Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- XX (1919)
- Issue
- Heft 19 (18.7.1919)
- Date
- 1919-07-18
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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t*\U E jsmm *•um**** , Nr 19. Tochter des Herrn Oberkantor Singermann, mit Herrn Karl Ziffer statt. Wie«. (Trauung.) 'Sonntag, den 6. Juli I. I., halb 4 Uhr nachmittags, hat im Tempel der Pazmanitengaffe die Trauungsfeier des Frl. Hansi Pekarn i k, Tochter des weil. Kantors A. Pekarnik, mit dem Oberkantor des genannten Tempels Herrn Josef G t* blichmann unter außerordentlichem Zuspruchvon Bekannten und Freunden des geschätzten Brautpaares stattgefunden. Der gesamte Tempelvorstand, sämtliche Kollegen mit dem Präsidenten des ׳ Kantorenvereines, Hern Oberkantor Jakob Bauer, erster Sekretär der israelitischen Kultusgemeinde Herrn Dr. Emil Adler, Dr. Moritz Schnepp, Dr. Isidor Braun und viele Abordnungen waren erschienen. Als Trauerzeugen fungierten der Tempelobmann Herr Adolf Wenger und Frau und Herr Rabbiner Dr. Max Grunwald samt Gemahlin, der bei der Zeremonie des Bedeckend eine herzliche Ansprache an die Braut richtete. Den TrauungSakt vollzog Rabbiner Dr. S. Funk, die kantoralen Funktionen.mit Chor und Orgel die Herren Oberkantor Josef ׳Morgenstern und erster Kantor Stift. Wien. (Hebräischer Lehrerverband.) Die Plenar- Versammlung der hebräischen Lehrer in Wien hat folgende Beschlüsse gefaßt: 1. Alle hebräischen Lehrer haben Anspruch auf Ferien im Ausmaße von sechs Wochen, für welche Zeit die Unterricht nehmende Partei (Privatlernende, Kurse, Schulen) dem mindestens fünf Monate lehrenden Lehrer das volle Honorar zu zahlen hat. 2. Sollte die Unterbrechung des Unterrichtes auf Wunsch oder wegen Verschulden der Partei länger als sechs Wochen dauern, dann hat die Partei den Lehrer für die ganze Zeit zu zahlen. 3. Die hebräische Lehrerschaft erwartet, daß die Eltern und die Vorstände der Vereine und Schulen angesichts der schwierigen Lebensbedingungen der privaten Lehrer diesen Beschlüssen entgegenkommen werden. Sollte aber eine Partei die Bezahlung des Honorars verweigern, dann wird kein hebräischer Lehrer den Unterricht wieder aufnehmen. Das Sekretariat des Lehrerverbandes amtiert auch während der Ferien unter Adresse: Dr. Weinstein, 2. Bezirk, Stuwerstraße 80. Karlsbad. Allen Gg., welche unsere Kurstadt zu längerem oder kürzerem Aufenthalt besuchen, sei mitgeteilt, daß der hiesige jüdische Volksverein ״Zion" allwöchentlich Donnerstag, 8 Uhr abends, im Hotel ״Lincolh", Egerstraße, VortragS- und Referatenabende abhält, zu denen alle,. Gg. freundlichst geladen sind. Auch hat sich hier eine aus Kurgästen bestehende zionistische Frühstückgesellschaft gebildet. Auskünfte diesbezüglich erteilt der Obmann des jüdischen Volksvereines Med.