Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- XXI (1920)
- Issue
- Heft 43 (28.10.1920)
- Date
- 1920-10-28
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Mt* «J0*!8CB* fQLKMTMMfi" Nr. 48. 100 & Rttebsw? tø tt, Br. Hugo Strassfcy 30 K, Wassermann Siegfrled, Teciwiker, 10 K. Stgmund Stark 100 K, Unger ond Strebinger 100 K, Qyola Ooldstein 100 Kr Oskar dogad 100 K, Rudolf Vdlker ond Komp. 100 K, Kitgel und Kotnp. 100 K, Julius Bal* Ion 50 K, Leopold Neu 50 K, S. Neumark 60 K, l Wolf 50 K, Josef Engel 50 K, David Amsterdamer 80 K, Jakob Lax 50 K, Eduard traun 30 K, Rudolf Meissl 30 K. Tempelspenden Stgmund Stark 100 K, Moritz Blansky 50 K, Dr. Max OrUnfeld 20 K. Jod. Kat Foods-KoimnUaion. Spendenauswels: Bflchseuf Dr. Haas 13 K, Ida Ripper 10 K 30. David Soffer 5 K 65, R. Buriån, 1K 80. Eduard Jampl 35 K, R. Oallia 5 K. L. Benedikt 19 K 13, KJingenberger 10 K 64, A. SchaHinger 10 k, M. Wirtheim 9 K 59, O. f reund 5 K, Familie Zaitschek 30 K 23, Ernst Schuschny 72 K, PrOf. Lemberger 37 K 14, Otto Zeisel 5 K, Isak Kahane 5 K, Dr. HrdliCka 4 K, B. Schein 5 K 42, Schlesinger 20 K, R. Piowaty 4 K 08, V. Hamak 1 K, O. Breda 7 K, R. Pomeranz 5 K 72, Hansel 1 K, O. Hauser 6 K 04, L. Kanarek I K 20, Frey 11 K, M. Cohn 5 K 14, Selbstbesteuerungt Ernst Schornstein 5 K, Eduard Jampl 120 K, Viktor Zaitschek 2 K, Lea Rappaport 5 K, Klara Sokel 2 K, Illa Woda 3 K, Ilse Preis 2 K, Berta Weinberger 1 K, Qine Baru 3 K, Sabine Bacher 12 K, Samson Wiener 10 K, Regine Rab 5 K. AHgemeina Spanden: Sammlung bei Vortrag Dr. Dische im „Theodor Herzl“ 355 K, N. N. 2 K 60, Sam. Rappaport, Toraspende, 10 K. Qesamtsumme 857 K 46 Heller. iMiiyJ De Ich am 1. November 1926 BrUmi verlasse, aage Ich allen melnen FreuadOn und Lesern liir Ihr Entgegenkommen ond allen Gbnnern des Blattes ftir die Ratscfalige, die ale mlr erteUten, besten Dank. DR, GUSTAV KOHN. Turnen und Sport. Sonntag, den 24. d., stellte Makkabi Brilnn fllnf Mannschaften ins Feid, von denen eine, die Reserve, auswftrts gegen den S. K. Slovan-Rosice la spielte. Die restlichen Spiele gelangten auf unserem Sport* platze zur Austragung und zeitigten folgende Resultater S. K. Mor. Slavia V : S. K. Makkabi SchUler* mannschaft 2:1. — S. K. Zidenice V : S. K. Makkabi Old Boys 1 : 2. — S. K. SlavoJ Ib : S. K. Makkabi Junioren O : 1. S. K. Slavoj la : S. K. Makkabi la 1 : 2. ...... Im Wettspiele Slavo] Ib versus Junioren Makkabi zejgte sich unser Nachwuchs von der denkbar besten Selte, Mit groBer Freufle konstatieren wir in dieser lungen Mannschaft efne grofie Zahl åjuBerst talentierter Spieler, die flir die Zukunft des Makkabi daa denkbar Beate erhoffen lassen. Die Mannschaft kåmpfte trotz widriger Umstfinde (kein einziger batte passende Treter an, von Stulpen und SchienbelnschUtzerni gar nlcht zu sprechen) mit seltener Ambition und Aufopferung, die ihren Ausdruck im erzielten Resultat findet, dås einem kflrperlfch stark Qberlegenen Gegner nach hartem Kampfe abgerungen wurde. Die Spielfreude unserer Junioren kdnnte auch unserer ersten Mannschaft als