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Jüdische Volksstimme · 1920-07-01 · Heft 27 (1.7.1920) · page 5

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XXI (1920)
Issue
Heft 27 (1.7.1920)
Date
1920-07-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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"■■nt; Stilt ft, Mr.S7. jomcn locrnittun.« Deputierten Mr. Lunn fiber die bevorstebende^ffeael Verwaltung in PalSstina, beantwortete Premierminister Lloyd George dahin, dal) die Regierung' die ] unverzfigliche Einsetzung der Zivilverwaltung in PalSstina bestrebe. Diese wird nicht auf GrundsStzen von Vertretungen irgend einer Organisation basieren. Der Papst und das nene PalSs.ina. Von Woche zu Woche. Boykott dtr Horthy-Reglerung. Endlich hat sieh doch die Welt aufgerafft, um der magyarischen Bestialitet zu zeigen, daB man doch nicht ISnger dulden werde, wenn unschuldige Men schen auf mittelalterliche Art gefoltert werden Es Rom. J. C. B. Der Papst empfing <len Patriarhp0,tel bercits ieder^Beschreibang, was sich hinter chen von Jerusalem, Monsignor Barlassana in pri vater Audienz. Der Papst informierte sich bei ihm genauest iiber die Lage in der Heiligen Stadt, sowie fiber die gegenwfirtigen Stimmungen unter der Bevolkerung Paifistinas hinsichtiich des Zionismua ynd der Nationalitfitenfragen im Heiligen Lande. „Daily News" iiber die angebffche „Jiidlsche Gefahr". London. J. C. B. „Daily News" bespricht an leitender Stelle das berfichtigte Buch „Die jfidische Gefahr", welches auch in England genug Staub aufden magyarischen Grenzpfåhlen zugetragen hal. DaB man im -20. Jahrhundert Menschen brennen.de Zigarren ins Qesicht steckt, daB man sie zwingt, 2 Liter Wasser aus einer Flasche aui einmal auszu* trinken, daB man sie mit kfihler Hånd aus dem 3. Stock eiues Hauses auf das Pflaster wirft, um dann, wenn sie noch leben, mit ihnen FuBball zu spielei, daB man sie so lange schlågt und prugelt, bis sie eingestehen, was sie niemals getan haben. Das alles sind nicht etwa Phantasie eines jfidischen Neuroti wirbeite und weist auf die in diesem Buche verfibte sondern die tfiglicften Heldentaten der Hor- Dokumentenfålschung hin, da das betreffende Buch Vb y:TBetyar®n’ des »Erwachenden Ungarns", itrsprflnglich und vor vielen Jahren in russischer I.... ^u.n so1i1..8:enu?L?ein' Es ist. traung» daB die Sprache erschienen ist, um die Pogrome in RuBland I!!^rfn<?®n Wiens gar kein Verståndnis fiir zu rechtfertigen. Auch die deutsche Reaktion hat fiir |?e Leuien der Juden, sondern auch keines ffir Leiden ...... I nar MiAnHii/ian tiAAli„A„ Haa m.'a .1..^_i«j i der Nichtjuden, besitzen. Das sie durch ihre Passivitåt den weiBen Terror in Ungarn unterstfitzen. Der „Wiener Morgenzeitung" allein ist es zu danken, daB die breite Oeffentlichkeit von den magyarischen Zustanden erfåhrt. Nun hat das internationale Proletariat das Wort. Nun hat diese Macht gesprochen, da alle anderen Machte versagten. Noch trotzt magyarischer Groflenwahn von Christlichsozialen und GroBdeutschen Wiens unterstfitzt, noch glaubt der fCirchenprimas Prochaska, der ganzen Welt die Stime bieten zu kfinnen. Aber es wird bald in sich zusammensturzen dieses unnatttrliche Gebilde des erwachenden Un garns. Es wird hoffentlich diese Kulturschande Eu fopas bald von der Bildflache verschwindeh. ihre antisemitische Zwecke eine deutsche Ausgabe hergestellt. Das Blatt schlieBt seine Ausfuhrungen damit, daB, wenn eine jfidische Weltbewegung Ge-I fahren berge, so sind die Gefahren einer Bewegung, | die kein anderes Ziel hat, als Sensationen, Schauermårehen und die Reaktion zu verbreiten, noch grd- Ber und unhellvoller. ' Ein mlsrachlstlscher Empfang bei Sir Stuart Samuel. London. J. C. B. Am 16. Juni fand bei Sir Stuart! Samuel ein Empfang statt, bei welchen neben den et sten Persdnlichkeiten des misrachistischen Lagers, auch solche zu sehen waren, die bis nun dem Zioj nismus vollig fern gestanden sind. Es erscheinen u. a. folgende Personlichkeiten: Chiefrabbi Herz, Mr. j Abrahams aus Sfidafrika, Josef Lewi aus St. KiIdo| .