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Jüdische Volksstimme · 1919-08-08 · Heft 22 (8.8.1919) · page 3

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XX (1919)
Issue
Heft 22 (8.8.1919)
Date
1919-08-08
Page
– (sequence 3)
Language
German
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V ■״jf, » 1;v > >•** י *•י״•י-׳ו•,-«-. י t ,, 'יי ׳••'׳» '׳־/ י Nr 22 r ־ ■־׳ ־' «»>״' f_ .njfjüi <S«"M* ••י־*’ י. -«4 k «rtt7 3 existenz nicht nur in Palästina, sondern auch in den GoluSländern nicht denkbar. Die Sabbatfrage ist heute eine der brennendsten Fragen, die daS Judentum zu lösen hat, besonders jetzt, wo die Regelung der inneren Verhältniffe der In. den in den GoluSländern auf der Tagesordnung stehen. Biele glauben ihre Sabbatpflicht damit erfüllt zu haben, wenn sie am Sabbat-Vormittag die Synagoge besuchen und im Hause den Sabbat feiern, ohne jedoch ihre geschäftliche Arbeit einzustellen. DaS sind Halbheiten, die der jüdischen Auffassung nicht entsprechen. Wir verkennen die Schwierigkeiten nicht, die sich der Sabbathaltung in Westeuropa entgegenstellen. Der Haupteinwand gegen die Sabbatruhe ist der, daß die Sabbatfeier eine Existenzfrage ist, da man nicht zwei Tage in der Woche ruhen könne. Wenn man auch diesen Einwand begreift, so kann man ihn doch nicht gutheißen, weil wir sehen, wie viele Juden ihren Sabbat trotz der größten Opfer halten, denn wo ein Wille, ist national-jüdische Sache aufs tatkräftigste zu unterstützen hat, ist die unbestrittene Konsequenz aus dieser Argumentation. Nun zur praktischen Durchführung dieser Resolution. Die national-jüdische Politik wird durch den Nationalrat beziehungsweise durch die ihm unterstehende Landes- und Ortsvolksräte geleitet. In richtiger Interpretation der erwähnten Resolution und in diese Institutionen womöglich viele Zionisten zu wählen oder zu entsenden, damit die Präpotenz der Zionisten gesichert ist. Weiters haben die Zionisten die anderen in dem jüdisch-nationalen Leben tätigen Juden von der Notwendigkeit einer von den Ideen des Zionismus getragenen Politik zu überzeugen; denn unser aller Endziel ist, die Judenheit unter der Flagge des ZionismuS zu organisieren, denn wir Zionisten wissen, daß unser Galuthprogramm sich vollkommen mit dem national-jüdischen Programm für Gegenwartsarbeit deckt. Herr Norbert Adler hat zwar die Devivse auf auch ein Weg, und das Judentum fordert eben große! gestellt: Ohne starkes Galuth kein festes Palästina, Opfer. Nun ist aber auch für diese Kreise, die den Einwand der Existenzfrage geltend machen, die Sabbatfrage in der Schweiz in ein anderes Licht gerückt und aktuell geworden. Die Einführung der 48stundenwoche wird jetzt zum Abschluß kommen,' ebenso ist jetzt schon der freie Samstag-Nachmittag eingeführt. Diese Neueinführung hat für uns Juden daS Gute zur Folge, daß wir die 48stundenwoche so einteilen können, daß man dabei die Arbeit am Sabbat ausschalten kann und doch keine Einbuße an Arbeitszeit erleidet. ES muß jedem ernsten Juden zum Bewußtsein kommen, wie wichtig der Sabbat für uns selbst und für die Heranbildung eines gesunden jüdischen StammeS ist und wird eS daher jedem Juden anS Herz ge> aber wir wissen genau, daß umgekehrt der Gedanke richtiger ist. Wir müssen also darauf hin arbeiten, daß jeder bewußte Jude zu der Ueberzeugung kommt, daß ohrzp starkes Palästina kein sicherer Minoritätenschutz im Galuth existieren kann. Deshalb müssen sich unsere Mandatare in den national-jüdischen Organisationen immer bewußt sein, daß sie in denselben nur als Zionisten sitzen. Es wird viel von der berechtigten Gefahr