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Jüdische Volksstimme · 1920-11-25 · Heft 47 (25.11.1920) · page 4

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XXI (1920)
Issue
Heft 47 (25.11.1920)
Date
1920-11-25
Page
– (sequence 4)
Language
German
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MtM Nr. 47. mm ffrah" aber die Frase der Wahrurffe folgendermaflen: „Palåstina, das vorlåufig eines der årmsten Lander ist, hat die reichste Valuta der Welt, die flgyptische. Dieser Umstand verteuert das Leben ungemein. Es ist daher die Frage aufgeworfen worden, ob man'flir Palåstina eine eigene Wåhrung schaffen soli. Diese Frage wird in kurzem entschieden werden. Es werden palfistinensische Noten ausgegeben werden, selbstverstSndlich auch mit hebråischer Inschrift. Es ist noch nicht entschieden, wefchen nominellen Wert diese Scheine haben werden, ob den des franzbsischen Franc oder den einer anderen Wåhrung." Die Neuentwlcklung der hebrålschen Sprache. Im jiingsten Heft der „Biblika", der Zeitschrift des papstlichen Bibelinstitutes in Rome, findet sich, wie die „Jiidische Presse" berichtet, ein Bericht des Jesuitenpaters Aes Mallon in Jerusalem iiber dié Neuentwicklung der hebråischen Sprache. Wie der Pater berichtet, arbeitet die Sprachakademie die hebråische Sprache vollståndig in modemer Weise aus. Vorsitzender ist Ben Jehuda, Herausgeber des Thesaurus totius hebraitatis (Gesamtworterbuch der hebråischen Sprache), von dem bis ietzt 5 Blinde erschienen sind. Eine weitere Gesellschaft ftlr palåstinensische Altertiimer (Vorsitzender David Jellin) hat die Veroffentlichung eines Korpus der semitischen Inschriften iibernommen. Zu diesen beiden Organisationen soli noch eine orientalische Bibliothek hinzukommen. Es erscheinen zwei hebråische Tageszeitungen „Das Land" (Haarez), und „Tagespost" (Doar Hajom). Hebråisch ist im iibrigen die Sprache der jådischen Bevolkerung, der jOdischen Smulen, wie auch der kommenden jOdischen Universitet. Sie ist ferner oftizielle Landessprache und wird ais solche in allen amtlichen Veroffentlichungen angewandt. Landkaufe des Jiidischen Nationalfonds. In einer Unterredung mit dem Berichterstatter der „Hazefirah" teilte, wie die „Zionistische Korrespondenz" meldet, Ussischkin, der Vorsitzende der Zionistischen Kommission in Jerusalem, mit, daB der Jiidische Nationalfonds fflr 200.000 Pfund Landkåufe aus privater Hånd vorzunehmen im Begriffe sei. Der Bodenpreis betrage heute das FUnffache^des Friedenspreises. Dr. Josef Chasanowlcz gestorben. Wie das Jewish Corr. Bur. aus" Jerusalem mitteilt, ist dort der Begrflnder der Jiidischen Nationalbibliothek Dr. Josef Chasanowicz gestorben. — Mit Chasanowicz ist eine markante Personlichkeit aus der jiidischen Renaissancebewegung dahingegangen. Seit vielen Jahren verfocht er den Gedanken, daB das jiidische Volk in Jerusalem eine seiner groflen Vergangenheit wflrdige Nationalblbliothek errichten miisse, welche bestimmt sein soilte, der Mittelpunkt aller auf die jiidische Wiederg^burt gerichteten kulturellen Bestrebungen zu werden. Aber Chasanowicz begniigte sich nicht, flir diese Idee unermUdlich zu werben, er stellte alle seine Kråfte in den Dienst der Sache und war mit nie erlahmendem Eifer als Sammler tåtig. Immer wieder begegnete man seinen Jiidischen Aufrufen in den jiidischen Blåttern und jede* kleine Erfolg bedeutete eine hohe Freude flir Chasanowicz. Nacb jalirelangen BeraQhungen war er endlicb so weit, daB die Bibliothek nach Jerusalem iibersiedeln und in dem zur Verfilgung stehenden Notbau Unterkunft finden konnte. Aus kleinen Anfången und ohne die groBziigige Unterstlltzung, die notig gewesen wire, ist das Werk entstanden, dem dieser rein? Idealist seine Kråfte lieh, und