Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- XXI (1920)
- Issue
- Heft 43 (28.10.1920)
- Date
- 1920-10-28
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 80% known words query
- IRI
…/2621806-2622069-2622111--4553-2625865- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Hr. 48. reskonferen* die Errichtung eines Lehrefpftdsgogtams fOr GroBrumånlen beschlossen. Der ÅusschuB hat zu den Grlindungskosten fflr das erste Jahr den Betrag von 750 Pfund Sterling votiert. Das Institut wird wahrscheinlich im Oktober dieses Jahres eroffnet werden. Auch in GroBwardein wurde mit Genehmigung des Bukarester Kultusministeriums ein jtidisches Gymnasium erQffnet. Kongrefi des Verbandes der runiaiiischen Juden. Bukarest, 10. Oktober. Verspåtet. J. C. B. Der Verband der einheimischen rumiinischen Juden trat am 11. und 12. d. M. zu einem auflerordentlichen KongreB in Bukarest zusammen. Zur Beratung stehen die Fragen der vollstftndlgen Emanzipation der rumanischen Judenhelt, die Subventionierung des jitdischen Schulwesens und die staatliche Anerkennung der hdheren autonomen JUdischen Organisationen. POLEN. Die Judenexzesse der Ar race Balachowicz. Warschau, 10. Oktober. J. C. B. In der jilngst stattgefundenen Sitzung der Heereskommission im polnischen Sejm wies der jiidische Deputierte Grilnbaum auf die Verfolgungen und Gewaltt&tigkeiten, die sich das im polnischen Heeresverbande fechtende russische Freiwilligenkorps des Generals Balacliowiez gegen die Juden zuschulden kommen iiiflt. Abg. Grntlbaum zlihlte eine R:ihe von Exzessen auf, denen bisher einige hundert Menschen zum Opier fielen und richtete an den Kriegsminister die Anfrage, was er zu unternehmen beabsichtige, um die Bevolkerung im Operationsgebiete der Armee Balachowicz zu schiitzen. Dr. Bogen geht nach PalBstlna. Warschau, iO. Oktober. J. C. B. Dr. Bogen begibt slch nach Palæstina, wo er die Kontrolle Uber die dortige Tåtigkeit des A. J. D. C. ausiiben wird. Dfe vlerfache Anklage gegen einen Jiidlschen Redakteur In Polen. Warschau, 7. Oktober. J. C. B. Der Redakteur der jUdisch-sozialistischen Zeltschrift „Lebensfragen“ wurde in einem Tage vor einer vierfachen Anklage gestellt. Die „Lebensfragen“ wurden n&mlich von den Behdrden wegen Veroffentlichung gewisser militarischer Geheimnisse und angeblicher Verhetzung eines Teiles der Bevolkerung gegen den anderen eingestellt. Fur den Abdruck eines Artikels wurde er zu einem Monate Kerker, fUr einen zweiten Artikel „Es lebe die zaristische Nahaika im ireien Polen" zu zwei Monaten, fiir einen dritten Artikel „Heute beglnnt die groBe Offensive" zu 100 Mark Strafe verurteilt. Von einer vierten Anklage wegen Verdffentlichung eines anderen Artikels wurde er befreit. Die Judenflucht aus Polen. London, 8. Oktober. J. C. B. DerNuyorker Korrespondent "des „Daily Chronicle" meldet, daB fiir die nSchsten 12 Mnoate weitere 200.000 Juden aus Polen die Auswanderung nach Amerika registriert sind. UKRAINE. Grofies Elend der JUdischen Ftiichtllnge aus der Ukraine. Kischinew, 7. Oktober. J. C. B. Die