Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- XVIII (1917)
- Issue
- Heft 17 (22.11.1917)
- Date
- 1917-11-22
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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Rr. 17. ״Mische Belk-sttmme" Seite 5 Len teil. Die Debatten der unter Vorsitz von I. ihr Vaterland erblickt als im. dein Wegfall cini- A. Pewener aus Moskau abgehaltenen Ver-. ger tausend Soldaten.. sammlnng drehten sich vornehmlich um die Frage' In gleicher Weise sah die jüdische und nichteines jüdischen Aerztewesens. Fast alle Redner, jüdische Presse der neutralen Länder den Fall, wie Tr.. M. M. Grau, Bondeld, Schwarzmann, Eine bedauerliche Ausnahme bildet nur der Perlin, Feinlcib und andere stellten sich auf den «Joodsche Wächter" in Holland. Während ein Standpunkt, daß gemäß eines nationalen Selbst- Komitee hervorragender jüdischer und nichtjübestimmungsrochtes der Juden ein spezifisch jübischer Persönlichkeiten (wie der bekannte Dich disches Aerztewesen seine volle Berechtigung habe, ter Frederik van Fodcn, die Vizebürgermeister Den Juden muß die Möglichkeit gegeben werden, Amsterdam Wobaut^ Jacob Israel ׳de Haan u. a.) eigene jüdische Krankenhäuser zu errichten u. in allgemeinen Heilanstalten die jiddische Sprach frei benutzen zu können. Nach der Debatte beschloß man, daß die ״Gesellschaft zur Behütung der jüdischn Gesundheit" ihre Tätigkeit in verstärktem . Maße fortsetzen müßte. Ein Verband jüdischer Offiziere in Rußland. Die allgemeine Versammlung des jüdischen Soldatenrates in Odessa, an der!auch die nenausgebildeten jüdischen Offiziere teilnehmen, beschloß ׳ einen ״Verband jüdischer Offiziere" aller Fronlen zwecks Erforschung der Lage der jüdischen Offiziere und der Verteidigung der jüdischen Ehre zu bilden. Der Friedensvorschlag des Papstes und die Palästinafrage. Dem ״Jüdischen, Korrespondenzbureau" i׳m Haag zufolge melden amerikaimschc Blätter, daß der Sekretär dies Batikains, Momisignor Tede- Mini erklärt habe, daß der Papst in einer Losreihung Palästinas vom Ottomanischen Reich keine Verletzung des Prinzi-pes ״keine Annektionen" sehen, würde. Palästina ist nach Ansicht des Papstes kein türkisches Territorium und die .Lostrennung des heiligen, Landes könne fomit nicht als eine Eroberung betrachtet werden. Die jüdische Presse Amerikas schreibt dieser Erklärung i׳m Zusammenhang mit den pro-zionistischen Aeßerungen, die der Papst gegenüber den: Zionistensühver Sokolow mgchte, große Bedoutung zu. vor etwa einem Jahre eine, öffentliche Aktion einessolchen hieß Jürgen Sutter. Ihm lag es ob, bafür zu sorgen, daß die Juden nachts nicht ansgingen, und er hatte gegenteiligenfalls dem Bürgermeister Anzeige zu erstatten. Wie aus den Akten jener Zeit zu ersehen, lag die Einfuhr von Wahren ausschließlich in jüdischen Händen. Unter der russischen Herrschaft erging es den Rigaer Juden nicht besser, als ihren Brüdern im übrigen Rußland. Aber trotz aller Armut unb trotz aller Bedrückung, konnte sich Riga zu einer blühenden südlichen Gemeinde entwickeln. Daß die Stadt bis einleiteten, um gegen die Regierung Absicht der in die jüngste Zeit eine große Reihe hervorragenenglischen Niegderung, die russischen Juden ihrem der indiüber Gelebrter. Rabbiner und Großkauf- Heere einzuverlciben, zu protestieren, trat da! zionistische Organ vom ersten Augeltblick mit Wärme für die geplante Schändung des