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Jüdische Volksstimme · 1918-03-26 · Heft 6 (26.3.1918) · page 7

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XIX (1918)
Issue
Heft 6 (26.3.1918)
Date
1918-03-26
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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■■Ui. 6. ״Mische Bslksstimme" GM t Polen nn- Inden. Zeigcntäße Betracht»״- von Dr. Max Rosenfeld. 1017. R. Löwit Verlag. Unser Autor ist als sozial-politischer Schriftsteller fein׳ Homo novus. Wir kennen ihn aus einer Reihe vorzüglicher Abhandlung, die genaues Studium und tiefes Wissen überall verraten. Neben Tr. Schipper ist Dr. Nosenberg einer der besten Kenner «der sozialen Lage der Juden in Galizien und in Polen. Seine Arbeit: ״Die nationale Autononne der Juden in׳ Oesterreich״ im der Sammelschrift ״Heimkehr" (»Emunah", Ezcrnvwih und Luis Lamm, Berlin) wurde von der Kritik beifällig ausgenommen und öfters vom Gelehrten zitiert. In vorliegender Schrift finden wir alles, was zum vollständigen Verstänldnis der Judenfrage in Galizien und in Polen gehört. An der Hand dieser Abhandlungen lernen wir das schwierige Problem der Juden frage m Polen als historische Entwicklung ken nen und den causalen Zusammenhang verstehen. Folgen wir dem Verfasser selbst: Die heutige Kompliziertheit und Schwierigkeit «der polnischen Judenfrage ist als historische Folge der sozialen und ökonomischen Tatsachen zu betrachten. Die Gleichberechtigung der Juden im, sozialen Sinne ist bis heute noch ein Traum geblieben. Die Assiuiilationsbestrebungen von Seiten des Wirtsvolkes hatten keine kulturelle Basis, sondern galten lediglich als Politisches Mittel. Auf diese Weise wurde die Macht der Herrennation vergrößert. Es ist die Demarkationslinie der jüdischen Assimilation". Eine gesellschaftliche und kulturelle Annäherung, duldeten die Polen nicht und suchten jede jüdisch-nationale Regung zu ersticken. Im gegenwärtigen Kriege dichteten sie sogar das wirtschaftliche Blutnmrchen und manche erdreißten sich sogar zu behaupten, die Juden hätten die Pferde der einziehenden Kosaken geküßt. werde bei Gelegenheit noch auf die verräterischen Umtriebe der Polen in russischer Gefangenschaft als Mitglieder der österreichischen Armee und ihre allpolnische Propaganda zurückkommen). In der 48er Periode galten die Juden als Mittel zur Verbreitung des zentralistischen Gedankens. Eine dünne jüd. Plutokratenschichte verfügt über die lethargische Masse. In die Konstituante wurden aus Galizien vier Abgeordnete entsendet, die der deutschen Verfassnngspartei angehörten. Nach dem Pakt der Polen »rät Graf Taffe kamen die Juden ins Fahrwasser der Konservation und wurden die Stützen d. Reaktion׳. Das Programm der Assimilanten war und ist, offiziell die Re gievung zu unterstützen. In der Praxis lautet aber ihre Devise: do ut des. Sie leugnen hartnäckig den Bestand einer jüd. Nationalität. Sogar die polnische Sozialdemokratie ׳nimmt den jüd. Arbeitern.gegenüber den Herrenstandpunkt ein. Jede rein jüd. Arbeit ist bei ihnen Verrat an der polnischen Arbeiterpartei. Quod hiet Jovi non hiet bovi. Erst im Jahre 1907 traten die jüd. Nationalen auf den Plan und eroberten drei Reichsratsmandate. In kultureller Beziehung wurden die jüd. Massen gehoben. Es entstand eine jung jüdische Literatur. Beim Ausbruch des Krieges haben die Juden den Polen ihre Solidaritätsgefühle zmn Ausdruck gebracht und trotzdem entbrannte überall von neuen:- der Judenhaß. Die politische Schwäche und wirtschaftliche Ohnmacht der Juden ist in den Siedlungsverhältnissen zu suchen, welche den sozialen und