Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- XXI (1920)
- Issue
- Heft 31 (29.7.1920)
- Date
- 1920-07-29
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Mt« 4 Mtmem vøLicMtiMme- Hr. åi. entsprechend« Ergånzungen fflr die Badhersamm« lunget! sicfterzuStellén. Besonders hervorzuheben ist der Umstand, daB die Hollåndische Akademie als erste ihre Unterstiitzung der hebråischen Universit.lt versprdchen hat. Es jniissen aber auch sonst iiberaJl Blicher von Oesintiungsgenossen und Freunden der tiebrfiischen Universitåt gesammelt werden, besonders solche flir Mathematik, Physik, Chemié und Mikrobiologi und solche allgemeinen oder spezial ju dischen Inhattes. Oas låhrliche Budget fiir alle Institute einschlieBlich des Institutes fiir hebråische Sprache und der Abteilung fflr die Wissenschaft des Judeitftfrt« belftuft sich auf 40—45.000 Pfund Sterling. Inwiefern keine unvorgesehene Hindernisse in den Weg treten, wird die Eroffnung dieser „Voruni ver sitål" im Frtihling oder Herbst 1922 stattfinden. Was das Technikum in Haifa anbetrifft, so wird der Vorkriegsplan Jetzt einer Revision unterzogen und wesentliche Abånderungen darin gemacht werden. Es wird beabsichtigt die Bauingenieurabteilung auf Kosten der Maschinenbauschule zu erweitern. Auch gibt es mit Riicksicht auf die Unkosten enorme Meinungsverschiedenheiten in Bezug auf die Niitzlichkeit verschiedener Laboratorien und Werkståtten, die im Vorkriegsplan vorgesehen werden. Zur Erleichterung des Studiums am Technikum hat das Erziehungsdepartement die Ausgabe eines technischen Wdrterbuches in hebråischer SpTache veranlaBt. Das Werk wird die ganze wissenschaftliche und mechanische Terminologie enthalten und in ca. einem Jahre in Palåstina erscheinen. Das Technikum wird zu Beginn eines jåhrlichen Aufwandes von 8—9000 Pfund und die Werkståtten 6—7000 Pfund anfordern. Die Eroffnung wird flir Herbst 1921 geplant. Soebtn erschienen: Dr. a. SCHW6DRON K 6.90. Dr. DON ATH K 3.50. M. Hlckls Verlag, Brllnn, Adlerg. 9. .X Rundschau. PALASTINA. Eine Jiidische Industrlearmee In Palåstlua. Jerusalem, J. C. B. In einer der letzten Nummern des „Palestine Scekly“ verSffentlicht der Amerikaner B. Rosenblatt einen Artikel, in dem er den Plan einer JUdischen Industrle-Armee flir Palastina aufstellt. Diese Armee soli den itidischen Boden in Paldstina fur die sofortige Besiedlung geeignet machen, Hauser fiir die zuktinftigen Immigranten vorbeteiten und vor allem durch dieses System des „friedlichen Durchdringens" alle Mittel und Energien fiir die Renaissance des Heiligen Landes dienbar machen. Die zlonistische Weltorganisation solite einen Ruf an die Juden der Welt erlassen, sich fiir die Daner ven 18 Monaten in die genannte Armee einreihen zu lassen. Ein „Stab" aus drei Fachleuten solle die Sichtung durchfiihren und die geeigneten und qualifiziertesten in diese Armee, die nicht mehr als 10.000 Mann zahlen soli, aufnehmen. Die Aushaltung einer solehen Armee von 10.000 Mann wahrend der 18 Monate soli nach Berechnungen des Verfassers 2 Millionen Pfund erfordern. Frankrelch und Paldstina. London, J. C. B. Die „Palestine" (Organ des „British Palestine Committee") schildert in einer ihrer letzten Nummern das Verhaitnis Frankreichs zu den verschledenen Problemen im nahen Osten und seine falsche Politik in Bezug auf Jerusalem und Damas« kus. Das grofle Kapital, — schreibt das Blatt — wel« ches Frankreich in seinen Interessen im nahen Osten investieren kann, ist die Entente mit England und die mit dem JUdischen