Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- XXI (1920)
- Issue
- Heft 32 (5.8.1920)
- Date
- 1920-08-05
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Mi 4 seminariet! und Untersuchungsstationen, die Samm- Iung statistischen Materials usw. sein. b) Das ZentralbQro in der Diaspora soli hebråische Lehrerseminarien grflnden und unterstiitzen, die iede im Zionismus vorhandene Tendenz vertreten, Lehr- und Lesebiicher verOffentlichen, sie den Scbulen vermitteln, pådagogische und JugendzePsebriften veroffentlichen usw. Hiebei soli das Diasporabilro in dauernder Verbindung mit dem Zentralbtito in Pal&stina verbleiben. c) Bis die Arbeit des Diasporabliros organisiert ist. sollen die Biiros in den verschiedenen Låndern ihre Tåtigkeit in Bezug auf die Veroffentlichung von Bbchern, welche bereits teilweile> gedruckt, oder dnickbereit sind, fortsetzen. Poale-zionistische Weltkonferønz. Wien, 28. Juli. J. C. B. Qestern, 8 Uhr abends, fand die Eroffnung der V. ^oale-zionistischen Weltkonferenz im Hotel „Post" statt. Erschienen sind die Delegierten des sog. „Rechten und linken Fltigels". wahrend die Kommunisten vorlåufig der Konferenz noch fern bleiben. Den Vorsitz fiihrte das alte Præsidium des Weltverbandes: Kaplanski, Jahrblum (Polen), Locker und Cbasanowitsch. Die Wahl des neuen Præsidiums findet erst heute statt. Diese erste Sitzung war von BegrtiBungsreden aiisgefiillt. Im Namen der polnischen Poale Zion sprachen Zerubabel und im Namen der Achdiith haawoda begriiBte die Weltkonferenz B. Katzenelson. Zu SchluB der Sitzung wurde folgendes Manifest ausgegeben: 1. Die poale-zionistische Weltkonferenz iibersendet ihre herzlichsten GrtiBe dem Jiidischen Proletariat in Erez Israel, das durch Arbeit und Blut den Ciundstein flir die sozialistische Zukunft des jiidisclten Landes legt. 2. Die Weltkonferenz protestiert schdrfstens gegen den weiBen Terror in Polen, der die blutigsten Verfolgungen des Arbeiters, besonders des Jiidischen inszeniert. 3. Die Weltkonferenz drttekt ihre Bewunderung SowietruBland aus und ttbersendet einmtitig ihren hetzlichen GruB dem proletarischen russischejj Staate. 4. Die Weltkonferenz begriiBt die dsterreichische Ai beiterklasse und driickt ihre Anerkennung weg-sn des strengen. Boykotts gegen das weiBterrorische Ungarn aus. 5. Die Weltkonferenz begriiBt brtiderlich die „Labour Party" in England. (Antrag Pomeranz.) 6. Die Weltkonferenz begriiBt den revolutionære« Mtirtyrer Debs in Amerika und driickt ihm ihre Bewunderung aus. (Antrag Zuckermann.) Wien, 28. Juli. J. C. B. Auf der heutigen Vormittagsitzung der poale-zionistischen Weltkonferenz wurden iiber Vorschlag des Vorbereitungskomitees folgende Herren ins Præsidium gewæhlt: Ing. Kaptensky, Israel Wescher (Polen), Ben Gorion (Palæstina) und Zuckermann (Amerika). Ferner wurde den auch heute ferngebliebenen Kommunisten die Wahl von 2 Pråsidialmitgliedern auS deren Mitte iiberlassen. Die Vormittagssitzung wurde mit dem von R. Locker erstatteten Rechenschaftsbericht ausgefiillt. Zu Schriftfiihrern wurden bestimmt Pomeranz (England), Ing. Buchsbaum (Lemberg). Die Wahl des dritten Schriftftthrers wurde den Kommunisten iiberlassen. Zlrkulandum des Zlonlstischen Zentral-Komltees. Die jiingsten Ereignisse in nahen Osten haben eine gewaltige Steigerung der Aufgaben des Pala stinaamtes zur Folge gehabt. Eine groBe Zahl von Fliichtlingen und Chaluzim iiberschreitet die Grenzen unseres Staates auf ihrem Weg nach Palæstina und heischt Hilfe und Unterstiitzung. Die zionistische Organisation mit ihren geringen Mitteln arbeitend, versucht durch Einrichtung von Zweigstellen im ganzen Staate den Strom der Durchwanderer zu regeln. Es wurden vorldufig an folgenden Orten Palæstinaæmter eingerichtet: Bardiov, Kaschau, Ungvar. PreBburg, Mæhr.