte H6he zu bringen, die sich durch keine Schwierigkeiteo und Widcrwårtigkeiten davon ah« : hielten Ueflen, dem Klub dan zu geben, was er zum .Leben unbedlngt braucht. Letzferes rechtaeltig erkannt zu haben, Ist ein unschåtzbares Verdienst des derzeitigen Obmannes der Sportsektion, dem Makkabi in erster Linie seine bewundernswert rasche Entwicklung vom zweitklassigen zum erstklassigen FuØballklub verdankt. Lelder besitzen wir in dieser Stadt nur wenige Månner, die ein derartiges Verståndnis fiir die jttdische Sportidee aufbringen und wenn schon, S9 nur wenige, die dieses Verståndnis auch in die Tat umsetzcn bereit wåren. Die Bilanz der Herbst-Spielzeit 1920: gegen Meteor Vinohrady la Prag 3:4 (3:0!) „ Sparta Kralovo Pole 6 '2 .. Polaban Nymburk 1:1 » Polaban Nymburk 2:1 „ Starå Boleslav 4:0 ’ „ S. K. Slavoj, BrUnn 2:1 „ S. K. Zidenice, BrQnn 3:3 M S. K. 2idenice, BrQnn 3:3 ,, S. K. Makkabi, ProBnitz 1:1 „ S. K. Mor. Slavia, Brno 0:3 (0:0) „ S. K. Mor. Slavia, Brno 0:2 (0:0) m S. K. Amateure, BrQnn 10:1 „ Ziåkovsky S. K., Prag 1:4 „ S. K. Pardubice 1:0 ,, S. K. Bratislava 3:1 gewonnen 7 Wettspiele, unentschieden gespielt '4X, 4 Wettspiele verloren. Erzieltes Torverhåltnis 40:27. Die Mannschaft des S. K. Makkabi BrQnn ist bereits dz. .die unbestritten stårkste jQdische Mannschaft der Republik. 'Beseett von einem einheltlichen Oeist und unerschiitterlichem Willen zum Sieg, einem ausdauernden Training fleiBig obliegend, mttBte diese Mannochaft gar bald im sportlichen Leben dieser Republik eine hervorragende Rolle spielen. Hoffen wir,'daB die FrUhiahrs-Saison alle unsere diesbeziiglichen Wiinsche restlos erfQUen wird. Es ist sehr wahrscheinlich, daB die kommende Såison die Austragung einer Briinner, vlelleicht sogar måhrischen Meisterschaft bringen wird und wir miissen daher schon heute alle Vorbereitungen treffen, um den kommenden schweren Meisterschafts- Wettspielen voll Zuversicht entgegen sehen zu konnen. Zu dieser Arbeit. benotigt der S. K. Makkabi Briinn die Mithilfe aller Jfldischen Sportfreunde und an dieser Stelle sel heute an sie alle der Appell rur Mitarbeit gerichtet. Rumbo. S. K. Bratislava la versus S. K. Makkabi la 1:3 (1:1) gespielt Sonntag, den 21. d. M. auf dem Sportplatze des S. K. Makkabi. Der derzeit stårkste slovakische FuBbaliklub S. K. Bratislava, dessen Ietzt erstrittene Siege gegen die ungarische Auswahlmannschaft PreBburgs 3:1 und gegen die dortigen Ligeti-VasaS komb. 8:0 geradezu Sensation erregten, wrude vergangenen Sonntag in BrUnn vom S. K. Makkabi einwandfrei 3:1 geschlagen. Der S. K. Makkabi BrUnn erbrachte damit den Beweis, daB das letzerzielte Resultat gegen den åuBerst spielstarken S. K. Pardubice 1:0 kein Znfalls-Sieg war. Bereits in der 5. Minute der 1. Halbzeit reiBt Makkabi durch einen 11 m StrafstoB wegen Hånds die Ftthrung an sich, doch gelingt es den aufopfernd arbeitenden Bratislavern nach schon vorgetragenem Angriff durch die linke Verblndung mit unhaltbarem Schufl auszugleichen (35. Min.). Bis zur Halbzeit ziemlich offenes Spiel mit schwaehér UeberTegenheit des S. K. Makkabi BrUnn. Die ersten 5 Minuten der 2. Halbzeit gehoren dem S. K. Bratislava, dessen StUrmer jedoch vor dem Tore teils zu unentschlossen, teils im SchieBen von Pech verfolgt sind. Trotzdem hat MUller, der vorziigliche Tormann Makkabis, eine Reihe schwérster Bålle zu meistern, welcher Aufgabe er sich in geradezu hervorragender Weise entledigt. Nach diesen 5 Minuten erringt der S. K. Makkabi ein erhebliches Uebergewicht, das bis zum Ende des Wettspieles anhålt. In der 15. Minute der 2. Halbzeit erhålt KUnstler, der als rechter Flttgel ein hervorragendes Spiel bot, den Ball, bricht in rasatøtem Lau! durch, den prachtvollen Zenterball verwertet Ivanovski mit schonem KopfstoBe zum fUhrenden Treffer. Die Spieler des S. K. Bratislava werden ietzt nervds, hie und da zej* gen sich bei ihnen Ansåtze zu rohem Spiel. In der 28. Minute erzielt der Zenterfbrward Boroå nach schdnem