Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- XXI (1920)
- Issue
- Heft 48 (2.12.1920)
- Date
- 1920-12-02
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 48. *<x*w}** ***** flir sine gtographlsdi etøwandfreiefgab den Herren air Antwort, daB er diese&en tjwcl« Ltaut deser ftm verden Abgrenzung von Syren ausgesprochen hat Der Wen dies« Verleumdimg vors Oericht 2itie- ®b*f A“tr*gi Zuf*efv?ef dem „BerirnttTajpeblatt" 2Ugestellte Bericht ren werde, nachdem er sich dies nicht gefaflen ittiv vorlegt, besondere Schfttxamfskomtnissionen dfirfteauBerhalb følåstinas entstanden und als eingesetst werden. Der Antrag Zucker wird mit einitendenzi&s tu bewerten »in. Er kann sich håch* «en Abftnderungen einstimmig angenommen und es stens au! Solche palåstinånsichen Berichterstat* wird beschlossen, dieses Regulativ unveraQglich ter ståtzen, die sich dort zu dem ausgesprochesamtUchen Vertrauensmannern des Keren Hajessod net) Zwecke aufhalten, um antiiudische Berichte in der Cechoslovakei 2ukommen zu lassen. Als Mlndestleistung iiir den Keren Halessod wird der Betrag von K5 1000.— bestimmt, der (In Ansnahmsfallen) in Raten zu erlegen ist. (Punkt 6.) Punkt 7—9. Beztiglich der Annahme von Wertpapieren wird beschlossen, das Urteil des oben er« wfihnten Fachkomitees einzuholen, welches zu die« sem Zwecke in kiirzester Zeit zusamfnenzutreten hat. Es wird ferner beschlossen, dafi die Aktionen des Keren Haiessod ganz unabhangig von der Propaganda des Jttdischen Nationalfonds zu erfolgen hat. Der Nationalfond wird entsprechend entschadigt werden, wobei die Bedingong ausgesprochen wird, daB der Jjlationalfond die bisherige Sammelt&tigkeit zwar welter verfolgen soli, von grdBefen neuen Aktionen iedoch abzusehen hat Politik. zu schreiben. Z. K. ter Die Lage in Palåstina. Dem Berliner Tagblatt", das khrzlich einen gunstigen Bericht uber die politische Lage in Palåstina gebracht hatte, wurde in diesen Tagen eine Erwiderung zugestellt, welche die Lage in Palåstina als wenig hoffnungsvoll bezeichnete. Mohammedaner und Christen seien mit der Regierung des Ober-Commissårs Samuel unzufrieden, weil sie fQrchteten, daB mit dem Anwachsen der judischen Einwanderung die politische Lef tung in jiidische Hånde fibergehen werde. Ein Ausbruch antijdischer Leidenschaften werde nur durch die im Lande befindliche britisch-indische Militårmacht verhutet und sei nicht aufzuhalten, wenn ein Aufstand in Syrien ausbreche, mit dem die Mohammedaner Palåstinas eine Vereinjgung wunschten. Dieser Bericht widerspricht, so srhreibt die „Zionistische Korrespondenz", •såmtlichen Nachrichten, die von Palåstina ausgehen, u. zw. den Berichten aus allen Lagern. Die Beruhigung ih Palåstina ist durchaus nicht durch die britisch-indische Streitmacht, die iibrigens nur noch 14.000 Mann betragt, entstanden, denn es ist erinnerlich, daB es trotz Vorhanden6eins dieser Streitmacht und trotz englischer Militårverwaltung bis in den April dieses Jahres hinein in Palåstina lebhafte Unruhen gab. Militårverwaltung pflegt in diesen Låndern weit eher Unruhe zu erzeugen, als Beruhigung; in Syrien hat die dort noch bestehende franzdsische Militårverwaltung bis heute in der Beruhigung der eingesessenen Bevolkerung geringere Erfolge erzielt, als die englische Zivilverwaltung in Mesopotamien und Palåstina. Auch in Palåstina ist erst wirklich Ruhe eingekehrt, seitdem Sir Herbert Samuel als Ober-Commissår im Lande weilt, die Militårverwaltung durch die Ziviverwaltung ersetzt hat und eine kluge und gererhte Regierung ausiibt, die alle im Lande befindlichen Elemente gleichermaBen berikksichtigt und hohe wirtschaftliche Entwicklung verheiBt. Seitdem ist nicht das geringste Anzeichen von Unruhe wieder in Palåstina bemerkt