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Jüdische Volksstimme · 1920-01-01 · Heft 1 (1.1.1920) · page 6

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XXI (1920)
Issue
Heft 1 (1.1.1920)
Date
1920-01-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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■Tggy^Wi! ßtfVj.1 Mt« V Mitschüler einen führenden Platz eingenommen. Später. in den Jahren 1904—1906, als die jüdische Jugend Mischen Mei Weltanschauungen pendelte, von der einen Seite das immer stärker erwachende nationale Bewußtsten, der Zionismus, von der anderen Seite die klare Erkenntnis der Notwendigkeit sozialistischer Betätigung» hat sich BorvchowS weite und klare Einsicht des jüdischen Lebens gezeigt. Er war es, welcher diese Mei Gedanken in einen zusammenfatzte. Heute erst fühlen wir, wie groß BorochowS Verlust für die jüdische Arbeiterschaft ist. Das Strömen taufender jüdischer Arbeiter zu den Reihen der Poale-Zion zeigt den Sieg des Gedankens, für welchen Borochow gelebt und feine besten Jahre geopfert hat. Am 17. Dezember 1917 wurde in Kiew, was sterblich von Borochow war, zu Grabe getragen. Die jüdische Arbeiterschaft der ganzen Welt, ob in den großen Industriebetrieben Amerikas, in den engen Werkstätten Polens oder Galiziens, die Masten des jüdischen Proletariats in Rußland und Ukraine, die Scharen des jüdischen Handelsproletariats in Deutschland und in den anderen westeuropäischen Staaten, als auch die jüdischen Arbeiter auf den Feldern Palästinas, werden den 17. Dezember als einen Trauertag begehen. Das jüdische Proletariat wird seinen treuen, so jung verstorbenen großen Führer und Streiter nie vergessen. . Brünner Nachrichten. Am Dienstag, den 23. Dezember 19i9, konstituierte sich der Vorstand der „Jüdisch-nationalen Bereinigung". Es wurden gewählt die Herren: Dr. Artüd Feldmann als Obmann; Berthold Tintner und Dr. K. Sonnenfeld als Obmannstellvertreter; Dr. I. Rotier und Dr. E. Drachmann als Schriftführer; Siegmund Hickl und Alois Hochwald als Kassiere; überdies besteht der Vorstand noch aus den Herren: Dr. Theodor HaaS.'Max Hickl, Dr. Ad. Grünfeld, Adolf Müller (Königsfeld), Ernst Müller, Adolf Schallinger, Ernst Schuschny Ing. Max Singer und Arnold Steiner. Palästina-Woche in Brünn. Die von der zionistischen Ortsgruppe in Brünn veranstaltete Palästinawoche begann mit einer Mattaväerfeier am 13. Dezember. Aus dem Programm sei hervorgehoben: Dr. Art. Feldmann: Festrede, in welcher er eine Parallele zog zwischen den Griechfreunben zu Antiochus Zeiten und den' heutigen Assimilanten und in einem warem Appell, für das Palästinawerk zu arbeiten, endete. Den gesanglichen Teil bestritten Herr Dr. Fleischer, Frau Erna Rotter. Am Vorlesetisch Dr: Gustav Kohn. Die für den 21. Dezember angesetzte Kindexchanukkahfeier mußte infolge eines Feuers, das in den Souterrainlokalitäten der «Zeiler Turnhalle" aüsbrach, abgebrochen werden und fand ihre Fortsetzung und ihren Abschluß Samstag, den 27. Dezember. Ein zahlreicher Besuch lohnte den Veranstaltern ihre Mühe. Am Dienstag, den 23. Dezember, hielt Herr Ing. Mandl einen Lichtbildervortrag. Er interessierte insbesondere durch die selbstaufgenommenen Bilder. Beinahe zweieinhalb Stunden lauschte das aufmerksame Publikum den Ausführungen des Vortragenden, de:n großer Dank gebührt. Jüdische Wähler und Wählerinnen reklamiert Euer Wahlrecht! Die Wahlkauzlei der Stadt Brünn teilt mit: Da infolge eingetretener Schwierigkeiten beim Drucke die Wählerlisten nicht — wie ursprüngliche beabsichtigt war — am 9. Dezember l. I. zur allgemeinen -Ein sichtnahme aufgelegt werden konnten, werden alle Personen Groß-Brünus, die vom 9. September bis 20. September l. I. nach Grotz-Brünn übersiedelt sind, weiters alle Personen, die in der Zeit vom 9. bis 27. De- Zionistischer «olkSverein „Theodor Herzl". Alle Mitglieder werden aufmerksam gemacht, daß jeden Sonntag, 8 Uhr abends, im „Cafe Margaretenhof". 