Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- XX (1919)
- Issue
- Heft 33 (7.11.1919)
- Date
- 1919-11-07
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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Nt. 33 Grabet! Grabet! Umbrechet das Land! Srdruhe!: MS Chamischckhasak gebändigte Triebe netrzeugend quellenS Hervorbrechen unD in leuchten stert Farbenbüscheln eM'reslektierendet - Reinheit ekstatische Kwhheit und. Göttlichkeit-in die Gelt laut rufen. Dann:- tarsend׳ blühende -Wunder ringsum.' Grabet! Grabet Chamifcha asar, eurem Boden üud eurem Volke! Junge Juden graben im Graten ... ' (Walther Sundheimer.) ]־־*ל־• גבולף hebrllsche Monatsschrift. Oßjen*). Vun E. König. x , 1 ' Oßjcwiud, der wilder, scharfer, kvcit un blat-korbones darf er,' Isaremt dorch her Welt; efent auf a schwarzen.tojer, uil mit schrei, un wehtogtrüjer, ... nojt litt. pein . ün kelt, . . Nit kein' sun, levone, steren, vun a.nejpcs' nor a schwere«, ligt gedrikt die erd — schwere blajerchmares ziehe««,;rechzerrdigefrohen flihen, ' . < - ׳ nacht in herztzr werdi Doch wer s'hot a Welt chalojmtzs der weißt git hujut wie san Hein« is, weint er nit ctzind< . der seht blihen scheene blimen, hert - in wslder kwalen Lrime««,. in dem oßjenwind. *) Oßjen, jiddisch — Herbst. Jüdische Eltetn! Schicket Eure Kinder in die TalMud-Thora fünf-?lässige Bibelschule für Knaben und Mädchen, Adlergaffe 12. - .-י,.■ Jeder jüdische Vater, jede jüdrsche Mutter betrachte es als Ehrenpflicht die Kinder die Talmud-Thora besuchen zu lassen. Einschreibungen täglich von 5—6 Uhr abends. ÜUcfterMpcccftungen. Das Weib als Erpresserin und Anstifterin. Kriminalpsychologische Studien vdn Dr. Jur. Hans Schneit e r t, Leiter des Erkennungsdienstes beim ^Polizeipräsidium in Berlin. (Abhandlungen aus dem ^Gebiete der Sexualforschung, 1. Band, 6. Heft.) Bonn >1919, A. Marcus ör E. Webers. Verlag. Preis Mk. 2.80. Aus dem großen, soziologisch so wichtigen Kapitel »Das Weib als Verbrecherin" gibt die vorliegende Abhandlung einen wertvollen, auch die neuzeitlichen Verhältniffe mitberücksichtigenden Ausschnitt. ,Dem Verfasser stand ein umfangreiches und lehrreiches Material zur Verfügung, das er'als Kriminalist, wie auch als Psychologe bearbeitet und kritisch beleuchtet hat. In überzeugender-Weise wird die nicht zu unterschätzende Gefährlichkeit des verbrecherischen Weibes'dargetan, das .vielfach nur aus dein Hintergründe als die eigentliche Triebfeder eines Verbrechens wirkt. Wir erfahren auch manche Tatsache über die Zunahme der weiblichen Kriminalität während des Krieges. Die Erpreffungen deS Weibes sind meistens auf sexuelle Motive zuriickzuführen und bieten daher auch für den Sexualforscher manchen Anhaltspunkt für das Studium seiner Hauptfrage, so daß die Abhandlung trotz des enggesteckten Rahmens vielseitig genug ist, um es auch jedem Gebildeten zum Lesen empfehlen zu können. Der Riese vom Huhlberge. Ein Volksmärchen von Hugo Gnielczhk. Buchschmuck von Georg Schütz. Kartoniert Mk. 3.