worden. Im Gegenteil hat sich zwischen dem Oberkoramiss'år und den fruher sehr unruhigen Scheichs des Ostjordanlandes ein ausgesprochenes Freundschaftsverhåltnis herausgebildet. — Immer weitere Stamme, sogar solche aus der franzosischen Interessensphåre, bemfihen sich um den britischen Schutz. Ffir die Beruhigung der christlcihen Bevålkerung zeugt der bekannte Hirtenbrief des råmisch-katholischen Patriarchen von Jerusalem, der, alle Christen des Landes zur Beruhigung raahnt und ihnen die vdUige religiose Neutralitåt und Loyalitåt der neuen Verwaltunor kundgibt. Einzelne etwa noch bestehende Widerstånde sind v&Uig bedeutungslos. Was den angeblichen Wunsch der arabisehen BevOlkerung nach Vereinigung mit Syrien b»Wfft. so sei darauf hingewiesen, daB der palåstinensisHhe Staatsrat einsehlieBlich seiner mo* hammedaniscben Mitglieder sich in desen Tagen sSmtllcher JOdisch-nationaler Organisationen Brilnns 11. Dezember 1|a8 Uhr abds. In alten RMunten der Schwechater Bterhalle Elntrlttsk&rten zu flaben In M. Hlckls, Bilcherverlag, BrOnn, Adtergasse 9. lasen kann, zumal es schon am 23. Juni 1919 vorgekommen ist, daB sich irgend ein Antisemit so einen SpaB erlaubte. Zu dieser Zeit wurde auch bei ihm eine strenge Hausdurchsuchung vorgenommen, Stegen Suche nach Waffen, welche aber negativ ausgefallen ist. Herr Schon verlangte von den Legionåren Legitimationen oder den Ausweis der Bewilligung, daB diese das Recht haben fremde Håuser zu untersuchen, da meinten die Legionåre, daB diese Zur BewilUgung des „Tåbor“ gehdren. Herrn Sehån, der auBerdem Obmann des jftd. Volksrates ist, sagte, er werde sich zu helfen wissen, und ak die so« genannte Kommission sah, daB sie von Manu9 mutwillig angefiihrt wurden, verlieBen sie das Haus und meinten, es sei da eine deutsche Fir« ma. Nicht unerwåhnt kann bleiben, daB die Frau des Herm Schon zuckerleidend ist, und daB dort auch noch kleine Kinder sind und konnen solche Hausfriedensbriiche und solche flbeitaschte Aufzilge katastrophal wifken. Herr Schdn, der bios eme kleine rirmatafel an der Wand angebracht hat, hat nach dem UmSturze den deutschen Titel beklebt und konnte nicht anneh« men, daB eine so klein geschriebene Tafel, mit dem Namen Jacob einen AnstoB erregen werde So setzte dieser Hanus seine Hausdurchsuchungen bei Herrn Johann Kohn lort u. weil dort einer der Såhne.ein sehr guter Mahler ist und verschiedene Bilder gemahlt hat, fanden sie dort ein Bild aus der Zeit Maria Theresia und behaupteten, daB es ein Bild Maria Theresias sei und sie werden eine Photographie bringen um sie mit dem Bilde zu vergleichen. So gingen sie weiter zum Herrn Leopold Brunn, dessen Frau an Brandwunden bettlågerig war und riicksichtslos betraten auch dort acht Legionåre die Wohnråume, auf der Suche nach Habsburgbildem; sie fanden natiirlich nichts. So wurde auch die Wohnung des Herrn Jonas Bfunn, belåstigt. Dann zogen sie vor eirt Modistengeschåft, das um jeden Sprachstreit auszuweichen, „Modes Robes" firmirt, und demonstrierten dort wegen der deutschen Firma, worauf der als witzig bekannte Herr Kotuna sagte: „Ihr seid doch franzåsische Legionåre nnd ich hatte erwartet, dafi ihr schon so vid franzdsisch erlernt håbet, um zu lesen, daB meine Firma franzosisch ist." Dann zogen sie in die jiidische Volksschule, welche heuer mit der Tschechisierung der t. Klasse beffonnen hat und systematisch als tschechisch-judische Schule weitergeleitet werden soli. Die anderen Klassen sind noch deutsch und daher noch die alten Klassentafeln angebracht. Die Herren Legionåre ordneten an, daB in der deutschen Klasse, tschechische Klassentafeln zu sein haben. Weiters fanden sie natiirlich nichts, was ihr patriotisches Gefiihl hatte vei letzen konnen, weder ein