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Jüdische Volksstimme · 1920-10-14 · Heft 41 (14.10.1920) · page 4

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XXI (1920)
Issue
Heft 41 (14.10.1920)
Date
1920-10-14
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Mm 4 An alle zionistischen Ortsgruppen von MAhren und Schleslen. Das Zlonlsllsche Distrikskomitee fflr Mfihren und Schlesien hat in seiner Sitzung. vom 23. September beschlossen, den diesjAhrigen ordentlichen Distriktstag am 31. Oktober und I. November ab2uhalten. Als Ort des Distriktstages ist Brtlnn in Aussicht genommen. Die Tagesordnung lautet folgendermaBen: 31. Oktober, vormlttags 11 Uhr: Vertrauensmannerkonferenz. Teilnahmsberechtigt: Alle D. K.- Mitglieder, alle In Mahren und Schlesien wohnenden Mitglieder des Zionistischen Zentralkomitees, Ues Jiidischen Nationalrates und des Landesvolksrates in BrQnn. Alle Kreisobmanner, ferner aus Jedem Kreise je weitere zwei Vertrauensmanner, deren Bestimmung durch die Kreisobmanner erfolgt. Einziger Beratungsgegenstand der VertratfensmAnner-Konferenz: Keren Hajeflod. 31. Oktober, abends halb 8 Uhr: Eroffnungssitzung des Distriktstages: 1. Eroffnung und BegrilBung, 2. Wahl des Bureaus, sowie eines dreigliedrigen Legitimationsausschusses und einer neungliedrigen Permanenzkommission. 3. Tatigkeitsbericht des Distriktskomitces samt Paiastinaamt (Dr. Rufeisen), 4. Kassabericht (Dr. Herrmann), 5. Bericht Aber die Arbeit des Jiidischen Nationalfonds (Frau L8wy), 6. Oeneraldebatte und Absolutorium flir das abtretende Distriktskomitee. 1. November, vormittags: 1. Bericht ilber die Londoner Jahreskonferenz (Dr. Herrmann), 2. Referat Aber den Keren HajeBod (Kurt BIumenfeld, Berlin), 3. Debatte, 4. BestUnmung des Sitzes. des Distriktskomitees und Neuwahlen. Nachmittag: 1. Referat Aber Jugend- und HebrAischarbeit (Ing. Ernst Frischer, Oderfurt), 2< Debatte. Mit RAcksicht auf die unserer Organisation In den nAchsteiuMonatens: bevorstehenden auBerordentlich groBen und verantwortungsvollen Arbeiten wird der Distriktstag wan der groBten Bedeutung $ein. Es ist unbedingt notwendig, daB er von allen Ortsgruppen beschiekt wird und daB bei der Bestimmung der Delegierten in der richtigen Weise vorgegaflgen wird. Wir. bringen daher in Erinnerung, daB die Teilnahme am Distriktstag abhAngt -von den im Jahre 5680 aufgebrachten und an das Distriktskomitee abgelieferten Schekeln samt Parteisteuec. Jede Ortsgruppe wåhlt auf je 50 Mitglieder (Schekelzahler) einen Delegierten, ein Rest von mindestens 30 Mitgliedern wird hiebei fiir volle 50 gezAhlt. Ortsgruppen von 30 bis 50 Mitgliedern haben ein Recht auf i einen Delegierten, Ortsgruppen, die weniger als 30 Mitglieder haben, sind vom Vorstand des Arbeitskreises unter RAcksichtnahme auf die ortlichen Bedingungen mit anderen WAhlergruppen zusammenzulegen. (Diese MaBnahmen bediirfen der Genehmigung des Distriktskomitees). Mit beratender Stimme konnen teilnehmen: Die Mitglieder des Zentralkomitees, des Distriktskomitees und die Obmånner der Arbeitskreise, ferner VertrauensmAnner von Orten, in denen keine