Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- XIX (1918)
- Issue
- Heft 11-12 (15.5.1918)
- Date
- 1918-05-15
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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וויי GMr L ״Mische Rr. 11-12. Deshalb kommt dem Schebuotfeste eine so^ enünente Bedeutung zu. da das jüdische Volk seit! damals an der Werkstatt der (beschichte steht und! den Gorst über die Materie walten läßt. Die 87)00 jährige indische Geschichte ist eine V-ernnrklichnng, Manifestation des ׳Geistes, so vast sogar manche materialistisch veranlagte Gei-- ster im jüdischen Volke des Idealen nicht entrast ten konnten.! Das Schebnotfest wirft die Blitze, die am! Berge Sinai geleuchtet aben über die spätesten Zeiten und die ganze Welt wird von diesem Glan-! ze beistrahlt. Das Schebuotfest ist ein Fest der Fest ste, ein Sie-g des Geistes über die Materie, cs ist! oas größte Fest des jüdischen Volkes und unmit-! telbar auch der ganzen Menschheit. Die Fackel,j die am Sinai angezündet worden ist, leuchtet! noch heute und erwärmt einen grasten Teil der! Menschheit. An den Menschen ist es jetzt Wiegen! ans sich diese Strahlen wirken zu lassen. j Dann wird alles Leid verschwinden, die', Haudegen werden sich in ihre Schlupfwinkel ver-j kriechen, die Gewaltherrschaft aufhören und die! sogenannten Helden werden ebenso wie die skal-p vier enden indianischen Krieger der Vergangen-! heit angehören. Neue Horizonte werden sichtbar werden und die Milde, Versöhnlichkeit wird in! alle Menschenherzen ihren Einzug halten und! Triumphe feiern.! rael — die Charterpolitik betrieb, da waren es die sogenannten praktischen Zionisten, die solche Art großzügiger Politik verneinten. Die praktischen Zionisten, die jetzt der Meinung sind, daß ein allgemeiner Friedenskongreß ihnen Palästina bringen wird. Wer? Wie? Gibt es trotz dieses gigantischen NiiiMne-, das uns zeigt, dast Verträge in de mMomente null und nichtig seien in dom ihnen die Macht der Kanonen fehlt. Dast auch die wichtigsten Verträge tatsächlich zu Fetzen Papieres herabsinken, wenn ihnen nicht der gefestigte Wille ganzer Nationen zur Seite steht. Der Chaos ist noch größer geworden. EH istl Ehrenpflicht der österreichischen Parteileitung zu beraten, zu klären, wenn etwas trübe geworden ist Kommen einmal unsere jüdischen Heldeid zur heimatlichen Scholle, daun wollen sie das jüdisch-nationale, blanweistc Banner ebenso fleckenlos und reim flattern lassen, wie vor dem Kriege. Tena in hundert Kämpfen verblutend wollten Iungiuden nichts anderes erringen, als blütenweiste jüdische Ehre! Für nichts anderes kämpften diese Helden mehr, denn für die Anerkennung der jüdischen Nation! Niemand wage Ruth. Was nun? Von ein ein Grostösterreicher. In der Nummer 7 — 8 der Iüd. Volksstimine behänd nt Herr Tr. Herrinan Kubisch das! Problem her Jugenderziehung und kornint zudem Resultate, daß die jüdische Jugend in Po-! litischer, sozialer und ethischer Hinsicht erzogen! werden soll. Dieses gewiist schwierigste Probleun des Iimg-Judentums kann nie genug und nicht gründlich genug erörtert werden.Jch konnte be-! reits im Jahre 1914 in diesem geschätzten Blatte! auseima übersetzen, dast eine Erziehung im! Vu-i ber'schen Sinntte — wie sie namentlich iu Prag! protegiert wird geradezu fürs Judeutinn gefahrZ voll sein könnte. Man erhoffte Alles vom kommenden jüdist schen Kongreß in Oesterreich. Wird er kommen?! linst wenn er kommt, wird er im Stande sein, das! österreichische Judentum aus seiner Lethargie zw reisten? Wird dieses Welienringen für uns In-! den umsonst gewesen sein? Werden die Iu-.! den aus dem Kriege, gleich dem österreichischen! Gesamtstaate, hervorgehen, ohne etwas gelernt zu haben? Fast scheint es so. Wo die Schuld liegt,; wer der Schuld tragende ist, das kann heilte nicht! erörtert werden. Aber alle Anzeichen sprechen da-i für, daß das Westösterroichische Judentum seinem! Am,Hergänge entgegengeht, wenn nicht in letzter' Stunde, der Kurs geändert wird. Kurs? Gibt es überhaupt noch in österreichischstüdischer Po-! litik einen Kurs. Uns will scheinen, es gäbe nur! noch ein Chaos! Wohl hat sich der jüdische Natio-! malverein dazu emporgerafst, der Negierung ein! Memorandum zu unterbreiten, wäre es auch inj der »Iüd. Zeitung" der Ruf laut geworden, nach! einer einheitlichen Organisation aller Juden! Zisleithaniens, — eine Forderung, die in diesen! Blättern jahrelang vergeblich erörtert wurde. 