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Jüdische Volksstimme · 1920-03-04 · Heft 10 (4.3.1920) · page 5

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XXI (1920)
Issue
Heft 10 (4.3.1920)
Date
1920-03-04
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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Nf. 10. ..»li ijwi<aMaMi>r«!»m.'.,ai^ mit Dr. Honser. Dl© von Prof. KrelCl d©n Mitgliedern des Nationalrates gemachten Mitteilungen fanden dann in seiner Rede im Plenum der Nationalversammlung ihre Beståtigung. Dr. Q oids te in berichtet iiber eine Audiens bcim Eisenbahnminister Dr. Franke in Angelegenheit der nicht iibernommenen jiidischen Eisenbahnbeamfen in den Staatsdienst der Republik, darimter soleher aus Bosnien-Herzegowina und aus dem Tescheiier Oebiet. Der Minister hat den Herren des N. R. die ge'wissenhafte und sachliche Prtifung aller Falle — es handelt sich um eine groBere Anzahl von Béamten, die sich an den N.'R. gewendet haben und fiir die dieser die betreffenden Mémoranden ausgearbeitet hat — zugesagt. Dr. Bro d berichtet ferner iiber mehrcre Interventionen in politischen Fragen, die bei verschiedenen Regierungsstellen vorgenommen wurden, insbesondere aucH solche, welche die Angelegenheiten der iiidischen Bevolkerung in Karpatho-Russia betreffen, deren Versammlungs- und Vereinsfreiheit u. a. noch immer eingeschrånkt wird. Sodann gelangt der endgiiltige Bescheid des Ernahrungsministeriums in Angelegenheit der Mazzothversorgung zur Verlesung. Dr. Kaznelson berichtet hierauf iiber die Kriegsgefangenenaktion und gibt hiebei seitens der amerikanischen zionistischen Organisation eingelanfene Nachrichten wieder. Die amerikanischen Zionisten haben als ihren Delegierten den bekannten Zionisten Ingenieur S. GroBbard, Direktor der New- Yorker Untergrundbahri, nach Sibirién entsendet, der die infolge des Vorriickens der Bolschewiken geanderten Verhåltnisse untersuchen und gemeinsam mit dein Kapitån Sandelson die notigen Schritte unternchmen soli. Die amerikanische zionistische Organisation berichtet weiters iiber Besprechungen, welche der Exekutivsekretår, Jacob de Haas mit dem éechoslovakischen Gesandten in Amerika Charles-Pergier in dieser Sache gepflogen hat. Herr Pergier ist Ende - Jånner nach Japan als dortiger Gesandter der éechoslovakischen Republik abgereist und soli auch di© Repatriierung der éechosiovakischen Burger in dieser Eigenschaft fordern. Das Schreiben der American Zionist Organisation enthalt ferner Mitteilungen iiber die Verwendung der vorlåufig vom Joint Distribution Committee zur-Verfiigung gestellten 100.000 Dollar, sowie iiber den Plan der Gewåhrung einer Anleihe seitens der Alliierten tind Assoziierten an die Cechoslovakei zur Ermbglichung der »Rtickbeforderung der Kriegsgefangenen in Sibirien. In der gleichen Angelegenheit gelangt ferner ein Schreiben des Rabbi Sr. Stephen Wise, Vicepræsidenten der amerikanischen zionistischen Organisation und Offiziers der franzosischen Ehrenlegion, zur Verlesung, der sich mit seiner ganzen Kraft fiir die Gefaøgenen einzusetzen verspricht und in seinem Schreiben auch seine freundschaftlichen Beziehungeri zum Pråsidenten Masaryk erwåhnt. Sodann