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Jüdische Volksstimme · 1919-05-02 · Heft 9 (2.5.1919) · page 5

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XX (1919)
Issue
Heft 9 (2.5.1919)
Date
1919-05-02
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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jüdische Bottsstim««" Sette g. Nr. 9 referat festgelegten Grundlinien der »Makkabi"-Bewc° gung über die körperliche, geistige und moralische Erziehungsmethode zu eigen fein. Das Verhältnis zum Zionismus (Referat Tb. Landau, Brünn), die Notwendigkeit der Gründung einer jüdischen Turn- und Sportzeitung sowie Verwendung der Presse (Referat Ing. Hoffmann, Prag), der Ausbau und Zweck der hebräischen Kommandosprache (Tb. Breda, Brünn), die Wichtigkeit des Turnens für die jüdisch-nationale Erziehung der Jugend (Tb. Schuschny, Brünn) waren Gegenstände eingehender Referate und der anschließenden Debatte. Die in Ihnen festgesetzten Grundzüge wurden dann auch von den anwesenden 44 Delegierten aus der ganzen tschechoslov. Republik angenommen und damit bewiesen, daß die Makkabi-Jdee keine künstliche, nicht lebenSunfähige Organisation ist, sondern daß die vom Vertrauen des jüdischen Volkes getragen wird und aus seinen Bedürfnissen hervorgegangen ist. Damit ist auch die Stellung der ״Makkabi"-Vercinc zu den anderen jüdischen Organisationen gegeben. Sie bezweckt Männer und Frauen, Zöglinge und Kinder sowohl am Turnboden als auch bei fröhlichen Wänderungen in sportlicher Betätigung zu verläßlichen kräftigen und disziplinierten Mitgliedern der jüdischen Gemeinschaft heranzuziehen. Gleichzeitig mit der Tagung fanden von den den Turnwarten geleitete Vorturnerstunden für Mädchen (Tsch. Mauthner, Prag) und für Männer (Tb. Mauthner, Prag) am Turnboden statt. Für Pfingsten dieses Jahres wurde ein Vorturnerkurs angesetzt, der in Prag stattfinden soll und von allen Makkabivereincn beschickt werden wird, um den Turnbetrieb nach einheitlichem System überall durchführen zu können. $. Heller. Kommendes. Wie schön klingt sie nächtlich, die Ballade vom ewigen Juden, wenn Ahasver mir auf die Schulter klopfte: — — — Sohn, sagte er — den dicken, gekrümmten Wanderstecken sah ich — Du bist mein jüngster Nachfolger, ich selbst nur noch nicht ausgereift — — — ein Blühen, das man hören muß im Erfühlen- Auch Du verwelkst für den anderen wie ich für dich. Du gehst denselben Weg-—,er wird denselben Weg gehen-der Jude ist ewig. Diesen Stecken wirst du ergreifen und dem jüngsten Selbst weitergeben. Den Sinn verstehst du nicht -Hohl würde er dir erscheinen, weil der Späterkommende immer hohl ist, deshalb brauchst du ihn nicht-Seine Stimme erklang wie gellender Rus, wie: «O Mensch, gib Acht! Was spricht die tiefe Mitternacht?" Mir schiens: sie spricht mit Ahasver, die tiefe, tiefe Mitternacht, wie ein verhallender Sang und dazwischen Geklirre, Gerassel, wie Bange-Vergangenes, wie Bange- Ersehntes-Du Kommendes! O Kommendes- Ein Kampf ums Werde aus dem Tohu-wa-wohn und Ahasver: das Rot, das wie Sehnsucht klingt, wie stille Erlösung.- Ahasver: Alles neigt sich meiner Herrlichkeit, weil mein Geist in euerem Blute rumort. Nieder rang ich alle, ich behauptete mich früher, in weiter verrötender Morgenzeit-ein Leben wär'S,-ein Tod-v errötet am Morgen-— Ich: Du gewannst die ^Oberhand, weil du zu mir sprichst, deinem Jüngerselbstteil, deinem Ganzheit- Nachfolger in der Herrschaft, damit du nicht, Verrötender, erstürbest-Versprichst du Endlichkeit?