Belspiel dienen. S. K. Slavo] la : S. K. Makkabi la 1 : 3 (1 :1). Makkabi tritt mit 2 Ersatzleuten an. Unsere hochgespannten Erwartungcn bezilgiich Vorftthrung hochklassigen Sportes blieben auch diesmal uner* fllUt. Die Kombination in der Angriffsrelhe wili nlcht klappen, teils alnd die StUrmer selbst daran schuld* tragend, teils ihr unmodernes, langsames, das Innentrio bevorzugendes Spielsystem, das prftzises Zu* passen leidef hente nocb nlcht zu Seinen Vorzøgen zfthlt und durch den weiteren Umstand des råumlich engen Beielnanderstebens der 3 Innenspieler der gegnerischen Verteidigung eine leiehte Zerstdrungsarbeit ermbglicht. Bei Anwendung dieses Angriffs-Systems erscheint ein Reussieren Makkabis gegenttber starken Mann* schaften fast ausgescblossen. Es diirfte * daher ange* zeigt stht, das Vorbriogen det Balles den beiden Flfigeln zu Qberiassen (dies event, im rasehesten Kombinationsspil mit ihren Verbindungsleuten) in der H6he der 11 m Linie wfi;e der Ball in schfinem, hoben PaB zu zentern, die weitere Durcharbeitung mit abschtieBendem TorschuB bliebe den 3 Innen* 8pielern Qberiassen. Niemals iedoch znrilckpassen. schlecht vorlegen, oder wie es unsere Stilrmer gerne tun, zu schwach vorlegen. Ein Vorleger muB stets scharf und dabei doch nnr mit abgeniessener Kraft geschossen werden. In der Mannschaft Makkabis boten diesmal bloB Ise Fischer als linker Back, Baru als rechter Halv eine sehr gute, Blum ais, Links-AuBen und Ivanovski als Iinke Verbindung eine gute Leitung. Der Zenterhalv Reich entpuppte sich als gewaltige Niete. Finder hat uns am linken Flagel bedeutend besser gefallen. Wir sahen von ibm nlcht einen einzigen Zenterball! Fttr einen Flfigel gewiB eine seltene Leistung! MikSa fand bei seinen Partnern BoroS und Finder nicht die ntitige taktische Unterstiitzung uud verlor dadurch lede Lust am Spiele. Die Tore schossen Ivanovski (10 m StrafstoB) und BoroS, letzteres aus mindestens 30 m Entfornung mit prachtvollem SchuB erzielt. BoroS zeigte auch diesmal ein åuBerst lustloses Spiel und diirfte sich dadurch bald um alle Sympathien, die ihm das sportliebende Publikum bisher in reichem MaBe entgegenbrachte, bringen. Beim Oegner waren Verteidigung und Halvesreihe die besten MannsclrøftsteHe. Sie gingen den Mann scharf an (ist erlaubt) und hatten es sich selbst zuzuschreiben, wenn es dadurch zu einigen unliebsamen Vorfållen kam, die iedoch mit einer einzigen Ausnahme (Finder) nicht auf das Schuldkonto der Makkabispieter zurflckzuftthren sind. Schiedsrichter Drucker gut, iedoch wenig energlsch. RUMBO. S. K. Makkabi Ib : S. K. Slovan Rosice la 2 : '4. . Die Niederlage Makkabis war unverdient, sehr schdnes und diszipliniertes Spiel unserer Reserve- Mannschaft, insbesondere lm Angriff. Bei Slovan spielten einzelne Spieler sehr unfair, nur darauf ist ihr Sieg zurtickzufflhren, Unsere Sttirmerreihe zeigte seit langer Zeit 'vyied^^mal sehr schtines Kombinatlonsspiel, die Tore érzielten Otto und Ernst Wodak nach sehr schtin vorgelegten Bållen des Rechts- Auflen RelB I. Die Halvesreihe lelstete