-Ostrau, Briinn, Lundenburg, Friedek-Mistek. Durch genaU Instruktionen, Registrierung der Durchwanderer, Schaffung von Unterkunftsstædten, Aussteliung von Identitætsscheinen wird die Durchwanderung in geregelte Bahnen geleitet. Die Unterbringung, Verpflegung, Beschaffung von Relselegitimationen und Reisegeld stellt an die kleine kleine Anzahl der aktiven Mitglieder die ge- 40p»che voucamiiiiE" waltigsten Anforderungen; Qeldmittel sind fast keine vorhanden und ermbglichen es nicht einmal die Chaluzim bis Wien zu schaffen. Zahilose Interventionen bei den Lokalbehdrden und KoVsulaten sind notwendig, um den freien Durchzug und die Einreise in die Nachbarstaaten zu erlangen. Mitarbeiter bei den lokalen Palåstinaæmtern und an allen Durchzugsstellen werden dringend bendtigt. Der grdBten Unterstfitzung bedarf der Chaluzfonds, welcher einen Teil der Reise- und Verpflegskosten decken soli. Leider ist bis jetzt nichts Nennenswertes geschehen. Ein gut ausgebauter Stellenvermittiungsdienst soli den Chaluzim voriibergehend Arbeit beschaffen; es scheint aber, daB jtidische Gutspåchter und Industrielle, welche Chaluzim aufnehmen kdnnten, gar nicht existieren. Das Qebot der Stunde erscheint dringend die Mithilfe aller jener, die sich Zionisten nennen, um ftii* diese Arbeit ein kleines Opfer ihrem Ideal zu bringen, das so oft im Munde geftlhrt und so selten in die Tat umgesetzt wird. Es werden alle. zionistischen Organisationen gebeten, sich in Chaluzimangelegenheiten an das nfichstliegende Palæstinaamt zu wenden, welches Arskilnfte gemåB der bereits an alle Palæstinaæmter ausgegebenen Weisungen erteilt. Es wird besonders anf den Umstand aufmerksam gemacht, daB die Palfistinaæmter nur jenen Palæstinawanderern Hilfe und Unterstiitzung gewåhren konnen, die sich entweder als Chaluzim (das heiBt Mitglieder einer polnischen Chaluzorganisation) legitimieren, oder glaubhaft nachweisen, daB ihre Absicht am Aufbau Palæstinas tcilzunehmen feststeht. Alle zionistischen Vereine verden ersucht keinerlei Spenden an Leute, welche sich als Chaluzim ausgeben, auszufolgen, sondern diese Leute ausnahmslos an die zustændigen Palåstinaæmter zu verweisen. Fliichtlinge, oder jene, die nicht in dtese Kategorie fallen, mdgen sich an die sozialen Institutionen des Joint, der Kultusgemeinden etc. wenden. Rundschau. Grofie Aktion des J. N. F. Ira fernen Osten. — Ehrufig der Gefallenen in Obergalilæa. — Die Shanghai Zionist Association hat auf Initiative ihres Vorsitzenden, Edward J. Ezra, eine grcBe Aktion fUr den JNF in allen jiidischen Gemeinden in China, Japan und Strates Settlements eingeleitet. lnsgesamt rechnet'man auf eine Einnahme von 50G Tausend Franks, wovon 100.000 Frcs. in den ersten Wochen bereits gesammelt wurden. Die Idee des „Josef Trumpeldor-Fonds", der dazu bestimmt sein soli, den in Galiiæa im Kampfe um die jiidischen Siedlungen gefallenen Arbeitern ein dauerndes Denkmal auf NF-Boden in Palæstina zu crrichten, hat in Polen, Litauen, WeifiruBland, Wolhynien und Ostgalizien groBen Anklang gefunden. In Polen sind im Laufe der ersten zwei Monate flir diesen Fonds 400.000 Mk. in dem von Polen besetzten Litauen ca. 150.000 Mk. und in WeiBruBland ca. 50 Tausend Mark gesammelt worden. Trotz der schwcren Lage der Juden in Polen sind dort die Eipnahrnen fiir den JNF in stetem Steigen begriffen. Sie betrugen allein fiir die Monate Ijar und Siwan iiber eine Million poln. Mark. In Finnland wurden in wenigen Wochen in den kleinen jiidischen Gemeinden des Landes 135.000 Mk. fiir den JNF gesammelt. Neue Sammelstellen filf den JNF sind in den letzten Monaten in Bagdad flir ganz Mesopotamien und in Rio de Janeiro fiir Brasilien gegriindet worden. PALXSTINA. Die Wiederbesiedlung Palæstinas. Jerusalem, 27. Juli. J. C. B. Die Regierung hat den Beamten des Zivildienstes das Recht auf Einhaltung ihres nationalreligidsen Ruhetages formell zugestanden. Die Pressezensur wurde aufgehoben, nui muBten die Herausgeber eine Kaution von 50 Pf. St. erlegen. Das jfldische Regiment kehrte von Jericho in sein Lager bei Sarifurasend zurflek. Alle Einschrænkungen betreffs der nationalen Flaggen wurden aufgehoben. Authebung der Zensur in Palæstina. Jerusalem, 22. Juli; J. C. B. Der Oberkommissær