Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- XIX (1918)
- Issue
- Heft 6 (26.3.1918)
- Date
- 1918-03-26
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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4 ״Jüdische Volks stimme" langen, so doch wenigstens m.politischer, Wirtnäbrungsamte die Bewilligung zum Verbacken Rabbinerfamilie gestempelt, die Tätigkeit der fchaftlicher Richtung. von 14 Waggons Weizenmehl für ganz Böhmen, (?inkanfs'.entrale in der Ukrama wird nach der Die Juden der Monarchie muffen sich .nach erhalten unter der Vorausst'hung allerdings, da ft Richtung beleuchtet, daß die Namen der Mischen ehrlichen Bundesgenossen unter .den übrigen Völstc sich das Mehl aus Ungarn selbst beschaffe. Auf. Mitglieder bezeichnet werden. Übrigens bedarf kenn umfeben. Müssen aber aiich selbst vollstan- Grund netterer Verhandlungen in Pest würdelos keines solchen Anlasses Die Wut des klerikadi׳g gerüstet sein. Bundesgenossen fiiiden aber die da!un auch der größte Teil des Mazzosmehls len Cech über die Verurteilung irgend eine?׳ Pro- Juden in jedem ehrlichen Anhänger des nationalliefert. Da erschien eines schönen Tages in h*r; vinzpfarrers zu einer sicherlich wohlverdienten autonomen Großösterreich, namentlich wie es die Narodni Politika eine Notiz, die Prager Kultu?.' ... ־ ״Nettösterreichischen Blätter in Karlsbad" vsrtreten. Bundesgenossen dürften die Stellen auch fimiden in dem selbständigen ukminischen Volke, einer ZeA, wo die Prager Bevölkerung durch 2j Um aber auch die 'deutschen Leitungen nicht aber nur dann!, wenn GaliMNs, namentlich Ost- Wochen kein Mehl erhalten hatte. Die Prager; gänzlich zu vernachlässigen, sei noch auf die G galiziens Juden sich frei machen von der Gefolg- Avproviswniermigsstellen. die ihre völlige litt־; riiftunn des antisemitischen ״Hammer" richtiger schaft der Szechta. Bundesgenossen dürften die Juden auch finden in ihren! Kampfe gegen d. Dualismus. Denn jede Verfasfunglsreform Oesterreichs ist illusorisch, so lange das Gespenst des Dualismus existiert. Solange magparisch-oligarchische Genre die ganze Monarchie knebelt, solange Ungarns fähgkeit in. der Versorgung der Bevölkerung glänzend erwiesen haben, suchten nun diese Gelegenbeit zu ihrer Rehabilitierung auszunützen und wohl ,,Clmin/mer'" hingewiesen, der vern!eldet, daft zwei Juden namens Wolf und Tannenzapf für die von ihnen erfundene Glühbirne den Navon allen Seiten wurde darauf gedrängt, dienn-n des altaermonifchen Gottes ״Wot-M." ver- Kultusgemeinde muffe das Mehl der Allgemein- ־־ ־־ ־ ׳ heit überlassen. Wie es ka!n, weiß man nicht, n!an erzählt, daß der Vorstand der Kultusaemeinde wenden, wo doch allgemein bekannt ist, daft diese Glübb! ׳.׳ ״. Halske erfunden wurde und aiich noch vertrieben wird. Doch für Juden dieser Gefolgschaft leisten. Und mag auch zur Audienz befohlen wurde und daft der Statt-j heute genng v!,n diesen! nnavvetitliche'n Kavitsl der Jude Dr. Vaßcmy Miinister sein und bleiben. Halter selbst unter allen möglichen Repressalien! Hoffentlich ״ibts nächstens Besseres m beEen' we.m di- Jud«n das S-lM-Mmmun-gsr-cht der! di- U-b-Mssung des M-zzoLmchl-z ergwungen! " ' ” ־ "ertchtm. Völker anerkennen, muffen sie gegen den Dua-'haben soll. Jedenfalls konnte man bereits zwei' lismus kämpfen der mTerdus bei Russien Milli-j Tage später in sämmtlichen Blättern lesen, di.