ihr Bestes. Die Backe Weiner und Zwicker zeltweise sehr unsicher. Braun im Tore schwåcher ais sonst. Bei Slovan die Verteidigung sehr gut. Schiedsrichter Raban gut. Unsere Mannschaft hinterlieB beim Rositzer Publikum den denkbar besten Eindruck. Allerhand. AN DIE JODISCHE BEVOLKERUNG! Der Winter mit seiner Kålte und Not naht heran. Hunderte darbende und frierende Kinder sehen ihm mit Schrecken entgegen. Das wirtschaftliche Elend ist so groB geworden, daB heutzutage nur wenige Eltern ihren Kindern neue Kleider, Wåsche, namentlich warme Wåsche.und Schuhe besorgen konnen. Die „Jttdische Frauenorganisation“ in Briinn, hat bereits im Voriahre eine Brockensammlung veranstaltet. Sie wendet sich auch heuer an alle edeldenkende und warmherzige Juden mit der Bitte, alles, was sie an Kleidungsstcken und Wåschesorten aller Art entbehren kSnnen, der Bockensammlung zuzuwenden. Auch nicht ganz intakte Sorten werden danken angenommen, Die Spenden wollen gerichtet werden an Frau Qisela Schallinger, Rathhausgasse 1, oder an das Sekretariat der Frauenorganisation, Koli§té 57, Telephon 2856. Lasset uns nicht umsonst bitten! Llteratur. Der \„MlSRACIflJUDM» iiddisches Wochenbiatt. Zentralorgan des „Verbandes der Ostjuden in Deutschland". Abonnementspreis: 12 .Mark vierteliåhrlich. Adresse der Redaktion Und Administration: „Der Ostjude", Berlin C 54, Rosenthalerstr. 43, Zeiiungsvertriebsbtiro „Hamewasser". Das neue Blatt, dessen erste Nummer uns vorliegt, entspricht einem in weiten Kreisen empfundenen Bediirfnis.. Die Ostjudenfråge in Deutschland hat in iQngster Zeit einen immer aktueileren Charakter angenømmen. Bei dei)' mannigfachen ErSrterungen dieses Problems ver* miBte man hier bisher die Stimme der Ostjuden selbst, denen es an einem eigenen Organ fehlte. Auf diesen Umstand welst der Redakteur Herr Josef Lin in seinem programatischen Leitartikel hin, in dem die Bedeutung des Ostjudentums ftir die Erhaltung und Stårkung des Judentums in Deutschland beleuchtet wird. Dr. M. Aschkenasy behandeit in einer Neujahrsbetrachtung die jtingsten Judeuverfolgungen in Polen und anderen Ostgebieten. Mit den bekannten Vorgången in Kattowitz, wo mehr als tausend jtidische Emigranten ilber die Grenze nach Polen abgeschoben wurden, beschåftigt sich der Sekretår des Arbeiter-Ftirsorgeamtes Dr. W. Senator. Von dem weiteren Inhalt der ersten Nummer ist besonders das Bulletin von M. Qonzer „Brieferl zum lieben Leser", sowie eine reichhaltige Informationschronlk, hervorzuheben. Die von Josef Budko hergestellte Kopfzeichnung zeigt eine alte gebilckte Judengcstalt, umgeben von zerstorten Håusern. Aus dem ganzen Inhalt des Blattes spricht das ergreifende Leiden unserer tistlichen Briider. Wir begriiflen die neue Zeitung und wiinschen, daB sie im eben begonnenen Jahre von erfreuiicheren Vorgången berichten ktinnte. M. O. Adolf B ti li m: „Die zfonistische Bewegung bis zu Herzls Tode.M Weltverlag 1920. — Eine grofle Lticke in der zionistischen Literatur ist durch das neue Btihmsche Buch ausgeftillt worden, wobei wir aber gleich