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Jüdische Volksstimme · 1919-07-04 · Heft 17 (4.7.1919) · page 6

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XX (1919)
Issue
Heft 17 (4.7.1919)
Date
1919-07-04
Page
– (sequence 6)
Language
German
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tif lon bet «EMMm Ko««1-Wn Mtgtfttegtnt »enbwin« bet Gemein-rverfnffUNgenehmigt. Rach dieser wirb in gitltMft auch den Frauen da» aktive Wahlrecht zum Repräsentantenkollegiu« betliehen und wirb für die Wahlen -um Repräsentantenkollegiu« da» Der. hältnibwahlsystem eingeführt. WM» baet bün Asylrecht.!Stab »anb mR bit zweitFütlFen jüdischen »t*0Üetu«8 war nach bem JchWnch Oester» «tch-Ungarn. In Ungarn lebten 861L7^ in Oesterreich 1L8S.11S Juden. In Deutfchlanb gab e» 607.868 Zuden, ln der Türkei 88*977, in Rumänien 860.000, in Großbritannien und Irland 24YZ4S, in Holland 103.000, in Frankreich 08.000. La nun in Galizien und der preußischen Provinz Posen auch viele Juden leben, diese beiden Provinzen aber auch in der Hauptsache an Polen falle«, dürste die Zahl der polnischen Juden sich dadurch auch um mindesten» eine halbe Million Köpfe vermehren, also über 6,5 Millionen betragen, da» heißt, «ehr als die Hälfte der Juden der ganzen Wett. — «ab die Städte der Welt betrifft, so steht Jerusalem mit 66 Prozent jüdischer Anwohner an der Spitz«. SS folgen Lodz mit 47,5 Prozent,. Odessa 33,76 und Warschau mit 33,38 Prozent. Ln vierter Stelle steht New- York mit 80,3 Prozent, dann folgt Budapest mit 88 j wohnte« debhaw der Beisetzung bei, bei der Unterleit. Nf. 17 Gerechtigkeitssinn, Mildtätigkeit zur Subübung anempfohlen. Wenn e» Ihnen gelingt, diese Ueberzeugung uns« rer Jugend einzuflößen, dann werden Sie sich ein bolleb Recht auf Erkenntlichkeit, von Seiten der Freunde de» Judentum», erwerben. Genehmigen Sie, mein Herr, die Versicherung meiner ausgezeichneten Hochachtung. Zadoe Kahn, Rabbiner' (Eingesendet und in» Deutsche übersetzt von Malvine Grünwald. Dien, am 27. Siwan 5670 — 25. Juni 1910.) Brief au# der Slovakei. Prozent und Dien mit 3,76 Prozent. In Deutschland steht Frankfurt a. M. mit 8,15 Prozent an der Spitze, bann folgt Berlin mit 4,85 Prozent. Moses. Von Marek Scherl a g. Rach Kaspwwitsch. .Dieb Land verhieß ich noch vor grauen Tagen Dem Samen deiner Väter. Palmen ragen Dort stolz im Kranze, Zedern Schatten spenden Und Milch und Honig fließt in -en Gelände«. Von da berausche dich am Schofchalle Und bade in der fernen Düfte Schwalle! Denn nicht am Jordan wird man dich bestatten, Roch in deb Libanon» geweihten Schatten." Und also Moseb starb nach Gotte» Wort Im Feindesland, im Moabiterort .. . Sein Fuß betrat nicht da» gelobte Land. Die» Lo» ist großen Männern zugedacht: Nie lindern wohlig ihrer Lippen Brand Die Früchte, die ihr Geist hervorgebracht., «er, der frühere Minister für soziale Angelegenheiten, eine kurze, die Persönlichkeit Levine» würdigende Sn. spräche hielt. Korresponäeozen. Wien. (Trauung.) Dienstag, den 1. Juli d. I, fand im Tempel 1. Bez., Geitenstettengaffe 4, die Trau, ung deb Frl. Hilde S r u n w a l d, Tochter de» Herrn Rabbiner» Dr. Grunwald mit Herrn Dr. Leon Kolb : Wie«. (Trauung.) Sonntag, den 6. Juli l. I., halb 4 Uhr nachm., findet im Tempel 2. Bez., Pazmanitengaffe, die Trauung de» Frl. Hansi Pekarnik, Tochter de» weil. Kantor A. Pekarnik mit Herrn Oberkantor Josef Giblichmann statt. Lipto fv. Mikulasch. In der hier am 2. Juni unter Vorsitz de» Herrn Gustav Haasz stattgefundene Versammlung, deren Zweck die Gründung eine» zionistischen Vereines war, nahm die ganze hiesige jüdische Jugend teil. Nach zweistündiger Debatte und Diskusfion wurde Dank den überzeugenden Ausführungen von Herrn Albert Stark.ein gemeinsamer Ausschuß (aus Damen und Herren bestehend) gewählt. ES wurden gewählt, als Präsident Gustav Haasz, ferner im Präsidium Frl. Blanko Stark und die Herren Jmre Steier und Kuffler Isidor, als Sekretär Dr. Weiner. Die hiestge Jugend, die -um ersten Mal derzionistischen Bcwegung nähertritt, zeigte lebhaftes Interesse und echte Begeisterung. Hamburg. (Errichtung