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Jüdische Volksstimme · 1919-05-02 · Heft 9 (2.5.1919) · page 6

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XX (1919)
Issue
Heft 9 (2.5.1919)
Date
1919-05-02
Page
– (sequence 6)
Language
German
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1 y*v" ■■***■tmp׳**■ -M«•MW,,״L. v^^u^g^JMip^^iii^i^sp^ii^pppfiii^^^ippiipiiHii^piiiiippiippiiiiipiiipiiiippiip^i Seite 6. *gAttsche MWimnt" -tr. S. Damen als auch die Herrenriege Trainingmöglichkeit besitzt. Die Sektion umfaßt bereits 80 Mitglieder und zw« 39 Damen und 41 Herren. Unter letzteren wurde zur Aufstellung einer Sportriege eine Auslese von 7 der besten Schwimmer getroffen, welche das rein spartliche Schwimmen pflegen und die in späterer Zeit sich auch dem Springen zuwenden werden. Die ganze Schwimmsektion steht unter Leitung eines bekannten Brünner Sport- und Meisterschwimmers. Gaha. (I. T. B. Makkabi.) Am 30. April fand in Gaha in Anwesenheit der Vertreter des mähr.-schles. Landesverbandes die Gründung des »I. T. V. Makkabi Gaha" statt und haben sich gleich bei der Gründungs- Versammlung 50 Teilnehmer gemeldet. Der Turnverein Makkabi-Brünn hat sich bereit erklärt, den jungen Verein durch Beistellung von Geräten und allwöchentliche Entsendung eines Vorturners nach Gaya zu uniterstutzen. Wir begrüß endiesen Verein auf das Herzlichste und hoffen, daß er das werden möge, was man von einem Makkabi verlangt: eine feste und verläßliche Stütze für unser Judentum. Wie«. Fräulein Edith Peterselka, Tochter des KassenschefS -er isr. Kultusgemeinde Herrn Josef Peterselka, hat sich mit Herrn Med.-Dr. JonaS Prochnik verlobt. Aussig a. E. Der Vorsteher der isr. Kultusgemeinde, Herr OSkar Pick, hat aus Gesundheitsrücksichten sein Amt als Vorsteher niedergelegt. Nach dem Tode des um die Entwicklung der Gemeinde hochverdienten Dr. Wilhelm Wittenberg kurz vor Kriegsausbruch 1914 zum Vorsteher der Gemeinde gewählt, deren Vertretung er schon zwei Jahrzehnte angehört hatte, war er stets bestrebt, das von seinem Vorgänger Geschaffene zu erhalten. Die KriegSverhältniffe brachten es mit sich, daß er seine Haupttätigkeit der Flüchtlingsfürsorge zuwenden mußte, auf welchem Gebiete er zum Wohle Tausender verdienstvoll gewirkt hat. Bade«. Am 6. April konstituierte sich der am 23. März neugewählte Vertretungskörper der isr. Kultusgemeinde Baden folgendermaßen: Alexander Braun, Vorsteher, Daniel David, Vorsteherstellvertroter, Adolf Raab und Bernhard Rosner als Beiräte. In den Ausschuß kamen noch folgende Herren: Dr. Sam. Deutsch, Hugo Leitner, Josef Löwinger, Dr. Oskar Auerbach, Jakob Kohn. An Stelle der Herren Dr. Alfred Berger, Ludwig Lackenbacher und Max Lobl, welche nach erfolgter Wahl die Annahme ihrer Mandate verweigerten, traten die gewählten Ersatzmänner Rudolf Austerlitz, Julius Schnürdreher und Chaskel Ingwer in den Ausschuß. Für den verstärkten Ausschuß wurden gewählt: Max Kohn, Leobersdorf, Hugo Pollitzer, Traiskirchen, Max Deutsch, Baden, Josef Steiner, Baden, Ernö Ehrenstein, Baden, Max Schischa, St. Beit, Dr. Bernhard Seiler, Vöslau, Jakob Hacker, Gainfarn, Heinrich Jaul, Baden, Leopold Weißmann, Baden, Seide Komet und Otto Haberfeld, Baden. Vermischtes. Der Stillstand der Sonne im altjüdische» Liederbuch Jaschar. Die bundeSratliche Anordnung einer neuen sonenreicheren Sommerzeit gibt uns Veranlassung, an die vielbesprochene Erzählung im zehnten Kapitel des BucheS Josua vom Stillstand der Sonne bei Gibeon zu erinnern, die dort ausdrücklich als Zitat aus der verloren gegangenen uralten Liedersammlung »Jaschar" bezeichnet wird. Der wunderbare und gewaltige Sieg JosuaS über fünf verbündete Könige bei Gibeon wurde bereits frühzeitig als denkwürdig von der Sage und Dichtung gefeiert. Die Entscheidung der dem damaligen »Fünfverband" gelieferten Schlacht war