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Jüdische Volksstimme · 1917-12-14 · Heft 18 (14.12.1917) · page 5

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XVIII (1917)
Issue
Heft 18 (14.12.1917)
Date
1917-12-14
Page
– (sequence 5)
Language
German
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*«. 1a ״Misch» «oittstiMM»» SelA 5 Die Leitung unseres Vereines hofft, daß dieser Ruf und diese Bitte,nicht ungehört verhak len werden und daß sich zahlreiche Gesinnumgs- מ^סחיי und Genossinnen zur Abhaltung von orträgen, welche in unserem mit vieler Mühe!und Aufopferung geschaffenen Vereinsheime, Brünn, Liechteysteingasse 2, abgehalten werden können, bereit erklären-. — An vorhergenannte Adresse werden,auch gefl. Zuschriften erbeten. LLlMMslUinMU (vormals Eduard Urban) Kaiser - Franz - Jasaff - Platz Nr. 18. Obernahme von Geldern zur günstigen Vorzlnsung. An- und Verkauf von Losen In allen mtfgllehen - -—m -- Kombinationen. ----; (<׳- Korrespondenzen. Brünn Die Ortsgruppe ״Brünn" d'es jüd. Wanderbundes ״Blau-Weiß" veranstaltet am 16. d. M., im städtischen Redoutenfaalie, eine Chanukäh-Feier. Für diese Veranstaltung gibt sich in der Brünner Judonschaft und auch unter den Juden der nächsten Umgebung Brünns regstes 'Interesse kund, so daß es nicht Wunder nehmen kann, wenn eine, große Zahl der Eintrittskarten Veerts verkauft ist. Die Veranstaltung wird ein reichhaltiges Programm, durchwegs jüdischen In- Halts bringen und wird in allen Teilen von Wan!- derern und Wanderinnen bestritten. Der Reinertrag ist für Kriegssorgezwecke bestimmt. So weit Karten noch vorhanden sind, können selbe än der Papierhandlung Weiner, Brünn, Ferdinandsgasse 26, gekauft werden. י Straßnitz. .(Abschiedsgruß.) Vor ungefähr drei Jahren wurden wir 360 isr. Flüchtlinge ans behördliche Verfügung aus den mannigfacher Flüchtlingslagern wie Pohrlitz, Nikolsburg usw., in Straßnitz untergebraicht. Nebst den: warmcu Empfang der uns seitens der isr. Gemeindevertretung zuteil geworden, folgen wir unserem! i,n>- neren Herzensdrange der seltenen, mustergültigen Tätigkeit des unmitteNar nach unser^ Eintreffen sich konstituierten Flüchtlings-Für^ sorgekomites zu gedenken. Das Hilfskomite mit dem Herrn Sigmund Rebenwurzel an der Spitze entfaltete unter regster und hingebungsvoller Mitwirkung der Herren Gememderäte Moritz Deutsch, David Weiß und M. Siebenschein nach allen Richtungen hin ׳sine besonders ersprießliche, opferwillige Tätigkeit. In Anbetracht der nahezu dreijährigen Dauer unseres hierortigen Aufent- Haltes mit all den schicksalsschweren Vorkomm- Nissen dieser schweren und igrotzen Zeitenphase, verdienen die genannten human und stammes-!freundlich gesinnten Herren für ihre vielbe währte, opferfreudige und liebevolle Wirksamkeit allen Lob und weitgehenden besten Dank. Den wir auch auf diesem Wegs zu veröffentlichen, als unsere vornehmste, angenehme Pflicht erachten. Ebenso fühlen wir die angenehme Pflicht, der löbl. k. k. Bezirkshauptmannschaft in Göding, Nr deren beispiellos humane und loyale, rück sichtsvolle Behandlung der! ün ihrem Bezirke u>׳ hergebrachten isr. Flüchtlinge, unseren wärmsten Dank ehrerbietigst zum Ausdrucke zu bringen. Was die stille, intensive und wirksame Hilfsar- Heit des veMönstbollen, wahrhaft W. Gelehr ten Sr. Ehrw. Herrn Rabbiner Dr. Samuel Frei selb in Stvaßnitz betrifft, seine aufopferungsvolle treue Tätigkeit zumj Wohls seiner vom Schicksale hart betroffenen Glanbensbrüder in dem enHen Rahmen dieses Berichtes zu schildern, wäre nicht «recht möglich. Nebst unseren tiefempfundenen Dankesworten Möge der AllgÜttge diesen und allen unseren Gönnern des Segens und Glückes wichste Fülle zufließen lassen. Wien. Unter großer Beteiligung weiter Kreisewurde der