—. Bergstadtverlag Wilh. Gottl. Korn, Breslau. — Es mangelt׳ unserer Zeit an Humor ohne schlammigen Nachgeschmack, an Humor ohne leergrinsende Fratze, an echtem, vollgehaltigem Humor, indem aud) ein Körnchen Ernst und Wahrheit steckt. In vor- Liegendem Buche haben wir aus dem jetzt heitzumstrittenen Oberschlesien ein romantisches Buch für - alle Volks!reise und. für jung und alt« bei dessen Genuß das Lache» ohne bitteren Bodensatz ist. Es ist eines der köstlichsten Erscheinungen dieser Art: ein sinniges Heimatmärchen auS dem deutschen Osten, dem Volke entsprossen, wie einst Mörikes «Heinzelmännlein von Stuttgart". Schlicht und natürlich in Sprache und Art, mit funkelnder Fröhlichkeit durchadert, ist es wie ein altes Volksmärchen, spannend für jung und alt. Lockt die Jungwelt.das Wunderbare, ,wird die. Großen o- ^rhuickenbe Hurpoic aus der kalten, nervenzerrüttenden Älltagsivölt in das Sonnsnland einer, gesunden. .Ro- Man^ik geleiten. Die BiN)dr von Georg Schü tz uüterstreichen' die Idee des )Ruches in feinkünstlerischer W se. Der Verlag hat dem Buche eine gediegene Ausstattuug mitgegeben. Wer Freude am Romantischen hat. und wer hätte das nicht, greife nach "dem erfrischenden Tranke, ' fitbr. Vileddavaiiing M fiickl BrUnit, Atflerg. 9, III. S«. empfiehlt sein reichhaltiges Lager in Judalca und Hebratca und Antiquariat Seid•!«* u, wollen« Yallesln» auch füi ,בר מצוד מזוזות. ««d תמילין WM-׳ Passende .בר מעוד■-Geschenke ^Pl שפת עמינו •Lehrbuch der hebr Sprache für Schäl• u. Selbstunterricht von M. Rath. Billlgsta Bezugsquelle fflr Wiederverkäufer. : Korrespondenzen. . Bodenbach. Dr. Oskar K a r p e l i s ist als Rabbiuer nach Bodenbach a. E. berufen worden. Wien. (Die verbotene Exhumierung.) Der Verwaltungsgerichtshof verhandelte über die Beschwerde der israelitischen Kultusgemeinde gegen däs Staatsamt für soziale Verwaltung wegen Exhumierung der Leiche des im Jahre 1914 verstorbenen Gemeinderatcö Luziän Brunner aus der israelitischen Abteilung des Zentralfriedhofes und Beerdigung auf dem allgemeinen Friedhofe in Döbling, in welchem Bezirke Luzian Brunner lebte. Der Sohn des Verstorbenen, Heinrich Brunnerhatte in diesem Sinne ein Ansuchen an die israelitische Kultüsgemcinde gerichtet, welchem Nnsuchen aus religiösen Motiven keine Folge gegeben tvurde. Der Wiener Magistrat hat jedoch dem hierauf an ihn, gerichteten Gesuche stattgegeben, trotzdem sich die Kultusgemeinde auch dem Magistrat gegenüber auf dessen Anfrage ablehnend geäußert hatte. Die- Bernfung an die Statthalterei und an das Mimsterimy des Innern hatte keinen Erfolg, worauf die Kultusgemeinde den Beschwerdeweg an den Verwaltungsgerichtshof betrat. In der Beschwerde wurde unter anderem ausgeführt, daß die Administralionsbehörden kein, Recht hatten, entgegen dem Willen der Kultusgemeinde die Exhumierung zu gestatten. Konfessionelle Friedhöfe seien Kultusanstaltem die Frage der Exhumierung eine lediglich die Kültusgemeinde berührende Frage. Das religiöse Empfinden der Juden müsse durch die Verfügung der Behörden aufs tiefste verletzt werden; die Kultusgemeinde habe die Pflicht, für die dauernde Ruhe der Toten zu sorgen. Exhumierungen seien nur aus besonderen Gründen zu gewähren. Wenn die Angehörigen der galizischen Flüchtlinge, die hier begraben liegen, den Wunsch äußern sollten, die Leichen in ihre Heimat zu bringen, so werde sich die Kultusgemeinde dem nicht widersetzen. Auch wenn die Angehörigen Lu-!