bemerken wollen, daB es verfehlt wåre, dieses Buch als LilckenbilBer anzusehen. Hervorgcgangen aus den Vortrågen, die Bohm am „Jtidischen Pådagogium" gehalten hat, kommt es einem Bedtirfnisse entgegen, das gestillt werden muBte. Es wili ja keine Qeschichte des Zionismus sein, ist aber ftir alle diejenigen, die bel Seminarien und Kursen iiber Entwicklung des Zionismus sprechen, unentbehrlich. Seit Sapier’s-„Zionismus" ist die Literatur iiber die zionistischen Vorlåufer versiegt, und feiert nun in Bohms Buch ihren Meister. Ein sozialtikonomlsches Kapitel iiber die Lage der Juden geht voraus, und Bohm schopft aus modemer Seelenforschung und Psychonalyse die Fundierung seiner Hypothesen. Die Darstellung itickenlos und pragmatisch, wobei B6hm vermeidet, in Einseitigkelt zu vcrfallen, um Nichtassimilation und Zionismus auf wirtschaftliche Momente allem aufzubauen. Er wird alten gerecht, ohne sich mit ihuen zu identifizieren. BQhm gilt als elner unserer hervorragendsten Theoretiker, und er hat in diesem Buche. bewiesen, daB er auch als Historiker bestehen kann. Er gibt treffliche Darstellungen von Moses Hefi, von den Lehren Achad Haams, geht Buber nicht aus dem Wege und beniitzt die ganze vorherzlische Zeit dazu, um seinem Meister den ihm gebiihrenden Platz anweisen zu konnen. Plastig ragt die alle liberragende Personlichkeit Theodor Herzls hervor, des grofiten Jlklischen Staatsmannes seit der Diaspora. Bohm verfehlt nie darauf hinzuweisen, wie Herzl mit genialem Blicke die Bedeutung Englands ftir den Zionismus und das Judentum voraus gesehen hat; der Meister, der trotz der Fehier, die man ihm als Menschen nachgesagt hat, doch zum Heros zur Idealisierung nach dem Tode geworden ist. Wir wiinschen die baldige Herausgabe des zweiten Bandes dieses guteu Buches, das flir leden Zionisten unentbehriich sein wird. Jehuda ha Levi: Dlwau; iibersetzt von Emil Bernhard. Erich ReiB-Verlag, Berlin 1920. — In einer sehr eleganten Ausstattung hat der Erich R e i B- Verlag die Neuausgabe Jehuda ha Levis erscheinen lassen, der vom Emil Bernhard trefflich iibersetzt ist. Und das ist noch zu wenig gesagt. Bernhard libertrifft alle bisherigen Uebersetzungen, seine „Zioniden" sind dem Original sowohl in Metrik als auch Melodik gut nachempfunden und man glaubt, das Original zu htiren, wenn man die Uebersetzung liest. Leider ist Jehuda ha Levi in allerneuester Zeit auch in jiidischen Kreisen aus der Interessensphåre gctreten und wir hoffen, daB dieser einzigartige, gottliche Dichter Judas nun in der neuen Ausgabe wieder zu Ehren kommen wird. Jedenfalls schulden wir dem Verlage groBen Dank, der sich die allergroflte Mtihc gegeben hat. Hans Schlitter; Aus Oesterrelchs Vormarz. I. BU.; G a 1 i z i e n und K r a k a u. II. Bd.: B 5 h m e n. III. Bd.: U n g a rn. IV. Bd.; N i e d e rosterreich. Amalthea Verlag Wien-Leipzig-Zurich 1920, Prels per Band 8 Mark. — Hans Schlitter, Archivar des Haus*, Hof- und Staatsarchives und o. 5. Prof. der Wiener Universitåt, hat als Produkt seiner arebivarfsehen Tfitigkeit 4 Bånde aus Oester-