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Jüdische Volksstimme · 1920-07-01 · Heft 27 (1.7.1920) · page 4

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XXI (1920)
Issue
Heft 27 (1.7.1920)
Date
1920-07-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seftt 4 ■Btaaai Nr. ar. Unsere italienischen Gesinnungsgenossen haben den italienischen Ministerpråsidenten Francesco Saverio Nitti in das Goldene Buch des J. N. F. eintragen lassen. Die Jfidlsche Welthilfskonferenz. T Wie bereits berichtet, ist die jiidische Welthilfskonferenz filr den 27. Juli nach Karlsbad einberufen worden. Das Komitee der jiidischen Delegationen in Paris erklårt in einem Zirkulår den Zweck der Konferenz in folgender Weise: „Das Judentum der ganzen Welt muB erfahren, welche ungeheure Dimensionen der Ruin der jiidischen Millionenmassen angenommen hat. Das Judentum der ganzen Welt muB auf Grund von authentischen Berichten ein klares Bild von dem ganzen Elend erhalten, es muB aber auch feststejlen, welche Mittel notwendig sind, um diesem Elend zu steuern und den Untergang von ungeheuren Teilen unseres Volkes zu verhindern. Aus dem allgemeinen Bilde iiber die Not und iiber die Dimensionen der kiinftigen Hilfsaktionen wird die Repråsentanz der an der Hilfe beteiligten Faktoren, werden auch die kapitalkråftigen Teile des Judentums einen SchluB ziehen, welche Opfer sie bringen mlissen, um den wirtschaftlichen Wirderaufbau des jiidischen Volkes zu ermdglichen Wir haben vorlåufig zustimmende Erklårungen von verschiedenen Komitees und Organisationen erhalten aus: Vereinigten Staaten, Kanada, Argentinien, England, Frankreich, Italien, Griechenland, Schweiz, Deutschland, Deutschdsterreich, der Cechoslovakei. Transylvanien, Bulowina, BeBarabien, Ukraine, SiidruBland, WeiBruBIand, Litauen, Ostgalizien. Westgalizien, Dånemark, Schweden, Siidafrika, Palåstina. Fortwåhrend laufen bei uns weitere Mitteilungen von Hilfskomitees und Organisationen ein, welche sich um Mandate wegen der Hilfskonferenz bewerben. Alle Hilfskomitees und Onrn’:"-‘: jedoch, welche auf der Konferenz vertreten seir werden, fordern wir auf, mit beschleunigter Energie sich dazu vorzubereiten, die Berichte iiber das Elend in ihrem Lande und iiber die Hilfstiitigkei4 ungesåumt fertigzustellen, ihre Auffassungen Iiber die Probleme der Rekonsruktion in ihrem Kreise zu klåren und ihre speziellen Wiinsche zu formulieren. Die Vertretung des engltschen Judentums Im Komitee 1 . der Jiidischen Delegationen. Paris. J. C. B. Das Komitee der jiidischen Delegationen hat in seiner Sitzung vom 8. Juni 1920 die Erklårungen des Sir Stuart Samuel, des Vorsitzenden des Board of Deputies, iiber die Notwendigkeit der Koordinierung der Arbeiten des Joint Foreign Committees mit Genugtuung entgegengenommen. Das Komitee geht in Uebereinstimmung mit den Gedankengången Sir Samuels von dem Standpunkte aus, das såmtliche internationale Schritte zum Schutz der jiidischen Minderheiten durch eine geschlossene und solidarisch-einheitliche Vertretung des Judentums geleitet werden miissen und hofft zuversichtlich, daB die weiteren Schritte Sir Stuart Samuels zur kontinuierljchen Vertretung des durch seine Traditionen und seine Autoritåt einfluBreichen englischen Judentums im Komitee der jiidischen Delegationen fiihren werden-. Mit Bezug auf die Juden in der Ukraine hat das Komitee der jiidischen Delegationen nach Anhorung des erschiitternden Vortrages von W. Temkin iiber die Situation in der Ukraine den BeschluB gefaBt die von ihm gemachten Voranschlåge im allgemeinen gutzuheiBen und zur Priifung und moglichster Realisierung seiner Vorschlage eine spezielle Kommission zu ernennen. Das Komitee der jiidischen. Delegationen wåhlte in diese Kommission folgende Personen: L. Motzkin, W. Temkin, M. Goldstein,' M. Alleinikoff und M. Hindess. AuBerdem sind dieser Kommission wåhrend ihres Aufenthaltes in Paris die Herren Sokolow und Sliosberg attachiert. Mit Bezug auf die Hilfskonferer.z hat das Komitte der jiidischen Delegationen nach Anhcirung des Berichtes des Generalsekretårs iiber die Hilfskonferenz b^schlossen: 1. Die eingeleiteten Aktionen mit Bezug auf die Heranziehung såmtlicher jiidischen Hilfskomitees und derjenigen Zentralhilfsorganisationen, welche sich mit Hilfsarbeit befassen, zur Teilnahme an der Weltiiilfskonferenz zu billigen. 