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Jüdische Volksstimme · 1920-07-01 · Heft 27 (1.7.1920) · page 6

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XXI (1920)
Issue
Heft 27 (1.7.1920)
Date
1920-07-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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flfRS Sitte t und monter an der letzten Aufstellung der Turngsrfite. In 3 groBen, festlich geschmiickten Verkostigt>ngs- und Getrånkezelten trafen die dort im Dienste der gu ten Sache freiwiilig stehenden i sdien Frauen und Mådehen die letzten Vorbereittigen, um dem zu erwartenden Massensturme geniigen zu konnen. Am FluBufer, unweit des seiner Vollendung entgegengehenden Klubgebåudes, waren 4 groBe Militårzelte errichtet worden, die als Garderoben fungierten. Ein froher, iibermiitiger Larm erfiillte den Platz vor diesen Zelten, an dem nattirlich in erster Linie unsere jiingste Jugend entsprechend groBen Anteil nahm. Aber atich unsere reifere Jugend stand ihr in dieser Beziehung nicht um vieles nach. Da versuchten sich stramme Turner im Hoch- und Weisprung, wieder dort lagerten im Schatten der Uferbåume die feschen Gestalten unserer Turnerinnen in ihrer sthmucken Tracht, zwanglos und doch malerisch hingeruht und vertrieben ihre Langwerle mit allerlei Scherzen, Lachen, Singen frohlicher Studenten- und Volkslieder etc. Wåhrend dessen besichtigten jene Makkabi, die aus Boskowitz, Gaya, Ung.-Hradlsch, Neutitschein, Nikolsburg und Måhr.-Ostrau in dankenswerter Weise herbeigeeilt waren, um an dem Schauturnen aktiv teilzunehmen, alle Anlagen dieser malerisch gclegenen Sportplatzes, verfolgten mit regem Interesse das Treiben auf den Tennisplåtzen, bewundtrten die sorgsam gepflegten Schrebergårten, die hier im Entstehen begriffen sind, den tier F eilicht-Turnboden, die langgestreckte leichtatnletische Laufbahn, die den welten Fufibaliplatz umsthlieBt und nicht zuletzt das kilnftige Klubgebåude, das knapp vor der Vollendung steht und mit seiner Restauration und dem schattin Kaffeehausgarten die Krone der gesamten Sportanlagen bilden wird. Allgemein horte ich die Ansicht atissprechen, daB die Errichtung dieser Sportanlage als erste iiidische Lelstung im wahrsten Sinne. des Wortes zu werten sei und daB sie nach entsprechendem Ausbau wohl kaurn ihresgleichen in der Republik linden wilrde. Unter den Klången der Hatikwah erfolgte der gemeinsame Aufmarsch aller Turner und Turnerinnen, der FuBballer und CunCi, welche beide letzteren besonders herzlich begriiBt wurden. Nachdem der Obmann des Briinner „Makkabi", Cr. Karl Sonnenfeld, die aufmarschierten Makkabim und die erschlenenen Zuschauer — mehr als 30G0 — atfs herzlichste begriiBt und zur Weiterrespektive Mitarbeit im Makkabi aufgefordert hatte, erfolgte das Anturnen Den Reigen der turnerischen Voriningen eroffneten Freiiibiingen der Knaben und Mådclen, die unter hervorragender Leitung des Turnbniders Bre'da elnen durchschlagenden Erfolg crzielten und den Ausiibenden reichliclien, wolilverdienten Beifall eintrugen. Auch die Damen-Frei,iibungen