Ortsgruppe besteht. Da die Schekelaktion noch nicht in allen Ortsgruppen abgescblossen ist, fordern wir hiemit die riickstAndigen Ortsgruppen auf, die Schekelsammlung s patestens nAchste Woche abzuschlieflen und uns Schekel samt Parteisteuer nebst den gebrauchten Schekelblocks und einem Verzeichnis der Schekelzahler derart zu ubersenden, daB die BetrAge (12 K pro Kopf) bis spAtestens 15. Oktober in unseren HAnden sind. Das Distriktskomitee wird heim Distriktstag darauf bestehen, daB die Mandate von Delegierten, die sich nicht auf die vorgeschriebene Entrichtung von Schekeln grlinden, annulliert werden. Bisher sind folgende Schekel eingelaufen (die zweite Zahl bedeutet die vorjAhrige Schekelzahl): Bisenz 17 - 0, Brlinn 200 - 161, Eibenschitz 18 - 20, Eisgrub 1-0, Qaya 16 - 50, G8ding 57 - 32, Holleschau 10 -16, Hovézi 1 - 0, Hruschau 21 - 39, JAgerndorf 65 - 75, Kojetein 5 -5, Kremsier 30 - 75, Klein- Kuntschitz 10 - 0, Leipnik 25 - 27, Lubatschowitz 4-0, Lundenburg 50 - 80, MAhr.-Ostrau 16 - 2941, MAhr.-WeiBkirchen 100 - 53, Neutitschien 60 - 71, Nikolsburg 4 0, Oderfurt 72 . 100, Olmtttz 127 - 90, Nr. 41. mm.. mi i ■> Orlau 10 - 0, Pohrlit2 35 - 0, Prtfåu 49 * 24, Profl- . lift* 197 - 220, StrtltHce 22 * o, Teschen 120 - 89, Troppau 260 - 157* Uffg.-Brod 20 - 152!, Ungarlsch- | Hradisch 98 - 143, Ung.-Ostra 49 - 20, Wolframs 3 - 0, Wsetim 16 - o, Zwittau 14 - 19, Zuckmantel 6 - 0. Aus folgenden Ortsgruppen sind bisher keine Schekel eingelaufen: BoskoWitz 6, Frelstadt 20, Freudemhal 30, Friedek 50, Tglau 80, Kostel 11, Mittlitz 7, Oderberg 100, Witkowitz 79, Zttaim 20, Znovor 14. Das Distriktskomitee ersucht alle Ortsgruppen, noch in der ersten HAlfte Oktober eine Versammlung aller Mitglieder einzuberufen, in der die Bedeutung des Distriktslages klargelegt wird. Die Artikel der zionistischen Presse geben genAgend Qrundlage fUr die Erlåuterung der der Organisation in der nAchsten Zeit, insbesondere fAr die Sammlung des Keren Haleflod (25 Millionen Pfund-Poflds fAr den Aufbau Palåstinas) bevorstehenden Aufgaben. In dieser Versammlung ist die Wahl der Delegierten entsprechend der Schekelzahl vorzunehmen. In Jeder Ortsgruppe mufl eine regelrechte Wahlhandlung durchgefUhrt werden und es ist Aber dieselbe dem Distriktskomitee ein Protokoll einzusenden, welchem die Anzahl der anwesenden Schekelzahler und die Namen der gewAhlten Delegierten zu entnehmen sind. Diese Protokolle mAssen spAtestens am 26. Oktober beim Distriktskomitee einlangen. Der Zlonismus ist an denrentscheidenden Punkt angelangt. Es heiflt nunmehr, mit unserem Programm mft unseren jahrzehntenlng vertretenen Idealen ernst machen. Dieser* Åugenblick ist zugletch die Schicksalsstunde des Zionismus. Wenn der Zionismus heute veragt, so ist die Hoffnung auf ein jUdisches PalAstina fAr immer oder doch fAr Jahrhunderte be* graben. Unser politisches Ziel ist erreicht. PalAstina wird von einer eigenen Regierung verwaltet, an deren Spitze ein Zionist steht. HebrAisch ist offizielle Landes- und Amtssprache. Aber all das wird wie ein Traum zerflieflen, wenn nicht die Juden der ganzen Welt aus dem jiidischen PalAstina eine Wirklichkeit machen. Unser Teil an dieser Arbeit festzustellen und zu Abernehmen, den Weg festzusetzen, auf dem die mAhr.