wirtschaftlichen Kampf verschärfen.Die Juden bilden keinen geschlossenen Siedlungskomplex, welcher ein getreuer Abdruck der geschichtlichen Entwicklung ist. Die gesetzliche Verfassung hatte die Tendenz die Juden nicht dicht anzusiedeln, damit nicht die Masse auf eigener Scholle neue Kraft erzeugt. In Wirtschaftlicher Beziehung überwiegen!die Juden in Galizien im Handel, im Gewerbe und in freien Berufen. Der jüdische Dabularbesitz betragt 10.3 Prozent .Mit der Neugestaltung Polens trat auch die Lösung den Judenproblems in den Vor devgrund. Die führenden Polnischen Persönlich feiten schreiben das alte Rezept vor: Assimilation. Rechtliche Gleichstellung der Juden wollen wir und als Entgelt dafür, ihre Mitarbeit an der wirtschaftlichen Hebung Polens. Diese Gleichstellung ist in dem Sinne gemeint, wie wir sie heute in Galizien haben. De jure non de facto. Die Führer der Assimilationsklique sehen die Lösung des Problems in der Gleichberechtigung der Juden und in ihrer gesellschaftlichen Heranziehung zu Mitarbeitern an der polnischen, nationalen Kultur. Ganz anders lautet die Lösung des Problems vom jüdischen Standpunkt. Die Juden wollen eine neutrale nationale Zone bil- Den. Tie Juden wären als politischer Faktor alsj Aktionären a 310 K. üb.-rlallen. Ditz Subskripti- Bunvesgen-osse aufzunehmen. Im Kampfe gegen; onsfrist endet am 28. März d. I. Ditz 60. ordent- Un äußeren Feind gehen die Juden mit den Po-! liche Generalversammlung der Bank findet am len, allein foi innerpolitischen Fragen wollen sie! 4. April d. I. in Prag unt 10 Uhr vormittags vollständige Autonomie. Der jüd. Sammelruf, ist und bleibt: Juda bleibe im eigenen Lager, un-,' ter -eigener Fahne! Die jüd. Politik muß sich aufi. """* .׳״■״. ״ 1׳■׳....1..׳ alle Juden stützen. Die Organisierung des Kal hals zu einem Verband bedeutet zugleich ditz Organisierung des jüdischen Volkes. Die jüd. Gemeinden sollten die Kompetenz in der Frage des Erziehungs- und Schulwesens haben. Der erste Schritt zur Realisierung dieses Problems wurde von der österreichischen Regierung! in einem beson- Verzeichnis -er im ״Jüdischen Buch- und Kunstverlag erschienenen und zu beziehenden Bücher. Altmann Ad. Zionismus und Antizionisdern Entwurf der Wiener Kultusgemeiinde zur' BeMltachtung vorgelegt. Für das Königreich Po-! ®tn,e Nationalschule in Valaals Minderheitsnation auf dem polnischen Ter-! ®r1* c ritorium. In Galizien wollen wi׳r nicht mehr 11 i zwischen dem polnischen Hammer und ukraini-! 1 ka schen Amboß liegen. Wr wollen nicht mehr den' g.:- 1,50 Haß der Ruthenen heraufbeschwören und als!^^Eltknegund Weltfrie- Handlanger für Polnische Henkersdienste ver->E,. Ä י «ta, ז sl^rien werden. Wir wollen friedlich mit beiden! ® . 8 Handwerkerschule _ Nationen leben und unsere!nationale Eigenart, uitsere nationale Kultur pflegen. Wir wollen mit;«n rf״* eiltet״ Worte: vollständige national-kulturelle! Worteaus dem 1ud. Schrifttum, brosch. Autonomie .— Das Büchlein ist trotz der Wissen-!״.,*™.»ן* <tn m gebunden schaftlichen Probleme, die es behandelt, leicht ge-!!׳b,rieben und lieft!ich sehr flott. Es W in Abschnitte ein geteilt und ermöglicht sofortige, leichte^,»!!. ,55' Hilfskommiffmn für Pa- Orientierung. Wer sich eingehend mit der Juden-' *"!"';.*1"2> /,ץ* <xr~ rmm frage in Polen befassen will, darf Rosenfelds Ar-; beit nicht übersehen. Sie wird ihm als Fund'gru- - r ® .fter des Chassidtsmus. Sem Le- .60 .80 1.60 1.60 2.60 3.60 6.— 1.