werden Fragen des Sekretariats, der Presse und vorbereitende MaBnahmen fiir die niichste Zeit besprochen. Die iungzionistische Bewegung in der Cechoslovakei. Die bisher nicht organisierten Anhånger des Hapoel Hazair und der Zeire Zion'in Prag haben sich — vor allem in Hinblick auf die vom 21. bis 28. Mårz d. J. in Prag stattfindende Weltkonferenz des Hapoel Hazair — zu einer Gruppe zusammengeschlossen und einen konstituiereriden AusschuB, bestehend aus den Herren Dr. Oskar Epstein, Aron Hirsch, Moses Ischaiewitsch, Fritz Kohn und Dr. Josef Wien eingesetzt, dem es zur Aufgabe gemacht wurde, die Organister ung der Anhanger des Jungzionismus in der Cechoslovakei éinzuleiten und bereits fiir die Zeit der Tagung der Hapoel Hazair- WeltKonferenz nach Prag eine konstituierende Lan- Ueskonferenz dieser Jungzionistischen Partei im éechoslovakischen Staate einzuberufen. Dieser AusschuB hat unter dem Vorsitz von Dr. Epstein seine Arbeit aufgenommen und bittet alle Gruppen und Einzelpersonen, die der gleichen Idee naliestehen, sich mit Dr. O. Epstein in Prag-Smichov, Arbesova Nr. 2, ins Einvernehmen zu setzen. PAUSTINA. Oemeinsame Schul’en mit Muselmanen und Christen. Der palåstinensische Korrespondent der „Jiid. PreBzentrale Ziirich“ berichtet: Unlangst hat der Milttårgouverneur von H a i f a die Vertreter der jiidischen, christlichen und muselmanischen Gemeinden von Haifa, sowie die Vertreter der diesen unterstellten Schulen eingeladen, um 'die Angelegenheit „JtfflfSCBB tfOLKSATIMME,- der von der Regierung geplanten Einrichtung einer gemeinsamen Schule zu beraten. In einem Entschuldigungsschreiben an die jiid. Vertreter, die an der Sitzung nicht teilnahmen, weil diese fiir einen Sabbat;' anberaumt worden ~war, erklårte der Militårgouverneur, daB die erste Sitzung nur deshalb auf den Sabbat: festgesetzt worden sei, weil der aus Jerusalemeingeladene Beamte des Schulwesens :iur fiir Samstag nach Haifa gekommen war und schon am Sonntag zuriickreisen muflte. Auf der zweiten Sitzung, die bereits fiir einen Wochentag einbertifen war, crklårten die iiidischen Vertreter, daB sie bereit seien, sich an einer gemeinsamen Schule zu beteiligen jedoch nur unter folgenden zwei Bedinguiigen: 1. Anerkennung der Gleichberechtigung der hebriiischen Sprache mit. der englischen und arabischen. 2. Fiir einige Fåcher soli als Unterrichtssprache das Hebråische bestimmt werden. Mit Ausnahme der protestantischen Vertreter haben sich die Christen und Muselmanen gegen Punkt 2 ausgesp>ochen. Die Frage des Ruhetages und der verhaitmsmåfiigen Vertretung in der Schulverwaltung stand noch nicht zur Beratung. Sew Jabotinsky veroffentlicht im „Hanretz""Vom 12. Janner einen/„Hasjag“ betitelten Artikel, in dem er sich entschieden gegen derart gsmeinsame Schulen ausspricht. Weltkonferenz des Hapoel Hazair. Wer an der Weltkonferenz des Hapoel Hazair und der Zeire Zion in Prag vom 21—28. Marz als Delegierter oder als Gast teilnehmen will, muB sich unhedirigt unter Angabe der Adresse und des Ankunftsdatums in Prag bis spatestens 5. M3rz bei Fri. Frieda Lbwy, per Adr. Jiidischer Nationalrat, Prag I, Celetna 22, anmelden. Spater sich Anmeldende konnen auf Zuweisung