-schlesischen Zionisten ihre Sonderaufgaben erfAllen kOnnen, wird dem kommenden Distriktstag obliegen. Er wird der entscheidendste, verant- WArtungsvollste PistsUktstag sein, den wir le abgehalten haben. Alle Zionisten, alle Ortsgruppen miissen sich dies klar vor Augen halten und ihre Beteiligung an dem Distriktstag danach einrichten. Dann werden wir hoffen lcSnnen, daB diese Tagung unseren alten Ruf bewAhren wird, daB Mahren und Schlesien eln zionistisch durchgearbeitetes Land ist, daB die mAhrisch-schlesischen Zionisten eine wirkliche Kerntruppe unserer Idee dartsellen. Zlonisilschcs Distriktskomitee fiir Mahren und Schlesien. Rundschau. Die Einnahmen des Jiidischen Nationalfonds Itu August 1920. Das Ergebnis der Sammlung zu Gunsten des JNF im Monat August 1920 betragt: L 25.215.4.4 und verteilt sich auf folgende LAnder: Mesopotamien L 10040, Amerika S 24.591.90, Shanghai L 1890.12.6 und Frs. 1500, Argentinien Arg. S 18.048.15, England L 1736.7.5, Polen Polu, Mk. 562.829.01, Deutschland Mk. 115.060.36, PalAstina Aeg. L. 379.259 und L 100, Cechoslovakei K5 86.328.69, Ostgalizien Poln. Mk. 310.543.11, Holland HGld. 2.129.86, Oesterreich Kronen 124.701.42, SAdslavische LAnder K 102.621.22, Schweiz Frs. 2329.79 und Mk. 84,50, Westgalizien K 65.432.70, Aegypten Aeg. L 68.142, Lithauen (Wilna) Poln. Mk. 26.000 und L 8, DAnemark D. Kr. 1000, Turtis Frs. 1560.10, Bukowina K 22.846, Neu-Seeland L 20, Lithauen (Kowno) Mk. 2.023.80. PALÆSTINA. Reorgauisierung derjiidlscben Legion. Jerusalem, 27. September. J. C. B. Das inilitArische Hauptquartier der palAstinensischen Regierung hat vom Krigsministerium in London den telegraphischen Befehl erhalten die jUdische Legion in PalAstina durch die Neuaushebung von 500 jiidischen Rekruten zu reorganisieren. Die VerfUgung der Londoner Zentralregierung hat auf die jUdische Bevolkerung Palåsttøas einen Uberaus gUnstigen Eindruck gemacht. Das iiidlscite Schulwesea la PalAstina. Jerusalem, 27. September. J. C. B. Die zionistische Organisation hat im Budget fiir das Schulbildungswesen Ui PalAstina bedeuténdeVerkftrrttøeh vorgenotnmen, die es unmoglich macfttrr, das vorgezeichnete Arbeitsprogrtrnm ztt åbsdivieren und daher bei den Lehrern Wi Uhde den schArfsten Protest ausldsten. lim das Unterrichtswesen im Lande auf dér erfbrderlichen Hobe zu halten, haben die hebrAischen Lehrer auf ihrer letzten Tagung beschlossen, aus eigenen Mitteln 1000 L monatlich u. zw. in Form von unentgeltlichen Ueberstunden, ftir die Ausgestaltung des Lehrbetriebes zu spenden. Diese Ueberstunden sollen insbesondere den neuzngewanderten Arbeitern zugute kommen, damit sie raschestens die hebrAische Sprache erlernen und die M6glichkeit haben, sich in das neuen kulturelle Leben in PalAstina einzufilgen. ENGLAND. Dr. Welzmann geht nach Amerika. London, i. Oktober. J. C. B. Dr. Chalm Welzmann, PrAsldent der zionistischen Weltorganisation, hat vorderhand die Absicht eine Reise nach PalAstina zu