(Australien), Dr. Btichler, Hed. Eph. Levine, Rabbi Cohen, Dajan Feldman, Red. Price, Med. Letington.i Herbert Bentwish, Goldreich und Rabbi Fishman, der soeben aus Palåstina angetroffen ist. In seinér Begrfiljungsrede betonte Sir Stuart Samuel die Be-| deutung eines leden Juden, der sich in die Reihent des Zionismus stellt und zur Realisierung der von der britischen Regierung geschaffenen MogIichkei-| ten beitrfigt. Die Zeit, wo allein blau-weiBe Fahnen geschwungen werden, sagt Samuel/muB aufhoren. Jetzt mufi praktische Arbeit geleistet werden, jederl hat gar nichts dariiber berichtet, daB die deutschen Mann, der beim Wiederaufbau des Heiligen Landes I Edelknaben, die Tråger deutscher Kultur, vorige mithelfen kann, wird begehrt sein. Die Aufgaben,n|pche einen Gast auf der deutschen Technik nicht Der B r ii n n e r „T a g e s b o t e“ und die Wiener Kultusgemeinde. Auf den ersten Blick erscheint dies wohl absurd. Denn was hatte der deutsche „Tagesbote" mit der Wiener Kultusgemeinde zu tun? Wie kommt er denn dazu. Ja wenn es sich darum handeln wfirde, deutsche St i denten zurechtzuweisen, weil sie den Vortrag eines ihnen nicht genehmen jfidischen oder jtidischgewese nen Professors gestort haben (ach nein, das hat ja der „Tagesbote" wohlweisiich verschwiegen). Er ' die Herbert Samuels harren, sind sehr schwer, es ist aber aufrichtig zu hoffen, daB jeder Jude seine Pflicht erffillen wird. Der Zweck dieses Empfanges war, ffir den Palåstina-Wiederaufbau-Fonds und misrachistische Ideale Propaganda zu machen. P Tempora mutantur. Constantine. J. C. B. Die neue Zeit, die ffir das jfidische Volk mit der Entscheidung in San Remo angebrochen ist, ist auch nicht ohne EinfluB auf die jenigen Kreise der Juden geblieben, welche bislang im Fahrwasser der Alliance Israelite sich befunden haben. Es werden bereits Stimmen laut, die ffir eine Umkehr zum jfidischen Volke und seinen Idealen plaidieren. So schreibt z. B. „La Verite", das Organ der Alliance Israelite in Nord-Afrika in Ihrer Nummer vom 20. Juni in seinem Aufsatz fiber den Zionismus: „Wir wiinschen aufrichtig, das eine entante cordiale zwischert dem Zionismus und den franzosischen Israeliten hergestellt werde". Soeben erschienen: Dr. a. SCHWdbRON K 6.80, bf. bONATH K 3*90* M. Hleklt Verlag, BrOnn, Adlerg. 9. sprechen liefien, daB diese teutschen Helden ihren Mut durch Insultierung von Frauen und Mådchen bekundeten. Nein, nein, dariiber schreibt der „Ta gesbote" nicht. Er entrfistet sich nicht einmal mit dem Brusttone seiner Ueberzeugung. Der kleine GernegroB betreibt sogar Totschweigepolitik jfidi schen Ereignissen gegenuber, das lehrte ihn die be riihmte Tante von der Fichtegasse in Wien. Der „Tagesbote" ist so teutsch geworden, daB er wohl fiber deutsche Turnfeste im Buschengrund vermcldet, bei dem Juden nicht mitturnen durf ten, aber fiber jfidische Turnfeste, bei denen Juden turnen, schweigt er sich aus. Und nun plotzlich eine Notiz in diesem teutschen Blatte vom 28. Juni iiber die Wiener Kultusgemeinde. Wie reimt sich das zusammen? Vielleicht weil die Wiener Kultusgemeinde nicht jiidisch, sondern israelitisch ist?. Aber nein. Die Herren im „Tagesbote" freuen sich iiber den Sieg der Nichtjfidischuationalen bei den Kultusgemeindewahlen. „Der Sieg der Nichtjiidischnationalen deutet auf einen vdlligen Umschwung in der jfidischuationalen Wahlerschaft hin, da nach den Ergebnis sen der Wahlen in-die Nationalversammlung und in den Wiener Gemeinderat mit einem Siege der Jiidischnationalen in der Kultusgemeinde gerechnet wurde.