Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- XIX (1918)
- Issue
- Heft 4 (14.2.1918)
- Date
- 1918-02-14
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 4 ^Nische «oMM««e" ©«itr 3 blinde Dozentenseele, die ein paar Brocken von^und euer Eigentum schützen wird. Seid dieses Spinoza und einige evangelische Bibelliteratur,! Schutzes würdig und beginnt unverzüglich, das deren Bibelliteratur ein versteckter Vernichtungsfeldzug gegen den jüdischen Geist ist, gebraucht, um sich bannt zu schmücken. Es war ihm nicht genug die Jugend zu verseuchen und ihr die Winzigkeit, Geringfü׳. jüdisch-nationale Heim auf gesunden Grundlagen aufzubauen, ganz hebräisch, ganz national, ganz frei und demokratisch. Der Anfwnig wird alles Kommende entscheiden. ״ Drittens: Unser loyaler Dank für die Under Bibel ad oculos zu demonstrieren und sich über terstützung Grotz-Britcmniens muß ehrlich und, gedessen um so mehr den Arier herausstreichen die hestige Schrift zu mokieren, sondern trat vounermeßlich sein. Aber es muß ׳der Dank freier zu müssen und wollte an einem jüdischen Soloa- Männer an ein Land sein, das freie Männer er-׳ ten sein Mütchen kühlen. Er richtete an ihn einiriige Woche öffentlich mit einem bibelkritischen Vortrag auf, der nicht nur bei den Orthodoxen, sondern bei allen Zuhörern Aerger erregte. Früher hieß es: Gelehrte — Verkehrte, Heute heißt es: Gelehrte — Geleerte, der Kopf ist leer, das Herz ist leer. Wir leben im Zeichen des Golem, er wird künstlerisch behandelt und uniterliogt dank seiner Seelenwanderung verschiedenen Metamorphosen. Vielleicht ist er aufs Katheder gekommen, um semitische Sprachen vorzutragen und Dasjenige, was über seinen Gesichtskreis hinausgeht schlechterdings zu leugnen? Der Golem als Dozent, welch dankbares Motiv für einen Dichter! Fürwahr, ein Erter würde es nicht verschmjäht haben dieses Thema in Angriff zu nehmen. Für die Literatur wäre es ein Clou, für ihn aber eine satirische Kraftprobe, die seinen Genius im Hellen Lichte erstrahlen ließe Wilhelm Ost. Front will. Die Aerzte sind sich über diese De» handlungsmethode gar «nicht einig. Es gibt unter den Slerzten Menschen und ehrgeizige Professoren. Der Generalstabsarzt im Wiener Kriegsspital 4,der vielleicht selbst noch nicht lange dem Judentum den Rücken gekehrt hat, glaubte infolzeugt und liebt. Wir müssen zeigen, daß das, was uns Grotz-Britannien in seiner Großmut ge-geben hat, ganz unser ist, kraft unserer Fähigkeiten, unserer Einsicht und unseres Mutes. Viertensmüssen wir reichliche Mittel haben. Die Mittel von gestern sind lächerlich klein verglichen mit dem was heute gebraucht wird.Propaganda, das Ausfuhren praktischer Projekte, Expeditionen, die Gründung neuer Büros und Kommissionen, Verhandlungen, Vorbereitungen für Ansiedlung, Hilfe und Wiederaufbau in Palästtna, für all dies und andere unaufschiebbare ge Fragen in ironischem Sinne, die der Soldat beantwortete. Da der Soldat auf etittic in frozetndem Tone gestellte Frage in einer dem Arzte nicht genehmen Weise erwiderte, ordnete dieser an: Der Mann ist sofort zu entlasten, auf meine Verantwortung sofort zu seinem Truppenkörper an der Front einrückend zu machen! Der Soldat wurde der Sammelstelle in der Rotunde übergeben, erlitt jedoch dort einen Tobsuchtsanfall und mußte am selben Tage noch einem anderen Spital überstellt werden. Dieser Arzt erklärt auf einer Seite, der Arzt müsse vor allem der Allge- Aufgaben sind gewaltige materielle Mittel notmeinheit dienen, vor dem Kranken habe jeder wendig, und sofort notwendig. Groß und Mein, Befehl haltzumachen, bei der Visite im Kriegs- Zur englischen Regierungserklärung. Ein zionistisches Manifest. ״Jewish Chronicle" veröffentlicht folgendes Manifest an das ,jüdische Volk: »Der 17. Marcheschwan 5678 (2. November 1917) ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Wege zu unserer «nationalen Zukunft. Er bezeichnet das Ende einer Epoche und eröffnet den Beginn einer neuen Aera. Das jüdische Volk hat aber einen anderen solchen Tag m seinen Annalen, den 28. August 1897, den Geburtstag der neuen