{tan Brunners die Uekerführhung auf einen israelitischeu Friedhof begehren würden, so würde die Kultusgemeinde wahrscheinlich diesem Begehren willfahren. Wenn die Kultusgemeinde es aus religiösen Gründen erachtet, die Exhumierung aus dem konfessionellen Friedhofe nicht zuzulassen, so haben die staatlichen Be- Hörden kein Recht, durch Einmengung in diese interne Angelegenheit der Kultusgcmeinde diese Exhumierung zu gestatten. Mit dem Augenblicke, da die Leiche der Kultusgemeinde übergeben worden ist, ist sie in den Schutz und in die Verwahrung der Kultusgemeinde übergegangen, und die Angehörigen haben sich jedes weiteren Verfügungsrechtes begeben. Der Vertreter der mitbeteiligten Partei bemerkte, daß es sich im gegenständlichen Falle lediglich um eine Familien- und nicht um eine Kultusangelegenheit handle. Der Berwaltungsgerichtshof hat erkannt, daß, der Beschwerde stattgegeben und die angefochtene Entscheidung als im Gesetze nicht begründet aufgehoben werde. Die Behörde hat diese ihr gezogene Grenze überschritten und das Selbstverwaltungsrecht der KnltuSgemeinde versetzt ׳>u der Frage der Exhumierung selbst stand ihr über- Haupt kein Entscheidungsrecht zu. weil konfessionelle Friedhöfe Kultusanstalten sind. Berlin. (Antisemitische Logik.) Im antisemitischen Lägerherrscht große Empörung über das Verbot des ,.Deutschen Wochenblattes" des famosen Herrn ״Knüspelkunze". Die ..Deutsche Zeitung" entrüstet sich darüber, daß das Oberko,nmando «gänzlich ungercchtfertigt" das «Deutsche Wochenblatt" .verboten habe. Demgegenüber dürfte es ruHtig sein, daran zu etinnesn, welche Ursache zum Verbote des »Deutschen Wochenblaftes" geführt hat, .und wie jeder Einsichtige nach Kenntnisnahme sagen wird, führen mußte. Am 24. September veröffentlichte das ״Deutsche ׳Wochenblatt" einen ausführlichen Bericht über einen »seltsamen Blutmord". Die betreffende Nummer des Blattes zeigt die fette Ueberschrift »100.000 Mk. Belohnung". Zwar war nicht ersichtlich, ob diese 100.000 Mark Belohn'üntz für Aufdeckung des angeblichen Blutmordes auSgesehtwaten, dafür aber war die Schilderung des Mordds umso, eindeutiger. Es wurde insbesondere auf die bekannte »völlige Blutleere der Leichenteile" hingewiesen und daran anknüpfend an die unaufgeklärt gebliebenen!Nordversuche in Hamburg, Kiew, Konjtz usw. ES versteht sich pon selbst, daß ein Blatt, das derartig frivol auf die gemeinsten Instinkte des antisemitischen Pöbels Hinweist, kein Existenzrecht hat. ' Kassel. Zu den ehrwürdigen Zeugen qltjudischer Geschichte in unserer Stadt gehört unser alter Gottesacker in Bettenhausen. Seit dem 13. Jcchrhundert wohneu schon Juden in Kassel. Während LeS Dreitzigjährigen Krieges erwarb die .Gemein.de dem jetzigem Frsedhos in Bettenhausen, und hier gibt es noch Gräber, die mehr als zweihundert Jahre aft sinh. . Wß damals schon Bestattungen vorgenommen sind, geht aus.einer Judenliste aus dem Jahre 1380 hervor, in der eine Judith, Witwe des Totengräbers׳ in Bettenhäusen, erwähnt wird. Von weither würden die jüdischen Toten hierhergebracht, wie dies heute noch bei deN Sammelfriedhöfen von Jestädt bei Eschwege, von Binförth und von Haarhausen im Kreise Fritzlar der