1 Aber was nun? Üeber allen Wipfeln liegt! Ruh. Ein Memorandum ׳ist ein Fetzen Papier,! wennnicht dahinter tausende und abertauserG de Menschen stehen. Jedes Programm, jede Forderung ist nichtsagend, wo nicht die lebendigen Massen dafür ein stoben. Haben wir die? Können die Jüdischnationalen, können, wenn schon der Unterschied gemacht wird, die Zionisten be״ haupten, daß die jüdischen Massen hinter ihnen stehen. Mit Nichten! Palästina ist den Zionisten weiter entrückt, denn je. Man! gebe sich keiner Illusion hin, auch die in Berlin neugegründete Pro-Palästinagesellschaft mit Hans Seebrück an der Spitze kann da nicht viel helfen. Kann nicht helfen, solange die Zionisten nicht die großen Massen hinter sich haben. Und solange diese Massen nicht Palästina zu ihrem ״Credo" machen! Die Sympathie der Entente sind im jetzigen Zeitpunkte eher schädlich, denn nützlich. Die Sympathien der Engländer für ein jüdisches Palästina der größte Bluff dieses Weltkrieges. Die der Amerikaner nicht minder. Solange Dr. Theodor Harzt — sein Name sei hochgeehrt in Jswenn sie sich nicht stützen könnenmnf ׳das blitzeu-l es den Traum׳ der heldhaft Gefallenen zu zerstode tödliche Schwert, wenn sie sich nicht stützen! reu! Der Proklamieruug der jüdischen Nation können auf die tatbringenden Schlünde der Mw vor der Regierung, folge die vor den jüdischen schinengewehre. Gibt cs, tragisch, noch immer Op-j Mafien. Daun kommt die Morgenröte des Iutimisten, die da wähnen, daß England oder Ame-j denrnms. Dann! erhebt sich Judas Flagge zur rika die zionistischen Ideale zu einer Forderung: neuen Ehre. Dann kann man ruhig sagen: nicht der allgerneinen Friedenskonferenz machen wird.׳ umsonst sind Oesterreichs Iungiuden gefallen, Do nt des! Und was können die Zionisten bie---nicht umsonst geblutet jene, die noch leben! ten? Und das wäre zu erwägen! Die europäische Türkei wird nicht lignidie-j ren, sowenig wie Oesterreich. Dieser schöne' - Traum Herr von Hertwig's und Konsorten ist! für imt-mcr vorbei. Ja im Gegenteil es will schei-' neu, als ob die Türkei aus diesem Kriege auch in: Europa gefestigter hervorgehen wird, denn frü-' _ her. Kann man da füglich mit der Liguidiernng 11'”*'׳‘t da bin wie eine Köngi-m — der asiatisch enTürkei rechnen? '; ^׳en!! ne gewandelt über Wiesenfluren, Heute ist ein Teil Palästinas mit Jerusalenst ״s-aml H^ '״en WM die Blumen sich zu neigen, in Englands Hand. Wird dem so stets sein? Und?"5 lnmssten s!e זח ibr tue traute Schwester, we-nm es lischt mächich sein sollte, Englands Heer ihrem Antlitz lag der Anmut Adel, aus Palästina en'vertreibest, wird Britania die wciste Stirn umrahmt des Braunhaars .Herrscherin Palästinas bleiben? Aber gesetzt den' . Fülle, Fall, es bleibe dem so! Wird dann Enaland die- -as ibr das Haupt geschmückt gleich sine Krone, ses Palästina, das so viel Wut gekostet bat, den "n ihren Augen glomm ein stilles Leuchten Inden geben, verkaufen, als Seel-Gouvernement 9ab von ibree- Herzens Reinheit Kunde, überlassen? Und was für Garantien haben diejen Armen u-nd den Kranken wollt es scheinen, Zionisten, daß die Inden Herren im Lande blei- Als ov ibr Anblick ihnen Hoffnung spende, ben werden, das nicht über kurz oder lang die, Und^neuer Mut belebt die müden Seelen, vertragsmäßigen Garantien von- Dentschl-rnd ged ^o Mb man Nntb die Moabiterin. rissen werden? Zerissett irerden mit dem Schwer- '^1״* He:nmt?fiten bat sie verlassen, te in der derben Faust? Man, England sich vor- Naomis Lebensabend ztr erhellen, läufig seiner Herrschaft in Palästina erfreuen. Die Armut batte