Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- XX (1919)
- Issue
- Heft 8 (14.4.1919)
- Date
- 1919-04-14
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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^,-״k»>r^״^- '^^^י^ייייי **■׳־ v־ *■'•«•־*־יין!״ ck ««M ». ^Jüdische Sott--t««e» «r. 8. «ag. soviel steht fest, daß uns niemand das Recht aus Staatsrecht der Republik). Er ist der anerkannte ״lea. ttdfexe eigene Schule nehmen kann. Da» Wunder aller Wunder scheint zu werden: die Westjudenheit beginnt nun auch zu begreifen, daß e» Mit der Lüge und geistigen Verkrüppelung nicht weiter tzeht, auch sie besinnt sich eines besseren. Und wenn der Jüdische Rationalrat, der diese Frage mit ziemlicher Sachlichkeit und würdigem Verstand- «iS ohne Verkennung der Schwierigkeiten, letzten» be. handelt hat, das auszuführen vermag, was er sich vorgenommen, so wird er viel zur Erhaltung des Judentums getan haben. Jüdischer Nationalrat in Prag. In der Präsidialsitzung des Jüdischen NationalrateS am Dienstag, den 8. April, gelangten zuerst die Berichte der Vertreter der Prager Jüdischen National rates bei der Pariser Nationalratskonferenz zur Verlesung. Es liegen ferner Pariser Telegramme der Delegierten vor. Dr. Hugo Bergmann berichtet in einem Schn iben vom 30. März, daß in Prag am 3. April eintraf, daß die Konferenz der Nationalräte eröffnet sei und in Permanenz tage. Es sind bisher vertreten: Nutz land (durch Nosoff), Ukraine (Ussischkin-, Palästina Wellin, Eisenberg, WilkanSki), Polen (Thon, Levite, Braude), Galizien (Ringel, Reich, Tennenbaum), Ame rika lJ. W. Mack, Louis Marshall, Harry Cutler, 8a seph Barondetz, D. B. Leventhal, M. Winchewsky, Dr. N. Syrkin, B. G. Richards), Italien (Vertreter der Ver einigten jüdischen Gemeinden Prof. Colombo), Salo niki (Florentin), Rumänien (Schein, Schächter): — tsch^choslovakische Republik (Dr. Hugo Bergmann, Norbert Adler). Die ersten Verhandlungen galten hauptsächlich der Mitarbeit der anderen großen jüdischen Organisationen, des englischen Board of deputies, der Alliance und anderen. In einem zweiten Schreiben Dr. Bergmanns vom gleichen Tage heißt cs: (Nebersetz. aus dem Französischen): »Die größte und angenehmste Ueberraschung für uns tschechoslovakisthe Delegierte war, daß die Friedensdelegation des amerikanisch-jüdischen Kongresses mit uns zusammenarbeitei und ihre Aufgabe nur in dieser Zusammenarbeit zu sehen scheint. Ich habe die Namen der Delegierten bereits telegraphiert, aber ich will sie noch einmal mit einigen Bemerkungen über die einzelnen Persönlichkeiten wiederholen. Der Präsident der amerikanischen Delegation (der ״Chairman") ist der Richter I. W. Mack. Er ist auch der Vorsitzende unserer Konferenz, ein glänzender Präsident, der alle notwendigen Sprachen spricht und ein sehr guter und radikaler Jude ist. Er ist Richter in dem »United stateS district court", einem Gerichtshof für verwickelte Fälle. Man erkennt das auch an der Art, wie er den Vorsitz führt. Der bekannteste Amerikaner unter den Delegierten ist Mr. Louis Marshall. Marshall nimmt eine sehr hohe Stellung in der republikanischen Partei ein, er ist einer der hervorragendsten Politiker in Amerika, der schon vielen politischen Unternehmungen eine Rolle gespielt hat. Er ist einer der bedeutendsten Advokaten und besonders ein Sachverständiger in dem »constitutional