Durchbruche, obwohl von den gegnerischen Verteidigern in die Presse genommen, mit scharfcm, : wohl pladiften Schufl des drittt tud scfcOfttte Tor des Tages. Damit ist der Sieg Makkabis endgUltlg entschleden. Die Spieler des S. K Bratislava boten schOne Einzelleistungen doch fehit der ftuflersi agilen Mannschaft das einfieitliche Zusammenspiel. Dagegen stellte Makkabi BrQnn, eine in alten Teilen wohlausbalancierte Mannschaft, deren stårksten Teil die einwandfrei arbeltende Verteldfgung StrftuBler-Levitus- MUller bildete. Schani als Zenterhalv ist ein Spieler allererster Qualitåt. Man merkte es iedoch seinem Splele an, daB er bereits tangere Zeit keine schweren Wettspiele gespielt hat — Dem Wettspiele wohnten trotz åuBerst kalter Witterung 1500 Zuscfaauer bei, die das an spannenden Momenten Qberaus reiche Spiel mit grOBtem Interesse verfolgten. — Schiedsrichter Krfiek gut. RUMBO. Literatur, Zidovsky kalendåf na rok (Judischer Kalender fur das Jahr) 5681 —1920-21. Mit diesem ersten von jiidisch-nationaler Seite in techischer Sprache herausgegebenen Kalender (Herausgeber der Verein judischer Akademiker „Theodor Herzl“) soli einem lang gehegten Wunsche Rechnung getragen werden, und wir konnen gleich einleitend sagen, daB das Buchlein den gehegten Erwartungen voll entspricht. Auf das ubliche Kalendarium, ein Vorwort von Emil Waldstein und einen Ruckblick auf das abgelaufene Jahr von IS Salom (Friedmann) folgen groBere und kleinere Artikel mannigfaltiger Art. Die zionistische Bewegung behandeln ein Aufsatz von Max Brod iiber Zionismus, Schilderungen uber Palåstina und das hebråische Gymnasium in Jaffa, ferner eine Skizze uber den jiidischen Nationalfond. Die neueren politischen Ereignisse werden uns durch einen Aufsatz von Dr. Ludwig Singer uber das Entstehen des jiidischen Nationalrates und von Norbert Adler iiber die Friedenskonferenz in Paris vor Augen gefuhrt. J. L. Perec. Solem Alechem und Solem AS vertreten die ostjiidische Literatur. Zu erwåhneti sind noch Aufsatze iiber die Zukunft der isr. Kultusgemeinden, ein Aufruf zur Ergreifung des Lehrberufes, ein Nachruf fiir Theodor Herzl, ein Aufsatz des im Vorjahre im jugendlichen Alter verstorbenen judisch-sozialistischen Abgeordneten im polnischen Landtage, Max Rosenfeld, ein Gedicht des ersten judischen Dichters in cechischer Sprache, Siegfried Kapper u. a. Der Kalender schlieBt, und dies ist eine seiner praktisch wichtigsten Teile, mit einer statistischen Uebersicht der judischen Korporationen in der Cechoslovakei, fiihrt insbesondere die einzelnen Kultusgemeinden an, mit Angabe ihrer Seelenanzahl, der Steuertråger, der bestehenden Vereine und Institutionen, des Budgets etc. nebst Anfiihrung der einschlågigen Personaldaten. Leider muBten bei manchen Gemeinden åltere Daten angefiihrt werden, da manche Kultusgemeinden in kaum glaublicher Verkennung der Bedeutung einer solehen statistischen Zusammenstellung es unterlassen haben, die an sie ergangenen Anfragen zu beantworten. Hoffen wir, daB der Zidovsky kalendår eine ståndige Einrichtung bilden wird, welche sich noch ausbauen und zu einem unentbehrlichen Nachschlage-Behelf fur das jfidische Leben in unserer Republik ausgestalten wird. Zu beziehen durch die Administration d. Bl. Dr. Theodor Haas. ilåt a kfesfané (Juden und Christen). Von Dr. Richard Feder, Rabbiner in Kolin. Der Zweck dieser hauptsachlich an die Adresse unserer christlichen Mitbiirger gerichteten Brochure ist, die uralten Vorurteile gegen uns Juden sachlich zu entkråftigen, und konnte dies auch gelingen, wenn auf Seiten der Adressaten entsprechend guter Wille zu einem objektiven Urteile vorhanden wåre. Der Verfasser schildert die jfidische Vergangenheit, beginnend von den Zeiten der Erzvåter, die biblische Zeitperiode bis zum Untergange des jfidischen Staatswesens, die Liebe, welche die Juden immer zu ihrem Lande an den Tag tegten, ihre Rfickkehr dahin aus dem baby« lbni8chen Exil, ihre Befreiungskfimpfe unter