1. Stock, Bortrage stattfinden. Gäste willkommen.. „Jüdisch-nationale Bereinigung". Vertrauensmänner' und Mitglieder dieser Organisation werden höfl. eingeladen, Sonntag, den 4. Jänner, im Lokale des zionist. Volksvereines „Theodor Herzl" (Cafe Margaretenhof, 1. Stock) zu erscheinen. Der Verlag „Jüdische Volksstimme" ersucht die P. T. Leser, ihm Adressen von Bekannten zu übersen hen, die gewillt wären, das Blatt zu beziehen. Sport. Makkabi, Verein für Turnen und Sport. Der jüdische Turn- und Sport-Verein „Makkabi" in Brünn eröffnet mit kommender Frühjahrs-Sportsaison den Sportbetrieb auf seinen neuerrichteten Tennisplätzen im Schreibwalde. Die konstituierende Mitgliederversammlung der Tennis-Sektion findet bereits Anfang Jänner statt. Wer der Tennis-Sektion als Mitglied beitreten will, wer vom kommenden Jahre an gut und billig Tennis spielen, oder eS erst lernen will, der meldet sich schriftlich bei Sportbruder Viktor Hannak, Cafe Thoncthof. —Eventuelle Anfragen sind an ebendieselbe Adresse zu richten. Hakoah schlägt Germania. . Am vergangenen Sonntag fand auf dem Sportplätze im Prater der Entscheidungskampf zwischen den Sportklubs Hakoah und Germania statt. Dem schon seit Wochen das Interesse der Fußballgemeinde erregenden Entscheidungsspiel wohnten an 15.000 Zuschauer bei; es ist dies ein Rekordbesuch, wie ihn ein lokaler Wettkampf bis jetzt in Wien noch nicht zu verzeichnen hatte. Der Wettkampf endigte mit einem entscheidenden und wohlverdienten Siege der Hakoahner. Das Spiel nahm folgenden Verlauf. Die Germania hat den besseren Start und drängt stark. Die Hakoahnet'leiten mehrere gefährliche Angriffe ein, von denen einer mit einem — "Stangenschuß abschließt. In der 35 Minnte erreicht die Hakoah unter frenetisches Beifall ihrer Anhänger durch Jszo G a n s l die Führung. Dann Halbzeit. Die ersten zehn Minuten nach Seitenwechsel sind die. Führenden weiterhin im Angriff. Der Kampf nimmt schärfere Formen an. Die tüchtige Arbeit der Hakoah wirft die Mannschaft der Germania immer wieder nach vorye und in der 33. Minute schießt G r ü nf e I b das zweite Stov. Der Sieg ist jetzt gesichert. Wohl gelingt es der Germania, zehn Minuten vor Schluß durch König einen Treffer zu erzielen, aber die Niederlage kann sie nicht mehr abwenden. Somit beschlif/ Hakoah die Herbstmeisterschaft als Sieger. Durch gläu' zendes Spiel zeichneten sich vor allem Juhn, Nemec und Gansl auf Seite der Hakoah aus. Die Hakoah siegt mit 2:1. Nach dem Wettspiel, bei dem das Publikum musterhafte Ordnung hielt, wurde den Siegern seitens des gewaltigen Anyangs enthusiastische Ovationen bereitet. Alles in allem: Es war ein Ehrentag des jüdischen Sports. gel nichts als die Entwicklung des Begriffes der heit) im Weltgeschehen annahm. Der Inhalt zerfällt in die großen Abschnitte: China, Indien, Persien, Westasten und Aegypten. Er ist reich an geschichtlichen, sprachwissenschaftlichen, religionsphilosophischen und ästhetischen Einzeluntersuchungen aus der frühesten Geschichte der Völker, so daß diese Ausgabe nicht nur dem Philosophen und Historiker erwünscht sein, sondern auch von der ReligionS-, Sprach- und Kunstwissenschaft mit lebhaftem Interesse begrüßt werden wird. Durch diese NeuauSgabe, die im weitesten Sinne eine Neubearbeitung, eine Richtigstellung der Verstümmelungen llnd Veränderungen des ursprünglichen Textes der Vorlesungen Hegels durch ältere Herausgeber darstellt, sind ave früheren Ausgaben dieser Schrift überholt. Internationale psychoanalytische Bibliothek Nr 5. Probleme der Religionspsychologie von Dr. Theodor Reik. 1. Teil: Das Ritual, mit einer Vorrede von Prof. Dr. Siegm. Freud. Leipzig und Wien 1919. Internationaler Psychoanalytischer Verlag. G. m. b. H. 1.—12. — 811 Seiten. — Dr. Theodor Reik„ dessen Schnitzlerbuch ich vor 6 Jahren in diesen Blättern besprechen konnte, wendete sich jetzt von der Literatur ab, und begibt sich auf das Gebiet bet Religionswissenschaft. Konnte ich damals dem Forscher Vorhalten, daß Psychoanalyse unbedingt fundiert fein möge auf ethnologischen und folkloristischen Studien (namentlich Krauß: Anthropophyteia) so entfällt» dies Moment heute ganz weg, denn Reik hat nunmehr die Ethnologie und Anthropologie zu Rate gezogen. Seine Untersuchung über die Couvade ist in der Tat etwas brillantes, wenn ich' auch nicht immer,mit vielen seiner Konklusionen übereinstimmen kann. Seine ganze Darstellung blendend, in den Schlüssen und Urteilen vielleicht etwas gewagt, aber von seinem Standpunkte aus