einer Wohnung nicht rechnen. ' Jiidlsches Gewerbestudentenheim in Budapest. In Budapest haben sich unter Fiihrung eines kab- ,bi begeisterte Anhanger des Judentums' zusammengetan, um die Griindung eines Studentenheimes fiir jiidische Gewerbezoglinge zu ermoglichen. Die Aktion bezwéekt, in der Nachbargemeinde Kispest die Erwerbung eines Areals von 2000 Quadratklaftern zur Errichtung eines mit Internat, verbundenen Studentenheimes und die Erwerbung von 8—10 Katastraljoch Boden zur Schaffung. einer praktischen Schule fiir Weinbau und Agrikultur. Das Gewerbestudentenheim soli 3 Hauptgruppen umfassen: 1. Mechanik, Elektrotechnik, Schlosserei, Uhren- und Juwelier-Werkstatte, 2. Tischlefei, Modelltischleref, Kiinstmdbelerzeugung, Holzschnitzerei, Drechslerei und 3. Bekleidtingsgruppe, Schusterei, Schnéiderei, Modeartikel. Die Insassen des Heimes sollen auch in den Weinbau und in die Landwirtschaft eingefiilirt werden. Der Lehrkurs jeder Gruppe wird drei Jahrgånge umfassen, in denen neben den*streng gewerblichen, hoheren technologischen und praktischen kommerzieleln Doktrinen die ungarische, englische, franzosische und hebraische Sprache, Musik und Gesang unterrichtet, Talmudstudien und Sport betrieben werden sollen. Die Unternehmer hoffen die Anstalt schon im Friihjahr eroffnen zu konnen. Zu unserer Purimfreude. 1. M o r d e c h a i. Auf dem ganzen Erdenrunde Hort man Purim frohe Kunde, Wer der beste Mann wohl sei? Nun, es ist der Mordechai! Kostlicher als feines Oel Ist sein Nam’ in Israel, Seiner Esther ward’ er Vater, Seinem Volke ein Berater, Seinem Konig dient’ er treu, Durch ihn wurde Juda frei. Alle, die zum Tempel kommen, Riihmen Mordechai, den Frommeu, Nennen ihn in der Tefilla. Auch beim Lesen der Megilla. 2. Esther. Sei uns gegriiBt, o teure Esther! Du warst ja fromm, treu, lieb und gut, Stets werden ehren wir dich, Schwester, Die zeigt’ im Ungluck groBen Mut. Du liebtest Gott mit ganzem Herzen Und teiltest deines Volkes Schmerzen, Du tratest ein fiir deine Bruder, Dein frommes Fasten iiel dir leicht. Sete S / Wir singen dir zu Ehren Lieder — Wer hat an Glanz dich le erreicht? Wir lesen aus der Esther-Rolle, Die laut uns kilndet deinen Rtihm. Stets bleibst du uns die Liebevolle, Lebst allezeit im Judentum. Prof. Moritz Antscherl, Wien. , VON W0CHE ZU W0CHF. Wladimir Purischkewitsci Nach P1 e h w e und dem Kurator des heiligen ri ehcn Synods Pobjedonoseff war P u r i s , .. k ewitsch der gr6Bte Judenhasser und Bluthnnd des zaristischen RuBlands. Alle Pogrome der Vorkriegszeit sind auf ihn zuriickzuftihren. Kischinefi, Homcl verdanken ihre ungluckselige Beriihmtheit diesem Manne, welcher der geistige Vater der Cerna sotnja war. Die „Schwarzen Hundert", die H o o 1 i g a n e, wie sie der russische Jude mit Schrecken nannte, waren seine Trabanten. Angeblich zum Schutze des Zarismus gegrtindet, bestand die Tatigkeit dieser schwarzen Rotten darin, daB sie Pogrome arrangierten. Ein Vertreter des erzreaktionarsten Systems, der Agitator und Propagator der Gegenrevolutiori ist nun in R o s t o w am Don zu Grabe getragen worden. Wenn auch Purischkewitsch wahrend des Kriegek seine antijtidische Hetze eingestellt — hat doch Våterchen