2. Den BeschluB der Rekonstruktionskommission mit Bezug auf Zeit und Ort der. Welthilfskonferenz zu akzeptieren. 3. Den vorgelegten Programmentwurf im groflen und ganzen zu genehmigen und unter Beråcksichti gung der gemachten Vorschlage der Kommission zm weiteren Aufarbeitung zu åbergeben. 4. Die Griindung eines Organisationskomitees, in welches die Rekonstruktionskommission nebst die aur Hilfskonferenz gewåhlten Delegierten, welche in Paris sich aufhalten, eingeschlossen werden, zu sanktionieren. 5. Såmtliche Landesorganisationen und Zentralhilfskomitees aufzufordern, daB sie såmtliches Ma> terial fiir die Beratungen der Konferenz bis Ende Juni vorlegen sollen. Mit Bezug auf den amerikanisch-jiidischen KongreB hat das Komitee der jiidischen Delegationen in seiner Sitzung vom 9. Juni 1920 auf Grund der Mitteilung iiber die zweite Tagung des amerikanischjiidischen Kongresses mit Befriedigung die Tatsache der Organisierung eines provisorischen Komitees får einen permanenten jiidischen KongreB zur Kenntnis genommen. Das Komitee der jiidischen Delegatiouen legt besonders groflen Wert darauf, daB es als Vertretung des Gesamtjudentums zum Schutze der jiidischen Rechtsforderungen auch weiter eine Delelegierten zum Kongresse entsenden. Mit der Durchfilhrung såmtlicher Vorbereitungsarbeiten wurde ein aus 71 Mitgliedern bestehendes Exekutivkomitee betraut, das mit breiten Vollmachten ausgestattet ist. In das Pråsidium dieser Exekutive wurden gewåhlt: Natan Straus als Pråsident, Louis Robinson, Colonel Hary Cuttler, Richter Louis Sanders, Rabbi Margollien und Bublik als Vizepråsidenten und Bernhard Richards als Sekretar. Die Konferenz hat eine Reihe von Resolut'onen angenommen, die sowohl die Aufgabe als die Kompetenz des Exekutivkomitees genau umschreiben. Unter den gefaBten Resolutionen sind besonders die von Wichtigkeit, die den BeschluB sich an der Welthilfskonferenz zu beteiligen und die Aufforderung an die amerikanische Judenschaft der von den Zionisten gesammelten Wiederaufbau-Fonds zu unterstiitzen betreffen. Der Exekutive wurde die Vollmacht erteilt, bis zur Zusammentretung des neuen Kongresses die Interessen und Rechte der Juden zu schiitzen. Zu diesem Zwecke ist sie berechtigt, ihre Vertreter sowohl zum Comite de delegations in Paris wie auch zu anderen jiidischen Korperschaften zu entsenden. Vor der Schafiung eines permanenten jiidischen Kongresses In Amerika. — Ein Exekutivkomitee mit den Vorbereitungsarbeiten betraut. Newyork. J. C. B. Nachtraglich wird gemeldet: Der Kampf um die Permanenzerkiarung des am 30. und 31. Mai in Philadelphia tagenden zweiten Kongresses der amerikanischen Judenschaft endete, wie bereits gemeldet, mit der ofiziellen SchlieBung des Kongresses und der gleich darauf unter dem Vorsitz Lipskis arfolgten Neukonstituierung der fast vollzåhlig zurlickgebliebenen Delegierten als „Provisorische Konferenz zur Vorbereitung eines permanenten jiidischen Kongresses, die Wahlen zur neuen permanenten KongreB sollen in jiingster Zeit nach deinselben System, wie beim ersten jiidischen KongreB, durchgefiihrt werden. Nach diesem System kommen bei der Durchfiihrung der Wahlen nur die nationalen Organisationen in Betracht, die ihre nach den demokratischen Prinzipien gewåhlten Degation des amerikanischen Judentums einschlieBen soli. Auch die politischen Aktionen des amerikanischen Judentums zugunsten der jiidischen Millionen - massen sind keineswegs beendet und bediirfen insbesonders unter Beriicksichtigung der gegenwårtigen ståndigen Katastrophen und Rechtsverletzungen, einer programmatischen und permanenten Fortarbeit. ,Wir