wenngleich die Bibliothek auch heute noch lange kein vollendetes Institut darstellt, so bedeutet Chasanowicz sein Wirken doch eine nationale Tat und ist sein Name flir alle Zeiten mit dem kilnftigen Kulturzentruih des jiidischen Altneuland verknlipft. Eine gemeinsame Liste der Arbelterpartein. FUr den Stadtrat der Juden Jaffas, dessen Zusammensetzung den heutigen Verhflltnissen im Jischuw nicht mebr entsprach, sind neue Wahlen ausgeschrieben worden. Es ist bemerkenswert, daB die Arbeiterparteien Hapoel Hazair und Ahduth-Hafrodah gemeinsam mit den Organisationen des sephardischen und der yemenitischen Arbeiter eine gemeinsame Liste aufgestellt haben, die mit den Namen Efraim Blumenfeld, Achduth-Hawoda, und Nachum Twerski, Hapoel Hazair, begiruit Dør tlonlsflsche WeftkongrtB fm August? In zionistischen Kreisen Londons veriautet, daB geplant wird, den zionistischen WeltkongreB im August 1921 nach London einzuberufen. AMERIKA. VBUlges Einwanderungsverbot In Amerika? Schon bisher war die Einwanderung in die Vereinigten Staaten von Amerika prinzipiell untersagt; es hatte ledigiich jeder amerikanische Staatsbilrgér das Recht, einen nahen Verwandten nachkommen zu lassen. Nunmehr wird sich, wie die „Zionistische Korrespondenz" mitteilt, der KongreB mit einer Einwanderungsvorlage zu befassen haben, welche in Anbetracht der wachsenden Arbeitslosigkeit die Einwandérung auf mehrere Jahre vdllig verbieten will. Dadurch wårde den jiidischen Auswanderern aus den osteuropåischen Låndern eine weitere wichtige Zufluchtsståtte verloren gehen. Hilfsaktlon der atnerikaiilsch-iddischen Studenten« schaft flir Ihre Kollegen In Europa. Nowyork. (Jewish Corr. Bur.) Die Intercollegiate Menorah-Association, Organisation der jiidischen Studentenschaft Amerikas, hat eine groBe Hilfsaktlon fflr die bedUrftige studierende jiidische Jugend Ost- \ europas eingeleitet, die unter der tåtigen Mithilfe Professor Feliks Frankfurters, Richter, Julian Mack. Dr. Julius Goldmans und Richter Léhmanns veranstalten wird. Die Aktion hat die Sammlung von 50 Tausend Dollar zum Ziele, welche sofort in den Universitåtsstådten Ost- und Mitteleuropas, wo sich eine grdflere Anzahl jiidlscher Studenten in Not befindet, verteilt werden solien. MiB Hetty Goldmann, die aus Europa zurtickkehrte, entwarf ein erschfltterndes Bild vom Elend der studierenden jiidischen Jugend aus dem Osten, die namentlich in Prag und in Wien unterkunftslos sind und vor Hunger' und Erfrieren gerettet werden milssen. ITALIEN. D^r Sekretår der Zion. Org.,,Landman, wurde in Rom von Unterstaatssekretår desf AeuBern, Marchese di Saluzza, empfangen, der ihm versprach, den jiid. Emigranten alle. Érleiphterungen, so welt es in der Macht der Regierung liege, zu gewåhren. Marchese di Saluzza versicherte auch, daB der wirtschaftliche Aufbau Palåstinas seitens der italienischen Regierung dieselbe Unterstiitzung finden wird, wie es bei den politischen Fragen der Fall war. Auf Grund personlicher Intervention des Generalsekretårs Landman und des Direktors der Maawirim. Brings, beim Triestiner Lloyd gelang es, ftlr die Palåstinareisenden bedeutende Erleichterungen zu ■^rwirken. So wird u. a. fUr die Zwischendeckpassaglere eine besondere Kuche eingerichtet und auch zahlreiche gedeckte Råume zum Schutz vor dem Unwetter geschaffen. Der Lloyd zeigte sich auch beréit, den Vorschlag, ein spezielles Schiff mit 6—700 Betten im gedeckten Zwischendeck fiir die Palåstinareisenden, das ohne Fahrtunterbrechung regelmåBig direkt ■ von Triest nach Jaf fa fahren wUrde, umzubauen, unter gewissen Bedingungen, die noch Gegenstand von Beratungen sind, anzunehmen. SIEBENBDRGEN. Die Orthodoxen in Siebenbflrgøn haben ihren Zentralverband mit vorlåuflgen Sitz in Beszterce. der