gespro« chen, daß unsere Gesinnungsgenossen in letzteren Organisationen sich verwässern können und damit auch das zionistische Programm. Dieser Gefahr oder besser gesagt, den Zionisten, die diese' Gefahr befürchten, mutz eine Garantie gegeben werden. Ich glaube, daß dies am besten so gemacht werden könnte, daß die zionistilegt, diesem Problem alle Aufmerksamkeit zu schenken, scher, Mandatare in der innerpolitischen Bewegung für gung ein Zionist stehen, der keine andere Arbeit als die Vorarbeit für die Errichtung einer jüd. Schule zu treffen hat. Ebenso wie alles in Sektionen zu teilen ist, ist auch hier alles zu teilen und wer in der Schulfrage leitend ist, darf nirgends mehr leitend auftreten. DaS detaillierte, populäre Programm wäre dann teils mündlich, teils durch Flugschriften zu verbreiten und ich bin überzeugt, alle bewußt-jüdischen Elterii werden, entweder selbst oder durch ihre Kinder glühende Anhänger unserer Sache Hein. 2. Die Kultusgemeinde ist in arger Gefahr, ein Privatverein zu werden; wir müssen alle unsere Kräfte anstrengen, um erstens getreu HerzlS Devise die Kultusgemeinde zu erobern und die bewußten Juden von der Notwendigkeit des Bestandes dieser Institution überzeugen. Um die bekannten Schlagworte zu benützen, wir müssen aus der Kultusgemeinde eine demokratische, öffentlich-rechtlich bevorzugte VolkSgemeinde schaffen. Das Programm müsse so populär verfaßt und auf so breiter Grundlage ausgebaut sein, daß jeder, der mit dem Judentum nur irgendwie zusammenhängt, hier seine Wünsche in dieser Hinsicht befriedigt sieht. Es darf weder die religiöse, noch die kulturelle, noch die wirtschaftliche oder nationale Seite außer Acht gelassen werden. Die Kultusgemeindesektion, an deren Spitze ein bewährter alter zionistischer Kultuskämpfer stehen muß, hat das Programm auszuarbeiten und dem jüdischen Volke leicht verständlich vorzusetzen. In dieser Hinsicht hat der Zionistentag mit der Bildung einer Kultusgemeindekommission unter Leitung unseres bewährten Gg. Finzi den guten Anfang gemacht. Bei beiden diesen Punkten komntt aber noch hinzu; daß einflußreiche Parteigenossen mit aller Energie bei der Regierung darauf hinarbeiten, daß dieselbe die Die Heranwachsende Generation wird unsere Zeit, ihre Handlungen in derselben ihren zionistischen Be-> ^Wendigkeit der Erfüllung drescr Forderung ein- .. -״״i. m..1 . _ 1 . . ״ siebt undmit inoral,stken staatlnben Mitteln NN» bar,n segnen, die ihr daS östliche Gut, den Sabbat, wieder gibt. A. I. Rom. Hörden verantwortlich sind, was füp einen organisierten Zionisten selbstverständlich ist und auch in einer Resolution am Zionistentage zum Ausdrucke kam, die ich anläßlich der Nationalfondsdebatte einbrachte. Ich glaube, daß gegen diese Taktik in der Galuth- Politik kein Zionist Einwendungen erheben wird. Nun zur Galuthpolitik selbst! Was ist die Grundläge unserer Galuthpolitik? Bis nun hatten wir mit Zionismus und Galuthpolitik. Dr. Adolf G r ü n f e l d, Mitglied des zion. Zentralkomitees für die tschecho-skLvakische Republik. Der 1. tschechoslovakische Zionistentag, der am 26.... .. ... und 27. Juli d. I. in Prag abgehalten wurde, hat bcr Organisierung und Zusammenfassung aller be- ״, ,״,* ...» ״. auch selbstverständlich u&rc die der Zw- ^ußk-jüdischen Kreise viel Arbeit und wir konnten mit. Palästina ebenso wieder aufflauen wird wie bei der nistey verhandelt. Eni Referat des Herrn or err bcm Hauptprogrammpunkte der Organisierung der' Märzerklärung der Friedenskonferenz. Der Zionismus Adler bildete das Substrat der Debatte. Aber aus Pa - ^den in den Wahlkampf mit