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Jüdische Volksstimme · 1920-02-12 · Heft 7 (12.2.1920) · page 4

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XXI (1920)
Issue
Heft 7 (12.2.1920)
Date
1920-02-12
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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r S*H* C jausaat volksstimme* Nr. 7. 1 inswfschen durch umfangreiche Kreditgewåhrung ride Handelshåuser und kieine Handler instand gesetzt, die Handeisbeziehungen mit Agypten wieder aufzunehmen. Die Qeider kamen teilweise auch den Apfelsinenpflanzern und den Landwirten zugute, welche auf diese Weise die notigen Steinkohlen, Petroleum usw. bekommen konnten. Es haben sich in -den verschiedenen jiidischen Kolonien viele Gruppen gebildet, welche ziisammen mit Hilfe der dfirch die Bank verschafften Vorschiisse die Rohstoffe fiir Anpflanzung und Saat erhaiten konnten. Tåglich werden bei der Bank auch grofie Betråge deponiert. Nekie jiidische Ansiedlungen in Japan. Vor mehreren Monaten hat sich zur Regelung des jiidischen Emigrationsstromes, der seit Beginn des Bolschewistenregimes ununterbrochen aus RuBland via Japan nach Amerika flutet, in Tokio das „American Emigration Jewish Relief Committec" gebildet, das sich aus amerikanischen und einhehuischen japanischen Jtiden zusammensetzt. Zweimal wdphentlich passieren einige Hundert jtidische Emigranten, aus Wladiwostok kommend, die Hauptstadt Japans, wo sie von dem genannten Komitee koscher verpflegt und mit dem Notigsten versehen werden. Bis zu ihrer Weiterreise nimmt sich das Komitee dieser Emigranten in ieder Hinsicht an. Unter den Durchreisenden befinden sich nicht nur Angehorige des russischen Staates, sondern auch jiidische Kaufleute aus Amerika, deren Existenz durch die Bolschewiki-Herrschaft vollkommen zerstort wurde und die jetzt mitteilos nach Amerika zuriickkehren. Die japanischen Juden gewåhren ihren bedrångten jiidischen Briidern reichliche materielle Hilfe und stelien iluien, falis sie eine ueue Existenz in Japan griinden wollen, mit Rat und Tat zur Seite. Allerdings sind die guten Zeiten fiir die russisch-jiidischc Geschaftswelt in Japan, seitdem der Handel in RuBland lahmgelegt ist, vorbei. Die wåhrend des Krieges eingewanderten russischen Juden, die den Handel Japans mit ihrem Heimatlande lebhaft gefordert und ausgebaut haben, sind alle zu groBem Wohlstand gelangt. Viele aber wandern jetzt, da sie keine Handelsmoglichkeiten mehr mit RuBland haben, nach Amerika aus, um sich dort dem japanisch-amerikanischen Handel zu widmen. Als die ersten Pioniere jiidischer Niederlassung in Japan konnen neben dem bekarinten Philanthropen Ginsburg in Port Arthur die Herren Kirschbaum aus Riga und Mr. Russel genannt werden, die den Grundstein zu einer jiidischen Gemejnschaft legten. Hente besitzt die Gemeinde bereits einen Schochet und im Hause des Emigrations-Komitees an der •Mainstreet besteht ein Betsaal, der als Synagoge eingerichtet ist. Der Bau einer Synagoge ist geplant. Tn Ermanglung anderer Schuleti muRten die jiidisclien Kinder bisher in die Missionsschulen geschickt werden; hierin wurde nun Wandel geschaffen, indem man jiidische Schulen errichtete.die gut besucht sind. Wåhrend der Chanukkah-Tage vorigen Jahres wurde ein jiidischer Ball veranstaltet und die hånlig stattfindenden Wohitatigkeits-Konzerte und jiidischen literarischen Kurse zeugen vom jiidischen gesellschaftlichen Leben in Tokio. Die ersten Spuren jiidischer Ansiedlung in .Tapair lassen sich auf fiinf Jahrzehnte verfolgcn, wovon ein 57 Jahre alter Grabstein einer jiidischen Frau in' Tokio zeugt. Unser Gewåhrsmann beabsichtigt, bei seiner Riickkehr naqh Japan den Grabstein photographieren zu lassen und Material iiber die ersten Anfange des jiid. Lebens in den japanischen Stadten zu sammeln. J. p. Z. , Rabbinerkonferenz in WUna. Unter dem Vorsitz des Rabb. Grodzensky fand in Wilna eine Rabbinerkonferenz statt, um iiber die traurige Lage der Rabbiner iu Litauen und den schlechten Stand der dortigen religiosen Iustitutio nen zu beraten. Rabb. Grodzensky teilte mit, dafi er vom