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Jüdische Volksstimme · 1920-08-26 · Heft 35 (26.8.1920) · page 4

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XXI (1920)
Issue
Heft 35 (26.8.1920)
Date
1920-08-26
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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d!« Ehrenwache. Der „Sabbath-Nadlmn" 4u Jthree 5580 wird in Jenisalem unvergsølich blelben. (jQd, P. Z. Z.) Di« neue Einwanderung and Ihre Schwierigketten. Jerusalem, J. C. B. Auch diese Woche sind in Jafia wiederum Einwanderer in groflerer Zahl gelandet, 42 aus Konstantinopel und 130 aus Oali2ien und Polen. Zur Verståndnis der momentanen Situation in Palfistina ist es notwendig, daB sich die Jttdische Oeffentlichkeit der Schwierigkeiten bewufit werde, mit welchen die Unterbringung der Einwanderer zu kampfen hat. Obwohl gegenw&rtig die Zeit der Weinlese ist und in die iuddischen Kolonien Tausende von Arabern zusammenstrdmen und beschaftigt werden, kdnnen dennoch die ifldischen Arbeiter dort nicht unterkommen, weil sie zu dem geringen Lohn, den der Araber flir diese leichte Arbeit erhalt, nicht arbeiten konnen. Mit groBer Milhe gelingt es nur fiir die iiidischen Einwanderer Arbeit zu finden. Von den neuangekommenen werden einige Dutzend beim StraBenbau in Tiberias, einige in Schuni bei Sichron Jakob, einige bei offentlichen Arbeiten der Kolonie Rosch Pinah, ein Teil endlich beim StraBenbau iiv Kolonien Untergaliiaas Arbeit erhalten. Der „Hapoel Hazair, der den grOBten Teil der Arbeiter uhterbringt, kampft mit ungeheueren Schwierigkei* ten und mit jedem Schiff, das neue Einwanderer bringt, erhebt scih, immer schwieriger die Frage: Wo finden sie Arbeit? Dazu kommt, daB ein groBer Teil der jetzt bestehenden Arbeitsmdglichkeiten wegfallen wird, sobald die Regenzeit beginnt — Mitte November — und dann wird die Frage der Arbeit fiir die Einwanderer immer brennender sein. Die Schwierigkeit ist einerseits darin gelegen, daB der „Tabu", das Qrundbuch, noch immer nicht freigegeben ist, sodaB noch immer kein Landkauf stattfinden kann; andererseits reichen die Qeldmittel der zionistischen Kommission nicht fiir die groBen Anforderungen der begonnenen Einwanderung. Daher kann die Zionistische Kommission fticht genug Arbeit zuweisen und die Arbeiter nicht im entsprechenden MaBe mit ArbeitsgeråLten versehen, wodurch viel Kraft verloren geht. Die Leitung der ICA zeigt diesmal viel Verstdndnis fiir die Situation und hat sehr vielen Arbeitern Arbeit verschafft. Nur durch reichliches Zustrdmen von Geldmitteln wird die zionistische Kommission in den Stand gesetzt werden, mit grdBeren Arbeiten — zum Beispiel dem Hfluserbau, der seit langem projektiert ist, aber noch immer nicht begonnen hat — zu beginnen. Geschieht das nicht, so wird die Einwanderung zum Stocken kommen miissen. Auch auf Seite der einwandernden Chaluzim sind Schwierigkeiten, denen man begegnen muB. Die meisten Einwanderer hoffen, sofort zur Bauernarbeit zu gelangen. Allein dies ist schon aus finanziellen Griinden unmdglich. Der Chaluz muB die vorbereitende. Arbeit leisten, StraBen bauen, steinigen Boden von Steinen freimachen, (Dies ist zum Beispiel die einzige Arbeit der neuen, aus 120 Einwanderern bestehenden Kolonie Kirjath jearim hei Jerusalem.) Vielen Chaluzim erscheint diese Arbeit eintSnig, langweilig, da sie fiir Viehzucht und Land wirtschaft vorgebildet sind. Dadurch entstehen groBe Schwierigkeiten beim Organisieren der neuen Gruppen. Je schneller die jiidische Oeffentlichkeit Im Galuth diese Tatsachen verstehen wird, bei der Vorbereitung der Einwanderer und der Sammlung der Fonds, die Konsequenzen ziehen wird, desto sicherer wird Paldstina der Schwierigkeiten der neuen r inwanderung Herr werden. Insplzlerungsrelsen Samuels. Sir Herbert Samuel setzt seine Inspizierungsreisen