Sir Herbert Samuel hat gastern die Vertreter der hiesigen Presse empfangen und teilte ihnen mit, daB Mt. 82. er die Pressezensur aufheben wird. Bel dieser Qelegenheit åuBerte Sir Samuel, daB Palæstina in den nåchsten 3 Jahren einer wundervollen Entwicklung entgegensehe. Finigungsverhandtungen zwiseben den belden Arbeiterpartelen ln Pallstlna. Jaffa, J. C. B. Anfangs Juli fand in Jaffa die Sitzung der Vertreter der beiden Arbeiterparteien Palæstinas statt, um iiber eine Arbeitsgemeinschaft zu beraten. Die Anregung dazu wurde, wie bereits gemeldet, von dem neuen Weltverband der Hapoel Hazair und Zeire Zion gegeben. Die Delegierten waren von der Reihe der Achduth haawoda: Rernes hnbaschoff, Manja Schochat, Wilbuschwitsch; von der Seite des Hapoel Hazair: Bergmann, Bloch, Eliser Schochat. Es wurde eine grundsætzliche Einigung erzielt, die noch von den beiderseitigen Parteizentren gebilligt werden muB. Danach soli nach Heimkehr der Delegierten von der Londonner Konferenz eine Beratung von Deelgierten samtlicher Arbeiter Palæstinas (auch der kelner Partei angehorenden) stattfirfden und die Schaffung gemeinschaftlicher Institutionen und Organisationen aller Arbeietr beschlieBen. Als gemeinsame, unparteiische Institutionen sind in Aussicht genommen: Krankenkasse, Konsumgenossenschaft „Hamaschbar", Einwanderungsamt, Arbeitsamt, Kulturarbeit, Fachbildung, Rechtsschutz, Arbeiterbank. Dieser erste Schritt zur Einigung ist in allen Arbeiterklassen und vom ganzen Jischub mit Befriedigung aufgenommen worden. Elektrikerkurs in Jerusalem. Jerusalem, 20. Juli. J. C. B. In Jerusalem findet derzeit auf Veranlassung des Waad haawoda (Zionist Commission) ein Kurs fiir Heranbildung von Elektrikern und Monteuren statt. Es beteiligen sich etwa 50 Schiller. Unterriehtet wird Stark- und Schwachstromtechnik. Hebræische Aerztezeltschrlit. Jerusalem, J. C. B. Das erste Heft der Vierteljahrzeitschrift „Harefuah" ist erschienen, das mit seir.en streng wissenschaftlichen Artikeln und seiner gut gewåhlten hebråischen Terminologie, einen sehr wertvollen Beitrag zur hebræischen wissenschaftlichen Terminologie hildet. Demnæchst erscheint eine weitere wissenschaftliche Quartalschrift „Halasehon", das Organ des Waad Halaschon. Redakteur Josef Klausner. Araber bitten Jabotinsky um Verzelhung. Jerusalem, J. C. B. Gleichzeitig mit den jiidischen Gefangenen von Akko sind auch zwei Araber, die aniæBlich der Exzesse in Jerusalem verhaftet wurden, in Freiheit gesetzt worden. Diese beiden Araber sind, bevor sie Akko verlieBen, an Jabotinsky herangetreten und haben ihn und die Juden um Verzeihung gebeten. Sie erkiærten, daB sie aufgehetzt waren und glaubten, daB die Exzesse fiir die Araber notwendig seien. Jetzt haben sie die Deklaration von Samuel gelesen und erkannt, daB ein Zusammenarbeiten mit den Zionisten ihnen und dem Lande nur niitzlich sein wird.. Sitzung des Waad hasmani. London, J. C. B. Aus Jerusalem wird berichtet: Am 7. Juli 1920 fand in Jerusalem eine wichtige Sitzung des Waad hasmani statt, Oegenstand der Beratungen bildete die durch dije Ankunft Herbert Samuels in Palæstina geschaffene neue Lage, ferner die Sicherheit des Landes. Eine Deputation des Waad hasmani wurde von Sir Herbert Samuel noch air. selben Tage empfangen — wenjg,e Stunden vor dem Empfang der sæmtlichen Delegationen Judæas, donen Samuel das Reskript d,es Konlgs verlas. Sir Herbert Samuel nahqj die Wiinsche der durch den Waad hasmani repræsentierten Ju4enschaft Palæstinas entgegen und unterhielt sich mit der Delegation VI9 Stunden iiber alle aktuellen Fragen. Von der illdlscben Legion. London, 26. Juli. J. C. B. Aus Jerusalem wird berichtet: Die jildische Legion ist bekaontlich Mitte Juni nach Jericho verlegt worden, um eventuelle Anniffe der Beduinen abzuwøhren. Die Truppen sind zum Teil in Jericho, zum TeU am Toten Mepre und zum Teil an der Ailenbabriicke am Jordan verteilt, die derzeit die Grenze bildet. Auf der ander en Seite stehen die Soldaten des Emir Faisa!. Die Legtøn