gelangen sehr gut, weniger befriedigen konnt cfas Geråteturnen der Damen, insbesondere das der Briimfer Damen lieB fast alles zu wtinschen tibrig. Die åuBerst schwierigen, jedoch wunderschonen Merrenfreiiibungen gelangen sehr gut, wiewohl manche, mangelhafte Einzelausflihrung, Reihenordrumg und Richtung, Habt-Achtstellung dem kritischen Alge auffiel. Recht gut war das Geråteturnen der Knaben und Kinder, das die zielbewufite Arbeit des Vorturners und der åuBerst tiichtigen Vorturnerin Frau Zipper mit reichem Erfolge kronte. Mit groBtem Interesse und voller Spannung vcrfolgte man das Geråteturnen der Herren, d° manch herrliche Leisturig unserer braven Makkabis zeitigte. Makkabi Måhr.-Ostrau errang hierbei durch scine Leistungen auf dem Hochreck den stårksten Beifall des Tages, Leistungen, die nur von den Sondervorfiihrungen der Musterriege des Briinner Makkabi am Hochreck iibertroffen wurden. Alles in allem ein herrlicher, wohlverdienter Erfolg des Briinner Makkabi, dessen Vereinsleitung ii.r Moglichstes getan hatte, um ein volles Gelingen dieses Turnfestes zu sichern. Das volle turnerische Gelingen dieses Schauturnens ist jedoch in erster Linie dem unermiidlichen Tunwart des Makkabi Briinn, Turnbruder Max Gelbkopf, zu verdanken, der innerhalb kurzer Zeit schier Unmogliches Ieistete. Wir begliickwiinschen den Makkabi Briinn 2u seinem ehrlich verdienten Erfolg auf dem Wege der physischen Regeneration des jiidischen Volkes und sprechen die Erwartung aus, daB er auch weiterhin bestrebt sein wird, Sammelpunkt der gesamten jii- ■JtMscn founsimn,* disch fiihlenden Jugend zu sein wird, was jedoch nur dann der Fali sein kann, wenn er jedwedcr Politik vor seinen Pforten halt gebietet. Rumbo. Jiidlsche Ablturienten! Liebe Kollegen! An Euch, die Ihr die Mittelschule verlasset, um an einer de- Hochschulen Briinns das Studium fortzusetzen, richten wir heute unsere Worte, um Euch aufzufordern, unserem Vereine beizutreten. Nie war der Ruf nach Vereinigung aller jiidischen intellektuellen Kråfte wichtiger als hente. In unserem Vereine sollet Ihr Euch, nachdem Ihr Euere tågliche Arbeit beendet habt, zusammenfinden, um mit Gleichgesinnten und Oleichaltrigen gemeinsam die geistigen Werte unseres Volkes kennen zu lernen. Ohtie Riicksicht auf Euere Parteizugehorigkeit sollet Ihr Euch, deren Gessinung auf dem Boden des jiidischen Volkes steht, zu Gruppen zusammenfinden und neben dem allgemeinen Wissen insbesondere das Euch aneignen, das unser Volk zu seiner Wiedergeburt im eigenen Lande und zu seiner Gesundurig im Galuth benotigt. Unser Verein ist bestrebt, jedem Mitgliede den Weg zur Riickketir zum Judentum vor der, Riickkehr ins Judenland zu weisen und Euch auf diesem Wege zu begleiten. Schwer sind die Schåden, die eine mehr als lOOjåhrige Asshpilationsepoche unserem Volke angetan hat. Doch sind sie nicht so schwer, daB sie, nach richtiger Erkenntnis, nicht wieder gutgemacht werden konnten. Ihr milsset w o 11 e n. Zuriick zum Judentum, zurilck zu uns selbst. Zuriick zum Geiste unserer Ahnen. Unser Verein wird Euch in Kursen