Volke. Frankreich hat ebenso wie England sein ausgesprochenes Interesse am Gelingsn des Versuches mit einem JUdischen Paldstina, und diejeitfgen, welche solche Oegensdtze konstruieren wollen, sind keine wahren Diener Frankreichs. Ferner ftihrt das Blatt aus, daB die einzig vernUnftige Politik, die Frankreich im Osten fUhren kann, ist die Ueberlassung der naturlichen Grenzen im Osten und Norden an Paldstina und die Verbindung mit den Arabaren gegen Kemai, dem tatsdchlichen und einzigen Storenfried im Orient. Das neue Paldstina, London, J. C. B. „Daily Clironlcie" yom 12. Juli schreibt zur Verkiindung der kOniglichen Bdtschatt in Paldstina: Das Regime in Paldstina unterscheidet S’ch wesentlich von dem irt Indien oder Aegypten. Die Briten haben eine legale Verpflichtung iibernommen die ihnen durch den Friedensvertrag auferlegt wird, die alte britische Tehorie von Regierung im Interesse der Regierten in die Praxis umzusetzen. Und Jeder Schritt der Verwaltung wird von den Freunden Palåstinas in der ganzen Welt iiberwacht werden. Wir gehen auch daran das Programm, z.i dem wir uns bekennen, die jildische Emigration zu fordern, auszufiihren. JUdische Beamten in der Verwaltung Palæstina«. Jerusalem, J. C. B. Die Verwaltung des Grundbuehes (Tabu) hat mehrere junge Juden als Beamte angestelit. Audienz Kolvarejskls bel Konlg Felsul. Jerusalem, J. C. B. Der bekannte Administrator der Ica, Chaim Kolvarejski hatte Ende Juni eine halbstUndige Audienz bei Feisul, deren Oegenstand die Verbesserung der englisch-arabischen Beziehungen bildete. Feisul erwåhnte seine guten Beziehungen zu Weizmann, Kolvarejski wies darauf hin, daB von Seiten der Juden immer die Bereitwilligkeit zur Schaffung guter Beziehungen bestand. Kolvarejski hatte dann Fangere Besprechungen mit dem Ministerpråsidenten Feisuls und mit seinem Minister des Aeufiern. Kolvarejski hat sich dahin geåuflert, daB durch Verbesserung der Beziehungen zu Feisul und zu seiner Regierung sich der ganze Sicherheitszustanc der Kolonien in Galilåa, die heute so bedroht sitid, Sndern wtirde. Konierenz der Achduth haawoda. Jaffa, J. C. B. In Kinereth fand eine Vollkonferenz der poale-zionistischen Achduth haawoda statt, die erste seit Begrundung der Partei. Auf der Tagesordnung stand besonders die Erorterung des Verbaitnisses zur zionistischen Organisation und zum Weltverband der Poale Zion. Es wurde einstimmig beschlossen, daB die Achduth haawoda irtnerhalb cF zionistischen Organisation verbleibt und auf der Weltkonferenz der Poale Zion fiir das Zusammengehen mit der zionistischen Organisation eintreten wird. Auf der Konferenz wurde auch bekanntgegeben, daB sich der Haschomer, die Organisation der Wåcliter in der bisherigen Form auflost, da die Verteidigung der Kolonien im gegenwårtigen Augenblicke eine allg.uneine Angelegcnheit ist, an der alle Arbeiter teilnehmen mUssen. Christeu-Pøgrome in Nord-Palåslina. Haifa, J. C. B. Zwischen Sydon und der jiidischen Kolonie Methula haben arabische Banden gråflliche Pogrotne gegen christliche Bevolkeeung veranstaltet. Sie verbrannten das Dorf Dschedida, wo eine groBe Anzahl Christen der Feuersbrunst zum Opfer fielen. Viele christliche Frauen wurden geschåndet und deren Kinder abgeschlachtet. Auch 25 Juden sind von jener Gegend nach Sy don geflohen Die jiidische Kolonie „Jussud-Hamaala" ist in groBet Gefahr. Zum Schutze der Kolonie „Mischmar Haj radem" hat die Regierung eine zahlreiche, gut bewaffnete jiidische Polizei aufgehoten. Feler des Einzuges Herbert Samuels In