durch das Land fort. Bei seinem Aufenthalte in Jaffa wohnte er auch der Feier anldBlich der Verteilung der Reifezeugnisse im Herzl-Gymnasium zu Tel-Awiw bei. Samuel wiederholte auch hier, daB die Hdfen bald geoffnet werden diirften und daB alle, die nach Palåstina kommen wollen, um zur Entwicklung des Landes beizutragen, keinen Einreiseschwierigkeiten begegnen werden. In Rischon-le-Zion nahm Samuel an der Feier der Einbringung der ersten Trauben teil. Auch dort besuchte er die Synagoge. (J. P. Z. Z.) tm Die Einwanderung in PalBstina. London, J. C. B. Mit RUcksicht auf die Freigabe der Einwanderung in Palåstina werden Vorbereitungen getroffen, um den jtidischen Emigrationsstrom aus Ost- und Zentraleuropa nach Palåstina zu dirigieren. Die Hauptarbeit in dieser Richtung soli in Prag, Wien und Konstantinopel konzentriert werden. tm Znmmwhm mit diesem Plan soQ S. Land* mani), Sekretår der ziønistischen Organisation in Kurzem die genannten Stadte besuchen, um die Er* richtung der erforderlichen Emigrationsåmter zn beaufsichtigen. Kraukeohato In Jaffa. J. P. Z. Z. Dr. Alkazir, der 10 Jahre hindurch einen wichtigen medlzinischen Posten in Amerika eingenommen hat, wird demnåchst in Jaffa ein Krankenhaus fiir Augen-, Ohren-, Nasen- und Halskrankheiten eroffnen. Es wird geplant, Zweiganstalten dieses Krankenhauses in mehreren Stadten wie Ludd, Ramlah usw. zu errichten. Dr. Alkazir war einer der ersten, der mit der Hadassah nach PalBstina gekommenen Aerzte. Eln ArchSologle-Instltut In Jerusalem. London. Das J. C. B. verbreitet folgende Reutermeldung: Jersalem, 9. August. In Anwesenheit von filhrenden britischen, franzfisischen und amerikanischen Archaologen wurde heute eine britische archaologische Schule erOffnet. Sir Herbert Samuel sagte in seiner Ansprache, Paiastina sei der Begegnungsort der Ziviiisationen. Die Archaologie sei die Grundlage der Geschichte und die Geschichte sei die Grundlage einer guten Regierung. Er verkilndete die Schaffung eines Departements fiir Altertttmlichkelten und erklfirte, daB die britische archaologische Schule und die Archåologen der verbflndeten Lander ihre vollste Unterstiltzung zugesagt hatten. Audlenz des Waad hasmani bel Sir Herbert Samuel. Jerusalem, J. C. B. Wie berelts gemeldet, hat der Gouverneur am 7. Juli die Deputation des Waad hasmani, bestehend aus Dr. Jacob Thon, E. Berlin, E. Blumenfeld, Rabbi Nissim Elischar, Diesengoff und Mayerowitz empfangen. Nunmehr werden Details fiber die Unterredung, die ilber eine Stunde wdhrte, bekannt. Die Deputation sprach zunachst die Bereitwilligkeit des Waad hasmani aus, den Gouverneur in seinem schweren Amt zu unterstiltzen. Sie lenkte sodann seine Aufmerksamkeit auf die im Lande herrschende Unsicherheit, welche Mitschuld tragt an der okonomischen Stagnation des Landes. Si e sprach den Wunsch aus, daB die Einwanderung keinen Beschrånkungen unterworfen werden m6ge, da die, schdpferischen Kråfte der Einwanderer das Land beleben werden. Sir Herbert Samuel versicherte, daB alle Mittel zur Sicherung der Ruhe ergriffen werden. Die Deputation trug hierauf den Wunsch vor, daB die „Asefath haniwcharim“ (Delegiertenversammlung) zur Organisierung des Jischub bald gestattet werden moge, die Versammlung werde sich immer mit Fragen dre inneren Organisation befassen. Der Gouverneur erklårte, diese Frage erst erwågen zu milssen. (Bekanntlich verlangen auch die Araber das Recht auf ihre Delegiertenversammlung. J. C. B.) Endlich brachte die Denutation die Wlinsche der jiidischen Bevolkerung betreffend die Stellung der hebråischen Sprache im Offentlichen Leben, insbesondere bei den Behorden vor. Sir Herbert Samuel erkannte die Berechtigung dieses Wunsches an und sagte zu, daB demnåchst ein entsprechendes Gesetz herausgegeben werden wird. Kelne milltarischen Uebungen am Sabbath. J. P. Z. Z. Auf Ansuchen