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Jüdische Volksstimme · 1920-08-26 · Heft 35 (26.8.1920) · page 5

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XXI (1920)
Issue
Heft 35 (26.8.1920)
Date
1920-08-26
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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Nr. 88, tten befindet, tofagrapMart*, dafl fn Melboern« 204)00 Pf. Si flir dea Palftatinawiederaafbånfofids einschlieBHch 6000 Pf. far die Kolonte „Australien" in Palæstina geseichnet wurde. Die Einzahlung dieses Betrages soli binnen 4 Jahren erfolgen. ITALIEN. Der KoagreS der Zionisten Italiens verschoben. Triest, J. C. B. Der KongreB der italienischen Zionisten findet getnåS einem Beschlusse der Fåderation der italienischen Zionisten in Rom erst Ende September oder Anfangs Oktober in Triest statt. DEUT8CHLAND. Aus der Berliner Kulfusgemetnde. Die Berliner Repr&sentantenversammlung wåhlte erneut Oeheimrat Dr. Minden, Vorsitzender der Reformgemeinde, zu ihrem Præsidenten. Auf den Posten des ersten stellvertretenden Vorsitzenden erhob die Fraktion der Jtid. Volkspartei Anspruch, da sie nach dem Verh&ltnis der bei den letzten Wahlen abgegebenen Stimmen zumindest die zweitstftrkste Partei innerhalb der Qemeinde wfire. Bei dieser Qelegenheit erhob sie auch energischen Protest dagegen, daB die bei den frilheren Wahlen gewæhlten Repråsentanten, deren Mandat bis 1922 l&uft, es nicht fttr nåtig hielten, nach EinfOhrung des Verhåltniswahlrechtes ihre Mandat« niederzulegen. Es sttinde im parlamentarischen Leben olme Beispiel, daB eine offentliche KQrperschaft auf Grund von Wahlen, die nach zwePverschiedenen Systemen stattfanden, zusammengesetzt sei. Von den Konservativen, die auf Orund Cines Wahlkomprommisses auf der Liste der Liberalen gewtihlt wurden, wurde ebenfalls Anspruch auf den Posten des ersten stellvertretenden Vorsitzenden erhoben; ihr Kandidat Lewinski wurde gegen den Kandidaten der Volkspartei, Prof. Heinrich Lowe, gewåhlt, woraufhin die Volkspartei auf den Posten des zweiten stellvertretenden Vorsitzenden verzichtete. (J. P. Z. Z.) Dr. Abraham Hirsch gestorbeu. In Bad Harzburg starb plåtzlich an einem Herzleiden Dr. Abraham Hirsch, Mitinhaber der Fa. Aron Hirsch & Sohn und Direktor der Hirsch Kupfer- und Messingwerke A.-G. Der VerhHchene war Mitglied der engeren Leitung der Agudas Jisroel und der Verwaltung der jttdischen Gemelnde Halberstadt. a p. z. z.) LETTLAND. Die Juden In der lettischen Konstituante. Riga, J. C. B. Bei den Wahlen in die lettische Konstituante sind vier iUdische Kandidaten durchgekommen: Dr. Nurock, Adv. Kron, Dr. Helman und Dr. Mtinz. Letzterer ist ins neue Kabinett als Minister ohhe Portefeuille hineingekommen. Auberdeir wurde von der vereinigten jtidisch-Iettischen sozialdemokratischen Liste der Bundist Rabinowitsch gewåhit. Im Unterrichtsministerium wurde ein Departement fttr die nationalen Minterheiten mit einer besonderen jiidischen Abteilung errichtet. POLEN. Nach Abreise des Joint aus Warschau. Warschau, J. C. B. Vor seiner Abreise aus Warschau lieB das American Joint Distribution Committee allen Institutionen Geld und Lebensmittel fur 3 Monate zurfick. Die Beamten, die flir 3 Monate voraus bezahlt werden, werden ihre Arbeit fortsetzen. Die Aufsichtskontrolle wurde einem aus Vertretern aller Parteien zusammengesetzten Komitee iibertragen. Das ittdlsche Elend in Polen. Danzig, J. C. B. 10.000 jUdische JFltichtlinge aus den besetzten Teilen Polens sind hier eingetroffen und wurden 4n Lagern und offentlichen Gebæuden uutergebracht. Sie wolien alle nach Amerika auswandern. Vlzemlnlsterprasident Daszynski iiber die polnischiiidlsc^en Bezlehlmgen. Warschau, 18. August. J. C. B. Aniæfilich des Empfanges der jiidischen Deputierten Grlinbaum und Hartglas durch den Stellvertretenden MinisterprSsidenten Ignaz Daszynski, erklårte derselbe, daB die versprochene Proklamation der polnischen Regierung zur Milderung der Beziehungen zwischen Polen und Juden in Kiirze erlassen werden wird. Die Verzdgerung erføjgte ledigljch aus technischeo Grunden, Auf dto Betchwerde de« Deputfertea Offlnbeom, daB die