Zionistischen Organisation auf dem 1. Baseler Kongreß. Doch ist die Analogie keine vollständige weil die Periode, die damals begann- Erwartung war, während die jetzt beginnende Periode Erfüllung ist...... Der Wendepunkt ist die Erklärung der britischen Regierung, daß sie die ״Errichtung einer nationalen Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina begünstigt und die größten Anstrengungen machen wird, um die Erreichung dieses Zieles zu erleichtern." Der Fortschritt, den unsere Idee gemacht hat, ist so gewaltig und, so augenscheinlich, daß es kaum notwendig ist, ihn miit Worten zu beschreiben. Nichtsdestoweniger müssen einige kurze Worte an das jüdische Volk gerichtet werden/ Arm und Reich muß sich erheben, um dem Rufe dieser Stunde mit der nötigen persönlichen Opferwilligkeit zu folgen. Fünftens brauchen wir Disciplin und Einigkeit. Jetzt ist nicht die Zeit, für haarspaltende Diskussionen. Jetzt ist die Stunde da, zu handeln. Wir verlangen Vertrauen. Seid em,i«g und treu, seid schnell, aber nicht ungeduldig, seid freie Män- «er, aber discipliniert, fest wie Stahl. Von jetzt ab muß jede Versammlung von Juden ein praktisches Ziel haben, jede Rede mutz sich mit einem Projekt beschäftigen, jeder Gedanke mutz ein Baustein zum Gebäude der nationalen Heimstätte sein. Das sind die Richtlinien für eure Arbeit heute. Matt und müde durch Eure 2000jährige Wanderung über Wüste und Meer, getrieben von jeden: Sturm, fortgetragen von joder Welle, Ausgestoßene und Flüchtlinge, dürft Ihr jetzt aus dem Elend des Exils zu einer sicheren Heimstätte gelangen. Eine Heimstätte, wo der jüdische Geist und der alte Genius des Judentums, der so lange mit gebrochenen Schwingen am fremden Herd saß, Heilung finden und zu neuem Leben erwachen wird. Getaufte Militärärzte. In der Plenarsitzung des österreichischen Abgeordnetenhauses vom 30. Januar brachte der Abgeordnete Max Winter die Verhältnisse in den Militärspitälern zur Sprache und verlas den Brief eines im Reservespital Nr. 1 in der Stiftsko ferne in Wien in Behandlung gestandenen Soldaten, der sich namentlich über den leitenden Arzt Professor Schüller beschwert. Dieser habe weil neue und größere Leistungen setzt von ihm sich dahin geäußert, er werde Diesem Soldaten gefordert werden Die Deklaration legt in die Hände des jüdischen Volkes den Schlüssel zu neuer Freiheit und neuem Glück. Alles hängt von dir ab, jüdisches Volk, und von dir allein! Die Deklaration ist die Schwelle, von der aus du den Fuß auf heili gen Boden setzen kannst. Nach 1800 Leidensjahren ist dir Genugtuung geboten worden! Du kannst zu deinem Hafen und zu deinem Erbe gelangen und zeigen, daß das edle Blut unserer Rasse noch frisch in deinen Adern rollt. Hierzu aber müßt ihr die Arbeit von neuem beginnen, mit neuer Kraft und mit neuen Mitteln, — die Gedanken und die Worte und die Methoden der letzten Periode genügen nicht länger. Das würde ein Anachronismus sein. Wir brauchen neue Gedanken, neue Worte, neue Taten. Die Methode in der Zeit der Verwirklichung! kann nicht die Methode aus der Zeit der Erwartung sein. Zuerst muß!das ganze jüdische Volk geeinigt Werden. Nun, da die Erfüllung an Stelle der Er- Wartung getreten ist, muß das, was potentiel im Willen des jüdischen Volkes war, in die Erscheinung treten und sich in eifriger Arbeit offenbaren. Das ganze jüdische Volk muß in die zionistische Organisation eintreten. Dann ein Wort an unsere Brüder in Palästina. Der Augenblick ist da, um das Fundament zu einer nationalen Heimstätte zu legen. Ihr steht jetzt unter dem Schutze der britischen Militärbehörde, die euer Leben, eure as Hiersein schon versalzen. Manche Militärärzte leiden eben au der Wahnvorstellung, es gebe eine neue Krankheit, Simulitis, Wie sie die Aerzte ״Witzig" nennen. Um einen Simulanten unter Tausenden zu entlarven, werden Hunderte und Tausende mit Starkstrom gequält und gemartert. Der Soldat, um den es sich hier handelt, ist seit 1912 nervenleidend und schrieb, er wolle lieber tot als solchen Qualen ausgesetzt sein. Er hat die . , , Behandlung nicht ausgehalten, ist