- Ahasver: Neindas, was »tiefe, tiefe Ewigkeit *Dir! Ahasver-Chor: Nein, tiefe, tiefe Ewigkeit- ■ i. ' ..... ״ —■ 1. ilumlfcfmu. Bahnverbindungen in PalSstina. Die »Weltwirtschaftszeitnng" berichtet, daß das ׳System der während des Krieges gebauten Bahnlinien -wischen Aegypten und der Bahn Jerusalem-Jaffa jetzt durch den die Vollendung der Drehbrücke über den Suezkanal bei Kantara einen Abschluß erhalten haben. Hiermit ist endgültig die Bahnverbindung -wischen Afrika und Asien hergestellt. Zwar ist die Spurweite in Aegypten noch etwa» größer als in Syrien, doch wird dievoraussichtlich auf den Hauptstrecken bald geändert werden. Max Rerbau mit dem gegenwärtigen Stand des ZionismuS unzufrieden. Dem Jüdischen Preßbüro in Stockholm wird aus London telegraphiert: In einem veröffentlichten Brief an den Zionistenführer Rosenthal in Rewyork äußert sich Max Nordau in abfälliger Weise über den gegenwärtigen Stand des politischen Zionismus. Er findet die Vorkehrungen, die von zionistischer und nichtzionistischer Seite für die jüdische Ansiedlung in Palästina getroffen werden, unzulänglich, da sie für eine kleine Ein- Wanderung berechnet seien. Ebenso tadelt er, daß die Arbeiten an der Errichtung der jüdischen Universität in Jerusalem zu langsam vor sich gingen. Das alles zeige, daß der politische Zionismus in das überwundene Stadium des Chowewezionismus und AchadhaamismuS zurückgefallen sei. (Anmerkung: Die von Nordau geübte Kritik dürfte sich auf einen früheren Zeitpunkt beziehen, da man einen Plan, 60—60.000 Juden jährlich in Palästina anzusiedeln, wie er von Weizmann auf der Friedenskonferenz in Paris mitgeteilt wurde, keineswegs als zu engherzig bezeichnen kann, vielmehr stellt die Verwirklichung eines solochen Planes die ungeheuersten Anfotderungen an die zionistische Weltorganisation und das jüdische Volk.) Polnische Pogrom-Schauspiele. Dem Warschauer ״Haint" zufolge bereisen gegenwärtig polnische Theatergesellschaften sämtliche Städte und Ortschaften des Landes, wo sie Aufführungen ausgesprochen judenhetzerischer Tendenz veranstalten. Es handelt sich um »großzügige", wohlarrangierte »Unternehmungen". In weiten jüdischen Kreisen herrscht darüber lebhafteste Aufregung. Von seitens der polnischen Behörden geschieht zur Abstellung der unerhörten Hetze nichts. Ein Führer der Poale-Zion in Warschau gestorben. Aus Warschau wird gemeldet: Der bekannte Führer der jüdischen sozialdemokratischen Arbeiterpartei ״Poale-Zion" Israel Schurek ist am 10. April dem Flecktyphus erlegen. Schurek, der erst 27 Jahre alt wurde, war einer der begabtesten Redner und erfreute sich großer Popularität unter der jüdischen Arbeiterschaft Polens. Er bereiste die ganze polnische Provinz und erfreute sich immer einer sehr großen Zuhörerschaft. Schurek war Mitglied des Zentralkomitees der Poale-Zion-Partei und auch Mitglied des Arbeiterrates in Warschau. Sein Tod hat in Polen große Trauer hervorgerufen. An seinem Leichenbegängnis nahmen über 10.000 Personen teil. Die polnische sozialistische Partei und die Volkspartei ״Zeire-Zion" waren durch besondere Delegationen vertreten. Verbote gegen jüdische Sprache. Die polnischen Lokalbehörden stellen neuerdings den Gebrauch der jiddischen Sprache in öffentlichen Versammlungen große Schwierigkeiten entgegen, die hier und dort zum absoluten Verbot des Jiddischen auswachsen. Infolge der sich häufenden Willkürakte der Provinzbehörden sieht sich das polnische Ministerium des Innern veranlaßt, eine amtliche Erklärung zu veröffentlichen, daß es kein gesetzliches Verbot gäbe. Jiddisch in öffentlichen Versammlungen zu gebrauchen. Die Behörden hätten kein Recht, den Versammlungen Schwierigkeiten zu machen, weil die Debatten jiddisch geführt werden, falls nur die anderen nötigen Formalitäten eingehalten werden. Schalom «sch in Polen. Dem Pressedienst der Delegation des Jüdischen Nationalrates für Ostgalizien wird gemeldet: DaS American Jewich Comtte hat den bekannten jiddischen Schriftsteller Schalom Asch nach Polen, zwecks StudiumS der gegenwärtigen Lage der dortigen Judenheit entsendet. JoneSeu fordert von den Jude« den Verzicht auf ihre Sprache. Pari«. In einem Gespräch mit Korrespondenten erklärte JoneSeu, er sympathisiere mit dem ZioniSmuS, sei jedoch gegen die Erteilung nationaler Rechte an die Juden Rumänien», bürgerliche Gleichberechtigung