- Dr. Walter Kohner, HauS ״Riva", Gartenzeile. Rostock. (Judenfeindliche Agitation der Studenten.) An der Universität Rostock haben Studenten kürzlich eine gehässige antisemitische Tätigkeit entfaltet. Flugblätter wurden an daS schwarze Brett geheftet und in den einzelnen Auditorien verbreitet, in denen die Juden für Entstehung des Krieges, für den Zusammenbruch Deutschlands, für daS Aufkommen der Revolution und deren üble Folgen verantwortlich gemacht werden. Ihre Austreibung aus Deutschland wird gefordert. Die deutsch-demokratische, die sozialdemokratische Partei und die sozialistische Republik werden als jüdisch bezeichnet, da deren Leitung Juden unterstehen soll. Im Kolleg und in Studentenversammlungen wurde aufhetzerisck gewirkt. Eine Eingabe des Landesrabbiners Dr. Sttberstein an den Staatsminister Sivkodich, in der er darum bat, «durch ganz energische Maßnahmen diesem ungehörigen - hetzerischen Treiben zu begegnen und es auszurotten, damit das Gift des Antisemitismus,- dieser Schmach unseres deutschen Volkes, von der Mecklenburg bisher freigeblieben ist, nicht in unserer Heimat Schaden anrichtet", hatte vollen Erfolg. Das Ministerium, Abteilung für Unterrichtsangelegenheiten, antwortete dem Landesrabbiner am 23. Juni: ״Rektor und Konzil der Universität Nostock haben alsbald, nachdem sie von den bedauerlichen Vorfällen Kenntnis erhalten hatten, ein strenges Berbot jeder politischen Agitation ^in den Gebäuden der Universität erlassen." Budapest. DaS Leichenbegängnis der Opfer der Gegenrevolution fand Sonntag in Budapest unter beispielloser, überwältigendev Beteiligung der Bevölkerung statt. Die letzten zwei Wagen wiesen den altjüdischen Ritus auf und hinter ihnen schritten jüdische Leidtragende her. ES waren die Leichen des Bel- Loe- Wh, der auf grausame Weise ermordet wurde und des gefallenen Soldaten der Roten Garde, Moritz Groß. Beide wurden auf׳ dem Ehrenplätze des jüdischen Frjed. Hofes beigesetzt. ״Hill London. (Ehrung von Oberrabbiner Dr. Hertz.) DaS jüdisch-theologische Seminar in Amerika hat beschloffen, Herrn Oberrabbiner Dr. Hertz anläßlich seineS 26jährigen AmtSjubiläumS den Doktorgrad für hebräische Literatur honoris causa zu verleihen. Herr Oberrabbiner Dr. Hertz ist bekanntlich der Vorsitzende der MiSrachi-OrgaNisation in England. — Wir gratulieren herzlichst! Literatur. I« der Fremde. Neue Judenlieder von Marek S ch e r l a g, 2. Auflage, Axel Funcker Verlag, Berlin- Charlottenburg. — Man legt dieses kleine zarte Buch jüdischer Gedichte in wehmütiger Stimmung auS den Händen. Wieviel Schmerz, Empfindung und tiefes Weh um daS Schicksal seines Volkes hat Scherlag in diesen Blättern niedergelegt, welch' dichterische Inbrunst loht aus seinen erschütternden Bekenntnissen zu Juda! Seine Kunst hat an Tiefe und Reinheit, seine Sprache an Kraft und Festigkeit gewonnen, ein Mensch, der mit sich und seinem Gotte ringt, zeigt uns sein leidvolles Antlitz. Seine Naturstimmungen sind von ergreifender Melancholie und seine Freudigkeit vosi sanften Schleiern verhüllt. — n -- Roth, Dr. Paul, Die politische Entwicklung in Kongreßpolen währensd ber deutschen Okkupation, unter Mitarbeit von Wilhelm Stein. Leipzig 1919/ K. F. Koehler, Verlag. Preis geh. M. 10.