Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- XXI (1920)
- Issue
- Heft 36 (2.9.1920)
- Date
- 1920-09-02
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 86. JCDISCHE VOUCSSTIMME" S«N» & bezOgl. der demobilister ten Legfonåre gefafit. Zur (Union als bindend anerkannt wurde. Die Lehrer1 Durchftihrung dieser Beschlflsse wurde ein besonde* erktørten, daB man sie als Trade-Unionisten zu be-| res Komitee gebildet. J. P. Z. Z. i trachten håbe. Ein Minimtutt-Gehalt wurde be- Oel« und Glyzertn»!ndiistrte fMr PaiåstUut Auf einer Sitzung der in Warsehau gebildeten ts, t, t . , . , ..... Gesellschaft zur Entwicklung der Seifen-, Oel- und sdmmt. Die Kon erene sprach slch auch en Onnsten | e ,„„an Ma„- des Systems Ibrith be ibrith aus. Em Hilfsfonds flir Handelskammer. •IV Jerusalem fand die erste Sitzung der Han--die jiid. Lehrer in den Kfiegs- und Pogrom-Landern ihrer neuen Zusammensetzung j soli geschaffen werden. Ein aus 7 Personen bestedelskåmmer nach statt, wobei mehrere Anfragen der Regierting zu beantworten waren. Die Handelskammer sprach sich gegen die Abhaltung besonderer Vieh-, Oetreide- und OemUsemfirkte aus. Einstimmig naltni man den Regierungsvorschlag auf Einftibrung eines einheitlichen MaB- und Qewichts-Systems an, u. zw. des Dezimalsystems mit Kilo, Liter und Meter. Es wurde auch ein Ausweg gefunden zur Vermeidung der Doppel-Verzollung der Jerusalemer Waren sowohl in Jaffa als auch in Jerusalem. J. P. Z. Z. Gartenstadt der B'ne-Brith. Der Vorschlag der Jerusalemer B’ne-Brith-Loge, in der Nåhe von Jerusalem eine Gartenstadt auf den Namen Z. Kraus, des Pråsidenten des B’ne-Brith Weltbundes, anzulegen, wurde von allen Logen akzeptiert. Diese Gartenstadt soli aus 200 Håusern auf Je 50 Dunam Boden bestehen. J. P. Z. Z. Fiihrcr des amerikanlschen Mlsracbi in PalMstina. Am 30. Juli traf der amerikanische Misrachi- Filhrer und Redakteur des Neuyorkcr „Tagblatt" Gedaljah Bublick, in Jerusalem ein; zugleich mit ilim kamen auch zwei andere amerikanische Journalisten Zwi Ben-Schalom mit Frau und Margulies, von denen der erstere als Vert reter des „Tog" und „Ha toren" in Palæstina zu verbleiben gedenkt. Bublick der von den palåst. Misrachisten sehr warm begriiBt wurde, dtirfte sich in Paldstina zirka 2 Mouate aufhalten. Auch Dr. De Sola-Pool kehrte am .30. Juli von seiner Reise nach Amerika und zur zion. Jahreskonfcrenz nach Jerusalem zurilck. J. P. Z. Z Etn Besuch Sir Herbert Samuels im Museum flir Landwirtschaft. Jerusalem, J. C. B. Sir Herbert Samuel besuchte die Gesellschaft des Distriktsgouverneurs und eines Mitgliedes des landwirtschaftlichen Departements das unter Leitung Mr. Oetitnger, Direktor des Landwirtschafts- und Kolonisationsdepartements der zio nistischen Kommission stehende Museum fiir Landwirtschaft. Er interessierte sich besonders fiir die Diagrame, die den Fortschritt der Jiidischen Kolonisaiton in Patøstina zeigen und flir die Produkte der Landesfauna und Flora. Vor dem Verlassen des Mu seums sagte er Mr. Oettlnger, das Museum sei eines der bedeutendsten und niitzlichsten Institutionen des Landes, wo man die Moglichkeiten der Landwirtschaft kennen lernt und sich ilberzeugt, daB die produktive Arbeit in PalSstina geschaffen wird. Eine zfonistische Schule fiir die Samariter In Nablus (Sycbem). Jerusalem, J. C. B. Das Erzichungsdepartement der zionistischen Kommission eroffnete mit Beginn des neuen Schuljahres eine hebraische Schule fiir die spmaritanischen Kinder. Die Leitung der Schule iibernimmt Dawid Milletder, der eine Zeitlang Lehrer in der Ica-Schule in Petach-Tikwah war. Den Religionsunterricht wird der samaritanische Hohe Priester erteilen. 