Asylrechtes ein und schimpfte die russischen Inden eine zuchtlose Masse. Ein Protest, der allerdings nur voll einzigen Zionisten, im ״Joodsche Wachter" imb auf der letzten Bundestagnng geäußert würde, konnte keine Aenderung in der Haltung des Blattes herbeisühven. Auch diesmal kann es sich der ״Joodsche Wächter" nicht versagen, über die russischen In den herzufallen- und gibt einer der Redakteure der Ueberzengung Ausdruck, daß die russischen Juden liur deswegen nach Rußland zurückkehrcu wollten, weil sie zweifellos hofften, dort denn Dienst zu entgehen. Mit Rücksicht auf die große Masse vom Ostjudcu, die der Krieg uach Holland brachte, ist die ganz im Tone der Northcliffpresse gehaltene systematische Hetze der ״Joodsche Wachter" auch geeignet ungünstige Rückwirkungen und eine den Ostjuden feindliche Stimmung in Holland auszulösen: Heldenfriedhof in. Jerusalem. Den Bemühungen des Rabbiners Herrn Horowicz ist es zu danken, daß jüdische Soldateil, die. im grallsigen Völkerringen auf dem syrischen Kriegsschauplatz den Heldentod erleiden, fortan, in geweihtenl Boden auf dein Ölberge beigesetzt tvevdell. General' von Kreß hat verfügt, daß in unmittelbarem Anschluß an den alten indischen Friedhof auf dem Oelberge ein passendes Terrain, als Grabstätte für jüdische Krieger vom, Generalkomando käuflich erworben wurde. Die Umzäuuu nung und Herstellung der Baulichkeiten erfolgt auf Kosten der Heeresverwaltung. Die Pietätvolle Pflege und JnstandlEnng der Hieldcngyäber wird einem jüdischell Ehrenkomitee aus deutschen Die Dienstpflicht der russischen Juden. Dem Jüdischen Korrespondenzbureau Haag wird geschrieben: Die Hetze gegen die russischen Juden in England ist wieder einmal!in vollem Gange. Durch tendcmziöse Darstellungen versucht mau sie als gesinnungslose Feiglinge zu brandmarken. Tausende russischer Juden haben sich gleich itn Beginne des Krieges als Freiwillige gemeldet, lieber, ihre Behandlung in der französischen Fremdenlegion, in die man sie steckte, sind erschütternde Berichtein die Oesfentlichkeit gedrungen. Nach der Russischen Revolution ftnb neue Scharen russischer Juden ans Amerika, England, Frankreich und den neutralen Ländern sehr entschiedenen Widerstand leisteten sie gegen alle Versuche, sie der englischen Armee ein- ,zuverleiben.. Auch das jüngst geschlossene englisch-russische Abkommen hat ihren Widerspruch gefunden. Nicht, mit Unrecht! Die englische Regierung stellt den russischen Bürgern, frei, nach. . . Rußland zurückzukehren oder in die englische Da! diese und ähnliche Verordnungen nichts fruch- Armee einzutreten. Jedoch nur in der Theorie! j teten folgten noch strengere Gesetze: indessen zo- Sie verwehrt di«e Mitnahme der Familien, wäh- 6en der Krieg und andere Wirren die Aufmerkrend die russischen Juden verlangen, ihre Fami- Imkert der Oberen von den Juden ab. Sobald der jüdischer Gelehrter, Rabbiner und Großkaufleute und Industrieller hervorgebracht hat, ist bekannt. Auch jüdische Künstler und Schriftsteller gab es dort in nicht geringer Anzahl. Als besonders charakteristisch mag bemerkt sein, -daß die letzteren zumeist in deutscher Sprache schrieben, wie überhaupt die Rigaer Juden als deutsche Judenbezeichnet werden können. «. I. JFl lll). MHlll FHIMt Mil (vormals Eduard Urban) Kaiser - Franz - Josef - Platz Nr. 18 Übernahme von Geldern zur günstigen Vorzlnsung, An- und Verkauf von Loeen In