aus der Ukraine nach RumSnein fllichtenden Juden wenden sich vorwiegend nach BeBarablen. Die meisten bleiben in Kischinew obdachlos und in Jåmmerlichem Elend, da in BeBarabien und insbesondere in Kischinew ungeheuerer Wohnungsmangel herrscht. Es wurde daher ein spezielles jtidi$clu?5r Komitee gebildet, um vor dem herannahenden Winter die UnglUcklichen in einzelnen JUdischen Privathåusern einzuquartieren. Judische Klnderbeime in BeBarablen. Kischinew, 7. Oktober. J. C. B. Der Direktor des American Joint Distribution Committee in Bukarest, Mr. Landecoo, hat fiir die Errichtung eines jtidischen Kinderhelms in BeBarabien die ersten 60.000 Lei bewitligt. Das Statut des Keren Halessod. Feststehende Grundlagen. Angesichts der einen immer groBerett Umfang annehmenden Arbeit fUr den Keren Halessod dUrfte es angefcracfct sein, auf einige 4« bereits be« 4COBCBB VOUUSUMP SUMS. ' 1 11"" 11,1 1 stehenden Grundlagen dieses Ponds hiitzaweieenidi* auf der Londoner Jahres-Konferenzeinstimmiga^Afl* rtåhme gefunden haben. Es hat sich herausgestellfc daB Qber die Einzelnheiten, selbst soweit sie bereits feststehen, vieliaeh Zweifel herrschen. Es seldaher darauf hingewiesen, daB, vor vor der endgttltigen Redigierung des Statuts, das folgende unter allen Umstånden feststeht: Es wird ttber leden Beitrag zum Keren Hafessod, Grundfonds, ein Zertifikat ausgestellt. Die Ausgaben gliedern sich in folgender Weise: Mindestens 20 Prozent der EingUnge. werden dem Natiotialfonds 2ugefUhrt werden. Von dem Rest darf hochstens ein Drittel fflr dringende laufende Ausgaben der EinwandererfUrsorge, der sozialen FUrsorge, des Bildungswesens und fihnliche offentliche Zwecke verwendet werden, w&hrend mindestens zwei Drittel flir dauemde nationale Anlagen und wirtschaflliche Betriebe zu verwenden sind. Die Inhaber der Zertifikate werden an der Verwaltung des Fonds und an den ErtrBgnissen der aus dem Fonds gesebaffeuen wirtschaftlichen Betriebe beteiligt. Die Einzelheiten hieriiber stellt die Exekutlve fest. Bel der Schwierigkeit der Materie war zu erwarten, daB die endgUltige Feststellung des Statuts einige Zeit erfordern wiirde. Auch die Bildung der Kontrollhistanzen wird mit ganz besonderer Sorgfalt durchgeiilhrt. VonWochezuWeche. Der Abgeordnete der Briinner Juden und die Fltichtlluge. Wir haben bereits des ofteren auf die TBtigkéit des „Montagblatt" hingewiesen; Die hiesige Judenschaft weiB auch, daB dieses Blatt unter der Patronanz des Herrn Abg. Dr. Alo i s Baeran steht, und daB dieser Dr. B a e r a n, der Listenfiihrer der deutschdemokratischen Partei war, einer Partei, die einen groflen Prozentsatz Juden hat. Diese Partei duldet es, daB die JudenheR beinahe in jeder Nummer dieses Blattes au! das. unfl&tigste beschimpft wird. Der „Tagesbote" als offizlelles Organ dieser Partei unterstfltzt durch Inserieren das „Montags* blatt", es ist sein Bruderorgan. Ueber die juden> feindliche Agitation des ,,Mp^tå2^Utt"^w|ire vielzu schreiben. Aber es ist vérgébHcn,‘;cia. la lelder mnsere Juden mitschuldig sind, an dem