Mannheim
Compact Memory

Jüdische Volksstimme · 1920-06-02 · Heft 22-23 (2.6.1920) · page 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XXI (1920)
Issue
Heft 22-23 (2.6.1920)
Date
1920-06-02
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
85% known words query
IRI
…/2621806-2622069-2622091--4373-2625665
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

Nr. 22*29. jowcib loutnniiE.1 StHe 5. stimmten Resolutionen zu beschrSnken, aber die von der Konferenz eingesetzte Ausschiisse referieren wiirden; ferner, daB die Konferenz keine Aktion in irgend welcher Angelegenheit, unternehmen darf, * ohne daB dartiber frtiher referiert worden wSre, aus-{ genommen der Fail, wenn ein mit Stimmenmehrheit I gefaBter entgegengesetzter BeschluB voriage. Clarence J. de Sola gestorben. Aus London kommt die Nachricht von dem Ableben des Ehrenpråsidenten der zionistischen Føderation von Kanada, Clarence Isaak de Sola. Der Verstorbene entstammt einer alten, angesehenen spaniolischen Familie. Er selbst war ein hervorragender Kaufmann, der in der kanadischen Handelswerlt eine fiihrende Rolle inne hatte. Dem Zionismus hat sich de Sola gleich beim Entstehen der Bewegung angeschlossen. Er war der erste Pråsident der Kanadischen zionistischen Føderation und wurde auf dem vierten KongreB in London ins Aktionskomitee gewahlt. Seit 1905 war er belgischer Konsul in Montreal. Auch im jiidischen Gemeindeleben wirkte er als Vorsteher aufierordentlich verdienstvoll. De Sola war eln griindlicher Kenner der jiidischen Geschichte und hat mehrere wertvolle Arbeiten auf jiidischhistorischem Gebiete verfaBt. (W. M. Z.) Die aufierordentliche Zionistenkonferenz in Amerika. The London Jewlsh Conespondence Bureau melc'et aus Newyork: Behufs Feierung der internationalen Beschlusse in San Remo beziiglich Paiastinas haben sich die amerikanischen Zionisten am 9. Mai zu einer auBerordentlichen Konvention versamnielt. Diese Konferenz, an der 1000 Delegierte der zionistischen Organisationen aus allen Teilen der Vereinigten Staaten teilnahmen, ist in eine långere Tagung umgewandelt worden und gestaltete sich zu einer ungeheueren Manifestation der gesamten amerikanischen Judenheit. Die groBen Feierlichkeiten, sowie die darauffolgende spontane riesige Demonstration einer Million Juden tiber die StraBen Newyorks, ldste ilberall unbeschreiblichen Jubel aus. Die Prozession zog tiber die belebtesten StraBen und Avenues, von allen Seiten von einem Fahnenmeer mit den Aufschriften: Der Erlosungstag des jiidischen Volkes“ umgeben. Diesem jiidischen Massenumzug schlossen sich ebenso spontane stimtliche Juden, die wåhrend des Krieges in der amerikanischen Armee und Marine Dienst geleistet haben. In besonderen Reihen marschierten Soldaten und Offiziere der jiidischen Legion, die nach Demobilisierung nach Amerika zurtickkehrten. Die aufierordentliche Tagung der amerikanischen Zionisten fand in der Metropolitan Opera House statt. Den Vorsitz fiihrte Julius Mack, Richter in Federal High Court. Die Festreden wurden vom Oberrichter Brandeis und Rabbi Stephen Wise gehalten. Sowohl diese als auch die anderen Redner besprachen die Problerne der fur'die praklische