die alt-neue Sprachc unseres Volkes, das Hebråische zu eigen machen, er wird Euch, wie er es im vergangenen Jahre getan hat, die Geschichte unseres Volkes durch den Mund eines hochgelehrten und begeisterten Juden in einer Weise vor Augen fiihren, durch die Ihr die sittliche GroBe unseres Volkes so recht erkennen werdet. Wir haben beschlossen, im kommenden Jahre auch einen Kurs iiber jiidische Philosophie zu eroffnen und gedenken ferner, einen solehen iiber die Geographie Palåstinas zu beginnen. D'e „Halle" soli Euch aber auch durch eine Sammlung von Skripten, die wir am Ende des vergangenen Semesters begonnen haben, das Studium erleichtern. AuBerdem" wird Euch ein angenehmer Lesesaal zur Verfiigung stehen, in dem die wichtigsten Tageszeitungen, eine Anzahl von Zeitschriften und fast såmtliche jiidischen Blåtter von Belang aufliegen. Nicht unerwåhnt wollen wir unsere Bibliothek f. d. jiid. akad. Rede- und Lesehalle in Briinn: Norbert Rresiser, Beno Griinwald, dzt. Schriftfilhrer. dzt. Obmann. Hapoel-Hazair Briinn. Anfangs Juli wird Prof. Di. O. E p s t e i il iiber die C h a 1 u z i rn - Frage sprechen. Nåheres wird bekanntgegeben. Jiid. Kulturvereln „Esra“. Chorschule fiir Knaben und Mådehen: Unterricht an jedem Mittw'och. Abt. I Volksschule vom 10 bis 11, Abt. II Mittelschule von 11 bis 12 vormittags. — Gesangsektion fiir liturgische Gesånge: An jedem Mittwoch, 8 Uhr abends, Proben fiir die hohen Feiertage. Stimmbegi'bte Herren werden zur Mitwirkung eingeladen. Ort: Glacis 57. Ausweis vom Jiid. Nationalfonds. Allgemeine Spenden: Andrija Jonai 10 K, Preferanzpartie 11 K, Kulturverein „Esra" vom Reinertrag d. Veranstaltung 30 K, Konig Erifcli 5 K, Sammlung in „Machsike Hadas" d. H. Laufer 200 K, Erno Horn 8 K, Saul Rosenfeld 5 K, Aaron Deresiewicz 2 K, Ella Lichtmann 1 K, Isaak Lux 5 K, Leo Schliissel 5 K, Abraham Klein 10 K, Moritz Engelmann 2 K, Simon Ritter 1 K, Isidor Goldstein 10 K, Hochzeit Wolf-Taub 50 K, Adolf Miiller und Frau 5 Telegiamme 100 K, Dr. Schreier 20 K. Biichsen: E. Rosenfeld 5 K. Fischer 2 K, Laufer 5 K, Tintner 3 K, Lowenhart 5 K, Ryschawy K 2.42, Klinger K 14.60, Braun K 2.40, Steckler 5 K, Schnabl 15 K, Schuller 15 K, Dr. Teller 7 K, Mandler K 12.10, Bauer 22 K, Papper 10 K, Ripper K 14.71, Openheimer K 0.17, Dr. Reichhard 6 K. Oelbåiimé: Fri. Austerlitz 3 Oelb. 45 K, Schwarz (Eiwanowitz) 20 Oelb. 300 K, gesammelt bei Berit milo durch H. Dr. Sonnenfeld. 10 Oelb. a. N. d. Kin- Nf. 27, des Leo Jada Schwarz, 5 Oelb. a. N. d. Mohel Jakob B. Gliick, Ung.-Brdd, 5 Oelb. a. N. d. Eltern. SelbstbesteUerung: „Deborah" 10 K, Bornstein 5 K, Hochwald 10 K, Juda Altmann 10 K, diverse kkinere Betråge zusammen 27 K. AufrufI Der Aufsatz: „Die Sozialisierung des Rabbinerstandes", welcher in Nr. 24. der „Jiidischen Volksstimme" erschienen ist und drei Foliospalten umfaBt (folgende sinnstdrende Druckfehler sind unterlaufen: Zeile 21: Dieses schlichte Diktum. Zeile 40: orth. Coufeur. Spalte 2, Zeile 34: zuerst miissen sich die Beamten organisieren. Spalte 3, Zeile 61: Personalelukommensteuer