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Jüdische Volksstimme · 1919-11-21 · Heft 35 (21.11.1919) · page 4

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XX (1919)
Issue
Heft 35 (21.11.1919)
Date
1919-11-21
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Mte 4. *SIMMs *»!»ßtettt" Nr. 36. naten das Heizmaterial für die Mikwah, wohl auf Kosten der Gemeinde, besorgt hat. Herr Dr. Spitzer spricht namens des KultuSgemeindevorstandeS dem Vorstande und» der Gesamtheit der Adas JiSroel für die Leistungen den Dank aus. Die Leistungen der Adas JiSroel seien über alles Lob erhaben und können jeder jüdischen Gemeinde als Nachahmungsbeispiel Neuen. (Beifall.) Herr Felsenbürg spricht dem Vorstände seinen Dank für seine unermüdliche Tätigkeit und den Vorsitzenden für die musterhafte Leitung der Versammlung aus. (Beifall.) Der Vorsitzende dankt den Rednern und den Erschienenen und schließt die Versammlung. firtr. vncddanülnng m. fiickl BrOnn, Adltrg. 9, III. St. empfiehlt sein reichhaltiges Lager in Judalca und Hebralca und Antiquariat StldiR« u. wollan• Tall«slm auch für,בר מצוד מזוזות uns תפילין PP* Passsnds .בר מצוד -Beschenke. --W> שפת עמינו Lehrbuch der hebr. Spreche für Schulau. Selbstunterricht von M. Rath. Billigst• Bezugsquelle fdr Wlederverkäufer. Israel. Gartenbauschule Ahlem. Die Israelitische Erziehungsanstalt, nunmehr Israelitische Gartenbauschule Ahlem, begründet von Konsul A. M. Simon (Hannover), konnte vor kurzem auf eine 25jährige Tätigkeit zurückblicken. Sie wurde begründet, um der einseitigen Berufswahl der jüdischen Jugend entgegenzuwirken und die dringend notwendige Berufsumschichtung zugunsten von Gartenbau und Handwerk in die Wege zu leiten. In rastloser schwerer Arbeit hat die Anstalt in den verflossenen Dezennien versucht, ihre Aufgabe zu lösen. Ihre Tätigkeit war keine leichte. Handelte es sich-doch darum, Eltern und Schüler von der Zweckmäßigkeit dieses Beginnens zu überzeugen und den Beweis dafür zu erbringen, daß die genannten,Berufsgattungen eine gesunde und gesicherte Existenz bieten. Als höchstes und erstrebenswertestes Ziel betrachtet die Anstalt di'e Seßhaftmachung ihrer ehemaligen Schüler.auf eigener Scholle. Mit Genugtuung kann festgestellt werden, daß die Ar!- statt bis zum Ausbruch des Krieges auf dem besten Wege hierzu war. Die bis dahin geleistete Arbeit hatte das Ergebnis, daß zirka 70 Prozent der in! Ahlem ausgebildeten jungen Leute — von im ganzen zirka 260 — ihrem Berufe treu' blieben und etwa 30 Prozent sich in . selbständigen Stellungen befanden, ja zum Teil seß- Haft waren. Im Mädchenhause haben zirka 120 junge Mädchen eine gründliche hauswirtschaftliche Ausbildung erhalten, die auch den Anforderungen ländlichen Lebens entspricht. Mit Beendigung des Krieges konnte die Arbeit in vollem Umfange wieder ausgenommen werden. Das Mädchenhaüs, das während des Krieges als Lazarett vielen Hunderten von Kriegern Erholung und Genesung gebotenhat, ist seit Ostern dieses Jahres seiner eigentlichen Bestimmung wiedergegeben. Die Zahl der Zöglinge wird zu Beginn des Oktobertermines wieder zirka 125 betragen. Bislang bestanden in der Anstalt folgende 4 Abteilungen: 1. Landheimschule für schulpflichtige Knaben und Mädchen; 2. Gartenbauschule für männliche Lehrliyge von 14 bis 16 Jahren: 3. Haushaltungsschule für Mädchen von 14 bis 1V Jahren; 4. Handtverkliche Lehrwerkstätten. Der neuen Zeit und ihren Forderungen Rechnung tragend, entschloß sich die Anstaltsleitung, die Gartenbauschule Ahlem auch den Frauen zu öffnen, denn Gärtnerei als Frauenberuf bietet in steigendem Maße Aussicht auf Erfolg. Den jungen Mädchen ist Gelegenheit geboten, sich neben Gartenbau auch in Vieyhaltung» Geflügel-, Kleintierzucht und Obstverwertung auszubilden. Ein weiterer Ausbauder Ahlemer Bestrebungen ist geplant. Durch eine großherzige Schenkung ihres Vorstandsmitgliedes Herrn Kommerzienrat Berliner wird es der Ahlemer Anstalt — sobald die Bautätigkeik wieder einsetzt — möglich sein, umfangreiche Neubauten