spfiter nach Kalusenburg oder GroBwardein verlegt werden soli, gegriindet. Pråsident wurde der Beszterceer Oberrabbiner Ullmann, Mitglieder des rabbinischen Rates sind die Rabbiner von GroBwardein. Dés, Entredam und Marosvasarhely. Es wurde beschlossen, sowohl gegen die Zionisten als auch gegen die Misrachisten einen scharfen Kampf gu fQhren and sich der Aguda anzuschlieflen. In Szamosujvar hat die Behdrde die Lokalitåten der jOdischen Elementarschule requiriert, weshalb die Schule in diesem Lehrjahr nicht erdffnet werden kano. OSTERREICH. Chanuka-Pakete aus Amerika In Oesterrelcb. Das Amerikanische Hilfslagerhaus in Wien, American Relief Administration, I. Bezirk, Parkring 8, richtet an alle Oesterreicher, die in Amerika Verwandte oder Freunde besitzen, die dringende Aufforderung, raschest die eben hergestellten neuen Kartenbriefe um Chanuka-Pakete aus Amerika abzusenden. Man hat nur die Adresse des Verwandten oder Freundes in Amerika und die eigene Adresse deutlich lesbar auf den Kartenbrief zu schreiben und ihn mit 80 Hellern frankiert bei der Briefpostabteilung irgend eines Wiener Postamtes, wo er gratis erhåltlich ist, aufzugeben. AuBerhalb Wiens sind die Kartenbriefc in den Kommissariaten der Amerikanischen Kinderhilfsaktion in den Landeshauptstellen Linz, Salzburg, Innsbruck, Bregenz, Klagenfurt und Graz, unentgelt- Hch zu beziehen. Der Preis der Chanuka-Pakete ist jener der bisherigen Dollarpakete, doch werden auBer den bisher festgesetzten Lebensmltteln Zucker und Kakao beigefUgt. Dollarpakete konnen Obrigens nicht nur in den Vereinigten Staaten, sondern auch in Kartada, Zentralamerika, Mexiko, auf den Inseln und in Stldamerika abgeschickt werden. Wåre diese Einrichtung nicht auch bei uns moglich? Die Red. RUSSLAND. Das skandinavische jiid. Zentralhilfskomitec hat aus Reval Nachrichetn erhalten, daB die Delegierten der skandinavischen Juden in der Ukraine Saltzmann, Koldowski und Belkin sich bereits nach RuBland begeben haben. Sie fUhren mit sich einen Hilfstransport, bestehend aus Séndungen der ukrainischen Juden in Kanada und des Londoner Verbandes der ukrainischen Juden. BUKOWINA. Die Wiederaufbaugesellschaft ftlr die jiid. Bevolkerung der Bukowina hat Ihre Tåtigkeit begonnen. Die amerikanischen Juden haben fOr diesen Zweck Mittel aufgebracht und der Wiederaufbaugesellschaft zur Verfilgung gestellt. Trotzdem ist diese Gesellschaft auch auf die Beteiligung des kapitalkråftigen Teiles der Bukowinaer Judenheit angewiesen, um nicht auf den Stand von Almosenempfången herabzusinken. Die groBeii, zinsenrféi Oberlassenen Oberseeischen Kapitalien garantieren die Rentabilitåt der gezeichneten Anleihe. Da sich diese Gesellschaft einer Aufgabe unterzieht, die in erster Reihe vom Staate zu erftillen wåre, mtiBte auch dieser dem Unternehmen alle Forderung zu Teil werden lassen. Mit MinisterialerlaB wurde das auf Grund kdnig-. lichen Dekretes kreierte jfld. Schulinspektorat in der Bukowina aufgehoben, was umso merkwiirdiger ist, als die Inspektorate fUr die anderen nationalen Minoritaten bestehen bleiben. Ein GroBteil der Schuld daran wird den jOdischen Sozialisten zugeschrieben, die gegen den JOdischen Schulinspektor Dr. Brenner ein wahres Kesseltreiben veranstalteten, well dieser sich warm flir die hebråische Unterrichtssprache in den jOdischen Schulen einsetzte und gegen das Jiddische sich ablehnend verhielt. POLEN. Au - sky Am 8. November starb in Warschau der unter dem Pseudonym An-sky bekannte jUdische Schrift- I1 ,Bohem Fillalet la“ Aktienbank In Prås In BrQnn vii-t-vl« Baknhof SaMiing«* In« AuøI«b«I FlnanaleriHiøen uihI Kredite aktionen ZwatgamialMiii N 4W-YOI 'k« Mrliylrat M'ma, Qabloni a/N, Hilda

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