und politisclie Durchfiihrung einer unverziiglichen Masseneinwanderung nach Paliistina erforderlichen Vorarbeiten. Mr. Nathan StrauB, der ebenfalls zur Konferenz erschienen war und zur Erinnerung an diesen groBen Gedenktag eine Summe von 100.000, Dollars fur das Gesundheitsamt in Jerusalem spendete, war Gegenstand groBer Ovationen. Der greise StrauB drtickte seine tiberwåltigende Freude aus, daB es ihm noch vergonnt war, der Feier der jiidischen Erldstfng in seinen alten Tagen beizuwohnen. Der Appel von Stephen Wise und Mr. Barondess dem Beispiele StrauB ztf folgen, erreichte die weitere Sammlung von 150.000 Dollars ftir denselben Zweck mit der ausdrticklichen Bestimmung das Gesundheitsamt der medizinischen Fakultåt der bald zu errichtcnden hebråischen Universitåt in Jerusalem anzugliedern. An der Konferenz nahmen auch als Gaste die sich gegenwårtig in Amerika aufhaltenden Vertreter einzelner jiidischer Organisationen Ost- und Mitteleuropas teil. So begrtiBte die Konferenz Julius Simon ini Namen der Zionisten Deutschlands, Meier GroBmann namens der ukrainischen Juden und Moses Frostig namens der galizischen Juden. Unzåhlige BegrtiBungstelegramme aus aller Enden der Welt, darunter auch fiihrender Staatsmanner, liefen bei der Konferenz ein. Die Konvention faBte eine tiberaus herzlichc Dankresolution ftir Grofibritannien und gedachte mit besonderem Lobe der Verdienste der amerikanischen Regierung ihrer Friedensdelegation, namentlich des Obersten House, um den jetzigen Sieg des jiidischen Volkes. '75L An alle Zionisten I Gesinnungsgenossenf AIs Bringer froher Botschaft ftir das jiidische Volk sind wlr von San Remo zuriickgekehrt. Die nationale Heimståtte des jtidischen Volkes ist vom obersten Rate der GroBmåehte anerkannt und ein darauf beztiglicher Passus dem Friedensvertrage einverleibt worden, der der Tiirkei rur Unterzeichnung vorgelegt werden wird. Die britische Regierung hat das Mandat tiber Pal&stina iibernommen und unterzieht sich der edlen Aufgabe, fiir die Errichtung des jiidischen Nationalheimes zu lnirgen. In diesen Tagen der Freude nehmen wir mit Dank von Ihren Gliickwtinschen Kenntnis. In dieser groBen Stunde war das jiidische Volk einig. Herzlichen Dank alien Juden und Jtidinnen fiir die Unterstiitzung, die sie uns in San Remo gaben. — Die zionistische Organisation war der Sprecher und der Kåmpfer des ganzen jiidischen Volkes in dieser Stunde des Triumphes. Wir bitten Sie daher, allen unseren treuen Mitkåmpfern zu sagen, daB wir uns tief bewuBt sind, welch verantwortlichen Anteil sie an der Errichtung des groBen Zieles haben. Sagen Sie jhnen ferner, daB wir fest iiberzeugt sind von ihrer Bereitwilligkeit und ihrem Eifer, auch ferner jede Anstrengung zu machen und jedes Opfer zu bringen, nm das jiidische Palåstina aufzubauen. Mit ZionsgruB Chajim Weizmann. Nahum Sokolow. Von Woche zu Woche. Magyarlen. Leichtglaubige Leser unserer Tagesblåtter, uninformierte Juden, die tåglich die Tiraden der sogenannten liberalen Presse tiber sich ergehen lassen, sind bereits von dem Wahne befangen, daB des heilig.en Stefans Reich pazifiziert sei, daB Ruhe, Ordnung, Friede wieder eingezogen wtire, in das durch