erste Sekretär der Wiener israelitischeu Kultusgemeinde, kaiserlicher Rat Dr. Theodor Lieben, der einem Schlaganfall erlegen ist, auf dem Zentralfviedhof zu Grabe getragen. Der Kultusvorstand mit dem Präsidenten Dr. Alfred Stern an der Spitze, die Beamtenschaft, Rabbiner, Lehrer und Funktionäre waren anwesend u. zahlreiche Vereine und Körperschaften, denen der Verblichene Förderer war, hatten Vertretungen entsendet. Im Sinne der letztwilligen Verfügung des Verstorbenen war das Leichenbegängnis einfach, und es wurde von Leichenreden abgesehen. Präsident Dr. Stern nahm m kurzen Morten Abschied von dem langjährigen, bewährten Mitaribeiter, worauf der Sarg von Beamten der Kultusgemsmde und persönlichen Freunden des Verstorbenen zu dem von der Kultusgememde gewidmeteN Ehvengrabe getragen wurde. Vor dem Leichenbegängnis hatte eine Trauerkundgebung der Angestellten der Kultusgemeinde stattgefuuden, in der nach einem von Sekretär Dr. Adler gehaltenen Nachmlf beschlossen wurde, zum dau- «ernden Andenken an das 44 jährige segensreiche Wirken Dr. Lrsbens eine Dokto!o-Theodor-Li!eben- Stiftung zu errichten ן, die im Sinne des Verblichenen Humanitären Zwecken gewidmet sein soll Dr. Lieben, in Prag am 18. März 1843 geboren, wurde ׳am 18. Dezember 1870 cm der Universität in Graz zum! Doktor der Rechte promoviert. Am 24. Dezember 1870 begann er seine Rechtspraxis beim k. k. Latnldesgerichte in Wien, wurde am 24. August 1871, unter Belastung i,n> dieser Dienst- Verwendung, zuM niederösterreichischen Auskultanten ernannt und am 2. Februar 1872 dem k. k. Handelsgerichte in Wien zugeteilt, woselbst er bis 17. Februar 1873 verblieb. Von diesem Zeit- Punkte ab stand er in ununterbrochenem Dienste der israelitischen, Kultusgememde Wien!. Zunächst an der Seite des Dichters Ludwig August Frankl Ritter von Hochwarth, später als dessen Nachfolger. . Konstantinopel. (Ein Sohn Beilis türkischer Offizier.) Nach seiner Freisprechung im ruchlosen Beilis-Prozeß hatt>e Mendel Beilis seine rusfische Heimat freiwillig verlassen und war nach Palästina übergesiedelt. Wie •n1|aw setzt erfährt, befindet er sich zurzeit unter den Evakuierten! aus Jaffa. Sein Sohn, Pinkas Beilis, ist nach Beendigung des Jaffaer Gymnasiums in die türkische Armee ein getreten, wo er jetzt als Offizier dient. Newyork. Die amerik. Rabbinervereinigung (Agudath Hariaibbonim Haatifim) beschloß, eine Konstvenz aller Rabbiner in Amerika einzuberufen zu idem Zwecke, Fragen jüdischen Gaubens zu diskutieren und eine Bittschrift an verschiedene Mächte zu senden, insbesondere an dm Präsiden ten der Vereinigten Staaten, an den Senat und die Depmtiertenkammer, des Inhalts, die Wie- Vergabe Palästinas an das jüdische Volk erwägen zu Wollen. Aus den Kultu-gemeinden. Wiener-Neustadt. Ueber Vorschag der Gememdevertretung wurde der Neligionsprofessor «an den hies. Mittelschulen, Herr Markus A. Landau, von der k. k. n>.-ö. Statthalterei mit Erlaß vom 4. November 1917 bis auf weiteres zum Rabbmiatsverweser und Matrikenführer der isr. Kultusgemeinde Wjeuei/Neusticiidt!ernannt. — St. Pölten. In der Kaiser Franz Josef I.-Huldigungssynagoge der isr. Kultusgemeinde St. Pölten fand Samstag, den 17. November 1917 anläßlich der glücklichen Errettung unseres geliebten Kaisers aus der Lebensgefahr ein Dank goitesdienist statt. Die Festrede hielt Seine Ehrw. Dr. Adolf Schächter. Seitens des Vorstandes wurde auch eine Huldigungsdepesche an die Kabinettskanzlei gerichtet. Salzbug. Rabbiner Dr. Viktor Kurrein wurde nach Karlsruhe (Baden) berufen. Soborten. Samstag, den 10. November 1917 fand die feierliche Installierung unseres neuen Rabbiners Herrn Josef Sagher unter sehr zahlreicher Beteiligung der Kultusgemeindemitglieder statt. Hr. Rabbiner Sagher hielt eine auf feinen Antritt bezughabende und auf unser tapferes Heer hinweisende Neide, welche allseitig Beifall fand. Sisak. Herrn Sam. Straffer, Sektionschef und gcw. Präsident der hies. isr. Kultusgemeinde, ist von Sr. Maj. das Ritterkreuz mit der Kriegsdekoration verliehen worden. Der Kops. Aus den: Dagebuche eines Orientsoldaten von Buchholtz. Im Name» aller Heirnkehrendeu Ein! Flüchtling. ׳*׳'{יv.