— —.80 be für statistisches Material gelten und «den Weg <E"^-^hre. 01! זוי Jrr^ 1״; נ m 1 Haas Th., Dr., Die Judenm Mahren. Dav zu Quellen zeigen. M. Reifer. Aufruf, Die feindliche Okkupation von Jerusalem uiid Südpalästina hat Nordpalästina mit einem! Strom niittelloser Flüchtlinge überschwemmt.! Hiedurch wurde das Elend unserer ohnehin schwer; leidenden Glaubensbrüder in Safed, Tiiberiasj und Umgebung noch erhöht. Not und Krankheit ntehren sich in unbeschreiblicher Weise, ein Massensterben ist an der Tagesordnung. Hunderte von hilflosen hungernden Waisen irren in den Straßen umber. Aus diesem Grunde wenden wir uits von iteuem an alle Menschenfreunde, in erster Reihe an alle ehrwürdigen Rabbimate, diversen Gemeinden und Tempelvorstände mit der inständigen Bitte, auch in diesem Jahre währenddes Pessachfestes durch Toraspenden und Sammlungen unsere so dringenden Aktionen ״Hilfskommffston 1016 für Palästina״, "Kriegsspitalshilfe für Palästina" und ״Gründung eines Kriegswaisenhauses m Palästina" nach Kräften fördern zu wollen, damit wir, wie in -den letztvergangenen Jahren, auch fernerhin unsere Meblverteiluna, Medikamcntenüberweisung und Wiaisenversorgung iim Wege uuseres Auswärtigen Amtes durchführen können. Das Präsiidum »Hilfskommission 1916 ׳ür Pa-lä^i׳<> ״״״!! -. Framkenberggasse Nr.14. W. Reich, Baden bei Wien, Oberrabbiner. Dr. Max Grunwald, Rabbiner. Dr. Adalf Kapralik. Für die ״Kriegsspiitalshilfe": k. k. Hofrat Dr. Julius Schlag, 2., Obere Donaustraße Nr. 109. — Zahlstelle für: Oesterreich: Bankhaus S. M. v. Rothschild, Wien. 1., Rennergasie 3: Böhmen: An das böhmische Landeskomiitee für Palästimv. Prag, Niklasstraße 16: Mähren: Mährisches Lamdtzskomitee für Palästina, Brünn. Ml erg. 16; Schlesien: Schlesisches Landeskomitee für Palästina, zu Händen des Präsidenten Dr. Theodar Sonnenschein. Troppau; Deutschland: Deutsche Bank. Berliir, Bo-nübeck-Kanta 1000 (auf Konto ״Hilfskommission" oder Kriegsspitalshi!- fe" für Palästina"). stellmig der Nechtsgeschichte und Statistik.; Herzl Dr. Th. Der Judenstaat. 2. Auflage. Jomtofbuch. Jiddisch Inhalt: Onochi, Dr. Geiyer Jüddischkeit. Dr. N. Birnbaum, Mit was ich schem mich heint, N. Silberbnsch. Jsrolik, Skizze Bas Jehudi. Sog mir mein Kind, Jman, Der Miliantschni'k, Urie Zwi Grünberg, Elokim, Dr. I. Fränkl, Die Chaffidische Schiteh, Jakob Mestel, An mein Volk, Meine Brüder, Eisik Weinstock, Die Tragik voma Leben, Josef Holder, In Weldel, Jechrel Levi, Abendstillkeit, L. Schußheim, Von meine Auszeichnungen, I. Th. Taubes, Tefilo. Jüdisches Vereinsliederbuch. JmVer, Erez Israel-Lieder, jüddisch " Esterka Poem, ״ Jüdischer Volkskalender, Jahrgang 1 — Leimdörfer Dr. D. Predigt, 1 )Unsere Gottesheiligung Keduscha, (Neujahr, Versöhnungstag.) Krauß Otto, Sozialismus, Zionismus. Kurrein Dr. M. Herzls Grab. ״ ״ ״ Der Zionismus der Fortschritt, die Humanität und ditz Soziialpolitik des jüd. Volkes. ״ ״ ״ Rabbi Jshnda hachassid Kurrein Dr. Viktor, Rede zur Emwethung des Genesungsheimes für kvanke Israeliten in Meran. 3.— 3.— 1.20 2.60 16 1.60 1.60 3.— —.60 1.— —.40 —.40 —.60 —.80 Notiz. Zwnostenska Banka. Die Zivnostenska Banka in Prag erhöht ihr Aktienkapital von 100 auf!20 Milliolten Kronen durch Ausaabe von 100.000 neuen Akten a 200 K. Nominale. Auf je fünf alte Aktien entfällt eine neue. Die neuen Aktien, welche an den Erträgnissen der Bank ab 1. Juli 1918 partizipieren, werd enden ajlten Aktionären zum Kurse von 285 K., den NichtuniAMtMiiini (vormals Eduard Urban) Kaiser - Frans - Josef - Platx Nr. 18. Obernahma van Geldern zur gOnatlgen Varzlnaung. An- und Verkauf van Leaen In allen nttfgllehen ... ■■■■■־■ Kemblnatlenan. - Leopold Hannak Brünn, Ferdinandsg. 16. Catt Margaretenhof BRUNN, Rann«rgas>« Nr. 12-1«.

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