Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- XXI (1920)
- Issue
- Heft 22-23 (2.6.1920)
- Date
- 1920-06-02
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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Ml« 4 »IMBCflE fOUSSTUUtt." Nr. 22*28. kafln es weder wissen nocli dafflr hatten, daQ solche AeuBerungen wirklich gefallen sind, sie wurden jedoeh allzusehr in Paiastina verbreitet und filsten uns groBen Schaden zu. Jeder Poaiezionist wurde als Bolsehewist verdåchtigt.** Auf die Frage was die zionistische Organisation fiir die nahe Zukunlt zu unternehmen gedenke, erwiderte Dr. Weizmann: „Sowohl Sokolow als auch ich wiinschen die baldige Einberufung des Ziotiistenkongresses, aber die teclinischen Schwierigkeiten fiir seine Beschickung durch die russischen Zionisten bestehen noch immer. Die Entscheidung iiber die KongreBeinberufung wird in den allernåchsten Tagen getroffen werden. Wir werden iiberdies alle unsere Kratte fiir die Aufbringung grofier Fonds einsetzen, damit wir in der Lage sind, unser Werk in Palåstina f:i Angriff zu nehmen." tom il dis lulin Soeben erschienen: 5r. A. SCHWflbRON Dr. DON/ITH Rundschau. GroBe Aktionen zugunsten des Jiidischen* Nationalfonds. Inmitten der Kundgebungen und Feiern der jiidischen Bevdlkerung anlåBIich der Beschliisse auf der Friedenskonferenz in San Remo wurde in der Oid Kinghall Londons ein groBer Nationalfonds-Bazar ereffnet. Herr Boris Qoldberg, Schat'zmeister der Zionistischen Weltorganisation und Direktor des Jtldischen Nationalfonds, hielt die ErSffnungsrede. Er sprach von der groBen Arbeit, die der Jlldi-?che Nationalfonds in Paiastina zu verrichten håbe. Unsere Heimståtte musse der ganzen Welt zum Vorbild dienen. Politisch sei viel erreicht worden, aber jetzt kame es darauf an, daB das jiidische Volk zeige, was es zu leisten vermag. Er sprach ferner von der Nationalisierung des paiastinensischen Bodens: „Die I åndereien, die der JNF. in Paiastina erwirbt, bleiben ewiges, unverauBerliches Besitztum des jiidischen Volkes. Wir alle miissen bemiiht sein, ihn zu propagieren, damit er immer tiefer in die Herzen eindringe. Immer mehr Boden muB erworben werden, um auch den Nichtvermogenden die Moglichkeit zu geben, sich in Paiastina anzusiedeln.** Der Bazar verspricht dem JNF. einen groBen Reinertrag zu bringen. Die Sammelstelle des JNF. in London bereitet fiir die nachste Zeit einen groBztigig organisierten Flaggentag vor, der in allen Stadten Groflbrltanniens v.stattfinden soli. Nach Bekanntwerden der BeschlUsse in San San Remo sind dem Hauptbiiro des JNF aus'allen Teilen der Welt Mitteilungen zugekommen, daB iiberall groBe Aktionen organisiert werden, um die Mittel nufzubringen, die der JNF fiir die Ausfiihrung der nachsten kolonisatorischen Aufgaben in Paiastina benotigt. In Polen, der Cechoslovakei, Deutschdsterreich, Elsafl-Lotringen und Italien finden Ralåstinawochen slatt. — In ganz Nordamerika, Polen, dem besetzten Litauen, WeiBruBland und Holland organisieren die Sammelstellen Blumentage. Die Sammelstelle des JNF fur Deutschland trifft Vorbereitungen fiir einen sich auf das ganze Reich erstreckenden Landfondstag. Dem Hauptbiiro des JNF ist die Mitteilung zugekommen, daB der verstorbene Mitinhaber der bekannten Theefirma Wissotzky, Herr Gotz, Moskau, dem JNF ein Legat von 50.000 L. testamentarisch binterlassen hat. Wie bereits mitgeteilt, werden dem JNF dempachst weitere zirka 25.000 L. aus einem fållig gewordenen Testament zuflieBen. Diese Zuwendung ist ein Vermåchtnis des verstorbenerv H. Louis Rosen-! blum in Brighton. Von seinem auf iiber 32.000 