eine» jüdischen Kinder׳ heim».) Da» Repräsentantenkollegium der Deutsch- Israelitischen Gemeinde stimmte in seiner letzten Sitzung dem Antrag des Gemeindevorstände» auf Errichtung eine» Israelitischen Kinderheim» zu. Nach den Satzungen bezweckt das Heim die Aufnahme ganz oder teilweise unversorgter jüdischer Säuglinge und Kinder bis zu ihrer Entlassung aus der Schule unter unentgeltlicher Vebernahme der Kinderstube de» Jsraelitischen Humanitären Frauenvereines. Zu diesem Zwecke überantworteten die Testamentvollstrecker de» Jsaae Hartwig von Effen -er Gemeinde alb unantastbaren Fonds da» zur Begründung und Unterhaltung der Jsaae Hartwig von Effenschen Warteschule aubgesetzte Kapital. Zur Unterhaltung de» Heims dienen außer dem alljährlich von der Gemeinde zu bewilligenden Betrag und dem obigen Vermächtnis der minde* stenS 8000 Mark betragende Jahresbeitrag de» Israeli- . -- tischen Humanitären FrauenvereineS. Alsdann wurde »diese Pflichten gelehrt und betätigt, Menschenliebe, Zu den Pirke-Awoth. Wien, 85. Juni 1910. Sehr geehrter Herr Redakteur! Da e» Sitte und Brauch ist, in den Sommermonaten, nach dem Minchah-Gebete am Sabbat Nachmittag, die ״Pirke Aboth" (Sprüche der Väter) zu lesen, so möchte ich der intelligenten, jüdischen Jugend, da» Geleitwort de» Großrabbiner» Zadoc Kahn, welche» er an. läßlich einer separaten Ausgabe der Pirke Aboth schrieb, hiemit zur Kenntnis bringen. Der Gelehrte, A. b-n Baruch Crehange hat die Sprüche der Väter in» Fronzöfische übersetzt, und an diesen ist die Vorrede gerichtet. j׳w Gemäß den Worten unserer Weisen: כל האומר דבר-בשם אומרי׳ מביא גאלה לעולם:. habe ich da» Geleitwort ins Deutsche übertragen und hoffe, daß der Inhalt desselben, jüdisch fühlende Her» zen, mit Freude erfüllen wird. Mit vorzüglicher Wertschätzung Malvine Grünwald. Mein Herr! Sie wünschen meine Meinung über die Zweckmä׳ ßigkeit einer separaten Verösfentuchung der ״cyvder Väter" mit Ihrer Uebersetzung, zu wissen. Ich glaube moin Herr, daß Sie der Jugend durch diese Publikation, gleichzeitig Nützliches und Angenehmes erweisen werden. Die ״Pirke Aboth", eine Sammlung von Lieblingsgrundsätzen der Mischna-Lehrer, ist ein wahrhafter Schatz unserer so reichhaltigen und so wenig gekannten religiösen Literatur. Die Gedanken, Sinnspräche, woraus sie bestehen, werden von den größten Moralisten nicht in Abrede gestellt. So wie die alten Weisen Griechenlands, eigneten sich unsere Rabbiner diese AuSdruckSweife an, welche manchmal durch Umstände, die der Augenblick hervorgerufen, entstand. Diese Sprüche können zu allen Zeiten, in allen Lebenslagen angewendet werden. Die ״Sprüche der Väter" bilden nur eine kleine Auslese von Grundsätzen, welche im Talmud verstreut sind, sie erwecken den Eindruck der reinsten, erhabensten Moral. Die Sprache ist lebendig, bündig, färben- und bilderreich. Nirgends spricht man würdiger von den großen Fragen und zahlreichen Pflichten de» Leben», welche die Menschheit intereffieren. Wir können auch mit dem Talmud sagen, daß eine aufmerksame Lektüre der ״Pirke Aboth" uns nur besfern kann. Aber, mein Herr, Sie werden noch einen anderen Zweck durch diese Veröffentlichung erreichen. Unsere jungen Leute hören oft von christlicher Moral, von christlichen Tugenden, von christlicher Mildtätigkeit sprechen. Man könnte glauben, daß die Menschen ihre Pflichten nicht früher erkannt hätten, al» von dem Tage an, wo eine Religion, welche der unferigen entstammt, dieselben geoffenbart und gepredigt hat. Wir würden gegen un» selbst fehlen, wenn dergleichen Behauptungen ohne Protest blieben. Aber das beste Mittel, die Unwahrheit und Ungerechtigkeit zu beweisen, ist, die Schätze, welche in unseren religiösen Büchern vergraben find, an» Licht zu bringen. Vielleicht wird man doch anerkennen, daß die Sittenlehre, welche man evangelisch zu nennen beliebt, gerechterweise al» jüdisch bezeichnet werden muß; denn lange vordem, ehe e» ein Christentum und Christen gab, haben unsere Weisen, unsere Rabbiner alle München. (Ledineb Beerdigung.) Die Beisetzung de» erschaffenen Münchener Kommuniftenführer» Levine erfolgte auf de« neuen jüdischen Friedhöfe in Schwabing. Der Verteidiger Levine», Rechtbanwatt Graf Pestalozza, hatte fich bemüht, die Mitteilung von Ort und Stunde der Beisetzung rechtzeitig zu erhalten. Aber erst ganz kurz vorher wurden ihm die entsprechenden Mitteilungen unter der Bedingung gemacht, nur die allernächsten Familienmitglieder und wenige oM *.