amerikanischen jiid. JTilfskomitee 15.000 Dollars d. h. 525.000 Mark erhaiten håbe, deren Verteilungsmodus von der Kpnferenz beschlossen wurde. Sodann beriet man die Frage der Grundung einer orthodoxen Organisation in Litauen. Nach eifriger Diskussion wurde einstimmig folgende Resolution angenommen: In Anbetracht dessen, daB der Stand der jiid Frommigkeit in Litauen immerfort sich verschlimmert, anerkennt die Rabbinerkonferenz von Litauen die Notwendigkeit, eine energische Tåtigkeit zu ent falten, um den jiidischen Geist und Glauben durch Verbreitung der Thorakenntnis zu stårken. In Anbe tracht dessen, daB jetzt die Moglichkeit geschafien wird, sich mit produktiver Arbeit in Palåstina zu beschåftigen, findet die Rabbinerkonferenz es fiir ndtig, praktisch fiir die Wiederauflebung und den Wiederaufbau des jiidischen Volkes in Palåstina tu arbeiten. Um im Leben diese Resolutionen zu verwirklichen, beschlieBt die Konferenz eine allgemeine Organisation zu griinden, die Hånd in Hånd mit den anderen Organisationen, die ihr geistig nahe stehen, wirken soil. Sodann wurde eine Kommission gewåhlt, um das Programm dieser orthodoxen Organisationen auszuarbeiten, deren Zentrale nach einem Beschlusse Wilna sein soli. Da jedocli derzeit ein Verkehr mit allcn Rabbinern Litauens unmoglich ist, wird die Ausarbeitung des Programmes dem Vorsitzenden, d. h. Rabb. Grodzensky, iibertragen, der das Programm der nåchsten Rabbinerkonferenz vorzulegen hat. Das amerikanische Geld wurde auf diese Weise verteilt, daB auBer der Unterstiitzung der teinzelnen bedilrftigen Rabbiner, fiir die Jeschiboth in Litauen und WeiBruBland 105.000 Mark und fiir einen spezielien Rosch-Jesciiiwah in Grodno 20.000 Mark, fiir Talttiud-Thora-Schulen im Gouvernement Wilna 20.000 Mark. Lehrerktirse 30.000 Mark, Abendkurse fiir Erwachsene 15.000 Mark, fiir die Botei Medroschirn (Lehrhåuser) 15.000 Mark, wåhrend das iibrige Geld als Reserve fiir derzeit nicht voraussehbare Notwendigkeiten bestimmt wurde. Laut den Berichten der einzelnen Rabbiner ist ersichtlich, daB die erlangte Unterstiitzung sehr gering ist im Vergleiche zur groBen Not, in der die religiosen Anstalten sich jetzt befinden. Die Spenden-Einnahmen des, Jiidischen Nationalionds im Jahre 1919. Die Uesaint-Einnahmen des Jiidischen Nationalfonds im Jahre 1919 betragen: Francs 5,551.539.50 und Rubel 1,196.675.13, die noch nicht realisiert werden konnten. Sie vertcilen sich auf folgende Lander: Nord- Amerika S 123.976, England L 18.488.7, Deutschland Mark 1,001.393, Italien L 10.000 und Lire 6.510, RuBland Rubel 281.619. Mark 23.600 und L 9.882, Sibirien Rubel 862.094, Polen Mark pol. 1,033.669, Siidafrika L 8.069, Argentinien und Chile Pesos 64.828 und Frs. 500, Griechenland Drachmes 12.103, L 4.051 und Frcs. 430, Holland Hfl. 34.081 und Frcs. 5000, Rumånien Lei 132.000, Frcs. 82*500, Mark 2.529, Cecho- Slovakei cech. Kronen 583.937, Palåstina und Syrien/ 1.896 engl. L, Belgien belg. Frcs. 53.084, holl. Guiden 3.533.60 und Mark 85, Siidslav. Lander siidsl. Kronen 360.392, Schweiz schw. Frcs. 33.360, Nieder- ånd. Indien Hfl. 14.965,’ Bulgarien Levas 244.252 und Mark 100. Canada S 5.129, Frankreich Frcs. 38.979, ElsaB-Lotbringen Frcs. 34.488, West-Galizien Kronen 357.133, Ostgalizien Kronen 350.160, Oesterreich Kr. 329.878, WeiBruBland Mark 23.142, Schweden schw. Kr. 7.379, Danemark dån. Kr. 6.357. Aegypten engl. L 306.10, Litauen Rb. 17.500 und Mark 845, Norwegen norw. Kr. 3.954, Singapore L 170, Australien L 141.3, Ungarn Kr. 72.005, Tunis Frcs. 3.061, Livland und Kurland Mark 872, L 50, Rb. 1.062 und Rb. 8.962. Bukowina Kronen 40.000, Portugal Frcs. 1.071 und L 9, Estland Mark 6.450, Spanien L 26.12, Marokko Frcs. 50, Ukraine Rb. 44.000, China L 77.13 und S 300. Die Verwaltung des JNF hatte fiir das abgelaufene Jahr einen Betrag von 10 Millionen Francs veranschlagt. DaB diese Summe nicht aufgebracht ist, liegt teils an der ungeheueren Entwertung der europåischeti Valuta, teils an der bisher in verschiedenen I.