aufführen zu lassen und ihre Pläne in vollem Umfange in die Wirklichkeit umzusetzen. . Der weitsichtige Konsul A. M. Simon war einer der ersten innerhalb unserer Glaubensgemeinschaft, der die dringende Notwendigkeit erkannt hat, kraftvoll für die Bernfsumschichtung der Juden einzutreten. Erst die heutige Zeit hat mit aller Deutlichkeit die Wichtigkeit der Ahlemer Bestrebungen gezeigt. Möge es gelingen, die hohen Aufgaben, die der Gründer der Ahlemer Anstalt gestellt hat. voll und ganz zu erfüllen zum Segen für unsere jüdische Jugend, zum Besten unseres Vaterlandes. T'fü! — »-—■—׳ Palästina-Arbeiterfond. Das Arbeitssekretariat, die Palästinavertretung des Jüdischen Sozialistischen Verbandes Poale-Zion, veröffentlicht seine Bilanz per 1. Juli 1019. Sie gibt einen ^guten Ueberblick der Wirksamkeit des Palästina- Arbeiterfonds, dessen Mittel von dem Arbeitssekretariat verwaltet werden. Die Einnahmen des Arbeitssekretariates betrugen zirka 210.000 Frcs.,' die hauptsächlich aus Mitteln des Palästina-Arbeiterfbnds stammen. Die Ausgaben beliefen sich auf nahezu 200.000 Frcs. Davon waren nur kaum 6000 Frcs. in Geräten und in 3 Bau- Plätzen am' Karmel für ein Gesundheitsheim auf den Namen des verstorbenen Poale-Zion-Führers Borochow und für ein Arbeiterhaus in Haifa investiert. Die Haupttätigkeit des Arb.-Sekretariats bestand in der Finanzierung der verschiedenen genossenschaftlichen, gewerkschaftlichen und kulturellen Unternehmungen der jüdischen Arbeiterschaft Palästinas in Stadt und Land, sowie in der Erhaltung der Arbeitsbüros in Jaffa, Jerusalem, Haifa, Liberias und Saffed. Die letzten 2 Büros wurden nur für die Kriegszeit geschaffen, als der Verkehr zwischen den einzelnen Landesteilen infolge der kriegerischen Vorgänge äußerst erschwert war. Folgende Zahlen geben einen interessanten Einblick in die Tätigkeit des Palästina-Arbeiterfonds. Es wurden Kredite bewilligt: an die Landatbeiterverbände in Irrdäa und Galiläa 21.000 Frcs., an 9'ländliche Genossenschäften für Getreidebau 64.000 Frcs., an 7 Gemüsebaugenossenschaften und an 2 Aufforstungsgruppen, 6000 Frcs., Städtische Produktivgenossenschaften und zwar: Schneider, Schuhmacher, Tischler, Schlosser, Bauarbeiter, Brunnenbohrer, Drucker, Steinhauer, hauptsächlich in Jaffa, Jerusalem und Haifa, erhielten Betriebskredite von rund 22.600 Frcs., wobei zu bemerken ist, daß zur Vermeidung der bekannten Tendenz derartiger Kooperativen, sich in geschlossene Aktiengesellschaft^n umzuwandeln, das Inventar dieser Genossenschaften vertraglich Eigentum des Palästina-Arbeiterfonds bleibt. Für öffentliche Arbeiten wurden 3600 Frcs. bewilligt, für Konsumgenossenschaften in Jaffa und Haifa 3600 FrcS., für die Arbeiterkrankenkasse ^400 Frcs., für Arbeiterküchen und -Heime sowie Leihkassen 3800 Frcs., für Selbstschutzzwecke und den ״Haschomcr" rund 14.000 Frcs. und für andere kleine Darlehen, hauptsächlich während der Kriegskrise 14.126 Frcs. Die krisenhaften Vorgänge während der Kriygszeit, die politische Verfolgung der jüdischen Arbeiterbewegung durch die türkischen Behörden, insbesondere der Poale- Zion-Partei, ihrer Presse, sowie der Wächterorganisation ״Haschomer", haben von dem Palästina-Arbeiterfand große Opfer verlangt. Allein die 'sogenannte Damaskus-Periode von Oktober 1917 bis Oktober 1918 erscheint in der Bilanz mit nahezu 70.000 Frcs., einschließlich der sehr empfindlichen Kursverluste, und die unvorhergesehenen und außerordentlichen Ausgaben in Verbindung mit den militmvschen Vorgängen in derselben Zeit figurieren mit run8*S000 Frcs. in der Bilanz. Schließlich wäre hervorzuheben, daß der Palästina-Arbeiterfond durch Garantieleistung 6 anderer Arbeitergenossenschaften (einer kooperativen Maschinen- Werkstätte und einer Tischlerei in Haifa, ferner einer landwirtschaftlichen Maschinengenossenschaft und zwei Druckergenossenschaften) Kredite im Betrage von 60.000 Frcs. verschafft hat. Alles in allem ein Bild vielseitiger, vornehmlich wirtschaftlicher Tätigkeit, deren Hauptzweck es ist, der jüdischen Arbeiterschaft im Lande das Eindringen in neue Produktionszweige, vor allem in dös neue Gebiet der Landwirtschaft zu ermöglichen, die genossenschaftliche Methode auf dem Gebiete der Produktion und des Konsums kräftig zu fördern und die gewerkschaftlichen und kulturellen Organisationen der Arbeiterschaft im Lande in ihrer Selbsttätigkeit zu unterstützen. גמלת Hebräische Monatschrift. .