״, wi-r— «• . , « . »rcuitfi» *11 fottMfirirfiti,»»« ®" Lage der Juden in vielen slovakischen Gegenden Freunde zu benachrichtigen. Rur wenige^ P«sonen {ft ^stlo», da sie von der slovakischen Bevölk^ung infolge systematischer Verhetzung seiten» der katholischen Geistlichen und politischen Emporkömmlinge in politischer, wirtschaftlicher und sozialer Hinsicht für ziemlich vogelfrei gehalten werden. Die slovakischen Blätter reizen offen zu Plünderungen und Ausschreitungen gegen die Juden auf, und wenn kein tschechische» Militär dort wäre, käme e» sicherlich zu Exzessen. Dieser Vorwurf trifft nicht die slovakischen Machthaber, von denen z. B. der Minister Dr. Vawro Srovar, der Staatssekretär für Inneres Dr. Milan Jvanka oder der Preßburger Obergespan Samuel Zoch, aufgeklärte Männer sind, die dem Antisemitismus mit allen Mitteln entgegentreten. ES ist ein ziemlich deprimierende» Faktum, daß die relative Sicherheit der Juden in der Slovakei nur den disziplinierten tschecho-slovakischen Truppen zu verdanken ist. ES wäre dringend notwendig, daß sich die slovakische Judenheit vereinigt, um als organisierter Machtfaktor der beginnenden politischen Entrechtung und der drohenden sozialen unlr wirtschaftlichen Verelendung entgegenzuarbeiten. Durch die Bemühungen de» Dr. Henry -Alsberg, Delegierter des Jewish American Distribution. Committee, ist eine soziale Kommission de» ״VqlkSverbandes der Juden für die Slovakei" zustande gekommen, die die Aufgabe übernommen hat, alle anläßlich der November-Plünderungen verursachten Schäden aufzunehmen und den bedrängten jüdischen Schichten Hilfe zu bringen. Der seiten» des Jewish American Joint Distribution Committee» überwiesene Befrag von- 100.000 K, der für die Monate Mai und Juni bestimmt ist, reicht natürlich lange nicht au». Die bisher festgestellte Schadensumme von 147,000.000 K betrifft nur 106 Gemeinden. Aus vielen Orten ist der Bericht noch ausständig. Dasselbe gilt von den Beschäftigung»- losen, demobilisierten Soldaten, im Kriege verarmten Familien, entlassenen substinenzlosen Beamten und Lehrern. Alle» jedoch, was bisher geschehen, ist ein Vorspiel dazu, wä» in gewiffen antisemitischen Kreisen׳ geplant wird. ES besticht die Absicht, alle Konzessionen und Lizenzen einer neuerlichen Revision zu unterzivhen, und den Juden nur eine solche Anzahl davon zu überlassen, welche ihnen auf Grund des ZahlenverhältnisseS zusteht. Das bedeutet einen Ruin von tausenden, jüdischen Familien, denen auf diese Weise die Tabaktrafiken, Wirtshauslizenzen usw. entzogen werden sollen. Der ״Volksverband" ist bemüht, dieses Unglück durch die Gründung eine» jüdischen Wirtschaftsbundes für die Slovakei zu verhüten, der sich dem ' VolkSverbande angliedern und im Vereine mit der Sozial-Kommifiion die Juden in der Slovakei in wirtschaftlicher Hinsich; schützen soll. Das jüdische Schulwesen in der Slovakei droht infolge zersplitterten Vorgehen» einzelner Gemeinden, und infolge Mangel» an Lehrkräften, die die slovakische Sprache beherrschen, seinem Untergange entgegenzugehen. Prof. Dr. Engel aus Prag, dessen Verdienste tn der Schul- und Flüchtlingsfürsorge nicht genug hochgepriesen werden können, und Herr Emil Wawber von Dr. Srobar, dem bevollmächtigten Minister für die Slovakei in seiner Eigenschaft als Sekretär de»- L^'.lSverbandeS der Juden in der Slovakei zum Vermittler in jüdischen Angelegenheiten ernannt wurde,, sind eifrig bemüht, zu retten, was für den Aufbau eines neuen jüdischen Gemeinwesens noch übrig geblieben ist. P. T. Abonnenten. Denen an der regelmäßigen ununterbrochenen Zustellung unsere» Blattes gelegen ist, belieben sofort «bch Empfang dieser Nummer ihr «bannemend zu erneuer«. Die Administration-

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