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Jüdische Volksstimme · 1920-04-29 · Heft 18 (29.4.1920) · page 4

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XXI (1920)
Issue
Heft 18 (29.4.1920)
Date
1920-04-29
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Mto 4 JtMSCm VOLKSSTMME.- Nr. la fiberwtaden. Deshalb kann ich nicht annehroen, daø englischer Rfickzug mSglich wfire. Sir Stuart Samuel brachte sodann der Versammlutig ein Schreiben Claude Montefiore’s, Prfisident der Anglo-Jewish Association zur Kenntnis, demzufolge er die Annahme der Resolution von Sir Samuel empfiehlt. Nach Sir Samuel kam Lord Rothschild zu Worte und sagte: „Ich befiirworte wSrmstens diese Resolution und mfichte noch Folgendes hinzufiigen. Ich stimme voll und ganz mit Sir Samuel iiberein, dafi es undenkbar ist von der britischen Regierung anzu* nehmen, sie kdnnte es anders tun, als sie versprochen håbe. Ich mochte auch auf die Gefahr hinweisen^lie eine solche Situation mit sich bringen wiirde. Soilte das Mandat anders als erhofft erteiit werden, so wfire dadurch llberaus gOnstiger Nfihrboden fiir allerart Machinationen und gefåhrliche #Intriguien seitens unserer friiheren Feinde geschaffen." Der serphardische Oberrabbiner Dr. Oaster ffihrte in einer leidenschaftlich gehaltenen Ansprache aus: „Ich bin speziell hergekommen, um diesen Antrag zu untersttitzen. Es ist ganz richtig, wenn man sagt, dafi der gegenwårtige Moment fiir Kritik und inneren Streit nicht geeignet ist. Jetzt gilt es Schulter an Schulter beisammen zu stehen. Wir kommen nicht um zu bitten, sondern wir fordern das, was unser Recht ist. Wir diirfen das Verlangen stellen und beharren auch dabei, daB der Beistand, dem wir in so hohem MaBe geleistet haben, gerechtfertigt werde. Die gesamte Judenheit der Welt hat sich mit ihrem Beistand, ihrer Arbeit und ihrem kfimpfenden Arm ftlr die Ergebnisse und die Eriolge, sowie fiir die Vollendung des Sieges der Alliierten eingesetzt. Wir stehen hier Jetzt als die Wortfiihrer des ganzen jiidischen Volkes, weil sowohl das gegebene Ve«*- sprechen als auch die GroØbritanien zuteil gewordeue Unterstiitzung nicht bloø von einem Handvoll Jtiden gekommen ist.“ Als letzter Redner ergriff das Wort Mr. Morris Mayer, Chefredakteuer der „Jewish Times" und bemerkte unter Anderem, er spreche als einer, der im innigen Kontakte mit der jiidischen Arbeiterschait steht, die der Verzweiflung verfallen wiirde, wenn die jiidischen Hoffnungen imbezug auf Palfistina nicht erfiillt werden soilten. Dies wiirde auch zu unheilvollen Konsequenzen ffir die Zivilisation der Welt fiihren. im IV. Perek wiederholt den Satz der Rabbi Zadok." — Stille. — Die Gesellschaft freut sich, dafi der Kahalsmann, der Ueberlegene, unterlegen ist und vom Altglfiubigen, dem Gelehrten, besiegt wurde. Der Kahalsmann (unnachgiebig): „Der oder der, Einer hat’s gesagt." Der Unwissende (lachend): „Nein, zwoi haben es gesagt." — Alle Iachen. Reb Schlomoh (schiittelt sicli vor Lachen): „So geht’s, wenn man, mit aller Gewalt gelehrt sein will. Jeder Schuster bleib’ bei seinem Leisten. — Meine Lieben, lassen wir jetzt alle Heines, Spinozas, auch unsere lieben Hillels usw. Es wird finster. Die Gebetszeit naht." Der Unwissende ffingt den 144. Psalm, nach der lieben, trauten, alten Melodle zu singen an, der das Abendgebet einleitet. Der Protz: „Kannst auch schon nicht die Tabakspfeife erwarten." Der Dorfgeher: „Eine Zigarre konnen wir armen Teufel uns freilich nicht anziinden. Der arme Teufel nickt zustimmend und der Unwissende singt, ohne auf die Worte des Protzen zu achten, mfichtig weiter. Die Wechselrede, — die Debatte, — ist fiir diesmal geschlossen. Die BSsewichter, deren Seelen am heiligen Ruhetage aus dem verwiinschten Orte, in dem sie sich, wfihrend der 6 Arbeitstage befinden, entlassen waren, kehren nun wieder an diesen zurttek. Werkeltagsstimmung verbreitet sich nach dem Abendgebete wieder, und, mit einem krfiftigen „Gut* Woch", verabschieden sich alle Teilnehmer am Minjan von Reb Schlomoh. Der lehnt, nachdem er den Abschiedssegen fiber den Sabbath gesprochen, in seinen Sessel sich zurilck und spricht vor sich hin: „Sind sonderliche Leut’, meine lieben Juden. Jeder mficht’ sich am liebsten in’s hellste Licht rticken; .leder meint, in seiner Art, am besten dem Judentum aufhelfen zu konnen. Der Heilige, gepriesen sei sein Name, helfe uns allen." — Und sanft schlfift der Alte ein. Keiner von meinen Helden weilt noch in dieser Welt. Aber Reb Schlomohs Worte haben sie alle liberlebt. O!