Kaiserbild, noch daB die Marmortafeln nicht flberklebt waren. Wir erlnuben uns daher, die Oeffentlichkeit mit dieser Schilderung zu belåstigen und frasen ob denn wirklich die Legionåre, welche doch heute keine Soldaten mehr sind, gråBeres Recht haben als etwa die Gendarmerie, denn bekannter Weise muB sich die Gendarmerie erst die Bewilligung bei der Polizei einholen und Assistenz eines Wachmannes nehmen, um ein ft emdes Haus betreten zu durfen und diese Herren orehen noch zu solrhen Rudelr zu 5 bis 8 in Håuser, I eute erschrecken. Das man es gerade auf Juden abgesehen hat und bei den Juden Mangel an Patriotismus zu finden glaubt, ist bedauerlich, vvåhrend die juden doch immer gezeigt haben, daB sie immer mit det stehendtr« Regierunr mit T.eib und Seele verbunden sind Dieser Vorfalt wurde der Bezirkshaupimatirschaft und der Gemeindu Hetzereien in einer Kleinstadt, durch Verwendang von Legionåren. Ung.-Brod. eine Stadt mit kaum 6000 Einwohner, darunter zirka 1000 Juden, lebte mit seinen Einwohnern im besten Frieden, als Beweis, daB trotz der stattgehabten Demonstrationen und Pogrome, die sich in Holleschau und in anderen Dorfern abgespielt haben, noch dort das beste Einvernehmen besteht und auch weiter bestehen wurde, wenn es nicht Snigen intelligenten Hetzern darum zu tun wåre, ihr Matchen zu kuhlen und diese kleine Stadt zu einer, groBen Stadt zu machen, .wenig&tens in. der Beziehung, daB es den Brdnner und Prager Exzessen nicht nachstehe. Fur Sonntag, den 21. d. M. wurde mitteis Plakaten ein „Tåbor lidu" angesagt, um gegen die Bedrfickung der Tschechen in den deutschen Orten zu demonstrieren. Schon dieses aufruhrerische Plakat allein und der geplante „Tåbor lidu", welche doch mit dem Broder Zustande in gar keinem Zusammenhange sind, nachdem doch in Brod bloB lauter Cechen sind, hatte diedieser „Tåbor" nur den Zweck, das Volk gegen die Juden zu hetzen, oder wenigstens durch diese Aufzuge und Reden dem Volke einen Wink zu geben, um gegen die Juden auszuschreiten, was aber den Hetzern durch das freundschaftliche Zusammenleben mindestens nicht gelungen ist. Die Broder Juden haben sofort nach dem Umsturze die deutschen Firmentafejn entfernt, bis auf einige kleine Reste, wo der Namen eben deutsch protokolliert war, aber der Geschåftscharakter bios in tschechischer Sprache abgefat ist. Z. B. Wilhelm Briinn, obchod stnznim zbozfm, Johann Kohn, vyroba likéru, Luåtfrna semen, Jacob S. Sehån. Diese Finnen wurden aufs Korn genommen und es erschien ein fanatischer Chauvinist, Angestellter beim StraBenausschuBe, namens Hanus, der sich seit långerer Zeit mit nichts anderem beschåftigt, als daB er, wenn er zwei Leute, Juden, miteinander deutsch sorechen hort, was man doch den alten Leuten, die in SOjåhriger Gewohnheit untereinander deutsch sprechen, nicht veriibeln kann, diese an rempelt. Er wurde auch schon deshalb vors Gericftt zitiert und muBte Abbitte leisten. Aber d»e Stimmung des ..Tåbor" konnte an ihm nicht ohne Wirkung bleiben, Hanus erschien gerade in der Mittagsstunde in dem Hause des Herrn Hanu-?, dingfest machen soilte, damif er nicht S ’hon mit vier I égionåren, lieB sich den Herrn I eute veranlafit Demonstrationen zu machen. Schdn, der gerade mit seiner Familie speiste, ins Fs wåre an der Zeit die Legionåre zu belehren, Vorzimmer rufen und hielt ihm vor, daB bei ihm daB sie auch einer Behdrde unterstehen und daB ffeheime Konsilien abgebalten werden. Herr ve nichL^erechtigt sind willktibrliche Arats* Schdn, der bios in seinem Oeschåfte tåtig ist, < handlungen vcrzunehraen. T'enntnis gebracht und wird no*'b ein gerichtliches Nachspiet haben. Wir finden es iedoch ffir angezeigt, die Oeffentlichkeit darauf auftnerk* sam zu machen, daB man solche Hetzer, wie