Erfolg treten; d. h. die; kann aber von momentan aufflämmender Begeisteteitagen kann nicht so gründlich eme so emmertt wich iselbst war unser Programm. Es war dies auch! rung, die wie Strohfeuer verbrennt, nicht ein Palästina ge Frage besprochen werden, deshalb halte ich dafür, ßut# ^nn für uns, die wir bis zum 28. Oktober 1918' aufbauen, wir müssen unsere bewußt-jüdischen Kreise daß die Diskussion ,n der Presse eingeleitet wird, aziemlich unorganisiert waren, kam der Umsturz so zu packen wissen, daß das Interesse für unser Land mit durch die Stellungnahme sine ,ra et stu w י mehr überrascht als für alle anderen. Gefühlsmäßig dauernd rege bleibt. Wir müssen unser Palästinaproeiniger Gesinnungsgenossen dem neugewahlten Zenwußten wir und unsere Parteigänger, daß die Wahl gramm so popularisieren, d. h. wir müssen es so den tralkomitee Grundlagen für die Befolgung seiner ein Manifestationseindruck des jüdischen Volkes in der Galuthverhältniffen anpaffen, daß jeder sich mit dieser Taktik gegeben werden.! Republik sein wird. Sogar ich muh jetzt zugeben, daß Frage gerne beschäftigt und infolge der Beschäftigung Vor allem muß festgestellt werden, daß emmu ig Arbeit notwendig war. Nun sind die Wahlen vorzur Ueberzeugung kommt, daß der Aufbau Palästinas die Ansicht vorhanden war, daß me Zionisten me Gaunb toit müssen uns darüber klar werden, daß für uns im Galuth mindestens so wichtig ist, wie luthpolitik in der Hanbehalten muffen und zwar in eg notwendig haben, nebst den auch in den Pro-. das starke Galuth für die Palästinenser. Das Proführender Stellung, damit einerseits die Judenßrammen anderer Parteien vorkommenden Programm-' gramm muß detailiert sein, daß jeder das Empfinden heit im Galuth von den Ideen des Zionismus geleitet ן punften bcn unsere Partei kennzeichnenden Haupt-' hat, daß er Mitarbeiten mutz, wenn nicht die in der erscheint und andererseits die Judenpolitir im Galuth י programmpunkt genau zu umschreiben, so daß man - Geschichte einzig dastehende Gelegenheit für -in Volk, nicht in die Hände von pseudo!ud,scheu Poutirern: rt1tf «.»fif- Jm» iw hi* iiihifd&e ».,1-t-i!'r-:_o״״ «,!»״x 4J x«. komme. Diese Argumentation ist vollkommen richtig und Kandidaten" können wir auf die Dauer kein die Resolution, daß jeder Zionist die innenpolitische Auslangen finden. auf den ersten Blick sieht: das ist die jüdische Partei!: ^ine Freiheit in seinem historischen Lande und iri der Denn mit einem Hauptprogrammpunkt: «Wahl jüdi- Zerstreuung wieder zu erlangen. Wir Zionisten prediw״ gen schon seit jeher, daß den Juden nur durch Juden streiten, und disputieren sie und er sitzt stumm dabei: Bei der Festsetzung unseres Programmes müssen wir allerdings darauf Rücksicht nehmen, allen bewußt׳ Schuster bleib b-i deinem*^ * ^» **«£ ^bif^en ®emenim au* bem ju fpce^en. 3u darauf sein, daß Gott ihn in ein solches HauS geraten 1 ließ, wie denkt ihr? ... Jetzt, nachdem ihr meine Familie ein wenig kcinen gelernt habt, werdet ihr mein Glück begreifen, wenn Gott einen Feiertag gibt, zum Beispiel den Festtag der Esther, wie ich euch sagte, und sich alle bei mir versammeln, Töchter und Schwiegertöchter, Söhne und Schwiegersöhne, mit allen Enk-Mnd-rn nnherusen, bie ״ichiigste Grundlage für unsere und wir und olle »n dqn Lisch s-d-n. Zuerst werden '*J״״״״״,״,״,״״״.,״״ fl״.m״״״,n .