—, geb. Mark 14.60. — Der aufmerksame Leser dieses Buches gewinnt den Eindruck, daß man es mit dem Werke eines Augenzeugen, und zwar eines mithandelnden, beobachtenden und denkenden Augenzeugen zu tun hat. Dreieinhalb Jahre lang hat der Verfasser, wie er im Vor- Worte ausführt, besonders in Warschau die politische Entwicklung in Polen verfolgt. So ist er auch, wie wcnige, in der Lage, die gerade jetzt für die Deutschen so überaus interessante und im besten Sinne aktuelle Geschichte der politischen Parteien in Polen, ihre Ziele und ihrer Entwicklung zu schildern. Er zeigt die Linien der deutschen Politik und ihre Vertreter, ihre inneren und äußeren Schwierigkeiten, ihre Gegenspieler in Oesterreich und Rußland, und auf dem welthistorischen Hintergründe heben sich die Bestrebungen der polnischen Politiker — Aktivisten, Passivisten, Austro, und Ruffophilen — klar ab. Eine Uebersicht über die politischen Parteien und ihre Wandlungen und ein sorgfällig bearbeitetes Register ermöglichen es, sich leicht in dem zuerst verwirrenden Spiele der politischen Parteien zurechtzufinden. Von außerordentlichem Interesse ist schließlich das Kapitxl über die politische Ent- Wicklung im polnischen Judentum, das von Wilhelm Stein — ebenfalls auf Grund eigener Anschauung — beigesteuert wurde. Das Buch ist bis zu Ende des WinterS 1918/19 fortgeführt. Jeder, der sich mit-den Bestrebungen der Polen ernster beschäftigt, und wer wäre das jetzt nicht, und jeder, der der Judenfrage Interesse tyidmet, wird aus dem Studium dieses bedeutsamen Buches reichen Nutzen ziehen. Allzusehr hat den Deutschen das Wissen um ihre Gegner gefehlt. DaS Buch Dr. Roths wird in bezug auf Polen, das gerade den meisten von uns verhältnismäßig fremd ist, diesem mangelnden Verständnisse abhelfen. Eine neue hebräische Monatsschrift. Demnächst^ beginnt in Newyork eine große hebräische Monatsschrift ״Miklat" im Verlage Stybcl, dessen Begründer sich gegenwärtig in Newyork befindet, zu erscheinen. Mit der literarischen Leitung der Zeitschrift ist der hebräische Schriftsteller I. D. Berkowitsch beauftragt. Die Zeitschrift, die »der Kunst" gewidmet sein wird, hat die Aufgabe, eine Sammelstelle für alle die gegenwär-. tig überall zerstreuten hebräischen Schriftsteller zu schaffen und insbesondere für das Wachstum einer hebräischen Literatur in Amerika zu sorgen. Für den ersten Jahrgang des ״Miklat" sind angekündigt ein großer lyrischer Epos ״Der Waldgeist" (Jaarit) und ein Roman in drei Teilen ״Wanderjahre", beide von S. Schneur. Kritische Betrachtungen von Bar-Towia, bibelkritische Studien von Dr. S. Bernfeld und ein Roman von einem jungen Dichter aus Jerusalem, Da- Vid Kimchi, ״Bodenlos" (Al Blima). Das erste Heft sollte bereits im Siwan erscheinen. Zusammen mit dem DerlagSstifter Sthbel weilt gegenwärtig in Newyork auch der Dichter S. Schneur, dem 'das hebräische Publikum in Newyork einen feierlichen Empfang veranstaltete. Lriesßasten. H. P. Leider nicht verwendbar. — E. König. Besten Dank. Erscheint in der nächsten Nummer. — An unsere Wiener Freunde. Redakteur Hickl dürfte erst gegen Ende Juli nach dort kommen. Gruß. t׳S jüdischer BoMalender' Presse. ״Westminster Gazette" publiziert eine auSführliche Besprechung über Chasanowitschs ״Pogrombuch". Die Zeitung bezeichnet Chasanowitschs Buch als ein sehr unwillkommenes Buch, da es Zeugnis für die Herrschaft der Barbarei in einem der neuen Staaten ablegt, welche die Alliierten zur Gesundung Europas geschaffen haben. Nach einer sorgfältigen Uebersicht über die antijüdischen Ausschreitungen und die unbegründeten polnischen Anklagen gegen die' Juden meint ״Westminster