׳♦ Wiener Brockensammlung für jüdische Arme. (Verteilungslokal Wim, Alserstraße 42.) Geldspenden gingen ein von: Arnold Kellner K 100.—, A. Lemberger K 100.—, Gutsbesitzer Aolf Freund, Preßburg K 50.—, Bernhard Goldstein K 100.—, Frl. C. Nierenstein K 30.—, Farn Mathilde Cohn K 30.—, I. Schcmzer (Bielik) K 30.—, Frau Frieda Schwarz K 40.—, Lipe Türkl K 20.—, Philipp von Gomperz K 20.—, Schenker & Co. K 20.—, Dr. Alfred Lederer K 20.—, Weis & Schwarz K10.—, Hein rich Kolm K 10.—, I. Fröhlich-Hohenstadt K 10 Frau Dr. Rehberger K 10.—, Ignaz Erdös K 10.—, Geza Schönberg K 10.—, Hermann Pollak Söhn»e K 10.—, Frau Olga Mayer K 10, Cosmanos K 10.—. — Wr bitten dringend der avmm Schulkinder zu gedenken, die jetzt bei Schulbeginn vhne warme Kleidung, ohne Stie fel den Weg zur Schule antreten müssen. Weinen de Mütter kommen zur Verteilung und jammern, daß sie bei den hohen Preisen weder Anzüge noch Schutzzeug für ihre Kinder kaufen können. Wie viel soziales Elend könnte gelindert werden, wenn Eltern, die in der glücklichen Lage sind, Neuanschaffungen für ihre Kinder zu machen, die vorjährigen Sachen unserem Vertsilungslokal zuweilen wollten! Präsidentin der Brockmsammlung für jüd. Arme. Id« Barbe», M‘'?}׳::;,'; >. .. v• ■’r7r י .W>* »iW ■■»•■"■»-'•י«י * *•'־־*••י*»» Folgende höchst unglaubliche Geschichte wurde mir in fromm-jüdischen Jerusalemer Kreisen erzählt. Was daran sein mag, weiß sch nicht. Jedenfalls: Selbst diese Leute, ausgewachsen in Misere, und sich tröstend an׳ -düsterer kabbalistiischer Mystik, Leute, die sich an jeides kleinste Bibelwort zu klammern pflegen wie an eine grWe wörtlichste^ Weilsheit und Wahrheit, lächelten oder sagten: ״Man!erzählt", oder: ״Es heißt", oder: ״Keiner hat den Teraphim des Eschel Abraham gesehen. Wir wissen n»ur, daß er ein wetfer Mann ist, der prophezeiihen kann —", oder: ״Wer's glaubt..." Nur: ״Glauberr Sie, was Sie glauben wollen..." Weiß man, Was ein Teraphim! ist? Von einem TevapWm kann man in der Bibel lesen. An der Stelle, wo von Laban, Lea und Rahel (dev Mutter des Judenvolks, deren heiliges Grab an der Straße zwischen Bethlchom und Jerusalem liegt) die Rede Ist. Da steht ge;־ schrieben, Rahel habe unter dem Sattel ihres Kamels einen ״Gott" mitgeführt. Auf hebräisch: einM'Teraphim. Und Teraphim bedeutet soviel als dm ״Zerissene". Es ist der «abgerissene Kopf eines Menschen. Ein! ombalsamierter Kopf. Vielleicht ein Mumienkopf. Und zwar mußte der Kopf einem gehören, der Erstgeborener und Sohn eines Erstgeborenen war. Dieser Kopf konnte weissagen, wenn man ihm unter die!eingedörrte Zunge einen heiligen Spruch schob. Dann begann des Toten Zunge lebendig zu werden und' zu reden. Und zwar durfte der Kops nile das Lichit deS Tajges erblicken, wenn ev seine Kraft behalten sollte. Das ganze eine altheidnische vorjüdische Reminiszenz, wiie etwa auch das ״Trankopfev" Jakobs und WrahamS ״Menschenopfer". Einen solchen Teraphim soll der alte Eschel Abraham entdeckt «haben. Fast jede Woche werden in Jerusalems Umlgsbung neue Gräber, alte jüdische, neuere römische, griechische, uralte heidnische, Vovjüdische, kanaanitische Gräber entdeckt. Beduinen gehen geradezu dcmach auf die Suche. Denn sie wissen, daß solche Gräber von vielen ge» lehrten Mönchen und Priestern gesucht werden.

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