Jerusalem. antrat, zum Freudéntag erklårt. in deti Synagogen entfiel das Tachnungebet. Auf den Namen Herbert Samuels (Elieser ben Meriachen) wurde in alien Synagogen der Sengensspruch „Mischeberach" gesprocclien. Ein neues Hfeft „Ere2 Israel**. Dieses Heft, dessen Heråusgabe infolge der Papier- und Druckschwierigkeiten eine Verzogerung erleiden muBte, ist dem Problem gewidmet: welche praktischen Wege mussen eingeschlagen werden, um das Ideal eines dicht besiedelten, auf jiidischer Sblbstarbeit begrundeten Palåstinas moglichst bald zu erreichen, dessen Boden sich im Gemeineigentum des jitdischen Volkes befinden soli. Der Frage der Intensitåt der Wirtschaftsmethoden und der Wirtschaftstechnik in der Palåstina- Kolonisation sind die Aufsåtze Soskin: „die Ackerbeetkultur", de Lierne: „Idee oder r\Plan“ und Granowsky: „Autarkie als Ziel und Methode der Kolonisation" gewidmet. Mit der Abgrenzung der Privat- und Slaatsinitiative auf einem der Kolonisationsgebiete Palåstinas, nåmlich dem der „Aufforstung", beschåftigt sich der Aufsatz von Granowsky. Mit der Frage der Ausgestaltung der zukilnftigen Gesetzformen in Palåstina, „der Erbpacht und ues Erbbaurechtes", beschåftigt sich der Aufsatz von N. Ben-Nathan. Der intensiven und billigen Errichtung von Wohnståtten ist der Aufsatz von Bårwald: „Voraussetzungen" gewidmet. J. Treidel legt die kulturtechnischen Aufgaben auf dem Gebiete der Bodenentwåsserung in Palåstina dar. Eine Voraussetzung fiir den beschleunigten Fortschritt unserer Arbeit in Palåstina bildet die Verwertung der aui den Gebieten der Technik und Kolonisation in anderen ‘Låndern gesammelten Erfahrungen. Mit der Verwertung soleher Erfahrungen fiir die zukiinftige Arbeit in Palåstina beschåftigt sich A. Werber in seinem Aufsatz: „Das landwirtschaftliche Bildungswesen in Bosnien-Hérzegowina". Ueber die „Saatzucht in Palåstina" schreibt J. P. Oppenheim.' Die Forderungen Jer Poale Zion nach elner Volksanleihe und Kolonislerung Palåstinas auf genossenschaftllcher Basis. Pittsburg, J. C. B. Die letzten Tage der poalezionistischen Konvention waren fast einschlieBlich der Frage der zukiinftigen Entwicklung Palåstinas gewidmet. Grundsåtzliche Meinungsverschiedenheiten ergaben sich in der Debatte zwischen der radikalen Gruppe unter Fiihrung Dr. Syrkin und den GemåBigten unter Fiihrung Dr. Zitlovskis. Die Mehrheit stellle sich auf Seite der GemåBigten und die von ihnen dngebrachten Resolutionen wurden angenommen, wonach eine nationale Anleihe unter Kontrolle des zionistischen Weltkongresses und Kolonisierung Palæstinas auf genossenschaftlicher Basis gefordert wird. Die Konvention sprach sich fiir eine freie und treite Massenkolonisierung aus. ENGLAND. Die neue Leitung der zionistischen Weltorganisation. London, 21. Juli. J. C. B. Es verlautet, daB die Zusammensetzung der neuen Leitung der zionistischen Weltorganisation die folgende sein wird: Obctrichter Louis Brandeis Ehrenpråsident, Professor Dr. Weizmann Pråsident der Organisation, Nahum Sokolow Vorsitzender der Exekutive, Ing. Ussischkin und Wladimir Jabotinsky werden der Exekutive angehoren. Jabotinsky kommt nach England. Jerusalem, J. C. B. Das Jerusalemer Rabbinat London, 21. Juli. J. C. B. Wladimir Jabotinsky hat den 15. Tamus, au dem Herbert Samuel sein Amt trifft Ende Juli in London ein. 9! Bohem Filiala« la“ Aktienbank In Prt In Brllnn vis-«*vls Babnho ifl Zahlwt9«n lus Austeatf Hainsltru!)|iii und Kredit« Binea*Trani* aktlenen Ufflimitilti«! Ni«»Y«rk, Parlif|r«iistavai 9a«l«ai aN., Haltfa