Gazette", daß die inzwischen vorgefallenen Ausschreitungen hinreichenden Stoff für einen zweiten Band bieten würden. Die Zeitung fragt, ob die Maffakers wirklich das hervorragende Charakteristikum im neuen Polen bilden sollen, ob die Freiheit, die die Alliierten für Polen errungen haben, mit Undank belohnt werden darf durch d.ie Verfolgung der eigenen Mitbürger. Die Zeitung wendet sich an die Friedenskonferenz und schlägt wirksamen Schutz, der nationalen Minoritäten vor. Sie schließt ihren Artikel mit der Ermahnung an die polnischer- Staatsmänner, daß sie sich nicht an dem zerstückelten russischen oder türkischen Reiche, die unter der Herrschaft von Ungerechtigkeit und Tyrannei zusammengebrochen seien, ein Beispiel nehmen sollen, sondern an den Demokratien des Westens, denen sie ihre Unabhängigkeit verdanken. * Die zionistische Organisation in Polen hat soeben das erste Heft einer neuen hebräischen Monatsschrift ״Erez Jsrael"herausgegeben. Die Zeitschrift ist ausschließlich den Kolonisationsfraßen in Pglästina gewidmet. j . Die vor etwa 16 Jahren eine Zeitlang unter dem Namen ״Schlemiel" herausgegebenen Jüdischen Blätter für Humor und Kunst, erscheinen wieder seit dem 1. Juli unter Leitung des vorzüglichen ״Schlemielim Rats" Jungmann, Gronemann und Birnbaum. M. Hickl Verlag, 'Wien, 8. Bezirk, Lerchengaffe 6 a, Brünn, Ablergafle 9. Literarisch-wissenschaftlicher Kalender für das Jahr 6680 K 6.— Blumenthal Herrn., Polnische Judengeschichten K 7.60 Gelber Dr, N. M., Die Kattowitzer Konferenz K 6.60 GelbhauS Dr. S., Die Metaphysik der Ethik. SpinazoS.im Quellenlichte der Kabalah. K 8.50 Günzig Dr., I., Rgbbi Israel Balschem, der Stifter des Chassidismus- K 4.— Kanter Dr. F., Dover beito — zeitgemäße Be- / trachtungen zu den Wochenabschnitten K 7.— MieseS Dr. Jos., Lethara ulethuda, Predigten K 3.— PinkuS Dr., Felix, Palästina und Syrien . K 8.— Rothblum Dr. D., Golus-Novellen K 4.80 Sammelwerk zeitgenössischer Kanzelredner K 6.— Tapir Dr. I. B., Der Zionismus IC 6.— Zangwill Jsr., AuS dem Tagebuche einer Meschumed K 2.— Bendow Josef, Die Judenpogrome in Lemberg K 15.50 Jüdische Bolksstimme, Wochenblatt ׳ K 24.— Gewuloth, hebr. literarische Monatsschrift halberJahrgang K 16.— Verlag in hebr. jidd., deutscher und allen anderen Sprachen. Antiquariat. Ein- und Verkauf sämtlicher Bücher. Zentralversandstelle der gesamten jüdischen Literatur. Gebet- und Andachtsbücher, Ehamoschim, Machzarim, Tefillin, Mesus, Talleszim, Gemuros. Bücher auf Teilzahlungen. Barmizwach, HochzeitS- und Geburtstagsgeschenke. Bilder, Noten, Lieder, Ansichtskarten. Josef Bendow: ״Der Lemberger Judenpogrom." November 1918—Jänner 1919. AUS dem Inhalt: Die Lage der Juden in Polen. — Ukrainer und Polen. — Die jüdische Neutralität. — Dies irae. — Wer hat den Pogrom angestiftet? — Da» Verhalten der polnischen ״Mitbürger". — Nach dem Pogrom. — Statistische Tabellen. — 26 Orig.-Aufnahmen. Preis Kronen 1&«50* Jeder Kulturmensch muß diese grauenvolle Martyriologie gelesen haben! Eine erdrückende Fülle von Anklagematerial! Zahlreiche Originalausnahmen au» der Zeit der,Schreckenstage. Zu beziehen: Brün», Adlergaffe 9, sowie durch sämtliche Buch- Brün», Adlergaffe 9, sowie durch sämtliche Buch׳ Handlungen.