hoffen, dafl das amerikanische Judentum im Hinblick auch das Wohl des gesamten jiidischen Volkes ebenso machtvoll und autorativ den permanenten jiidischen KongreB zustande bringen wird, wie es seinen ersten KongreB fiir die Friedenskonferenz gebildet hat. _ Die engiische Prene fiber Sir Herbert Sanrøefr nones Amt. London. J. C. B. Die gesamte engiische Presse bespricht in groBeren Aufsåtzen die Bedeutung dei bevorstehenden Amtsantrittes Sir Herbert Samuel: als hoher Kommissår in Palåstina. So schreibt das ♦ Daily Telegraph" an leitender Stelle: „Såmtliche Parteien Englands begliickwiinschen die Regierung zu ihrer getroffenen Wahl, in dem sic Sir Herbert Samuel mit der Verwaltung Palåstinas betraut hat. Es ist wohl ein ebenso ehrenvollcs wie schweres Amt, daB Sir Samuel sich die Autgabe stellte einem verwahrlostem Lande wieder zu Ruhm und Aufschwung zu verhelfen, sowie Friede und Eintracht zwischen Relegionen, die in ietzter Zeit sich in erbittertem Kampfe gegentiberstehen wieder zu verpflanzen. Bei Wahrung der reiigidscn Freiheit fUr såmtliche Einwohner des Landes, werde er unentwågt der Verwirklichung seiner Politik justreben, die nationale Heimståtte des jiidische.i Volkes zu errichten. Sir Herbert Samuel kann aber bei der Verwirklichung seiner Bestrebungen auf den Beistand des Volkerbundes und GroBbrita^niensr wie auf UnterstUtzung aller, denen Palåstina ein heiliges Land bleibt, vertrauensvoll rechnen. Die „Times" vom 16. d. M. schreiben: Durch die Annahme dieses schweren Postens, hat Sir.. Herbert Samuel. groBen Mut gezeigt. Wir glauben,-4aB er, bei der nunmehrigen Durchfiihrung seiner Absichten gleiche Weisheit an den Tag legen. Wenn sein Werk, wie wir erhoffen, von Erfolg gekront sein wird, so wird es ihm gelingen, fiir die groBe Masse der schåtzenswerten und mutigen Juden eine auf Gerechtigkeit gegriindete Heimatsståtte aufzubauen, in seinen Bestreben das Recht får den Juden, Araber und Christen in gleichem Mafle walten zu lassen, findet er das Vorbild in den Ueberlieferungen der besten britischen Staatsmånnern und im Verantwortungsgefåhle gegenåber den ståndigen Interesen seines eigenen Volkes welches sowohl in der Slimmung wie auch in den Reden der zionistischen Fiihrer am Abschiedsbankett Ausdruck gefunden hat. Er wird auf seinem Wege nach Palåstina vom Wohlwollen aller begleitet sein, welche die auBerordentliche Wichtigkeit ■ nicht Verkennen, das jiidische Problem in einem richtigen Rahmen hineinbringen und den Juden die Mdglichkeit zu geben als Juden auf sicherej^ Basis unter den groBen Volkern dei Erde fortzubestehen, Eine Vollsltzung des Komitees der iiidlschen Delegierten in Karlsbad 5.-8. August 1920. Paris. J. C. B. Das Komitee der jådischen Delegationen hat nach Anhflrung des Berichtes des Generalsekretårs mit Bezug auf die Plenarsitzung, welche uber die Durchfiihrung der Reorganisation des Komitees der jådischen Delegationen zum Waad Haarazoth die meritorische Entscheidungen treffen soli, folgende Beschlåsse gefaBt: Die Plenarsitzung des Komitees der jådischen Delegationen wird zum S.—8. August 1920 in .Karlsbad einberufen. Dazu werden såmtliche Mitglieder des Komitees der jådtschen Delegationen eingelåden und diejenigen Landesorganisationen, welche bis jetzt nicht vertreten waren, zur Wahl ihrer Delegationen aufgefordert.— Das Komitee der jiidischen Delegationen hålt im Hinblick auf die bevorstehende Plenarsitzung es flir eine Pflicht aller Mitglieder des Komitees, zu dieser Plenarsitzung zu erscheinen. Vertreter der Misrachi zur jUdlschen Hilfskonferenz. London, J. C. B. Das Zentralhåro des Misrachi hat den Prof. Pick zum Delegierten får die jiidische Welthilfskonferenz in Karlsbad bestimmt. Lloyd George iiber die Verwaltung in Palåstina. London. J. C. B. Eine auf einer Sitzung des englischen Unterhauses gestellte Anfrage des l4ftrf«a»T#an» Plaanslarungan Bohemla“ Aktlanbank In Prag F111 a la« in BrQna vls-a-vis Bebnhof

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