« PalSstinafragp auf der Frtedeøikonferenz in San Remo. (Das Telegramm auf unserer 1. Seite hat diese Beffirchtungen liberholt. — Anm. der Red.)# The London Jewish Correspondence Bureau meldet aus London: Der Spezialberichterstatter des „Daily Mail" in San Remo berichtet: Es sei vorderhand nichts Bestimmtes bekannt, ob bei den soeben getroffenen Vereinbarungen fiber den tfirkischen Frieden auch die britischen Angelegenheiten in Palfistina besprochen wurden. Ob gleich diese Sache nicht unmittelbar den tfirkischen Vertrag betrifft, so ist es aufier Zweifpl, dafi eine klare Festlegung bezfiglich der Zukunft des Zionismus von den Juden der ganzen Welt, insbesondere von den britischen, lebhaft begrfifit worden wfire. Deren lebhaftes Interesse an dieser Frage erhellt aus den zahlreichen Telegrammen der jiidischen Organisation, die die britische Delegation in San Remo erhieit und in denen fiir ein britisches Mandat in Palfistina, als unerlåfiliche Voraussetzung ffir die Errichtung eines jtl dischen Staates dortselbst, eingetreten wird. „Daily News" lassen sich vom 19. d. aus San Remo berichten: Bisher wurden keine entgiltigen Bcschlfisse fiber den Schutz der zionistischen und arabischen Rechte in Palfistina gefafit. Im Zusammenhang mit dieser Frage wird hier die Ankunft Doktor Weizmanns stiindlich erwartet. Es verlautet* dafi er nachdrficklichst ffir die Annulierung des Sykes-Picot- Abkommens vom Jahre 1916 eintreten wird, da sonst Palfistina seiner Wasserkrfifte berfiubt wiirde und dadurch die Basis fiir eine industrielle Expansion verlieren milsse. Diese Spezialfrage fiber den Besitz des Hermon und des Litanieflusses, ist eine jener Streitfiagen, fiber welche die gegenseitigen Experte vielleicht erst nach langen Monaten werden ilbereinkommen kSnnen. Der Spezialkorrespondent der „Times" meldet vom selben Datum: Die Friedenskonferenz hielt ihre erste Sitzung ab und begann mit der Arbeit fiber den tfirkischen Friedensvertrag. Zahlreiche inoffizielle Delegierte sind hierher gekommen, von denen die Zionisten am riih rigsten auf treten. Gestern und heute morgens wurden Lloyd George und seine Sekretfire mit Telegrammen der zionistischen Organisationen in Amerika und Grofibritanien ttberschwemmt. In all diesen Telegrammen wird gefordert, daB Grofibritanien das Mandat fiber Palfistina erhalte. Herbert Samuel ist auf der Rilckfahrt aus Palfistina hier eingetroffen und hat dem Premierminister fiber seine im Lande gewonnenen Eindriickc Bericht erstattet. Israel Zangwill fiber die Ausschreltungen In Jerusalem. The London Jewish Correspondence Bureau meldet: In einem an die Einberufer einer Versammlung, die zur Gedfichtnisfeier des gefallenen Kapitfins Trutnpeldor am Sonntag, den 25. April stattfin- »ien soli, gerichteten Briefe sagte Zangwill: „Ich vereinige mich mit Euch in der Trauerandacht zu Ehren des nationalen Palastinahelden, de*- in Verteidigung eines jiidischen Vorpostens den Tod erlitten hat. Mehr aber als diesen Tod bedauere ich die Ausschreitungen, welche sich in der Heiligen Stadt abspielten, *fiir deren Sicherheit die britische Regierung die Verantwortung iibernommen hat. Trotz der wiederholten Warnungen liefi man es geschehcn, dafi die Ausschreitungen zustande kamen, und ungeachtet der Verweisungen im Parlament erlaubte man ihnen durch drei Tage zu rasenvwfihrend die Juden, genau so wie im alten Rufiland, entwaffnet wurden. Es ist die Pflicht der britischen Regierung, deren Ehre durch einige fahrlfissige Representanten