25 Knaben und 15 Madolien haben sich bereits eingeschrieben. SYRIEN. J. P. Z. Z. Der Jerusalemer Korrespondet der „Times" telegraphiert, daB Emir Feysul bevor er Akka verlassen håbe, um sich auf Einladung von Lloyd George nach England zu begeben, in der arabischen Zeitung „Napir" erklårt håbe, dafi die Gegnerschaft der arabischen Extremisten gegen die zionistische Politik Englands, verantwortlich sei fiir den Sturz seiner Regierung in Damaskus. Der Emir drilckte die Hoffnung aus, daB die zion. Fiihrer in London zu Gunsten der arabischen Unabhångigkeit intervenieren werden. AMERIKA. Koaferenz der hebralscben Lehrer. J. P. Z. Z. Vom 2. bis 4. August fand in Cleveland eine zahlreich beschickte Konferenz der hebråi* schen Lehrer Amerikas statt, die hauptsåchlich effé" hendes Exekutiv-Komitee, das seinen Sitz in Nem york haben soli, wurde gewåhlt und daneben auch ein groBes nationales Komitee bestimmt, in das jede Union thren Vertreter einsenden soli. (migration. Am 17. und 18. Juli brachten vier Dampfer 4000 Emigranten nach Neuyork, unter denen 1500 Juden waren. Am 20. Juli trafen weitere 2 Dampfer mit ebenfalls zahlreichen jlid. Emigranten ein. Am 29. Juli sind mit der Nordam 1200 jildische Emigranten eingetroffen. J. P. Z. Z. ITALIEN. Juflg-Jiidische Føderation. Ass. Giov. Isr. Romana — Ass. Giovane Israele (Milano) — Circolo Israelitico Ferrarese — Circolo Israelitico di Cultura (Pisa) — Gruppo giovanile ebraico (Torino) haben bei einer Zusammenkunft ihrer Delegierten in Mailand am 25. und 26. Tammus beschlossen, eine jung-jtidische Føderation zu grunden, deren Zweck es ist, die Arbeiten der einzelnen Vereine zu koordinieren, iiberall Jugendgruppen, sofern solche noch nicht existieren, zu bilden und Kultur und Propagandaarbeit zu verfolgen. Sie ernannten ein Direktionskomitee, das bis zur Einberufung des Kongresses der Hid. Jugend Italien fiir die Entwicklung der Federation tatig sein soli. J. P. Z. Z. SIEBENBURGEN. Hebralscher Lehrerkurs in Clu). Am 1. Juli eroffnete die Tarbuth-Abteilung des Siebcnbiirger jiid. Nationalverbandes in Klausenburg den ersten auf 3 Monate vorgesehenen hebrdischen Lehrerkurs. Die Horer, diplomierte und ihren Beruf ausilbende jiidische Lehrer, 35 an der Zaht, sollen in dieser Zeit soweit ausgebildet werden, um in den Volksschulen hebrhisch unterrichten zu kbnnen. Der von der Regierung bewilligte Kurs hat den Charakter einer offentlich rechtlichen Anstalt. Die Lehrer, die am SchluB des Kurses ein Zeugnis erhalten wollen, miissen sich verpflichten, fortan sich dem hebråischcn Unterrichte zu widmen. Die jiid. nationalen Lehrer Siebenbiirgens vereinigten sich in einem Lehrerverband, dessen Ziel darin besteht, die Hebraisierung mitteis fachgemåBer P&dagogischer Arbeit zu unterstiitzen und die Lage der hebraischen Lehrer zu verbessern. J. P. Z. Z. UNGARN. Trauergedenktag in Ungarn. Der 5. September wurde als Trauergedenktag fur die jiid. Martyrer in Ungarn bestimmt. Das Rituale fiir den Trauergottesdienst entspricht dem in den Wormser, Niirnberger und Kblner Memorbiichern nledergelegten Vorschriften und Anforderungen. J. P. Z. Z. POLEN. Koudotenztelegramm an die Wltwe Prof. Frledlhnders. Die in Karlsbad tagende jiid. Welthilfskonferenz sandte an die Witwe des ermordeten Prof. Friedlånder nach Neuyork folgendes Telegramm: „Die in Karlsbad versammelte Hilfskonferenz hat mit tiefster Erschiitterung des tragischen Hinscheidens Ihres verdienten Gatten, des Prof. Israel Friediander und seines Begleiters Dr. Cantor gedacht, deren Martyrium fiir ihre Bruder in der Geschichte der Hilfstatigkeit unvergefllich bleiben wird. Nehmen Sie die Versicherung unseres scbmerzlichsten Beileids entgegen, des Beileids im Namen derer, denen Ihr Gatte in solch hingebungsvoller Weise sein Leben zum Opfer gebracht hat." Gez. Leon Motzkin, Prof. Simonsen und Morris Rottenberg. J. P. Z. Z. delbaum, der Leiter der Chetnie-Werke „Kantorja" ein erschopfendes Referat, worin er auf die gianzenden Aussichten dieses Industriezweiges in Palæstina hinwies. Advokat Dr. Sables verwies in seinem Referat« auf die Notwendigkeit, die entsprechenden Industrien auf Grund, von Anteilscheinen zu organisieren, was vielen Kaufieuten Gelegenheit bieten wiirde, ihr Kapital in palftstinensischen Unternehmungen zu investieren. Ueber die technische Seitc und die Art dér Organisierung dieses Industriezweiges in Palflstina sprach Ingenieur Mendrys. Frischtnann als FlUchtllng. Der bekannte