law" (dem;em, unvergänglichem Throne saß Gott, umgeben von einen obersten Engeln. Und es sprach Gott: »Das Volk, welches' ich mir wn allen Völkern erkoren, schreit zu mir. Ich will es ms der Hand seiner Verfolger befreien." Michael, Rafael und Gabriel, die edelsten der En-!el, baten und sprachen: »Tue also, Herr aller Welt." Doch der abgefallene Samael trat hervor. «Habe ein Erbarmen", so rief der Feind der Menschen, »übe eine Milde. Gedenke der Sünden, die dieses Volk in Nizrajim begangen, gedenke all des Bösen, was es gean, der Verderbtheit, des Abfalles von Dir, der Irrümer und Fehler. Versunken war es im Pfuhl des!asters, Neid und Mißgunst waren die Triebfedern lller seiner Handlungen, immer weiter entfernte es sich >om Pfade der Tugend, jede bessere Regung war geoichen von diesen vom Sklavengeist beherrschten Menchen. Ausgestoßen ist es aus der Mitte der übrigen Söller, es lebt nur zum Gespött und zum Hohne! — Sötte der Rache! ahnde die Schuld und die Verirrunlen dieser so tief Gesunkenen, verderbe sie, lasse sie mtergehen, ausgelöscht seien sie aus Deinem Buche, »ernichte sie, vernichte sie für immer!" Fürchterlich klang die entsetzliche Anklage, selbst die ichten Engel erbebten und blickten zagend auf den lllerhöchsten. Aber die Stimme Gottes erhob sich und Er sprach: Höre, Du Ankläger meines Volkes: Als die Söhne ( aeineS Lieblings Jakob in das Land Pharaos kamen,, oaren sie freie, unabhängige Männer. Voll Kraft und Stärke, mutig, stolz, beherzt. Jeder von ihnen ein Fürst der" des amerikanischen' Judentums. Bei der Konferenz hier richtet er sein Augenmerk auf eine Zusammenarbeit aller jüdischen Organisationen. Er ist ein glänzender Redner von außerordentlicher UeberzeugungSkraft, auch wenn er in beschranktem Kreise spricht. Colonel Harry Cutler, das dritte Mitglied der Delegation, ist Soldat. Er stammt aus Providence und nimmt im politischen Leben eine sehr hohe Stellung ein. Er ist der Leiter des »Jewish welfare board", das ist ein Fond für die eingerückten Juden in Amerika, ein großes Unternehmen, das mehrere Hunderte Angestellte in Amerika und Frankreich beschäftigt. Mr. Joseph Barondeß ist einer der populärsten Männer bei den jüdischen Massen. Er zieht cs vor jiddisch zu sprechen, weil er beim Jiddischsprechen seinen ganzen Humor und feine tiefe Kenntnis der hebräischen Tradition entfalten kann. Er spricht auch perfekt hebräisch. Barons ז• bei dem Festbankett, das zu Ehren des Präsidenten Masaryk in Amerika veranstaltet wurde, als Masarhk noch vor dem Kriege Amerika besuchte, den Vorsitz geführt. Der Delegation gehören ferner an der Rabbiner L. B. Lewenthal aus Philadelphia, Dr. Nahum Syrkin, der berühmte fozialistisch.jüdifche Führer und Leopold Benedict, der unter dem Namen M. Winchewsky in der jiddischen Literatur als Dichter sehr bekannt ist und dessen Lieder unter dem Volke sehr verbreitet sind. Der Sekretär der amerikanischen Delegation ist B. G. Richards, ein junger zionistischer Journalist, der einen Band Essays geschrieben hat und dessen Artikel häufig im ״Globe" und in der ״Tribüne" in Newyork veröffentlicht werden. Die Konferenz hat eine politische Kommission unter dem Vorsitz Sokolows, eine Kommission zur Entschädigung der Kriegs- und Pogromopfer (Präsident Marshall), für die Presse (Dr. Reich), für Ausarbeitung eines Memorandums (Motzkin) eingesetzt. Generalsekretär