engl. Pfund sich belaufenden Vermogen hat Herr Rosentlum 1000 L. zugunsten der in Jerusalem zu errichtenden hebraischen Universitåt hinterlassen. Sein Wohnhaus und seinen Bodenbesitz hat er fiir ein Hidisches Waisenhaus bestimmt, in dem HebrSisch gesprochen werden soli. Der Rest seines Vermogens fåilt dem JNF fiir Bodenkauf und fflr die Ansiedlung der Familienmitglieder des Verstorbenen in Paiastina zu. Zwei weitere Legate in Hohe von einigen 10.000 Lira sind vor einigen Wochen in Florenz und in Triest dem JNF hinterlassen worden. Die Lager in Palåstina voll. The Jewisli Correspondence Bureau, London, meldet: Die Lagerhauser in Bayruth und Haiffa sind mit Waren iiberhåuft. Dies hat einen Preissturz bei såmtlichen Artikeln mit Austiahme der Lebensmittel verursacht. Das Verfangen nach sofortiger Frelgabe der Immigration In Palåstina. J. C. B. L. meldet: Der auBerordentliohe KongreB der amerikanischen Zionisten hat einen BeschluB gefaBt von der britischen Regierung nachdriicklichst die unverziigliche Freigabe der jiidischen Ifnmigration nach Palåstina zu verlangen. Elntragung Jabotinskys in das Goldene Buch des Jiidischen National-Fonds. Als Beweis der Solidaritåt mit dem verurteilten W. Jabotinsky sammelt man unter allen Parteien des palåstinensischen Jischubs, in allen Stådten und Kolonien, Qelder fiir den JNF, um ihn in das Qoldene Buch des Jiidischen Nationalfonds einzutragen. Einsetzung eines Verwaltungsrates in Palåstina. J. C. B. Reuter meldet: In einer Unterredung mit Professor Dr. Weizmann iiber die bevorstchende llmwandlung der Administration in Paiastina erkiårte er, daB die Regierung in Palåstina durch einen ifigh-Commissioner und einen besonders hiefiir eingesetzten Rat ausgeiibt werden wird. Die Zivilverwaltung des Landes wird ungefåhr nach vier bi st-chs Wochen ihres Amtes zu walten oeginnen. Palåstina in Gegenwart. J. C. B. meldet, daB ^ine 50 Sekten / sjar ke Brosi håre mit einer Karténskizze der jiidischen Kolonen in Palåstina und vielen vortrefflichen Photograi Lien vom Handels- und Industrie-Departement des zcnistischen Zentralbiiros in London veroffentlicht urde. Der Titel der Broschiire ist: „Die industrielle ‘ntwickung Palåstinas** und der Verfasser N. Wilbuschewitsch. Seine Betrachtungen iiber die Mogi'chkeiten des neuen Protektorates vom okonomi- ^hen Standpunkte aus sind mit einer bewundernswerten Klarheit zusammengefaBt und seine Ratschlåe fiir sofortige Verbesserungen der Arbeitbedingungen und industr. Organisationen zeigen auf miihevolle und gewissenhafte Nachforschungen. Eine groBe Palåstinaaktion in Rumånlen. J. C. B. Aus Bukarest wird berichtet: Am 14. Mai hat in Groflrumånien die groBe Palåstinaaktion negonnen. Die Arbeit erstreckt sich vorziiglich au einer groBangelegten Sammelaktion fiir' den Palåat-na-Wiederaiifbau-Fond und gelangt am 25. Mai zum AbschluB. Die englische Presse iiber die Erhennung Herbert Samuels. The London Jewish Correspondence Bureau meldet: Die groBen Londoner Blåtter begriiBen lebhaft die Ernennung Herbert Samuels zum High-Commissionår in Palåstina. „Daily News“ schreiben in ihrer Nummer vom 12. Mai: Die in uiiserer gestrigen Nummer gemeldete Ernennung Sir Herbert Samuels wurde von den Juden mit der groBten Zufriedenheit aufgenommen. Mr. Samuel hat sich nunmehr anlåBIich der Verlobung seines Sohnes mit einer Paiåstinenserin auch familifir an das Schicksai Palåstinas gebunden. Diejer erste familiåre Akt zwischen englischen und paiastinensischen Juden ist ubrigens nicht allein romantisch sondern vielmehr auch symbolisch zu werten. „Daily Telegraph1* schreibt unter