Regierung auch sofist dir« Zustcherungen betreffend die Einwirknng auf den inneren Verwaltungsdienst, die jUdische BevOlkerung als gieichwertigen Staatsbarger zu behandeln, bisher nicht erfOllt håbe, erwiederte Vizeministerpråsident Daszynski, daB der ganze staatliche Verwaltungsapparat in so kurzer Zeit nicht ganz umgestellt werden kdnne, besonders in dieser letzten Etappe des ftir die Unabhangigkeit Polens gefOhrten schweren Verteidigungskrieges, wo es gilt alle inneren Fragen und Leiden zu Gunsten der Rettung des Vaterlandes zurBckzustellen. SchlieBHch versicherte Daszynski die iUdische parlamentarische Abordnnng, daB die jUdische Bevdlkerung nur noch kurze Zeit ihre Leiden und Verfolgungen zu tragen haben wtirde. Angesichts der von den Juden gerade in diesen schicksalsschweren Tagen des Vaterlandes gebrachten grofien Opier, die von allen Schichten des polnischen Volkes gewlirdigt werden, kdnnen die Juden zuversichtlicb einer besseren Zukunft entgegensehen. Plnchas Dembitzer gestorben. In Krakau starb am 29. Juli der Gemelnderabbiner Pinchas Dembitzer im Alter von 70 Jahren. (J. P. Z. Z.) UNGARN. Budapest, 7. August. U. T. K. B. In der heutigen Sitzung der Nationalversammlung wurde die Vorlage Uber die Erweiterung des Rechtskreises des Reichsverwesers in dritter Lesung angenommen. Abgeordneter Budaveny begrundet hierauf seinen Antrag, betreffend die institutive L5sung der Judenfrage in Ungarn. Die L6sung dieser Frage, fUhrt er aus, hatten 90 Prozent der Abgeerdneten bei den Wahlen versprochen. Es sei nicht zu leugnen, daB es in Ungarn eine Judenfrage gebe. Die Scbuld an dem traurlgen Schlcksal Ungarns tragen die Juden. Er wolle gegen die Juden keinen Vernichtungsfeldzug fiihren, er verkUnde keinen Pogrom, die Judenfrage miissc anders geldst werden. Redner beantragt, den Juden in Ungarn Grundbesitz und Grundpacht zu entziehen. Juden dtirfen nicht mehr als ein Haus besitzen, ilberflilssige Wohnraume miiBten ihnen abgenommen werden. Juden dflrfe ferner keine Niederlassungsbewilligung und kein Biirgerrecht verliehen werden. Die seit dem i. Jånner 1914 eingewanderten Juden mils¬ øen aus Ungarn abgeschoben werden. Ihr seit dem Kriege erworbenes Vermågen sei zu konfiszieren. Juden dtirfen weder Lehrer noch Professoren werden. Private jUdische Lehranstalten seien einzustellen. In jiidischen Htinden béfindliche Theater- und Lustbarkeitsunternehmungen seien strengstens zu kontrollieren. Juden dtirfen keine Theaterdirektoren werden. Es ddrfen ihnen keine staatlichen Bauten und Lieferungen iibertragen werden. Sechzig Prozent der Fabriksunternehmungen sind den Arbeitern zu iibergeben. Rohstoffe dtirfen nur Christen erhalten. Juden dtirfen keine christlichen Dienstboten halten. Juden dtirfen ferner keine Zeitungsunternehmungen leiten. Die Journalisten haben einen Eid hinsichtlich ihrer patriotischen Haltung zu leisten. Juden dtirfen nicht Minister, StaatssekretUre, fflhrende Staatsbeamte oder Beamte der Auslandsvertretungen, ferner keine Soldaten und keine Polizeiangestellten sein. Alle Teilnehmer an der bolschewistischen Bewegung und diejenigen, die mit dem Feinde zum Schaden der ungarischen Nation ein Einvernehmen gepflogen haben und ftir den Bolschewismus agitieren, sind standrechtlich zum Tode zu verurteilen. J. P. Z. Z. RUMANIEN. Interpellation wegen Uebergrlffe gegen Juden. Der sozialistische Abgeordnete Tenase hat am 3. Juli zwei Interpellationen im rumUnischen Parlament eingereicht in Angelegenheit der Uebergrlffe, welche gegen Juden in Siebenbtirgen verflbt wurden. Die eine Interpellation betrifft einen Fail in Vajnag (Komitat Maramarosch), wo die jiidischen Einwohner von Soldaten ausgeranbt wurden, die zweite befaBt sich mit der Beschwerde der Juden von Fogaras, denen die Schanklizenzen, welche ihr^ Existenz bedeuten, entzogen wurden. Der Interpellant hat bis heute auf seine Interpellationen von den zuståndigen Ministerien noch keine Antwort erhalten. (J.P.Z. Z.) JUdische Helmiose aus der Ukraine in Rumanien. Kischeniew, J. C. B. In den letzten Tagen sind viele jttdischen Heimlosen aus der Ukraine in Rumænien, besonders in Befiarabien angekomraen. Die