Nikolaj selbst ein Manifest „an meine lieben Juden“ erlassen, wird er doch in jtidischer Geschichte H a m a n gleichzustellen sein. Ein Anhånger der panrussischen Idee erfreute er sich eines groBen Einflusses auf RuBlands innere und aufiere Politik. Seine Vertreter waren auf den einr fluBreichsten Posten und Herr von Hertwig, der letzte zaristische Attaché auf Belgerads Hof stand ihm nahe. — Nuri ist die W^lt von diesej Scheusal in Menscjienges-talt befreit und sein Nan e wird nie ohne Schrecken von Juden ausgesprocheu. BRUENNER NACHRICHTEN. Makkabi, Briinn. Der Sportklub Makkabi hielt am Dienstag, den 24. Feber d. J. im Klublokale Café Thonet um 8 Uhr abends fiir das Tahr 1920 die zweite ordentliche Sektions-Mitgliederhui ptversammlung ab. Von derselben ware kurz zu er\. ihnen: I. Obmann Rudolf Hoffmann eroffnete die Vet ammlung und begrUBte die zahlreich erschienenen Mitglieder' und Gåste. Nach Verlesung und Genehmigung des Protokolles der letzten Sektions-Generalversammluhg im August 1919, erstattete Spb. Baumqlster Leopold Drucker den Tåtigkeitsbericht,, in welchem er namentlich die Wichtigkeit und Bedeutung der erfolgten Erwerbung eines eigenen Sportplatzes hervorhob. An dieser Stelle sei allen Faktoren, welche sich um das Zustandekommen dieses Werkes in aufopferungsvoller Weise bemiiht haben, insbesondere aber den Herren Dr. Artur Feldmann, Rudolf Hoffmann und Dr. Karl Sonnenfeld Herzlichst gedankt. Weiter fortfahrend gab Redner ein statistisches Bild iiber die im Vorjahre absolvierten Wettspiele, wobei er des am 19. Oktober in Prag gegen Hagibor (2:0) ausgetragenen Wettkampfes, als sportlich schonsteu, fairsten, vom besten Erfolge begleiteten Wettspiele in warmen Worten gedachte. Hier durfen die Spb. Dr. Alfred Spitz als Mitbegriinder des Sportklubes Makkabi und der verdiente Trainer Otto Platzer, nicht vergessen werden. Als weiteres, wichtiges Ereignis fiihrt der Berichterstatter neben der Griindung der leichtathletischen Sektion, die der Hockeysektion, welche bereits 31 Mitglieder, zumeist Hochschiiler zåhlt, an, und die Vorarbeiten zur Griindung . der Tennissektion, deren Bildung schon jetzt mit groBem Interesse verfolgt wird. Etwaige Interessenten mogen sich an Spb. Viktor Hannak, Briinn, Na ponavce Nr. 49 wenden, der mit der Durchfiihrung der Griindungsarbeiten betraut wurde und jede gewiinschte Aufklårung bereitwilligst erteilt. Endlich wurde noch der S. K. Zidenice, Schimitz, der Dank fur ihr frea idliches Entgegenkommén und zeitweiliges UeberlSssen ihres Sportplatzes. zum Ausdrucke gebracht. Nach Erstattung des Kassaberichtes durch Spb. Leopold Drueker, Revisionsberichtes und Erteilung des Absolutoriums durch die Versammlung an den abtretenden AusschuB, wurde zu den Neuwahlen geschritten: Oewahlt wurde zum I. Obmann: Rudolf Hoffmann, II. Obmann: Leopold Drucker, III. Obmann: Alfred Druekér, I. Schriftfiihrer und Sekretår: Walter Fabian, II. Schriftfiihrer: Otto Schick, I. Kassier: Karl WeiB, II. Kassier: Oskar Minicl ' Trainer: Otto Platzer, II. Trainer: Moriz Jelline. wart: Ernst ReiB, zu Beisitzern: Dr. Alf und Max Broch, auBerdem entsendeten die t..

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