׳ onenvölker der Magyarischen Herrschaft emliefert.! Prager Knltnsgemeinde habe freiwillig sechs Vielleicht winkt uns in nickt allzuferner Zsi!t! Waggons Mehl dem Statthalter zur Verfügung der Friedensengel. Vieleicht früher als wir den-! gestellt. Es wäre jedenfalls interessant authentisch ken besinnt sich'die Welt und sieht ein, daß nutzetwas Näheres über diese Uebergabe zu hören, kos Blut über Blut vergossen wird. Villoicht zieht'denn erstens hat die Statthalterei absolut kein doch bald Friede ein in unsere Köpfe und Herzen! Recht, das Mehl, das mit Bewilligung des Er- — und komme was kommen mag, wenn einmal nährungKamtes emgeführt wurde, wegzunehdes Friedens Morgenröte am östlichen Horizonte! nwn, Zweitens batte d!e Prager Kultnsgememde erscheint, sollen auch die Juden gerüstet sein zur absolut kein Recht Mehl, das sie zum größten Friedensarbeit. Viel jüdisches Blut ist geflossen Teste für die Provinzgemeinden in Ungarn erauf den Schlachtfeldern Europas׳, sehen sich M'kämpft hatte, freiwillig herzugeben. Sollte die Juden vor, daß sie nicht herausgehen, wenn einfreiwillige Uebergabe sich bestätwen, so haben^die mal Ordnung gemacht wird hierzulande. Wenn ,',"*‘"י einmal der erste Schritt gemacht wird zum nati onal-iautonomen Groß-Oesterreich, für das Ju- ׳den gekämpft und geblutet haben׳ für das Juden gefallen fmd! Prager Brief. Brief aus Kroatien. Don Nachum Hamafchgiach. Seit Kvi'iegsausbruch bis auf den heutigen Tag sind, was das jüdische Leben in unserem Lande betrifft, wenige Berichts in die jüdische Öffentlichkeit gedrungen, wiewohl auch das kroatisch-slavische Judentum seine Helden aufzuweisen hat, die reichlich fürs Vaterland geblutet und a!lf dem, Felde »der Ehre ihren Geist ausgehaucht haben. ' _ Durch den Krieg der anfangs alle Kräfte ״n♦ *Ti• 1V!U 1 »iSt•f X^ CY1 ״^ ol"iי . * . י ) » . . . Prsvmzgemeinden und die konservativen Juden Adsorbierte, ist di>e jüdische Vereinstätigkeit in uneine!׳ kleinen Vorgeschmack davon erbalten, was^ streu! Lande lahmgelegt worden, zumal 1914 u. sie von eiiner Gesammtorganisation der böhmi-, ^.^dier .Kriegsgebiet war. So hat z. B. die kroscheu Jndenschakt zu erwarten haben, an deren! vtisch-judrsche Literaturgesellschaft in! Agram um der Spitze doch zweifellos b>ie Prager Gemeinde- ^?ven Eiitwicklnng der greise Oberrabbiner Dr. voi steber stehen würden. Sollte die Freiwillig-j Jakob!, der seither verstorbene Präses der Agrakeit aber, was wahrscheinlicher ist, erzwungen^ vier Israel. Kultnsgegmeinde, weiland königl. sein, so würde sich von neuem der in der Ge-'^z? Sisbenschem und Prof. Dr. Gavio Schwarz schichte oft bestätigte Satz bewahrheiten. Die Ju- M lehr verdient gemacht haben, seine segensvei- Die Volksstimme will wieder einmal einen'den würden behandelt wie ein Bienenschwarm,! eingestellt. Auch der literarische Ver- Prager Brief haben. Lange ifts her seit die Praman lasse sie erst Honig sammeln, dann! nehmei eM'.Zerubabel m Blrovitica, der kulturziom- ־־־־ ־ ־ ־ ' man ihm ihnen weg, man läßt d. Juden erst ganz,' lecker Richtnnig ist, hat auch m!t Rücksicht auf unerreichbares Mehl aus Ungarn beschaffen.'