die Nachkriegsgråuel vollstandig ruinierte Ungarn. Diese H o r t y b e t y a r e n, die durch Geld und andere Mittel die besten Berichte tiber Ungarn in die verschiedensten auslåndischen Blåtter lancieren, bekommen nun Hilfstruppen in den Wiener Blåttern. Die e nzig&ij*Wtener MnrgenzeHlung" hat den Mut der Oeffentlichkeit die Schandtaten zu Teufel und Verbrechern gewordenen Menschen, die sich Offiziere nennen, zu brandmarken. Wie die wahre Freiheit Ungarns aussieht, und da kdnnen sogar noch åltere politische Ftichse dementieren, denn ein Apponyi, zeigt uns die yJtidische Korrespondenz". In Ungarn herrscht volle Freiheit! Karl F r i e d m a n n war Beamtér der Gasgluhb'cht-Aktiengesellschaft. Ueber Anzeige des Direktors Fazekas wurde er von den Brachialoffizieren verhaftet. Da bei seiner Leibesvisitatiolf kein Bargeld vorgefunden wurde, wurde er freigelassen, jedoch unter sttindiger Beaufsichtigung gehalten. Als das Offiziersdetachement durch eine Denunziation erfuhr, daB Friedmann 300.000 Kronen bei sich trage, wurde er neuerdings in Haft genommen und solite nach Hajmasker gebracht werden. Aber Friedmann kam nicht nach Hajmasker, erstens weil er Judeovar und zweitens weil er 300.000 Kronen besaB. Friedmann liegt bereits in dem neben Hajmasker befindlichen Wtildchen verscharrt. Sein Morder ist der Oberleutnant Uaghy, der schon eine Anzahl soleher Falle auf dem Gewissen hat. In dem Veszpremer offiziellen Organ des .christlichen Kurses" erschien ein kleines Inserat, wonach mehrere Hundert Hektoliter Wein zu billigem Preise abzugeben selen. Der reiche Veszpremer Weinhtindler Ro sner erscheint bei der in der An- /eige angegebenen Adresse, wo er von einem Oberleutnant nach einem Gute in der Ntihe von Veszprem gewiesen wird. Rosner begibt slch^ahin. Rosner ist nicht mehr zuriickgekehrt. Sein bereits in Verwesung tibergegangener Leichnam wurde drei Wochen spåter aus einem Brunnen auf der Puszta herausgefischt. Die Budapester Brachialoffiziere habén die Stadt unter sich rayoniert und veraben seit Monaten Raub und Erpressungen an den Juden. Die Kampagne wurde von Stadtkommandanten Heger, Leutnant Z o m b o r y, T o t h und einem getauften Juden, namens Dr. Ludwig Fis cher geftthrt. Die Raubzttge richteten sich ausschlieBlich gegen die Juden. Ende April machte nun Leutnant S o 1 y ni o s s i die Entdeckung, dafl der genannte Generalstab der Raubritter mit dem erbeuteten Gelde unredrfch manipuliert und eine« Teil ein!ach einsteckte. Heger, Zombory and Fischer wurden von ihren Kameraden in Haft gesetzt und bei ihnen eine Hausdarchsuchung vorgenommen. Aus den vorgefundenen Aufzeichnungen ergab sich, daB diese Bande im Verlaufe zwanzig Millionen Kronen zusammengeraubt und erpreBt hati AusschlieBlich von Juden 1 Oberarzt Dr. Stefan B o k o r ist laut einer in der vorigen Woche in der „Neuen Freien Presse" erschienenen Todesanzeige „unter tragischen Umstanden" verschieden. Diese in den aus Ungarn stammenden Todesanzeigen der Budapester und Wiener Bltitter jetzt so håufig wiederkehrende euphemistische Redewendung bedeutet, im vorliegendeu Falle des Dr. Stefan Bokor nichts anderes, als daB die Pronay-Gardisten einen