reiche vollständig aus. Er sei ein Gegner de» Jiddischen, weil dieses der deutschen Sprache ähnlich sei. Die Juden müßten diese Sprache aufgeben. Auf einer von dem rumänisch-jüdischen Komitee in Paris veranstalteten Versammlung übte Afftschkin scharfe Kritik am Memorandum der AVianee J-raeltte über die Judenfrage in Rumänien (Der Inhalt de» Memorandums, da» offenbar der Friedenskonferenz überreicht worden ist, ist uns noch nicht bekannt) und forderte zur Organisierung des nationalgesinnten jüdischen Elementes in Rumänien auf. Die Bersammlung beschloß, daß das rumänisch-jüdische Komitee mit den Delegationen der Jüdischen Rationalräte Hand in Hand arbeiten soll. 1180118״•••• — גבולות Monatsschrift. Die heiligen Stätten von PalSstina. »Jewish Chronicle" berichtet, einer römischen Meldüng zufolge, daß eine Kommission von Kardinälen, die von dem Papst mit dem Studium der Frage der heiligen Stätten der Christenheit in Palästina vom religiösen und politischen Standpunkt aus beauftragt warden ist, ihre Arbeit abgeschlossen hat. Die Kommission hat ihren Bericht dem Papst vorgelegt, und eine Kopie ist dem Präsidenten Wilson überreicht worden. Georg Brandes ins Jiddische übersetzt. Im Maisel-Verlag, Newyork, erschien eine jüdische Uebersetzung des neunbändigen Werkes von Georg Brandes ״Die Hauptströmungen in der Literatur -eS 19. Jahrhunderts". Gleichzeitig erschien auch eine jüdische Uebersetzung seiner 3 Bücher über Nietzsche, Lassalle und Ibsen. Mitarbeiter. Korrespondenten, Berichterstatter, Vertreter für vornehmes jüd. Familienblatt ge• sucht Zuschriften unter: ״Mitarbeiter“ an die Admin. d. Bi. GEWULOTH -נבולות- Hebräisch literarische Monatsschrift. Redaktion: G. Schoffmann, Z. Diesendruck. Verlag M. Hickl, Wien, 8. Bez., Lerchengasse 6 a. Brünn Adlergasse 9. Abonnement ganzjährig 32 K. Einzelnexemplare K 3.60. Aus dem Inhalt der bisher erschienenen Hefte, 1. Von der Redaktion. Hugo Bergmann: Die wahre Freiheit. G. ^schoffmann: Vier Skizzen. David Vogel: Wüste.ngold ... Ich kehre zurück . . . Z. Diesendruck: Von der Groteske. U. Z. Grünberg: Kämpferlieder. Im Nebel. Kein Himmel. Glossen: Vom Preußentum, der Klugheit und dem Prinzip. Z. D.: »Kneseth" G. Sch. 2. Z. Diesendruck: Wir, die wenigen. M. Silburg: Das Gesicht des Todes. U Z. Grünberg: Gedicht. M. I. Bin Gorion: Fragmente. Abraham Schwadron: . Vom TechnismuS. D. Schejmonowicz: Gedicht. H. Reimann: Grotesken. Glossen: Aufopferung, Barbaren. Dr. CH. Tartakower: literar. Notizen. 3. Dr. I. Patai: Unbekannte. Gedichte von Mose Jbn-Esra. Benzion Rappaport: Bergson und Schopen- Hauer. M. Silburg: Mysterien. A. Schwadron: Vom TechniSmuS (Schluß). Glossen: Die Juden und die tschechische Revolution. Hugo Bergmann: Ueber Trotzki. Jsch Moskwai und Z. D.: Peter Altenberg. G. Sch. 4. <5! I. Agnon: Aufstieg und Abstieg. David Bogel: 2 Gedichte. M. I. Bin-Gorion: Fragmente (2.) S. M. Sthbel: Gedicht in Prosa. S. Schneur: Vermischtes Kleinod. Glossen: Deutfchösterretchisches. H. Groß: »Hatkufah". Z. D. t A ■ Korrespondenzen. Brün«. (Makkabi-Spovtsektion.) Sich der Wichtigfeit des Schwimmen» für die allgemeine Körperpflege bewußt, wurde am S. d. M. die Makkabi-Schwimmsir tion gegründet und damit ein weiterer Schritt -um Ausbau der Sportsektion unternommen, so daß in dieser bereits der Fußball- und Schwimmsport geübt wird, vor allem sieht die Schwimmsektion ihre Aufgabe darin, jedem Makkabimitgliede die Möglichkeit zur Erlernung de» Schwimmen» -u bieten, im weiteren Verlaufe ihnen durch Training ordentliches Tempo und richtige Atemtechnik anzulernen. ES gelang mit der Leitung de» hiesigen Eharlotten-BadeS ein Uebereinkommen zu stände -u bringen, in welche« sich diese verpflichtete, das Schwimmbad dem Makkabi zweimal wöchentlich durch je zwei Stunden (Dienstag und Freitag) -ur Verfügung zu stellen, so daß einmal wöchentlich sowohl die

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