- verschiedene Umstände seine Tätigkeit auf Kriegsben. Im Üebrigen seien die Kultusaemeinden j 'p!eMesener Schnorrer aus Ungarn, der buch Lieben und Zizkow noch rühmend Hervorgeboben.!' verschmdenne Machinationen es zu etwas Geld die iln fettgedruckten bezahlten »Eingesendet" mit-' ffobracht hat, ist als Ehrsabschneider und gefährteilten, daß sie das ihnen zugewiesene Mehl für! lecher Denunzmnt sehr gefürchtet, da er dis Ge- Mazzos der notleidenden Bevölkeruna übsrwie-j^vohnheit hat ohne jeden Nutzen für sich, Psrsosen haben. Selbstverständlich sind eine Reihe von! neu und Körperschaften in anonymen Schriften Prodinzaemeinden diesen edlen Beispielen ge-, oder durch Schergen dis ihm als Spitzel dienen» folgt. Und das nennt sich Kultnsgemeinds!! zu verleumden, zu beschimpfen und zu verlästern. Wenn man übrigens meint, durch diieses! Man fand es daher für richtiger, unter solchen ' jüdische rückgratlose Entgegenkommen sei der An-! Umständen die Vereinstätigksiit des Zerubabel tisemitismus beschworen, so braucht man nur die! nach dem Kriegs ruhen zu lassen, um dann, Narodni Politika nachzulesen, um eines besseren! 0. h. nach dem Kriegs mit dem erwähnten Jndi׳- belehrt zu werden. Dort heißt es in einer Plau-j vlduum abzurschnen. dersi, nichts gibts aber Mazzes wird es doch^ ge-j. Tn letzter Zeit jedoch hat das jüdische Leben ben, dann aber wird weiter erzählt, wie die Ju-!m Kroatien wieder zu blühen begonnen, ürrl Ueberfluß leben, daß sie der Bevölkerung» In Bjelovar wurde!am 16. August 1917 ein gleich sechs Waggons Weizenmehl überlassen kön-i herrliches Gotteshaus singeweiht, das eins Zierneu. Auch in den anderen tschechischen Blättern de nicht nur der jüdischen Gemeinde sondern der kann man täglich i«n einem anderen etwas über Mazzos lesen, bald daß die Kultusgemeinde Weinberge wieder eine Sendung Mazzos bekommen habe, bald daß die Magyaren, während sie dis arme christliche Bevölkerung hungern lassen, den Juden in Krakau 12 Waggons feinstes Weizcnmehl liefern und drol. Uebrigens werden die christlichen Empfänger dis so viel von dem schöneu Weizenmehl gehört haben, schwer enttäuscht sein, wenn sie das schöne Weizenmehl ansehen werden, denn die Herren Magyaren haben in der richtigen Erkenntnis, daß sie Pessachhaltenden Juden zu sedem Opfer bereit sind, ihn.en ein Mehl geliefert, dessen Genuß an Ne Aufopferungsfähigkeit der Juden wirklich große Anforderungen stellt. Neben ihren Hauptgeschäft in Mazzos arger Briefe.regelmäßige Lücksndüßer in der Volksstimme waren. Ich fürchte die verehrl. Redaktion - —■׳״-; T ״. ״ und die geschätzten Leser enttäuschen zu müssen, dann aber^zwm,gt man sie es freiwilliig Herzuge-j ooucr^mgesteM^m^vor^^Jahren^SMgewand-e^ denn sie erwartsn gewiß aufgrund so mancher'^"' ------ ‘,‘",,”י Artikel in jüdischen Zeitungen einen Brief ״Rosa in Rosa", vom Erstarken des religiösen Sinnes, vom Ernrannsn der Orthodoxie, die den richtigen Weg einschlägt, wieder sine führsnds Rolle im Sinne des Thorageistes zu spielen und dergleichen tönsnids Phrasen mehr. Ich muß leidsr etwas kalmisrsnd wirkend und meinen Bericht auf das wenige Tatsächliche beschränken ohne zu große Hoffnungen und Erwartungen daran anzuknüpfen. ״Die Gesetzes- oder wie man sich hier gerne ausdrückt die Schulchan-Aruchtreusn" schlagen