davongelaufen im Rahmen des großzügigen Friedensprogramspital äußerte er sich aber den nervenkranken Soldaten!gegenüber, das beste wäre, alle Nervenkranken in einen gemeinsamen Caisson zu stecken und dann einem wütenden Trommelfeuer auszusetzen. Dadurch würden sie ihre Leiden vergessen und wieder frontdiensttaugliche Soldaten werden. Das sind nicht Aerzte, das sind Schinderknechte und das gesamte Haus mutz sich gegen solche Menschen zur Wjehr setzen. Der Zionismus in der Welt- Politik. Die Erklärung England, daß es entschlossen sei, alles zu tun, um dem jüdischen Volke zur Schaffung eines nationalen Heimes in Palästincv zu verhelfen, wird von der großen Mehrheit der Juden aller Länder, auch Deutschlands und Oesterreichs, als hervorragender geschichtlicher Akt empfunden. Man ist in den Kreisen der jüdischen Demokratie keineswegs im Zweifel darüber, daß England dabei seine -eigenen Ziele im Auge hat. Daß das jüdische Volk nicht gewillt ist, seine nationalen Interessen mit den Kriegszielen irgend einer Großmacht zu identifizieren, die den wahren Interessen anderer Völker zu überbaufen, steht fest. Die Verpflichtung der britischen Regierung konnte jedoch vom jüdischen Volke umso freudiger begrüßt werden, als die Lösung der jüdischen Frage im eminenten Interesse der gesamten Kulturmenschheit ist, als die Verwirklichung des alten ׳nationalen Traumes der Juden, der im Politischen Zionismus seine moderne Form,gefunden hat, auf der Linie des allgemeineu Fortschrittes liegt. Der britischen Erklärung ist das Manifest «der neutralen Delegation zur Stockholmer Konferenz voraiugegangen, das neben der nationalen Gleichberechtigung der Juden in den Ländern ihrer Massensiedlung den Schutz der jüdischen Kolonisation m Palästina fordert. Die sozialistischen Delegationen Hollands und der drei skandinavischen Länder konnten sich bei Abfassung ihrer Friedenskundgebung von keinen anoeren Motiven leiten lassen, als von dem Wunsche, einen dauerinden Frieden herbeiführen zu helfen, der ein harmonisches Zusammenleben der Völker und die ungehemmte Entwicklung der Menschheit gewährleistet. Die jüdische Kolonisation in Palästina konnte nur aus dem Grunde und sein Vater ein alter Pensionierter Polizeibeamter, hat sich an mich um Hilfe gewendet. Generalstabsarzt Dr. Frisch hat nun dem Garnisonsspital Nr. 2 den Befehl erteilt, den Mann, der desertiert war, sofort aufzunehmen und ain» ständig zu behandeln. Der Kommandant des Garnisonsspitales Nr. 2, Oberstabsarzt Dr. Drastisch hatden Soldaten gefragt, wer das Verbrechen begangen habe, ihn zu mustern. Nach einigen Dagen wurde Hofrat Wagner v. Jauvegg zur Konsultation ins Gavnisonsspital gerufen, der -aber erklärte, das Leiden des Mannes sei nur «in Schönheitsfehler, er sei diensttauglich. Ich bebaure den Soldaten dem Hause nicht vorführen zu können. Es ginge ein Entsetzen durch den Saal, wenn man sähe, wie elend dieser Mensch durch Aerzte gemacht wurde, denen die mittelalterlichen Sitten «näher stehen als die modernen. Heute hat man die ärztliche Ordination, um das Geständnis zu erpressen, daß der Soldat an die nies des Holländifc^Skandinavischen Komitees ihren Platz finden, weil es der Weltdemokratie immer mehr zum Bewußtsein kommt, daß nicht engherzige nationalistische Bestrebungen, sondern ein kategorischer Imperativ der Geschichte die Triebfeder der zionistischen Bewegung ist. Die günstige Aufnahme, die die Erklärung Balfours in der internationalen Oeffentlichkeit gefunden hat, veranlaßte die gegnerische Mächtegruppe auch ihrerseits dem jüdischen Volke eini» ges Entgegenkommen zu zeigen. Die Initiative ׳ergriff hier der österreichisch-ungarische Minister d. Aeußern, Graf Czernim In ebner Unterredung mit dem Vertreter des Zionistischen Aktionskomitees, Dr. Arthur Hantke, versprach er, daß die österreichisch-ungarische Regierung ihren Einflutz auf die türkische Regierung zu Gunsten des Zionismus anwenden werde. Einige Zeit darauf ' ' te eine Kundgebung der türkischen Regierung «er Form eines Interviews des Großveziers ״Hickl's Jüdischer Kriegskalender."