ist Leon Motzkin, der mit Rosoff die zionistische Organisation bei der Konferenz vertritt. Einem Schreiben des Delegierten Herrn Norbert Adler vom 4. April (eingetroffen am 6. April) ist zu entuclm.n, daß unsere Delegierten bereits zahlreiche Ve׳.bandl׳׳naen, insbesondere mit den Mitgliedern der a'.nerikanischen Delegation, vor allem mit Marshall und dichter Mack und auch mit hervorragenden nichtjüdischen Politikern geführt haben. Ueber diese Ver- Handlungen kann vorläufig nichts verlautbart werden. Die Konferenz hat sich unter dem Namen ״Comitee pour les droits des Juifs" konstituiert und faßte den Beschluß, von ihrer Konstituierung der Friedenskonferenz Mitteilung zu machen. Die Delegation des amerikonisch jüdischen Kongresses wurde vom amerikanischen Staatssekretär Robert Lau sing in Gegenwart des militärischen Delegierten Amerikas bei der Friedenskonferenz General B l i ß empfangen und erklärte, daß sie sowohl was Palästina wie die Minoritätsrechte der osteuropäischen Juden anlangt auf demselben Standpunkte stehe wie die zionistische Organisation. Das ״Comitee pour les droits des Juifs" verhandelt mit den großen westeuropäischen jüdischen Organisationen zwecks eines gemeinsamen Vorgehens und arbeitet ein Memorandum über die nationalen Forderungen der Juden (Schuh -er Minoritäten) aus, welches der Friedenskonferenz vorgelegt werden soll. ES wird ferner, mitgeteilt, daß sich der Rational., rat mit seinen Delegierten in Pari» in Verbindung befindet und ihnen Informationen zugehen läßt. In der Angelegenheit der Rückkehr -er palästinenfischen Flüchtlinge gelangt ein Schreiben des Sekretärs der englischen Gesandschaft Mr. Robert F. UoU ng zur Verlesung, nach welchem dieser Angelegenheit sorg, fältiges Interesse zugewendet wird. In Angelegenheit der Entschädigung der Pogrom« opfer in Holleschau hat der Jüdische Nationalrat mehrfach interveniert, Es dürften "Noch weitere Schritte erfolgen. Präsident Dr. S i n g e B erstattet ferner einen ve^raulichen Bericht über einen Empfang des PräsidiMns des Nationalrates beim Minister des Innern S ch v e h l a und bei hervorragenden politischen Per. sönlichkeiten. Dr. Singer spricht sich über den Erfolg dieser Unterredungen sehr befriedigt aus. Herr Busch ersucht um Absolutorium für die Kommission für Soldatenfürsorge, das auch mit einer Dankeskundgebung erteilt wird. Es gelangen hierauf,verschiedene politische Fragen, von denen sich einzelne auch auf die bevorstehenden Gemeinderatswahlen beziehen, zur eingehendsten Erörterung. Beginn der Sitzung 6 Uhr, Schluß 10 Uhr abends. Presse-Schau. seines Stammes. Sie waren mein Eigentum schon damals. Ich liebte sie, wie der Vater den Erstgeborenen. — Aus den Söhnen und Enkeln jener freien Männer wurden Knechte, wurden Sklaven. Ihre Herren wurden ihre Peiniger, sie entzogen ihnen alle Menschenrechte, sie achteten, sie gleich dem Getier des Feldes, sie lechzten nach ihrem Blute und sogen ihnen das Mark aus. Ich hörte ihr Wehqeschrei, ihre bitteren Klagen, ich sah ihr verzweifeltes Ringen und Kämpfen nach der Befreiung.