lange zweifel- Haft und schwankend und erfolgte erst im letzten Augenblick, alS der Tag zu sinken begann. Da hat Josua bei einem erneuten Angriff der untergehenden Sonne Stillstand bis zur Siegesentscheidung geboten, »wie 'eS geschrieben steht im Buche Jaschar": »Damals redete Josua zu dem Ewigen, da der Ewige preisgegeben die Emoräer den Kindern Israels, und sprach vor den Augen Israels: »Sonne stehe still zu Gibeon und Mond im Tale von Ajalon." Da stand die Sonne still, der Mond hielt ein im Lauf, bis das Volk gezüchtigt seinen Feind. Wahrlich, so steht es geschrieben im Buche Jaschar. Die Sonne blieb am hohen Firmament und strcchlte weiter wie am Hellen Tag. Und es war wie dieser Lag keiner vor ihm und nach ihm, an welchem der Ewige entsprach der Stimme eines Menschen, denn der Ewige stritt für Israel." Das Buch Jaschar heißt nach I. Fürst, dessen Uebersetzung und Komment« wir hier folgen, nichts weiter al« -das Buch Israel»", da »jasch«", in der Mehrheit »jescharim", nur dichterische Bezeichnung für Israel — »die fromme Gemeinde" ist soft auch! zitiert als »Buch der Rechtschckffenen", bei Luther: »Buch des Frommen"). Im Worte »jaschar" wird auf die Lautgruppe »schir" angespielt, wodurch sich diese- Buch als Liederbuch charakterisiert, das nach Kaußsch (»Die Poesie und die poetischen Bücher des Alten Testaments") in uralten Liedern von wahrhaft gottergebenen Israeliten und ihren Taten handelt, und das ferner noch im 2. Buch Samuel und in der griechischen Bibel (1. Könige 8, 13) zitiert wird. Die Stelle erinnert übrigens an das Gebet des Agamemnon in der Ilias: »Nicht, o Zeus, laß sinken die Sonn' und das Dunkel heraufzieh'n. Eh ich hinab von der Höhe gestürzt des Priamos Wohnung." KarpeleS erinnert in seiner jüdischen Literaturgeschichte daran, daß Josuas Wunder bei Gibeon später noch eine tragische Geschichte hatte, denn als Galilei das Gesetz der Erdumdrehung gegen diesen biblischen Ausspruch geltend machte, wurde er bekanntlich gezwungen, den Lauf der Erde um die Sonne abzuschwören und die Bewegung der letzteren anzuerkennen. Mitteilungen des Palästinaamtes. Prag, 2. Bez., Ruzova ulice 24, 3. Stock. Sprechstunden: Sonntag von 11—12. An die jüdischen Landwirte! Das Palästinaamt sucht Landwirte, die in ihrem Betrieb eine Wirtschaft?- schule für Mädchen einrichten würden. Finanzielle Unterstützung dieses auch für den betreffenden Landwirt vorteilhaften Unternehmens ist gesichert. Da diese Schule in kürzester Zeit, wenigstens in kleinem v(mfang für einige Mädchen den Betrieb aufnehmen soll, werden die Interessenten aufgefordert, nähere Daten ehemöglichst beim Palästinaamt zu verlangen. Handel und Industrie in Palästina. Wir erhalten vom Londoner Zionistischen Hauptbureau, Handels- und Industrie-Abteilung, folgenden Brief: «Wir bitten Sie um rascheste Benachrichtigung: 1. Ueber alle in Ihrem Land von zionistischen Gruppen geplanten Projekte betreffend Handel und Industrie, die in oder mit Palästina zur Ausführung gelangen sollen, 2. über die für diese Zwecke bereits eingezahten oder hiefür zu verwendenden Kapitalien. Sollten solche Gesellschaften für Handel oder Industrie in Palästina bereits in Ihrem Lande gegründet worden sein, so bitten wir um Zusendung eines Exemplares ihrer Statuten." Wir fordern Alle, auf die das obige Schreiben Bezug hat, auf, in ihrem eigensten Interesse unverzüglich die verlangten Daten dem Palästinaamt, Prag, 2. Bez., Ruzova ulice 24, bekanntzugeben. Jüdische Sprichwörter. »Wenn Gott will, geht e Steckelche (Stückchen) kos." Eins der rührendsten Momente in der Gescl jüdischen Verfolgtwerdens: dies umwandelbare Vertrauen auf die Allmacht Gottes. Und wenn unsere Feinde mit Kugeln auf unS schießen und wir haben nichts zur Verteidigung, als ein Stöckchen: nun, unser Gott wird ein Wunder tun und das Stöckchen zur Schußwaffe