ganz natürlich, weil eingestellt auf das Problem der „Vergeltungsfurcht". Es wird sicherlich vergleichende Religionswissenschaft, Psychologie und Ethnologie interessieren, waS Reik über die Probleme Kolnidre, was er vollends über S ch o f a r zu sagen weiß. Das dieser Studie beigefügte Kapitel über Moses, wirft auf diese Heroengestalt jüdischer Geschichte ein wunderbar mystisches Licht. R e i k's Art zu konkludiercn zeugt von seinem genialen Wesen, die Vergleichung Mosis mit anderen antiken Mythengestalten überzeugt. Ich staune nur, daß e8 Reik entgangen sein sollte, was Eduard Schure „Die großen Eingeweihten"*) darüber sagt und was Fabre d'Olivet: „Philosophische Geschichte des Menschengeschlechtes" geschrieben. „Endlich läßt sich die Schrift der Genesis selbst nur enthüllen beim Scheine der Fackeln, die der Einweihung dor Isis und Osiris entstammen." Doch behandelt Schure die großen Initiatoren rein unter der Einstellung der esotherischen Wissenschaft. Der Mythos (Schilfkästchen im Wasser: symbolisiert sicher die Geburt) des großen, jüdischen Religions-Initiators hat Geburtsähnlichkeit mit Krischna, Rama, Orpheus, Hermes, Jesus. Auf das Gebiet jüdischer Religionsforschung ein neues Licht strahlen zu lassen, ist sicherlich' ein großes Verdienst Freuds und seines Schülers Dr. Reik. Dr. Gustav Kohn, *) Eduard Schure: Die großen Eingeweihten. Skiz ze einer Geheimlehre der Religionen. Literatur. zember I. I. das 21. Lebensjahr erbeicht haben, aufge-, fordert, im eigenen Interesse die Eintragung in die! Wählerlisten während der Reklamationsfrist, d. i. vom 27. Dezember 1919 bis 9. Jänner'1920 nach Möglichkeit j unter Vorlage von Dokumenten, u. zw. im ersteren Falle unter Vorlage des poliz. Meldezettels, im zweiten Falle unter Vorlage des Geburis- oder Taufscheines, oder einer amtl. beglaubigten Abschrift dieser Dokurnente, zu verlangen. Brünn, am 22. Dezember 1919. Die Vertrauensmänner der „Jüdisch-nationalen Vereinigung" kommen Sonntag, den 4. Jänner im Lokale «Machfike Hadas" (Adlergasse 18) um halb 11 Uhr vormittags zu einer wichtigen Besprechung zusammen. Ab Jänner 1920 gibt die Organisation des Hapoel Hazair in Wien eine hebräische Zweiwochenschrift unten dem Titel „Haawoda" (Die Arbeit) heraus. — Das 1. Heft — 24 Druckseiten Oktav — wird am 8. Jänner erscheinen. „Haawoda" wird Beiträge namhafter hebräischer Schriftsteller sowohl aus Palästina, als auch aus den Galuthländern bringen. Die Bezugspreise sind: Ganzjährig Kronen 100.—, Halbjährig Kronen 00.—, Vierteljährig 32 Kronen. Das einzelne Heft 5 Kronen. G. W. F. Hegel: Vorlesungen über die Philofophie der Geschichte. 2. Band: Die orientalische Welt. Auf Grund des aufbehaltenen handschriftlichen Materials neu herausgegeben von Georg Lasson. Verlag von Felix Meiner in Leipzig. Hegels Philosophie der Geschichte gehört zu den glänzendsten Partien des Hegelschen Systems. Der vorliegende Band enthält Hegels Gedanken über den Ursprung der Weltgeschichte im Orient, seme Untersuchungen über die ersten Formen, welche der Freiheitsbegriff (Weltgeschichte ist nach He- Volkswirtschaftliches. Die Aufzeichnungen bei vlüterübertragungen, Arbeitsleistungen und luxussteuerpflichtigen Unternehmungen. Nach der zum Gesetze vom 11. Dezember 1019 erschienenen Regierungsverordnung vom 17. Dezember 1919 hat jede r, der diesem Gesetze unterliegt, ohne Rücksicht darauf, ob es sich um Gütecüvertragungen, Arbeitsleistungen oder luxussteuerpflichtige Unternehmungen, die nicht ausschließlich bei sich selbst besteuerte Luxusgegenstände führen, handelt, die allgemeinen Steueraufzeichnungen zu führen, d. i. ein besonderes, gebundenes und Blatt für Blatt nummerieriM Buch. Während der Landwirt mindestens ällwöchentlich in dieses Buch einzutragen hat, wieviel im' Laufe der Woche für verkaufte Erzeugnisse gelöst worden ist und wofür, haben die übrigen Unternehmer täglich die Gesamtlosung einzutragen. Alle vorgenannten Unternehmer haben, wenn ein einzelner Zahlungsempfang mehr als 100 K beträgt, diesen besonders unter Angabe, wofür die Zahlung empfangen worden ist, einzutragen. Der Eintragung unterliegen auch unentgeltl icfpe Entnahmen von Gegenstän-

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