elnzuheben) weist die einzig mog- Iichen Mittel und Wege zur Formierutig dieses Berufes in der so harten Nachkriegszeit. Nun solen die dori niedergelegten Gedanken zur Tat fiihren. Dazu ist abei* die vorherige Zustimmung såmtlicher Kollegen notwendig. — Diese werden daher hofl. eingeladen, an den Unterzeichneten eine Erklårung sen den zu wollen, welche Zustimmung und Bereitwilligkeit zur Mitarbeit zum Ausdruck bringen mOge. — Kollegen aus der ganzen Cechslovakei mogen sich an dieser Aktion beteiligen. Hochachlungsvoll Rabbiner Dr. I. Elsenberg, Dobfis. Kundmachung I Jiidische Gewerbeschule, Måhr.-Ostrau. An der jiidischen Fachsclmle fiir mechanischtedinische Gewerbe in Måhr.-Ostrau wird das laufende Schuljahr am 30. Juni geschlossen. Die vorgeschriebene Ferialpraxis kann jedoch von den Schiilern auch in der Lehrwerkståtte absolviert werden. Die Einschreibungen in den ersten Jahrgang finden am 1. und 2. September 1920 statt. Bis dahin nimmt die Direktion Vormerkungen entgegen. Es empfiehlt sich dringend, daB die Aufnahmswerber sich rechtzeitig vormerken lassen, da fiir das kommende Schuljahr hochstens 35 Schiiler in den ersten Jahrgang aufgenommen werden konnen. Nåheres iiber die Organisation und den Zweck der Schule, sowie iiber-die Aufnahmsbedingungen enthålt der Prospekt der Schule, welcher durch die Direktion (Adresse: Jiidische Volksschule, Måhr.-Ostrau) bezogen werden kann. Korrespondenzen. Die Prefiburger Stadtvertretung. Die Repråsentanz (Stadtverordnetenversainmlnug) der Stadt Bratislava wurde bekanntlich aufgelos^t und durch eine Vertretung ersetzt, deren 48 Mitglieder yon den politsichen Parteien nach dem Verhåltnis der bei den jiingsten Parlamentswahlen abgegebenen Stimmen ernannt werden. Den vereinigten jiidischen Parteien sind in der neuen Stadtrepråsentanz drei Vertreter und ein Ersatzmann zuerkannt worden. In der arn 6. d. M. abgehaltenen Sitzung des Bratislaver Lokalwahlkomitees der Vereinigten Jiidischen Parteien wurden nun die Herren Dr. Leo S i p o s, Bernhard W e i B und Josef G rii n b e r g zu ordentlichen Mitgliedern und Herr Soma Komlosy zum Ersatzmann fiir die stådMsche Repråsentanz nominiert. Velké TopolCany. In der am Sonntag, den 20. Juni abgehaltenen Generalversamnilung der hiesigen orthodoxen Gemeinde wurde Herr Oberrabbiner Samuel Austerlitz aus M i s k o 1C mit grofler Begeisterung zum Oberrabbiner unserer altehrwiirdigen Kehilla gewåhlt. Eine groflere Abordnung begab sich hierauf nach TrenCin-Teplice, wo Oberrabbiner Austerlitz zum Kurgebrauche weilt, um ihm den Rabbinatsbrief zn iiberreichen. Herr T)berrabbiner Austerlitz ist bekanntlich gleich seinem, verewigten Schwiegervater, dem Papaer Oberrabbiner R. Mosche Arjeh Roth, ein begeisterter Anhånger und Vorkåmpfer der idealen Bestrebungen des Mi&- rachi. Achtung! Die P, T. Emptønger werden um umge hende AbonnemenPBezahlung ersucht. 01« Administration. lassen. Wir sehen der Kråftigung unseres VereinA’i durch Eneren Beitritt mit Interesse entgegen. Mit Iierzlichem Schalorn

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