das Geleit gegeben, Deutschland kann dies auf die Dauer iticht zu- Als sie nach Kanaan den Schritt gelenket. geben. Kann nicht ׳mgeben, dast sein gefährlich-! Doch in der Seele Ruths war nintmer Bangem! ster Rivale an der Pforte des Orientes sich vor-,Sobald der junge Morgen sich erhoben lagert, nach welchen Orient Deutschland gelüstet,! aaldnen Glanz die Erde licht erfüllte, für dm es Geld nab Blut geopfert. ' 1 ®"'ß «״t* W> »,»aus «iw 1«״un«Ct Steftwn Wenn Europas Karte ״ach de״, ÄricH »״tbS, I)cmu ,rnttou (ärttag־. nicht ein grü.cklich veräudartrs Antlitz «1:1/«"י sicuEch stets d,c Fremde wird. ,0 kommt cs zum neuen »riege! Un> we m! st? oaten s.e rlir karges Mahl W te׳lem Deutschland, die KricqSziele nicht erreicht, di«: Sw tat« ' "'.'chluhten 'NN'MN Worten, es sich gesteckt hat, so wird, so n.us; es noch,״als st'ch I"ll es auf dem Feld geworden ,um Schlurrte greife״. Deutschland wir» nachHst "''H ^annnwnng ,,ch hmabgesenket. de», .Kriege die erste Macht Europas sein! ","0 -"יי Äp? Deutschland wird in der Zukunft Herrscher Eu-i'st^ twser Lebmut sthwe^en chre Bl.cke ropas sci-n. oder es wird überhaupt nicht sein! l r!?V?"1יעז Die ,,vnistischc Politik kann und muss nur!§-z^H' ,״. Deutschland rechne». Das hat Theodor Hcrgl Tlst^ weitblickend in den, Augenblick erkannt. ehe!^tpst p -P5-i TÄ»d auch he,s, rrschnte, er den deutschen .Kaiser in Palästina begrüsttc.i Wenn ClMtevpolitik noch weiter betrieben wer-!d--- -'""-?י goib ,!ch. um ,hr ^e,d m bahnen, den soll, wenn nicht, kann nur der Ges-mrtwille! ®°y°.» b's m den Tod und stark ,m L.ebenl der jüdischen Na>t,on das erreichen, wovon Theo-i^"׳' -tt h«, hohe, dc,l gr Gluck ,e. ^r-eibc.-. dor Herz! trau,״te. als er schrieb ״wenn sie ,n,,t,g hc,m. mid frohen-,,,«es wollt, ists k-tn Märchenl" i Z-llE sie No°m, d,c Schwergeprüfte. Der Gesamtwille der jüdischen Nation! Wie! HP ~ז'*״ beschieden aber, wenn hervorragende Zionisten der Monnr-'sth bcstEbe eic rcure pinft ,ur Ruhe, chie bereits heute auf dein Stamdpunkt stehen:!T׳e stbms״aus der rochter^^Mrken schaute die Judenhcit West'Ocstcrreichs wäre keine Pr ste elf(cfjt Legen, tion! Wozu dann Memoranden -der Regien״»; war eu, We.L, aus schlichtem SW,um -ntvorlegen? Wozu dann all' der vieljährige Kampf uni die Anerkennung der jüdischen Nstr^ionalität? Wozu haben sich Iüdischnationale soviele Feinde geschaffen? Was nun? — Neigt vielleicht die zionisti-. sche Parteileitung West-Oesterreichs zu dieser׳ Meinung hin? Ist vielleicht während des Krie-' ges, in dem soviele Jüdischnationale gerade West- Oesterreichs gefallen sind, die Ueberzeugung geltend geworden, wir Juden West-Osterreichs wären keine Nation. Wie? Keine Nation? Und gerade wir haben die Blüte unseres Volkes verloren? Will man auch in jüdischen 5kreisen überse- Heu, wie hoch gerade in WespOsterreich die Zahl derer ist, die fürs Vaterland, die für die Ehre der jüdischen Nation gefallen sind? Man hüte sich, im Bekenntnis zu jüdischen Nation auch d enUnterschied von Ost und West zu machen. Noch ist's Krieg! Aber einmal erhebt sich dann doch Morsprossen. Und glich an Hoheit einer Königin. — Sophie Jacobsohn. genröte des Friedens. Und dann wollen wir rechten mit jenen, denen die Geschicke der jüdischen Nation anvertraut waren, indem die Blüte West- Oesterreichs Judenschafts verblutete! Aus den böhmischen Wäldern.?tus d!e!1Nl böhmischen Blätterwalde seien hier einige Aeusternngen undi Berichte angeführt, die bei aller Bedeutungslosigketi dieser Blätter doch an Bedeutung gewinnen, wenn man erwägt, daß diese Prestproidnkte gerade in, die Hände ׳der ungebildetsten und darum am leichtesten zu beeinflußenden Kreise der Bevölkerung gelangen: sie geben aber auch ein Bild von der Reg« samkeit und dem Eifer!der cmtisemistschen Hetzer allerdings auch von ihrer geistigen Armut. Um Mißverständnissen vorzubeugen sei betont, daß ״böhmisch" hiev deutsch und tschechisch bedeutet. Der Vortritt gebührt der Zeitung, die sich in der Huld eines hohen kirchlichen Mäzens sonnt