Fall ist. Alte Israeliten wissen noch zu erzählen, welche Schwierig׳ leiten besonders bei Hochwasser bestanden, die Leichen nach Bettenhausen zu bringen. In den vierziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts schenkte Stadtrat Feremias Nothfels den jetzigen neuen Teil, und inzwischen hat die Gemeinde auch noch ein neues Gelände erwor- Len, das dazu bestimmt ist,, in Len nächsten Jahrzehnten die Toten unserer Gemeinde aufzunehmen. Basel. Auf Veranlassung von Herrn Rabbiner Dr. Cohn wurde die Gründung eines Vereins »Zur För^> derung ritueller Speisehäus^x in der Schweiz" beschloffen und ein provisorisches Komitee gewählt, an deren Spitze die Herren Simon-Erlanger jr , Luzern, als Präsident,. Emil Braun, Luzern, als Sekretär und M. Balowitz, Zürich, als Kassier, stehen. Der neue Verein, von dessen definitiver Konstituierung wir demnächst berichten zu können hoffen, findet ein reiches Arbeitsfeld vor, da es zur Zeit in Bern, Bich, Lausanne. St. Gallen und anderen Orten an streng rituellen Restaurationen fehlt. Ung.-Bräd. Einen' schweren Verlust hat unsere altehrwürdige Gemeinde Erlitten. Herr Josef Bramm e r, Seniorchef der Firma. Moritz E. Brammer 6c Sohn verschied in Brünn nach kurzer Krankheit im 86. Lebensjahre. Das Leichenbegängnis dieses allseits beliebten und geachteten Mannes fand am Sonntag, den 2. November um 3 Uhr nachmttags unter ganz außergewöhnlch zahlreicher Beteiligung der hiesigen Einwohnerschaft statt. An der Bahre hielten die Herren, Rab. Dr. K. Nürnberger, Kultusvorsteher M. H. Brammer und Dr. Friedrich Spiegler tiefempfundene Nachrufe. Der Verstorbene war der Vater unseres, als eines der ersten Kriegsopfer gefallenen, . bewährten Gg. Ing. Rudolf Brammer. Wie er stets ein mitfühlendes Herz, für alle Armen hatte, so war er auch ein Freund der Jugend und Förderer unserer Bestrebungen. Der gramgebeugten Gatttn, sowie den hinterbliebenen Söhnen Fritz und Eugen Brammer wendet sich allgemeine Teilnahme zu. Ang.-Brod. Die hiesige zionistische Ortsgruppenleitung erhielt vom Zionistischen Zentral-Komitee in Prag die Aufforderung, in der Zeit zwischen 10. und 18. Oktober eine »Palästina-Woche" zu veranstalten. Um allen׳ hiesigen jüdischen Vereinen Gelegenheit zur Betätigung zu geben, würde ein Komitee gebildet, in welcheS die Vereine Mcckkabi, Poale-Zion, Blau-Weiß un- Hatikwah ihre Vertreter entsendeten und dessen Leitung. unser bewährter Gg. Leo Smetcma übernahm. Der Verlauf der gelungenen Veranstaltungen war solgender: Sonntag/ den 12. Oktober: Blumentag, Fuß« ballwettspi?! S. K. Makkabi Nng-Brvd gegen S. K. Makkabi Ung.-Hradisch (1: S). Beide Mannschaften spielten mit gewohnter Verve. Am Abend sprach Gg. Dr. Hugo" Herrmann aus Mährisch-Ostrau über den. Wiederaufbau Palästinas. Die tvohldurchdachten, glänzenden Ausführungen deS Rednermachten auf das zahlreich erschienene Publikum. tiefen Eindruck. Montag, den 13. Oktober: Valastina-Lichtbildetvortrag des Gg. Emil Kafka, Sekretärs des Jüdischen Natio- ״alsouds in Prag. Der fesselnde Vortrag des Gg. Kafka, der Palästina selbst bereiste, war g-.׳eignet die Pbantaste der Zuhörer mächtig anzuregen und verfehle auch ״MenoraS" im M. Hirkls Berlaq, Brünn, Avlergasse 9.