den richtigen Weg ein im Sinne des Thorageistes eine führende Rolle ״zu spielen" nicht recht und es wird aus der im Anfänge stehendBewegung keine ״Spielerei" sondern etwas Seriöses. Nebenbei׳ bemerkt ist mir die Bezeichnung ״Schulchan- Aruchtreue", dis ich bisher in Prag nur von einem redigierenden Weibel und oiinem schriftstellsrnden Mandel gelesen, nicht so unsystema- Lisch, sie ist Prägnanter und eindeutiger als ״Orthodoxe, Gesetzestreue Konservative. Doch der Name tut nichts zur Sache. Auch ein nicht gerade populärer Name kann mit dem Begriffe, den er deckt populär gemacht werden. So denken außer mi»r auch jedenfalls dis Gründer des neuen Vereines zur Förderung der Jnteessen des konssrvativen Judentums in Prag, der den Namen ״Sinai" erhielt. Der ״Sinai" hat sich jedenfalls bi!s jetzt redlich bemüht breiteren Massen das BewustseilNbeizubrmgen, daß es in Prag noch konfervative Juden gibt und es darum auch gilt ihren religiösen Bedürfnissen Rechnung zu tragen. In Periodisch stattfindenden Mitgliederversammlungen werden Referate gehalten, an die sich meist angeregte Diskussionen anschließen. Und wenn auch der Verein noch manche Kinderkrankheiit zu überwinden haben lvird, so kann doch der gute Kern, der darin steckt, sich entwickeln und manches gute stiften. Im allgemeiinen ist der religiöse Sinn und das konservative Judentum aber noch nicht sonderlich erstarkt. Beweis dafür die Prager Mazzosfrage. Die Kultusgsmeinde Prag hat als Fruch: langwieriger Verhandlungen in Wien vom Er- ׳ganzen Stadt bildet. Damit aber doch in irgend einer Wieist dokumentiert werde, daß esKriegszeit sei, hat sin junger Kantor dem Predigenden Rabbiner zugerufen: »Schluß und Amen!" ״Sagen sie Amen!" In einer europäisch-jüdischsn Gemeinde ist so etwas unmöglich. Tritt aber so em Fall ein, bleibt sr nicht ungeahndet. Aber in einer Gemeinde, irr welcher beim Gottesdienst das Hauptgewicht auf die Orgel gelegt wird, dürfen predigende Rabbiner ungestnast während ihres heiligen Dienstes beleidigt werden. Das ist der Segen den disReform in das jüdische Gemeinbeleben gebracht hat. Auch das Nationaliudentum M Kroatien ist zu neuem Leben erwacht. Seit Jahren »bestand in Kroatien sin jüdisch-kroatisches Organ, daß das Sprachrohr der.jüdischfühlenden Welt in Kroatien und Slavonien war. Es war beiten die tschechisch antisemitischen Zeitungen dies die in Agram und einige Zeit in Essegg erauch noch in anderen Artikeln. So bietet ihnen! schienene jüdische Revue ״Zidovska Smotra", der Beschluß des Prager Stadtrates, der seine.'die mit Ausbruch des Krieges ebenfalls zu ersoziale Fürsorge damit beginnt, die Ausweisung'scheinen aufgehört hat. Zwei volle Jahre hörte oer angeblich noch in Prag lebenden 3000 galiz»-j man nicht vom NatioMljudentum in Kroatien, schen Flüchtlingen Stoff zu mancher Hstznotiz,? das in Friedenszeiten eine sehr rege und lobensem in Leipzig verstorbener Millionär, der sein > werte Tätigkeit entfaltet hat. Nun ist auch dieser ׳•׳•׳ :*׳ •■n v!u Mädchenfonde verdanken soll,zSchlaf vorüber. In Zagreb erscheint seit Mona« wird von! Cech um die lokale Note sicher zu tref-. ten eins zionistische Zeitschrift unter dem Titel , en, zu einem Rabbiner aus einer alten Prager' ״HajehM" und ״Zidov". Das Blatt ist auSgs-