in Jerusalem befleckt wurde, mit aller Strenge gegen jeden, ohne Unterschied von Rang und Klasse, vorzugehen, der sich dieses doppelten Verbrechens, begangen an dem guten Ruf Britaniens und am Leben der Juden, die sich auf England vielieflen, schuldig erweist. Es ist nicht minder ihre Pflicht diesem Zustande der Unsicherheit und Unruhe ein Ende zu bereiten, indem sie ohne Verzug den Grundstein tu der versprochenen nationalen Heimstfitte ffir das jiidischc Volk in Palfistina legt." Ablehnung arabischer anjzionistischer Forderungen durch die engllsche Reglerung. The London Jewish Correspondence Bureau meldet vom 16. d.: Wir erhalten von der Zionistischen Organisation folgende Mitteilungen, die ihr so aus zuverlfissiger Quelle zugekommen sind. Eine Gruppe von Arabern hat der britischen Verwaltung in Jerusalem ein mit 5 Tagen befristetes Ultimatum gestellt, das folgende Forderungen beinhaltet: 1. Einstellung der Tfitigkeit der zionistischen Kommission; 2. Ausweisung ihrer Fiihrer; 3. die Auflosung des jiidischen Battaillons, widrigenfalls sie, die Araber, zu einem allgemeinen Massacre gegen die Juden auf rufen werden. Die Fellachen und die Beduinen dieser Gegend haben bereits diesbezfigliche Weisungen erhalten. Eine weitere Information besagt, dafi die britische Administration diese Forderungen akzeptiertc, die aber sodann von Lord Alienby zurfickgewiesen wurden. Angesichts dieser unvollståndigen Informationen wurden unsererseits im auswfirtigen Amt (Foreign Office) Vorstellungen gemacht, worauf uns folgender Bescheid zugegangen ist: „An Lord Alienby erging die telegraphische Instruktion unverzfiglich Erhebungen fiber die Vorfalle zu pflegen, ferner alle wie immer gearteten Mafinahmen zur Verhinderung fihnlicher Zwischenffille zu ergreifen, sowie schliefilich den arabischcn Forderungen betreffend Abdankung der Zionistischen Kommission und Demobilisierung des jiidischen Bataillons nicht stattzugeben." Prominente Araber protestleren gegen die antljfidlschen Demonstrationen. The London Jewish Correspondence Bureau meldet aus Jerusalem*. Als Beweis, dafi die antizionistischen Demonstrationen in Jerusalem blofi von einigen extremen arabischen Elementen, von denen die grofien Massen der Bevolkerung nichts wissen wollen inszeniert wurden, gilt folgendes Dokument, das dem Cliief Administrator von Palfistina, Generals Bols von zahlreichen prominenten arabischen Ffihrern mit 203 autorisierten Unterschriften zugekommen ist uncf in deutscher Uebersetzung lautet: „An den Chief Administrator, O. E. T. A, (South), Jerusalem. Sir! Wir beehren uns Ihnen unsere tiefgjfuhlte Wertschatzung zum Ausdruck zu bringen und bitten Sie. sowohl der Friedenskonferenz ais auch der britischen Regierung unseren Protest und unsere Wiinsche zu iibermitteln. Wir stellen zunachst fest, dafi die Demonstrationen in einigen Stadten Palastinas, namentlich in Jerusalem an Zahl (70 Prozent) als auch an Boden und Besitz (90 Prozent) die Majoritfit darstellt. Es ist unser lebhafter Wunsch, dafi die Verwaltung und das Regieren mit unsereu Stfidten unter der Kontrolle und der Oberaufsicht Grofibritaniens verbleibt, ebenso werden wir jegliche Entscheidung oder jedem von Grofibritanien erteilten Befehl beziiglich welcher Person immer, annehmen. Ferner erklfiren wir, dafi wir in der Einwanderung der Zionisten weder fiir die offentliclien noch ffir unsere privaten Interessen irgendwelche Gefahr erblicken. Wir witnschen, dafi unsere wechselseitigen Beziehungen zu den Zionisten auch in Hinkunft alten Formen der Gerechtigkeit entsprechen sollen. FJne Anlrage im engllschen Unterhaus fiber die Vorfalle In Palfistina. The London Jewish Correspondence Bureau meldet: Im englischen Unterhaus fand eine durch die Anfrage des Obersten Wedgwood eingeleiette Aussprache iiber die bedauerlichen Zwischenfålle in Jerusalem statt. Das Mitglied der Regierung Bonar Bohemla'1 Aktienbank In Prag F11 i a la < In BrQnn vls-a-vis Bahnbef

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