-Und nun kommst Du, Anklüger meiner Kinder, und rufst: Groß ist ihre Schuld, gesündigt haben sie und gefrevelt, irre sind sie geworden an meiner väterlichen Huld und Güte! Können die, die im nächtlichen Dunkel sitzen, die blind Geborenen, die nie das Licht geschaut, den Glanz der Sonne ahnen? Kann der elende, zertretene Wurm sich gleich dem Adler Hinaufschwingen zur Höhe, können die in Sklavenketten Schmachtenden das Hallelujah meiner Engel singen!" Und die Stimme Gottes fuhr fort: »Warst Du es doch, Du, immer Ankläger, nie Verteidiger, der, als ich ihn fragte: »Wo kommst Du her?" antwortete: »Vom Streifen durch die Erde und von der Wänderung durch sie." Und ich darauf: »Hast Du acht gehabt auf meinen Knecht Hiob? Keiner ist auf Erden wie er. unschuldig und redlich, gottesfürchtig, und das Böse meidend." Da sprachest Du: ״Strecke nur Deine Hand über ihn aus, ob er Dir nicht ins Angesicht entsagen wird." — ״Und ich tat also. Ich nahm ihm das Seine. Seine Söhne und Töchter, seine Schafe und Kamele, seine Rinder und Eselinnen. Denn ich hatte den Mann Welch schöne Früchte das ungarische AssimilationSjudentum trägt, weiß uns die Wiener jiddische Morgenpost zu erzählen: ״Ungarn ist ein Land, wo die Taufe en gro» betrieben wird. Verschiedenerlei Täuflinge gibt eS da: Schuster, Schneider, Dokwren, Minister, Barone usw. Der einstige Honvedminister und spätere Chef des österr.-ung. Heerergänzungswesens Baron Hasa wax in seinen Jugendjahren ein einfacher Kohn; der Ex- Handelsminister Sterni, einer der besten ungarischen Wirtschaftspolitiker, ein Mann mit einem ״jüdischen Kopfe", hieß einstz bevor er sich magyarisieren Und taufen ließ, Stern und ist Sohn eines Rabbiners; daS gewesene ' Magnatenhausmitglied und" Präsident ' deS Landesindustriellenverbandes Franz Chorin, der Vereits als Christ geboren ist, ist, ein Enkel des »ungarischen Mendelsohn", des Reformrabbiners Aron Corni; ein Sohn des bekannten Professors Bernhard Alexander, der Präsident der Budapester Kultusgemeinde und Weihnachtsleitartikler in einer Person ist, hat sich vor kurzem getauft usw. usw." Wahrlich, die Urmagyaren mosaischen Glaubens haben Grund entrüstet zu sein, daß ihnen die Zionisten den Glauben verderben! Der ״Berner Bund" berichtet über Vorträge, die Oberrabbiner Dr. C h a j e s und Dr. Michael R t n - gel in Bern hielten, folgendes: groß gemacht vor allen Söhnen-des Morgenlandes, aber bei all dem sündigte er nicht und ließ nichts Törichtes aus gegen mich."-Und Du kamst wieder und reiztest mich wider meinen Knecht, der redlicher war als alle Redlichen der Erde. Ich gab ihn in Deine Hand. Du tatest ihm, als wäre er einer der Niederträchtigsten gewesen. Du ängstigtes ihn mit allen Schrecknissen, zerstörtest seinen Leib, machtest zum Elend seine Tage, und zur Trauerklage wurde seine Zither und seine ' Flöte zu Jammertönen. Und Hiob, der reiner war als alle Reinen der Erde, tat auf seinen Mund, um zu hadern mit mir. In seinem Schmerze rief er: »Wissent denn, daß Gott mir unrecht getan."-Und so wie ich damals gesprochen: ״Niemand ist so aufrichtig wie mein Knecht Hiob", und sein Ende segnete, mehr als seinen Anfang, so will ich Dich, Ankläger meine» Volkes, verwerfen und für sie streiten und sie bringen in das Land, das ich ihren Vätern zugeschworen." * * * Vor Pi Hachirot standen die Kinder Israels und sahen voll Vertrauen auf MoseS, der ihnen zurief: ״Fürchtet nichts!" Und der Ewige sprach zu Moses: »Erhebe Deinen Stab und strecke Deine Hand aus gegen daS Meer und spalte es." Und die Kinder Israels gingen durch das Meer im Trockenen, und das Wasser war ihnen ein Mauer zur Rechten und zur Linken.