werden lassen. »Ein Kelef (Hund) beißt 'n andern nich." Entspricht dem deutschen »Eine Krähe hackt der andern die Augen nicht aus." » « »Achile (Essen) iS e wicht'ge Lefile (Pflicht).' Uebertreibe auch da» Geistige nicht; daß du ißt Und trinkst und deinen Körper gesund erhältst, ist auch zum Leben nötig. Hört man nicht ordentlich die geplagte Ehefrau eine» allzu eifrigen Lalmudjuden, der den ganzen Tag überm Lernen saß, diese Weisheit predigeak ♦ י -Die de Kalle (Braut) 'S Ponim (Gesicht) hat." Je nachdem werd' ich mich auch mit der Mitgift zufriedengeben. Ist, was du mir anbietest, an sich schon verlockend, hast du nicht nötig, auch noch viel Unkosten darauf zu legen. * * * »G gewanderter Narr is besser, wie e heimischer Chochem (Kluger)." Auch der von Natur klügste Mensch wird einseitig und engherzig in seinem Urteil, wenn er nie über sein Heimatsörtchen hinauSkommt. Umherwandern in der Welt macht selbst dem Einfältigen Kopf und Herz hell^ daß er Menschen und Dinge richtig schätzen lernt. * * * ״Tut mer gutt rein, nemmt mer gutt raus." Ein Spruch, den wohl auch die Hausfrauen erfun» den haben. Wer an Zutaten spart, wird niemals ein schmackhaftes Essen bereiten. Die Männer sollten sich das in der Sozialpolitik zunutze machen. Lustige Ecke. Gold-Schmidt. Ein Israelit namens Goldschmidt ließ sich taufen und nannte sich nachher »Schmidt". ״Das ist der erste Jude", meinte einer, ״der sein Gold für die Taufe weggeworfen hat." ״Schlechter dran als eine Hoschana." In der humoristischen Beilage eines russisch-jüdischenBlattes findet sich der folgende traurige SukkoS- Gedanke: ״Der Jude ist schlechter dran, als eine Hoschana; eine Hoschana wird abgeschlagen und dann läßt man sie auf demselben Platz liegen, der Jude aber wird geschlagen und dann noch Hinausgetrieben..." Bibliotheken. Behufs Anlage jüdischer Bibliotheken empfehlen wir den Ankauf folgender Bücher und Schriften, zu beziehen durch den Verlag »Jüdische Volksstimme": Bäck Leo. Das Wesen des Judentums 4 K. — Caralnik H.: Palästina oder Territorium. 1 K. — D embitzer: Salamon: Wolken, Jargongedichte 2.60 K. Die sozialen Verhältnisse der Juden in Rußland K 3.50. — Frankl Oskar: Der Jude in den deutschen Dichtungen des 15., 16., 17. Jahrhundertes K 4.—. — G ünzig Dr. I.: Israel Balschem, der Stifter des Chassidismus. K 4.50. -- H albert A.: Das Räthsel Jude. Der Roman eines modernen Juden. K 4.—. — Held Ludwig HanS: Talmudlegenden. K 2.50. — HicklS Jüdischer Friedenskalender K 5.50. — Jensen Wil- Helm: Die Juden zu Köln. Skizzen und Erzählungen aus dem jüd. Kultur- und Familienleben K 5.60. — Jonge M. D. Dr.: Höret Rathenau und Genossen. Kritik des Dogmas von der assimilatio׳ gojica K 3.—. — Kah serling Dr. M.: Christoph ColumbuS und der Anteil der Juden an den spanischen und portugiefischen Entdeckungen. K 4.60. — Kraus Karl: Eine Krone für Zion. K 1.60. — Landau Dr. S. R.: Der Polenklub und seine Hausjuden. K 2.20. — Lublinsky S.: Die Entstehung des Judentums. K 2.40. — Mayerowi tz Arthur^ Zur jüdischen AuSwandererfrage. K —.80. — Münz CH.: Wir Juden. K 2.80, — Nordau Max: Der Zionismus. 30 h. — Oppenheimer Dr. Franz: Genossenschaftliche Ansiedelung in Palästina. 80 h. — PinSker Leo: Autoemanzipation. K 1.50. — Reden gehalten auf dem zweiten Zionistenkongretz, Herzl, Nordau, Gaster, Mandlstamm. K 1.—. — Rothblu m D.: Golus-Er° zählungen. K 4.—. — Ruppin Dr. A.: Zionistische Kolonisationspolitik. K 1.50. — Schach FabiuS: Eine auferstandene Sprache. K 1.—. — Sch w arz Leopold: Neu Essäertum und Zionismus. K 1.50. — Werner Dr. Sigm.: Ruth und andere Gedichte. K 4.—. — 810״ eisti Theodor: Vom Heimweg, Verse eines Juden, K 6.-. Notiz. Alabaster-Zahnrreme macht die Zähne gesund untz )». — In Apotheken, Drogerien und Parfümerien Tube« und Würfeln zu haben.

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