einer Rabbiner-Deputation um Befreiung der Jiid. Soldaten vom . Militårdienst am Samstag, erklårte Samuel, er wtirde die | Uebungen auf andere Tage verlegen lassen, umsomehr, als auch er bei ihnen håufig anwesend sein mochte. Zwel Verwaltungsbezlrke. J. P. Z. Z. Palåstina wird von der neuen Verwaltung in zwei Verwaltungsbezirke eingeteilt: Paiastina mit Jerusalem und Phonizien mit Haifa als Zentrum. Alkofcotverbot. J. P. Z. Z. Den Hotels* Kaffeehansern und Klubs wurde der Ausschank aller Arten von Alkohol und Likdren verboten. Sommerkarse (Ur Lehrer. J. P. Z. Z. Die Zentrale der Lehrervereinigung veranstaltet in Jaffa Sommerkurse fttr Lehrer, die am 24. Ab beginnen und 3 Wochen dauern sollen. Nach AbschluB der Kurse soli eine allgemeine Konferens der Lehrer Palåstlnås zusammentreten, deren Tagesordnung demnåchst verSffentlicht werden wird. ENGLAND. Vor elner wichtigen Konferens tn London. London, 15. August. J. C. B. NBchsten Monat soli hier eine wichtige Konferens der Vertreter der englischen Judenschaft stattfinden. Es handelt sich um die Einreihung der allgemelnen Hilfståtigkeit in die zionistische Arbeit. Die Konferenz wird von der zlonistischen Organisation einberufen. Die ifidische Welthlllskonferenz In Karlsbad. Karlsbad, 14. August. J. C. B. In die aus 29 Mitgliedern bestehende Jiidische Welthilfszentrale, deren Sitz in London sein wird, wurden folgende Delegierte gewahlt: Bramson-Petersburg, Chargen-Minsk, Oberrab-i biner Dr. Chajes-Wien, Oberrabblner Dr. Ehrenpreis- Stockholm, Farbstein-Warschau, Dr. Hellmann-Riga, Jofreikin-Petersburg, Dr. Jochelmann-London, Elieser Kaplan-WeiBruBland, Dr. Kråmer-Bukowina, Dr. Klumel-Warschau, Dr. Bernhard Kahn-Berlin, Lyon Kohn, Dr. Klee, Deutschland, Dr. Emil Margulies- Leitmeritz, Fritz Kaufmann-Berlin, Leo Motzkin- Paris, Annita Mflller-Wien, Rab. Dr. Niemirower- Bukarest, Prof. Pick-London, Hachmllewitsch-Kowno, Dr. Rosmariti*Lemberg, Dr. Salkind-Petersburg, Sarlmann-Kanada, Sir Stuart Samuel-London, Prof. Dr. Slmonsen-Kopenhagen, Sliosberg-Petersburg, Dr. Solowejczik-Kowno, Wladimir Témkin-Kiew. AMERIKA. Antisemitlsmus als Grund itir Nlchtnomlnlerung zum ' Pråsldetitschafts-Kattdidaten. ‘; * Neuyork, J. C. B. Der bekannte amerikanische Autokonig und Anftihrer der antisemitischen Propaganda in den Vereinigten Staaten, Ford, beschloB letztens bei den Prasidentenwahlen zu kandidieren. Als aber die Partei, die seine Kandidatur hatte aufstellen sollen, zusamraengetreten ist, um die Nominierung vorzunehmen, erklårte ein christlich-progressiver Delegierte aus Middee-West, Ford kQnne keineswegs zum Kandidaten nominiert werden, da er eine antisemitische Propaganda fiihre und die Hetze gegen die Juden zum Hauptprogramm seiner Wahlkampagne zu machen beabsichtige. Die Partei hatte zur Priifung der obigen Angaben ein Komitee eingesetzt und als dieses auf Grund von Informationen der ifldischen „Bne-brith“-Liga die Angaben als richtig befunden hatte, wurde von der Nominierung Fords zum Prasidentschaftskandidaten endgflltig Abstand genommen. , Darleben von der ICA. Die Plantagenbesitzer von Petach-Tikwah haben von der ICA ein Iangfristiges Darleben erhalten, und zwar 24.000 Pf. flir Plantagenzwecke und 11.000 Pf. fiir den Anbau von Luzernen (Klee). AuBerdem hat der Waad der Kolonle ein Darlehén von 22.500 Pfund fiir StraBenbauten erhalten, an dem der Waad Hazirim mit 15.000 und die ICA mit 7500 Pf. partizipieren. J. P. Z. Z. GroBe Erfolge des Zlonlsmus Itt Australien. Melbourne, J. C. B. Mr. Israel Cowen, der sich gegenwår tig in einer besonderen Mission in Austra- 91 Bohem Fllialet la" Akllanbank In Pri In BrQnn vlt-a-vls Babnbe is Zahlu»9«n Irs AuilRnd naanslaruagaa und Kmdlta BArenn-Trans« aktionen Zw«fø tnataHMi: N*w.York, Paria, Bratla’av«, Qablonx a/N., Halda

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