“ So also, der „Tagesbote" rechnete mit unserem Siege. Das ist schdn von ihm. Aber gar nicht schon ist es von ihm, daB er seinen Lescrn verscweigt, daB die jtidischnationalen Wfihler in die Nationalversammlung und in den Wiener Gemeinderat gar kein WaUrecht in die Kultusgemeinde besitzen. Solite denn de,r betreffende Berichtersta:ter nicht wissen, daB von den 300.000 Juden Wiens nicht ganze 18.000^ Kultusgemeindewåhler sind? WeiB denn der „Tagesbote" nicht, daB‘die Wiener Jiidischnationalen einen .kolossalen Sieg errungen habeu, denn sie haben 13 ihrer besten Månner in die Kulttisstube' gebracht. WeiB der „Tagesbote" nicht, dafi die 3 Orthodoxen heftigste Opposition den Offiziellen machen werden und, daB die Nichtjfidischnationalen nar 4 Mandate mehr errungen haben, als ihre Gegner, was einer Stimmenanzahl von vielleicht 2000 Stimmen gleichkommen dfirfte. Der „Tagesbote" ist sehr schlecht informie-t, und es wfirde ihm, wenn er schon sachlich fiber jfi* dische Angelegenheiten berichten wird, was ja seine jfidischen Leser verlangen dfirfen, — anderer wird er ja nicht all zu viel besitzen, — ganz gut tun, wenn er einmal die „Wiener Morgenzeitung" zur Hånd nehmen wfirde. In Wirklichkeit sieht es so aus: Die Wiener Kultusgemeinde, das stårkte Bollwerk der Assimilation, langjahriges Paschalik des ehemaligen - allgewaltigen Dr. Stem, hat einen kolossalen Umschwung zu gewårtigen. In diese Festung des Nepotismus, der Korruption und Depravation ist eine sehr starke Bresche geschlagen worden. 13 feste, kerzengerade, nackensteife Juden ziehen ein. Dtese 13 sind auch auBerhalb der Gemeinde måchtiger, denn die 20 gewåhlten Hofråte, Professores e tutti quanti. Månner der altesten zionistischen Namcn ziehen in die Kultusstube ein und sind Gewfihr daffir, daB sie das, was sie fordern, auch ohne weiters durchsetzen werden. Nationalrat S t r i c k e r wird Vizepråsident bleiben, wenn er will, daran wird der „Tagesbote" nichts findern. Der „v 611 i g e Umschwung" ist in der n i c h tjiidischnationalen Wahlerschaft vor sich gegangen, denn Wahler ffir die Vertretung in diese Trutzburg in der Seitenstattengasse waren doch nur die reichen „Israeliten" und von diesen scheint Jetzt ein betråchtlicher Teil jiidisch geworden zu sein. Der „Tagesbote" hat fiber den „Umschwung" zu friih triumphiert. Er hat bei der schlechten Information die Maske fallen lassen und sich als israelitisch bekannt. Aber das ist gar nicht notwendig. Die Wiener israelitische Kultusgemeinde wird sehr bald jiidisch werden und dann wird sich das Interesse an ihr bei liberalen Blåttern vom Schlage des „Tagesbote" und des „Prager Tagblatt" verlieren. Ein wenig vorsichtiger sein, meine Herren vom „Tagesbote". BrUnner Nachrichten. Bei der am Sonntag, den 4. d., staltfindeuden Wahl des 15. Ersatzmannes in den erwelterteu AusschuB der Kidtusgemelnde wird unseren Parteigenossen Wahlenthaltung etnpfohlen. „Jiidischnationale Verøinigung." Schauturnen des „Makkabi" Brunn. Sonntag, den 27. d. M., fand im Rahmen des fiir drei Tage anberaumten Turn- und Sportfestes das heurige Schautiirnen des BrUnner „Makkabi" statt. Wir sind gewohnt, bei diesen offentlichen Vorifihrtmgen die Leistungen unserer wackeren. Turner immer von neuem zu bewundern. Diesmal jedoch wurden unsere Erwartungen weit fibertroffen. Die stille, aber um so intensivere turnerische Erziehungsarbeit unseres BrUnner Makkabi zeitigte diesmal ein treffliches Resultat. — Eine besondere Weihe erhielt das sonntagige Turnfest durch den Umstand, daB diesmal „Makkabi" in der langersefinten Lage war, seine Gåste auf eigeném Boden zu empfangen. Der neue, erst ktirzlich erworbene Sportplatz unserer jfidischen Turner nåchst der Bauerschen Rampe im Schreibwald sucht in Brtinn und wohl auch in der weiteren Umgebung seinesgleichen. Trotz der kurzen Zeit, welche „Makkabi" erst fiber seinen eigenen Platz verffigt, ist die Herstellung der Einrichtungen, die zu einem modemen Sportplatz gehoren, bereits weit fortgeschritten. Nur eines wåre noch zu wiinschen: daB unseren wackeren Turnern auf eigenem Platze auch eigene Geråte in groBerer Åuswahl zur Verfugung standen und unser „Makkabi" in dieser Beziehimg nicht mehr auf die sehr dankenswerte Bereitwilligkeit anderer Turnvereine angewiesep wåre. Schon lange vor dem auf 4 Uhr nachm. festgesetzten Aufmarsche der gesamten Jfidischen Turnerschaft herrschte auf dem Platze das denkbar regste Treiben, das selbst dem ganz indifferenten Zuschauer das hdchste Interesse abgewinnen muflte. Ganze Schaaren iugendlicher, halbnackter Turner, die weiflen Turnerhosen im scbdnsten Kontrast zu den braun gebrannten Oberkorpern, arbeitete.n frisch

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