ru- Mtl& mtniechen Behørdes mach ten Ornes anftngs Schwierigkeitem Nach dem aber der Vertreter fttr zionistische Angelegenheiten des engliscehn Aoflenministeriums bei der rumånischen Regierung interveniert batte, erlieB der rumånische Innenminister eine Ver- .ordnung, der zufolge allen aus der Ukraine zugereisten jttdischen Heimlosen der Aufenthalt in BeBarabten bis zu detn Zeitpnnkt, wo sie wieder die MågHchkeit haben werden heimzukehren, gestattet wird. Eine Abschrift dieser Verordnung wurde dem Rabbiner Ziretson in Kischinew und englischem Innenministerium ttbermittelt. Mlsrachi in Siebenbtirgen. Laut dem Siebenbflrger Kid. PreBbttro hat der Aufenthalt Rabb. Dr. Schdnfelds in Siebenbtirgen zur Organisierung der orthodoxen Zionisten im Geiste des Misrachi måchtig beigetragen. Die Organisation hat zwei Zentralen, Klausenburg nnd Groflwardein, und besonders letztere sei mit ihrer groBen Masse glaubensstreuer Zionisten berufen, die Feste der Misrachibewegung zu werden. Gleichzeitig sei auch eine Gegenbewegung ins Leben gerufen worden unter Fiihrung des GroBwardeiner Oberrabblners Benjamin Fuchs, der ftir den Anschlufl an die Agndas Jisroel Propaganda macht. (J. P. Z. Z.) Tagung des Comitee des Delegation Inlves. Karlsbad, 15. August. J. C. B. In Anwesenheit der Delegierten der jiidischen Kongresse der Vereinigten Staaten N. A. und Kanadas und der Nationalrate RuBlands, der Ukraine, Litauens, Lettlands, Polens, Ostgaliziens, Rumåniens, der Cechoslovakei und Oesterreichs wurde heute die Plenarsitzung des Komitee der jiidischen Delegationen bei der Friedenskonferenz erdffnet. Nach Referaten Sokolows und Motzkins Uber den Scbutz der nationalen und btirgerlichen Rechte der Juden in den Ltindern der Diaspora, wurde beschlossen, eine aus demokratischen Wahlen hervorgegangene Permanenzvertretung zur Wahrung der Rechte der Juden vorzubereiten. Diese Permanenzvertretung soli ihren sttindigen Sitz in Genf haben und eventuelt Zweigbtiros in London und Paris errichten. Hierauf wurde in einer eingehenden Diskussion das Verhtiltnis dieser zu schaffenden Permanenzvertretung zum Vdlkerbunde besprochen. Wer besitzt Briefe und Portrtits beriihmter Juden? Zur VergråBerung einer Sammlung vor Originalbriefen und Portråts beriihmter Personlichkeiten jiidischer Abkunft, die bereits aus 600 Nummern besteht und die spater in den Besitz des Jiidischen Nationalmuseums in Jerusalem tibergehen soli, wird um Angebote'Teventuell Tausch von Duplikaten oder gegen Mtinzen) ersucht. Besonders gesucht werden Briefe (eventueil auch nur Zettel, Karten, Dokumente mit Unterschrift und dgl.) von Moses Mendelssohn und dessen Sohn Abraham, von Salomon Maimon, Samson Rafael Hirsch, Pinsker, Moses HeB, Hermann Cohen, Heymann Steinthal, Julius Ftirst, James Darmstttdter, Josef Derenbourg, Rabbi Samuel Mohilewer, den Botaniken Ferdinand Cohn, Julius Sachs und StraBberger, von Antokolsky, Samuel Hirschenberg, Moritz Gottlieb, Camille Pissaro, Abraham Abrahamson, den Chemikern C. Liebermann und Lunge, den Physikern Heinrich Herz, Philipp Reis und Peter T. RieØ, von Emin Pascha (Schnitzer), dem Arabisten Eduard Glaser, dem Theologen und Philosophen Ch. Martin Frauensttidt, dem Embryologen S. Leopold Schenk, von Alfred Paquet, Isaco Artom, Giuseppe Otholengi, Baron Moritz Hirsch, Baron Edm. Rothschild, Sarah Bernhard, Otto Brahm und Emanuel Reicher. Von allen weniger Popularen unter diesen werden auch Portrtits gesucht. Auch werden Angaben (Hinweise auf BUcher, Dokumente, persdnliche Bekanntschaften u. dgl.) erbeten tiber die eventuelle jfidische Abstammung (oder das*Gegenteil) des Aviatikers Otto Lilienthal, des Komponisten Ruggiero Leoncavallo, der Maler v. Marees, Max Slevogt und Emil Orlik, des Ingenieurs Gustav Eiffel,' des Erbauers des Eiffelturms, von Gambetta, Giosne Carducci, Sven Hedin, Georg Simmei, der Chemiker Moritz Traube, Adolf von Bayer, Bredig und Justus v. Liebig, des deutschen Kolonialdirektors Kayser, von Alfred Messel, Max Klinger, Ernst Possart, des Astronomen Herschel, Johann v. Bloch, Stephan George, Thomas und Hein-

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