Ton des Blattes* sie stecken ia alles ruhig ein und haben iiber; dies den Dr. B a e r a n als Listenfiihrer ihrer Partei zum Abgeordneten gewdhlt. In der letzten Nummer vom 25. Oktober besch&ftigt sich dieses Blatt mit der Wohmiiigsfr,agc und den FlUchtlingen. Es ist ndmlich zum Oesetz geworden, daB man diese beiden in einen Konnex bringt. Alle die Theoretiker der Wohnungsnot und ihrer Lfisung fangen mit den Fliichtllngen an und vergessen dabei, daB die Wohnungsnot’ gleloh. wie die Teuerung eine stete Beglelterin der Kriege ist. Denn die Wohnungsnot herrscht nicht nur in Briinn, sondern auch in Hrozenkau, in Bystritz a. H., in Neu-RauBnitz und beinahe allen inldndischen und ausl&ndischen Orten. Selbst dort, wohin niemals Flitchtlinge gekommen sind. Aber das verschweigen alle Biatter und sie fallen nach dem bekannten Worte: „Der Jude wird verbrannt" tiber die Fltichtlinge her. Die Fllichtlinge sind schuld an der Wohnungsnot, die Fllichtlinge sind schuld an der Teuerung, die Flitchtlinge sind schuld daran, daB Oesterreich zertrttmmert wurde, und vielleicht lesen wir auch noch, daB die Fllichtlinge schuld wdren, an den hochverraterischen Treibereien des Herrn Kreishauptmann a. D. Oskar Te uf el. Die Impertinenz dieses Blattes geht so weit, daB es sich erkiihnt, an leitender Stelle monarchistische Artikel des famosen Herrn Teufel zu bringep und aus der Beschlagnahme jiidischer Gebetbtlcher in Galizien durch einen verbiadeten Staatsanwalt, notabene waren die Gebetbiicher in RuBland gedruckt, Konklusionen auf die Staatstreue der Cechoslovakischen Juden zu schlieBen. Dieses Blatt solite lieber nicht auf dtø Sonne gehen, denn es hat Butter am Kopfe/ Aber an all* dem sind die Ostluden schuld. Natilrlich. Wir machten gerne in deutsch-arischer® H^usern Nach« schau halten, ob diese Herren tatsBchlich nur soviel Zimmer bewohnen, als ihnen zukommt. In Briinn sind Tausende Wohnung suchender Parteien, denen im ganzen^ an die 40 Fliichtlingswohnungen gegenliberstehen. Die abgekrachten Stadtgewaltigea haben die Wohnungsnot selbst geschaffen, denn in ihrem deutschen Siegfriedswahne haben sie vergessen, fur die Entwicklung der Stadt zu sorgen. Warum hat denn die deutsche Stadtverwaltung BrUnns nicht vorzeitig fiir Wohnungsraogli^keiten geaorgt,. zu einer Zeit, als sle.noclr biUig^Ueizustelleu waren und als noch dic Dtutsehtflf IftrmRi w«fBtr.*Paf Bir6 verhreeheHsehr KerzsfcftttfKeR mBssen fwn die Ostjuden herhalten ond vertesseir dabei, dafi dfele Ostfuden dic åritisten Opfer des chaovfniStischen deutscheirlmperfalfsmus »ind. Ostfuden soBen fftosef.besiuett. Ja warum detra ofcht? Glaubt etwa das »yMontagehltt^V daB dfe WcBfntmgeii In diesen Håusern frei werden, wettn sie nicht mehr im Besitze der Ostjuden sein soilten? So kurzsichtig soilte doch der betreffende Schreiber nicht sein. Oder verdrlefit es die Deutschen, daB Judert ttttch Hfiuser besitzen? Die Deutsehen kbnnten es doch auch, wenn ihnen ihre NatiofialitSi-tiieht Phrase wftre; Aber so verkauii der deutsche Michel, dieses : arme „Wasérr, seiue. Hfiuser um guten „Rebbach" an Cechen, so, wie der famose Fritz Teufelf der Brnder des noch lam as e* ren O skar Teufel, ond eine QroBgrimdbeslUe-, rin, die sich auch deutsche Dichterin schimpft, vergiefit bittere Tråner Bber die Bedrtickung der Deut-> schen im HultschhterLIndchen, ihre TrSnen hindern sie aber nicht daran; ihren Grund und Boden,.. den sie ererbt von ihren Vtttern hat, weder zu érwerben noch zu besitzen. Wenn die lieben Deutschen ihren. Nationalismus ernst nehmen und nicht als ..Phrase,.. dann mdgen sie sich nicht vom Gelde betdren lassen um deutschen Besitzstand selbst zu schmftlern, .die Ostjuden spielen bel dieseft sehr sauberen- Geschaften géwiB keine Rolle. Kehret doch vor Eue« ren eigenen Tiiren ausr Ihr Heffttti^vom 'ilMoftfagsblatt". KorrtsiwndmzMir- ..r. Prag. „(An die jUdIschen KUnstlerJ)-4Udische"bil*'< de de Ktinstler, Maler, Bildhauer, Architekten werden ersucht wegen-'einer wichtigen"Staridesrangelekenhéit ihre Adressea^an den Untttseichnetemra sciidenJ^- Adolf Melzer, akad. Maler, Prag,.I.,,Teingasns^JP., ., Eln : Am 5. Oktober veranstaltete der rflhrige Jiidischtungen •wMiren^rétrømw^^ det.- War auch der groBte Teil des Gebatenen guter und schlechter „Vereiri'Å so konnte ^tnatt^eS durch eine einzige, bei solehen Anlfissen ungewohnliche Darbietung mit in den Kaui nehmen.-'Es las ein junger; Dichterr P. * Haller, >?Djchtungens»aus skripL Es war ein sonderbares Geftihll'*sich won'-denif nervos-verbFievten,- leiddurchwUhlteOjvon dichtéprschem;Gehalt zeugenden; in ungewbhnlichef j'Sprach* ' gewalt ausgedrilckten Empfindungen dieses Jungén*‘li Menschenfortscbwemmen zu lassen.'45s sind aller-** dings nocb 'Samen.t Sie werden'Frttchte tragen^-B; Wlen. Schulrat Prof. Dr. Moritz Tschiåssny, anerkannter klassischer Philologe, zuletzt bis zu seiner. Pensionierung durch eine lange. Relhe von Jahren am Wiener Akademlschen Gymnasium mit bestem Erfolge tatig, verschied am 9. Oktober 1920_morgens. und wurde am 11. aul dem Wiener Zentralfriedhofe . III. Tor, mit besonderen Ehren bestattet, Eine statt* liche Zahl seiner einstigtøi SchQtér, Kollégen. und . Fremde erwiesen ihm die letzte Ehre und gab $r. Ehrw. Herr Rabbiner Dr. M. Rosenmann in ergreJ* fender Rede dem Schmerze aller Ausdruck, die Dr. Tschiåssny liebten und ehrten. Qeborzn-.aip 20, MSrz .. 1858 zu Prerau in Mghrdn^ wurde er nach Absolv «, vierung seiner Studleit einer unserer tUchtlgste'n* klassischen Phifologen, .der, bel seinen. .zahtrOichen Schttlern noch lange fortleben wird. — In seinen letzten Jahren schriefc ér ^Ober/ jlldisdie JCultus-ktraB Unterrichtsfrageo, unt Liebo ftir den ansostasiartMr Qlauhen in unserer. Jugead zu erwecke*. Im Akadtt^ mischen Gymnasium laud einotTrauerleler staU»»4n der der frttbere Direktor,»Regie^ungsiat -SchreittUR - dem Verewigten. oinearwarmen- Nachruf hlelt. »»r Ehre, « seinem Audeukenl A. Vertia 4Udi«6h^ £chiiU^ * (SpeudonauMMla)# ir- Frau Dr« Gisela-FeidmaaB* anllifllichdfi8>3‘odes, ihråRr Mutter, iooq K, JttdischA Pfauenocgaidsatioa l QruwUt ^teui mx. UmMbi*