machen aufgegeben. Professor Welzmann wird sich anstatt dessen in KUrze nach Amerika begeben. Die engllsche Presse tiber den Nnmmerus Clausus In Ungarn. London, 1. Oktober. J. C. B. Die engllsche Presso bespricht die sich aus dem Nummerus Clausus in Ungarn fiir die dortigen Juden ergebenen Widerspruch zu den Artikeln 56, 57 und 58 des von der ungarischen Regierung unterzeichneten Vertrag von Trianon stehen. Was die Absicht der Regierung betrifft, die Juden Ungarns in die Arme des Zionismus zu treiben, erhellt die Unwahrhaftigkeit dieser offiziellen ungarischen Behauptung schon daraus, daB die zionistische Organisation in Ungarn sozusagen illegal wirken muB, da deren Organisationsstatut von keiner ungarischen Regierung bisher genehmigt wurde, England flir das Verbleiben Wilnas bei Lithauen. London, 29. September. J. C. B. Englischen BIAttermeldungen aus Wilna zufolge, lebt die Stadt in groBer Angst, da sie in unmittelbarer Gefahr einer neuerlichen polnischen Besetzung ist. Um sich fiber die Absichten der polnischen Regierung betreffend Wilnas zu'vergewissern und einen nicht mehr wiédergiitzumachenden Ahschlag gegen das junge lithauische Staatswesen zu verhlndern, hat sich der britische Konsul in Lithauen, Colofllel Ward, mlttels Aeroplans nach Warschau begeben. FRANKREICH. / Der Vblkerbund fiir die Juden In Polen. Paris, 1. Oktober. J. C. B. Infolge der sich immer arger gestaltenden Lage der Juden in Polen, sah sich das Komitee der jiidischen Delegationen bemUssigt sich darliber beim Volkerbund zu beschweren. Die Exekutive des Vfilkerbundes hat hierauf bei der polnischen Regier ung telegraphische Erkundigungen eingezogen und bemerkte zunAchst die Auflassung des jiidischen Interniertenlagers in Jablonna^ ITALIEN. Bialik in Trlest erwartet. Rom, 30. September. J. C. B. Einer Meldung des „Israel** zufolge befindet sich der bertihmte hebrAische Dichter Chaim N. Bialik bereits in Czernowitz und wird in Kiirze die Reise nach Triest fortsetzen, uhi sich von dort nach PalAstina einzuschiffcn. DEUTSCHLAND. Professor Dr. Marcus Braun s. A. Es ist schwer, sich vorzustellen, daB Professor Brann nicht mehr ist. Marcus Brann sah mit scharfem Blick den Verfall des deutschen Judentums, und er erkannte mit demselben scharfen Blick den hauptsAchlichsten Weg zu einer Gesundung der VerhAltnisse: die judische Schule. Die verschiedenen Parteien und Richtungen im Judeutum haben tdnende und blendende Programme: Branns Meinung war. zunAchst gelte es, die unter den gegenwArtigen VerhAltnlssen allein mfigliehe Grundlage zu schaffen, die judische Schule. In seinen Vorlesungen im jiidischtheologfschen Seminar wurde er nicht milde, jmmer und immer wieder auf diesen Kernpunkt der Judenfrage in Deutschland hingewiesen. Er wiirde es sicher als schdnsten Lohn dieses Teiles seiner reichen Tåtigkeit betrachten, wenn seine Erziehungsgedanken sich immer mehr durchsetzten. Weniger Parteien, mehr praktisches Judentum, das war sein Wablspruch. In diesem Sinne wlrkte er belnabe 30 Jahre am hieslgen Seminar. Er folgte hier voll und

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