demselben Datum: Wenngleich diese Ernennung amtlich noch nicht verlautbart wurde, so sprechen doch alle Anzeichen dafUr, daB die Angaben richtig sind und von alleu Juden wie auch vom englischen Volke mit der groBten Genugtuung begrUBt werden. „Daily Express** beklagt den Verlust Samuels als einen prominenten Fiihrer der unabhångigen Liberalen, nachdem sie infolge der Designierung Samuels zum High-Comniissionår gezwungen sein werden seine Dienste zu vermissen. Das Blatt begriiflt in ihm e.nen der kommenden Månner seines Volkes und fuhrt aus: Sein Name steht noch immer an ersten Stelle auf der Liste der Exminister, deren Riickkehr in den Westminster von Asquith gewilnscht wird, obgleich er auch zum gegenwårtigen Premierminister Lloyd George in freundschaftlichen Beziehungen steht. Nim hat sich dieser Mann seit einiger Zeit der Wiederauflebungsbewegung der jiidischen Rasse im Lande ihrer Ahnen angeschlossen und es ist wohl zu bezweifeln, ob sein Herz ihn zur Politik noch ziehen wird. Einc Mission Israel Cohens. J. C. B. „The Jewish Guardian** vom 14. Mai berichtet, daB Herr Israel Cohen, gewesener Sekretår (ler zionistischen Federation in England (jetzt Mitredakteur der „Times**) von der Exekutive der .zionistischen Organisationen mit einer wichtigen Mission — die erste wohl dieser Art in der Geschichte der zionistischen BewegUng — zu den jiidischen Gerneinschaften Australiens, Indiens und des ferneu Ostens betraut wurde. Der Zweck seiner Mission ist d?e Juden jener Lånder Iiber die Bedeutung der Entscheidung der Friedenskonferenz betreffs Palåstina aufzuklåren. Die zionistische Bewegung auszudehnen und zu stårken und Fonds fiir die Forderung der zionistischen Projekte in Palåstina zu sammeln. Herr Cohen hat sich diesen Sonntag zuerst fiir ein paar Wochen nach Palåstina begeben um an der Quelle Ilformationen Iiber die Entwicklung und die Bediirfnisse des Landes einzuziehen und dann iiber Port Said nach Fremantle (Australien), wo seine eigentlirbe Mission beginnt. Er wurde mit Beglåubigungsschreiben vom Forc-lgen Office und Colonial Office wie auch mit Botschaften von den zionistischen Fiihrern Weizmann ind Sokolow, ebenfalls von Lord Rothschild, Lord <?cbert Cecil, Dr. Nordau u. a. versehen. Man ervartet, daB seine Tour bis gegen Ende des Jahres Liuern werde. Einberufung der Jiidischen Welthllfskonferenz nach Teplitz. The London Jewish Correspondence Bureau meldet telegraphisch aus Paris: Das Comitee des Delegations-Juives hat auf seiner gestrigen Sitzung die Einberufung der jiidischen Welthilfskonferenz får den 27. Juli 1. J. nach Teplitz (Cechoslovakei) beschlossen. Dieser BeschluB wurde nach einem Referate des soeben aus Amerika zurtickgekehrten Delegierten Dr. Salkind gefaBt. Die amerikanischen Zionisten verlangen die Einfiihrung des parlamentarismen Systems. Das Londoner Jewish Correspondence Bureau erfåhrt aus Newyork, daB der auBerordentliche amerikanische Zionistenkongrefl nach einer ziemlich stilrmischen Debjitte einen BeschluB faBte, der die Sicherung eines parlamentarismen Systems in der Legislative der zionistischen Weltkonferenz bezweckt. Dieser BeschluB lautet: Der KongreB beauftragt die amerikanischen Delegierten ihren EinfluB und Stimmen dazu zu beniitzen, dafl ein parlamentatisches System, nach welchem Beratungen der zionistischen Weltkonferenz zu ftihren sind, angenommen werden soli. Die Beratungen haben sich auf ganz be- „Bohemla" Aktlenbanl Filial«. In Bvinn [ In Pri via-a-vis Babobo ZahluiHHii Im ARitani BBMIMI-TfMIS« aktin« an u m4 KHKitt« ZWBi| lanstallMdl tiPariidrii Isiava. •■klmi a/H., Hald*