- -- - -- —.- Segen am Frettag-Abend. Sabbatlichte! Glüi erkundend — Aus der Betschul kommt der Vater, Und die kleine, fromme Tochter Stellt sich jetzung vor ihn hin. Und sie bittet: «Lieber Vater, Wie an jedem Freitag-Abend, Tu auch heute, segne mich; Ich will immer artig sein." Und es legt die. großen Hände, ,Bon der Werktags-Arbeit mürbe. Auf das Haupt der lieben Tochter » Heiter lächelnd, sanft der Vater. Und nach alter frommer Sitte , Segnet er das kleine Mädchen, Und in seiner Väter Sprache . ‘ Spricht er jetzt den SegenSfpruch: «Gott der Herr, der herrlich thronet Ueber Menschen, über Engel, Er mög' seine Boten senden, Die dich schützen immerdar. 1 Und er mög' dich werden lassen Wohl wie Sarah und Rebekka, Wohl wie Rahel und wie Lea, j ^Unsres Stammes edle Mütter, Daß der Reinheit Helle Züge Und der Frömmigkeit und Milde Und des Weibes Abglanzschönheit Sich in dir vereinigt finden." Fanni Grmh. Hundfcftau. Ein tschechischer Gelehrter über Nationaljudentum ׳und Zionismus. In der Festnummer des ״Benkov" zum 28. Oktober veröffentlicht der tschechische Professor Arne' N ov a k ein sehr ausführliches Feuilleton über A. D. Gordons ״Briefe aus Palästina", die durch den Verein jübischer Hochfchüler »Theodor Herzl" t/1 Prag in tschechischer Sprache herausgegeben wurden. Novak weist dabei auf die Parallele zwischen der Wiedergeburt des tschechischen und des jüdischen Volkes hin und empfiehlt den Tschechen die Worte, die ״der Wind über das Mit-, telländische Meer gebracht hat, gesättigt vom Duft der Zedern des Libanon" zur angelegentlichen Beherzigung. Er schreibt u. a.: . ״Gerade in Böhmen sträubt sich die-Oeffentlichkeit am hartnäckigsten gegen die Erkenntnis, daß die Juden ein wirkliches Volk sein sollen und daß sie sich zu einem festen Nationalbewußtsein überhaupt erziehen könnten. Niemandem ziemt diese hartnäckige Verständnislosigkeit weniger als uns Tschechen. Vor 120, 130 Jahren waren fvir annähernd in der gleichen Lage wie die zionistisch gesinnten Juden heute, bloß mit dem Unterschied, datz wir das natürliche Vaterland unter den Füßen und nicht nur im Herzen hatten. Selbst unsere Erwecker mußten sich über ihre Nationalen Bestrebungen in fremder Sprache und zwar deutsch verständigen. Auch sie suchten die Verbindung mit einer Tradition, die nicht nur durch Jahrhunderte unterbrochen, sondern dem ganzen Denken der eigenen StammeSgenoffen und Zeitgenossen entfremdet war. Auch sie suchten die Einheit zwischen den zerstreuten Gliedern des gelähmten Nationalkörpers und auch sie mutzten vor allem von Grund aus bauen, mit bescheidenen Ansängen beginnen und sich hauptsächlich auf die feste Hoffnung der mutigen Herzen verlassen." Korgenthau ׳ Kommissär für Danzig? Wie den «Polnischen Stimmen" aus Warschau gemeldet wird, verlautet dort in politischen Kreisen, daß Senator Morgenthau zum Kommissär der Entente in Danzig ernannt werden soll. . . «n Die Denikin'schen Judenpogrome. Die von verschiedenen Seiten eingetroffenen Rachrichten bestätigen, daß in den von.deck Truppen Denikins eroberten Gebieten die entsetzlichsten Judenpogrom me stattgefunden haben und stattfinden. Wie dem jüdi-. scheu Preßbürö in Stockholm aus London telegraphiert wird, haben die bekannten russischen Politiker Miljükow und Burzew sich unter dem Eindruck, den diese Judenmetzeleien auf die öffentliche Meinung der Ententeländer gemacht haben, veranlaßt gesehen, Denikin telegraphisch zu ersuchen, energische Maßnahmen zu ergreifen, um weiteren Pogromen vorzubeugen, eine ..ebailMabgezcbenlre״ in m. ssicßlr Oerlag Brünn.

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