Schrlftsteller David Frlschmann hat am 7. August Warsehau verlassen und sich nach Danzig begeben, von wo er in eine bisher noch nicht bestimmte Stadt Westeuropas zu ttbersiedeln gedenkt. J. P. Z. Z. Der „Joint" Ersatz. Nach Abreise des „Joint" aus Warsehau hat ein Zentralkomitee flir Polen, bestehend aus Rundstein, Prilucki, Grodzienski, Dr. Klumel, Rabb. Kahane, Hebung des intelektuellen und materiellen Status jAbg. Farbstein, Ing. Heller, Ing, Feigenbaum und 1'. der Lehrer bezweckt. Eine Reihe wichtiger Resolu- Kirschbaum dessen Agenden iibernommen. Pas neue tionen wurde gefaBt. Die Foderation soli nur solche Komitee hat vom abziehenden „Joint" eine notaauch spiritus heiBt, aber dieser scheint dem „Tages- Lehrerorganisationen aufnehmen, die Unionen ange-lrielle Vollmacht zur WciterfiUirung seiner Thtigkeiti bote" ausgegangen zu sein. Wir ktinnen es hdren,. wobei das Prinzip der Neuyorker Lehrer-i iu Polen erhalten. J. P. Z. Z. i verstelieu, wie es die deutschen Juden vor Von Woche zu Woche. Svaz Cech ft-2 i d ft v B r n é. Die „Lidove Noviny" vom 27. August bringen eine Notiz, daB die Cechischen Juden die Adressen aller derjenigen Juden melden werden, die in Cechischen Gebieten ihre Kinder in deutsche Schulen schicken werden. Halt! Was heiBt das. Wie? Die Cechischen Assimilanten wollen unter die Denunzianten gehen? Vergessen sie, daB nach einem alten Sprichwort, „der grSBte Lump* im Land ist und bleibt der Denunziant!" Ein Sprichwort, daB auch die hartgesottensten Cechischen Assimilanten verstehen werden, weil es J. S. Machar zu einer Zeit, ais er noch Dichter, und nicht General-Inspektor war, Wort wortllch zitierte. Die Cechischen Juden kampfen gegen den Antisemitismus und schiiren und hetzen gegen die Juden und ausgercchnet in den „Lidové Noviny". Wollen also unseren Juden drohen, kommen mit Repressalien und ihrem Dr. Fuchs. Letzterer will ietzt unsere Juden aufkiaren und der Cechische Verband, abgesehen davon, daB er die geschmacklosesten Plakate zur Schuleinschreibung affichieren laBt, die man sich nur vorstellen kann, greift auch zum Denunziantentum. Die Cechischen Juden wollen verhindérn, daB jiidische Schulen errichtet werden. Wollen uns nationalftthlende Juden, womoglich bei den Behdrden denunzieren. Aber das soli ihnen nicht gelingen, auch dann nicht, wenn sie sich hinter die „Tribuna" stellen, die auch scheinbar auf dem Standpunkt des „non olet" steht. Denn auch die cechischen Juden nehinen Geld, ohne nach seiner nationalen Provenienz zu fragen. Denn der Humanitåtsverein „Hort" ist unseres Wissens nicht Cechisch, sondern jiidisch, und docli strengen sich die Cechischen Judenassimilanten an, bei den Mitgliedern des „Hort" Geld fiir die „Tribuna" aufzutreiben. Die Cechisch-jlidischen Assimilanten wollen also Adressen von Juden verOffentlichen, die ihre Kinder in deutsche Schulen schicken. Wo werden sie das veroffentlichen und wem wollen sie denunzieren? Den Behorden? Die wissen es doch! Das Schulministerium hat unter Erlafi vom 28. August 1920, Zahl 53.333, gestattet, daB jiidische Schulen auch mit deutscher Unterrichtssprache errichtet werden, und alle Aemter werden ersucht, diesen jiidischen Schulen die grofite Aufmerksamkeit zuzuwenden. Die Cechischen Juden kampfen gegen deu Antisemitismus mit den gefahrlichsten antisemitischen Mitteln, uns wird aber auch dieser Maiischel nicht angstigen. Juden, fiirchtet Euch nicht vor den Pamphleten der Cechischen Assimilanten. Bekennet Euch weiter zum jiidischen Volke, zur jiidischen Schule. Der „Tagesbote" und die jiidische Schule. Der „Tagesbote" vom 31. August 1920 meint, die jiidische Schule hatte viele Gegner, auch die „Tribuna" sei dagegen. Schau, schau, wenn diese deutschen Juden den Zionisten etwas antun konne^i. suchen sie sogar Unterstfltzung bei ihren „nationalen" Gegnern. Eine jiidische Schule konue nicht existieren, weil die Juden keine Nationalsprache hatten. Ach so! Also die Spracbe macht die Schule. Das haben wir bei Gott nicht gewuBt. Wir glaubten, der Geist sei es, der die Schule bildel Der Geist, der