Raubzug nach Czeg 1 e d unternommen und dort mehrere Juden meuehlings ermordeten. Zu den Opfern dieser Exkursion des Pronay-Detachements gehort auch Dr. Stefan B okor, der den Krieg auf s&mtlichen Schlachtfeldern mitgemacht, stimtliche Auszeichnungen vom Signum laudis bis zum Eisernen Kreuz erhalten hat. Vor sechs Monaten kehrte er aus italienischer Kriegsgefangenschaft zurtick, um nun „unter tragischen Um* standen aus dem Leben zu scheiden". Und jetzt wird von den weiflen Terroristen auch auf den jtingeren Bruder des Dr. Bokor Jagd gemacht.... Briinner Nachrichten. Briinner Gemelnderat. Bei der Samstag, den 22. Mai stattgehabten konstituierenden Sitzung der Briinner Stadtgemeinde-Vertretung wurde unser Gg. Dr. Artur Feldmann zum Stadtrat gewahlt. JUDISCHER NATIONALFOND. Allgemeine Spenden: 30. IV. 1920. Emil Faust 5 K, David Pich, Preflburg 3 K, Simon Reichter 2 K, Geza Koth, Kaschau 10 K, Mor. Ginpier 20 K, Jend Koth 5 K, Ernd Schiller 5 K, Abraham Sternhell 6 K, Sal. Beinhorn 2 K, Jakob Grtin 10 K, Berenyi & Co., Kaschau 10 K, Ungenannt 5 K, Osias Goldring 2 K, Markus Weinfeld 10 K, Chaim Stempel 10 K, Sam. Kaufmann 10 K, Beate Schuller 12 K, Alice Schmids 3 K, Dr. Viktor Reichhard, Stihne f. Ehrenbeleidigungsklage 50 K, Gustav Speier, Berlin 100 K. — 4. V. 1920. N. N. 100 K. — 14. IV. 1920. Herr u. Frau Rab. Dr. Ferda 20 K, Adalbert WeiB Wette. 2 K, Sam. Schneider 5 K, Awigdo Berl 2 K, Fri'. Kornhauser 2 Kj Guttmann 2 K, Minzer 2 K, Rafael Blind 2 K, Max Jakober 10 K, Zweigenthal 1 K, Paul Tauber 5 K. Btichsen: 4. V. 1920. Paul Singer 22 K. — 7. V. 1920. „Ver»tas" 12 K, Paula Zeisel K 5.62, Adolf ProBnitz 5 K, Emil Singer K 5.22, Bruno Rosenfeld K 8.20, Klara Ldwy 23 K, Henriette Froy 24 K. — 11. V. 1920. Altbach 2 K, Ida Vital 5 K. — 14. V. 1920. Georg GroB 5 K, Rudolf Singer 20 K, Beno Griinwald 17 K. Olbåume: 4. V. 1920. Filipp Kantor a. N. Schulhof Veritenhain 1 Oelb. 15 K. — 12. V. 1920. Julie Gerber und Rosa Wertheimer 2 Oelb. 30 K. Selbstbesteuerungen: 30. IV, 1920. Bodascher 4 K, Stein Irma 6 K. — 4. V. 1920. Gerd Jend 2 K, Schmitz 2 K, Nahum Steinschneider 2 K, Leo Huppert 10 K, Melitta Eisner 18 K, F. Glaser 50 K. — 7. V. 1920. Sindner 3 K, Edm. Huppert 2 K, Siegfr. Kohn 4 K, Alfred Jungmann 4 K, Julius Bornstein 10 K, Otto Breda, Rotter, Singer, Popper å 1 K, zus. 4 K, Hoffmann, Breda, Holzer, Zweigenthal, Fried å 1 K, zus. 5 K, Willheim 2 K^ Berger 2 K, Robert Redlich 10 K, Brosler 2 K, Beer Siegfr. 10 K, Bdhm 2 K, Ripper 2 K, Ehrenhaft 2 K, GroB Wilh. 2 K, GroB Rud. 2 K, GroB Rich. 2 K, Auerbach 2 K, Spitzer 2 K, Feldmann 6 K, Munk 5 K. — 11. V. 1920. Irene Ldwy 2 K, Robert Stein 2 K, Szolt 1 K, Berger 2 K, Sigm. Neumann 60 K, Rudolf Singer 2 K, Karl Kick 10 K, Max Hochwald 10 K, Feldmaus 4 K, Lustig, Kohn, Mangel, Hein, Steinhauer å 2 K, zus. 10 K. Sport. FuBball. Auf dem Sportplatze des Briinner Makkabi im Schreibwalde gelangten wåhrend der Pfingstieiertage folgende Wettspiele zur Austragung: Pfingst-Sonntag: Makkabi III—Zidenice IV: 0:2. — S. K. Makkabi II—S. K. TiSnov I: 2:3. Schdnes Spiel unser er Reservemannscbaft, in der Alfred

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.