״ ,Snnen. Fische aufgetragen, echte, gefüllte, gut gepfefferte Frsche, nach dem Fisch alle andern Feiertagsgerichte, bei geholfen werden kann. Beweisen wir das den Jndifferenten unter den Juden, schaffen'wir Leute, die nicht nur platonisch ihre Zustimmung geben, sondern die hechol lwawchu uwchol moadechu zu uns stehen, mit diesem Zwecke müssen wir feststellen, welche unter den; ganzem Herzen und mit ihrem ganzen Vermögen, moralisch-stärkste ist. Da müssen alle objektiv Denken- Machen wir ihnen in ernstem Tone klar, daß Palästina den sagen, daß dies die Zionisten sind, ob sie soziali- ׳ wohl nur für einen Teil unseres Volkes Raum bietet. stisch oder nicht, ob sie gesetzestreu oder in Religions fragen etwas laxer, die Zionisten haben in allen diesen jüdischen Gruppen die qualifizierte Majorität. Wenn man die Richtigkeit dieser Prämisse anerkennt Hauptprogrammpunkte formulieren zu können. Es sind dies drei Punkte, die mit folgenden kurzen "wir ^°stb-nn'׳Wein''>^I-n?'daun1 Schl-gwo-t-n bezeichnet werden!onneu: 1. Schule, stimme» wir in seierlichstem ffesttagston ha» bekannte 2. Kultuigememde. 3. Palästina. Gebetlied an, in das die Jugend unisono einzufallen 1. Wir haben in der Schulfrage bis nun viel zu Pfkßt# wenig Aufklärungsarbeit geleistet.' Und daS war eine Wir fasten uns an die Hände und bilden einen' grobe Unterlassungssünde. Denn eS gibt sicherlich kei- Kreis. Was kümmern uns dann alle irdisck,-1 ■•<־> ״ ne jüdischen Eltern, denen diese Frage nicht ans Herz kegenheiten, Rechnungen^ daS verachtete Metall? Kin- * gewachsen wäre. Sind wir im Stande in diesem ChaoS der! . . . darin besteht daS Glück! Heiliger Fe.ertag von Schulanschauungen eine wahre, echt jüdische Schu- - foff ein reales VadaS brinat Glückseligkeit! 1 le zu machen, so werden uns sowohl die von Zweifel emgehoren. Das P^las 1* י . . ’ ' Ja. m-i/liei-r Jude. ich din nicht R-ibV׳"!gequälten Eltern als auch dination-l-besr-U-n Kin- ״״»“י* füc **" weitem nicht Rothschild. Aber ich lebe, «alt sei geder ,»jubeln. llud wir find -» im Stande. Es wäre uns nicht »äuge fern' J״n ״ taff״־ dankt, viel glückliche- und h-,er -I» i-«-nd ei»!״ I nicht anders zu ,UN. als datheoretisch- Gebäude der i I-m-nd w.rd °°n der Junenpal,.,- abhalten kaffen. fdHIb jüdischen Schule in populär-praktische zu übertragen j Wenn wir diese drei Punkte richtig ausgebaut ha- J und sich für diese Musterschule mit aller Energie ein-ben werden, so wird unser Programm für die ganze ' Metzen. Allerdings muß an der Spitze der Schulbewei Judenheit verständlich sein und gleichzeitig wird undaß aber-dieser Teil daS jüdische Volkstum repräsentieren wird, auf welchen die gesamte Welt ihre Blicke wenden wird. Nach der Stärke, nach der Kraft dieses Teiles werden wir im Galuth beurteilt werden. Ein starkes Palästina wird in kultureller, seelischer, ja auch in wirtschaftlicher Beziehung auf das Galuth fegenbringend wirken; ki mizijon theze thora. Wir brauchen für ein starkes Palästina ein starkes Galuth, aber ebenso für ein.starkes Galuth ein freies, starkes Palästina. Machen wir das Palästinaprogramm galuthfähig, so daß eS ein integrierender Bestandteil der innerpolitischen Bewegung wird, aber nicht wie der Nationalrat eS getan hat. daß er erklärt hat, daß religiöse und zionistische (palästinensische) Fragen in der Regel nicht in die national-jüdische Bereinigung hin- ״Hickl's Jüdischer Bolkskalmder". sieht undmit moralischen staatlichen Mitteln uns darin unterstützt. 3. Nun komme ich zum dritten, vielumstrittenen Palästinaprogramm im Galuth. Ich habe meinen Standpunkt in dieser Frage schon öfters festgelegt, vielleicht wird eS mir gelingen, das Interesse für dieses hochwichtige Problem wachzurufen. Wir wissen genau, daß nach Fertigstellung deS Friedensvertrages mit der Türkei, die Begeisterung für & *־ -

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