åndern noch nicht erfolgten Durchfiihrung aller reorganisatorischen und propagandistischen MaBnahrnen. Aber die obigen Ziffern zeigen dennoch, welchen starken Widerhall das Manifest, das die Verwaltung des JNF zu Beginn des Jahres an alle Juden der Welt gerichtet hatte, gefunden hat. Die Millionen, die grofitenteils von den durch politische Katastrophen und bisher nie gekannte Verfolgungen und Unterdriickungen verarmteu jiidischen Volkstnassen aufgebracht wurden, legen ein beredtes Zeugpis dafur ab, wie sehr die Idee des Jiidischen Nationalfonds immer tiefere Wurzel in ihren Herzen geschlagen hat. uer Jixr son nunmenr aus dem stadium der Vorbereitungsarbeit in das der Verwirklichung seines Kolonisationsprogramms treten. Zu diescr. Zwecke hat die Zionistische Leitung, insbesonderc Prof. Weizmann, jiingst kundgegeben, daB der JNF in den nåchsten Jahren eine jåhrliche Einnahme von I Million Pfund aufzubringen haben werde. Diescs Ziel wird nur dann zu erreichen sein, wenn der Nationalfonds nicht mehr wie bisher hauptsåchlich auf Gelegenhcitsspenden angewiesen ist. Es ist vieL mehr unerlåBlich, daB durch eine allgemeine regelmåBige Nationalfonds-Steuer alle Juden, Gemeinden und Insitutionen eifaBt werden. die eine Besiedlung Palåstinas mit Juden auf einer gestinden sozialcu Basis wiinschen. Eine jiidische Telegraphen-Agentur. Wie die „Gazeta Warszawska" meldet, wird iu Warschau eine jiidische Telegraphen-Agentur entstehen. (ZAT. — Zydowska Agencya Telegraficzua.) Die Zentrale der Agentur wird in London sein, wo sie mit einem Kapital von 3000 Pfund Sterling eingetragen ist. Weitere Zweigniederlassungen will die Londoner Zentrale in Jerusalem und Newyork croffneti. „Raus mit dem Juden Itzlg." Eniem Bericht des „Vorwårts“ zufolge solltc der Mchrheitssozialist Heilmann in Lichtenberg bei Berlin in einer Versammlung iiber „Demokratie oder Råterepublik" sprechen. Er konnte jedocli nicht zu Worte kornmen, weil die anwesenden Unabhångigen durch' Schreien und Singen das Abhalten der Versamrnlung unmoglich machten. Fiir uns ist an dieser Sache interessant, daB man Heilmann durch den Ruf „Raus mit dem Juden ltzig“ zum Verlassen des Saales zwingen wollte. Dr. Karl Llfczls gestorben. Als kaum Achtzehnjåhriger ist Dr. Lifczis aus seiner Geburtsstadt Lemberg nach Wien gekommen, und schon der blutjunge Student, den ein ungewohnliches soziales Empfinden trieb, betåtigte sich eifrig in der jiidischen Politik. All’ die Jahre, die er im offentlichen Leben schåffte und wirkte, hat Dr. Lifczis seine Zugehorigkeit zum ostlichen Judentum und zur Kultur seines Volkes treu bewahrt. Mit mehreren Gleichgesinnten hat er seinerzeit den „Jiidischen Volksverein“ gegriindet, der urspriinglich dem Rechtsschutz der Ostjuden diente und den er spåter zu einem wichtigen Faktor judisch-nationaler Politik ausgebaut hat. Ebenso organisierte er die Emigrationsbewegung, die nach den Pogromen iu Homel und Kischenew unter den russischen Juden einsetzte und hat in seiner bescheidenen, im Hintergrunde bleibenden Art, GroBes fiir seine verfolgteu Briider getan. Ein glånzender Versammlungsredner und schlagfertiger Debatter, ist er durch mehr als zwei Jahrzehnte fiir die jiidische Sache in selbstlosester Weise tåtig gewesen, ohne daB sein personlicher Ehrgeiz Lohn fiir solche Aufopferung gesucht håtte. (Ost. W.) Aufschub der Ost jiidischen Konferenz. Infolge der in jiingster Zeit entstandenen Verkehrsschwierigkeiten haben wir uns auf Ersuchen fernliegender Ortsgruppen veranlaBt gesehen, die Ostjiidische Konferenz fiir einige Zeit aufzuschiebcn. Der neue Konferenztermin wird noch bekannt gegeben werden. —■ Verband der Ostjuden in Deutschland. VON W0CHE ZU W0CHE. T e s c h e n. Von Teschen wiiBten wir fruher, es wåre die Hauptstadt Ostschlesiens, dafi es von einem sagenhaiteu Polenprinzen errichtet wurde, aus Freude (daher der Name Teschen von: cieszem) daruber, weil er die auf der Jagd verlorenen Briider 99 Bohemla" Aktienbank In Prag Filials« In BrQnn vis-a.-vis Bahnhof Zahlungen Ins Ausland flnanslarungen und Kredit« B6raen-Transaktlonen Zwelfanstalten: New-York, Paris, Bratlslava, Qablonz a/N., Halda

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