allen möglichen Kombinationen. ------ und österreichisch-ungarischen Mitgliedern übertragen. Zur Geschichte der Juden von Riga. Juden werden in den offiziellen Akten Livlands zuerst im Jahre 1560 erwähnt. In den Verträgen zwischen der Stadt Riga und König Sigismund August von Polen', in denen die Stadt Lieferungen für die Truppen: übernommen hatte, war ausdrücklich das ״boshafte jüdische Volk" von derartigen Geschäften ausgeschlossen. Als dann später Riga von Polen annektiert wurde, war den Jllden derZnzug dorthin überhaupt untersagt damit die Bürger kein ״unchristlich Gewicht annehmen und keine unchristlichen Geschäfte machen" niöJn itvtS rtfinTi^rt I Xio C״.. lien Mitnahmen zu ׳dürfen oder daß zumindest^ Rußland oder England diese versorge, während England nur für den Unterhalt der Angehörigen der in das englische Heer Eintretenden aufkommt. So hebt England durch diese Bedingungen die Wahkfreiheit der Russen auf. Die englische Presse richtet schon seit Iahmen heftige Angriffe an die Adresse der rufstscheu Juden. Leider kann nicht gesagt werden, Naß die russischen Juden bet ihren -englischen Brüdern Schutz gefulcken haben. Die englischen Juden haben weidlich Anteil an der Hetze gegen die russ. Juden genommen. Der ״Jewish Chrom." inaihmj in) der schmachvollsten Weise Partei gegen, sie. Doch fanden die russischen Juden in Israel Zcmgwill und vor allem in nichtjüdischen Hreiheitsfreuden wapmje Verteidiger. Lord Scheffteld und der Abgeordnete Jofeph King haben ihre patriotische Pflicht anders als die Redakteure des ״Jewish Cronicle" der׳!standen und in ׳der Verletzung der freiheitlichen Traditionen und des Asylrechtes Englands eine <tzrWre Gefahr und einen größeren. Verlust für aber die Zeiten sich wieder beruhiigt hatten, wurden die Feiüdseligkeiten gegen das gehetzte Volk wieder eröffnet. Auch Gustav Adolf benahm sich nicht besser gegen die Rigaer Jllden und die Schwedenzeit (1621—1710) war auch für sie eine Leidenzelt. Dies alles hinderte aber nicht ,daß die jMsche Wissenschaft,auch hier wie anderwärts blühte und gedieh,und als der jüdische Arzt und Philosoph Joseph Salomon Delnedigo aus Kreta auf. seiner Reise nach Litauen, wo er zum Leibarzte des Fürsten Naidziwstl ernannt woriden war, auch einige Zeit in. Livland verweilte, schrieb er (1623) an einen gelehrten Freund in Troki, daß er dort eine Gegend angetroffen habe, die angefüllt sei mit jüdischer Wissenschaft. Juden fuhren indessen weiter fort, auch lebhaften Handel in Riga zu treiben, sie kamen mit ihren Booten die Düna herunter, verkauften idte mitgebrachten Waren und suhre.n mit anderen lreuejngekauften Waren Korresponäeazen. Wien. (Auszeichnung.) Dem Oberleutnant t. d. R., Guido Fuchsgelb, Sekretär-Stcllvertreter der isr. Kultusgemeinde in Wien!, der seit Kriegsbeginn eingerückt und schoil mehrfach ausgezeichnet ist, wurde!in Anerkennung tapferen Verhaltens und vorzügli!cher Dienstleistung vor dem Feinde das Militär-Verdienstkreuz 3. Klasse mit der -Kriegsdekoration und den Schwertern verliehen. Thorn. (Amtsjubllänm des Rabbiners.) — Auf eine 26jährige segensreiche Amtstätigkeit im Dienste der hies. jüd. Gemeinde konnte der Nabbiuer Dr. Rosenberg am 15. Oktober zurückblicken. Mit Rücksicht auf den Ernst der Zeit hatte man von einer Feier größeren Stils Abstand genommen. Um 12 Uhr erschienen in der Privat- Wohnung des Dr. Rosenberg mehrere Vertreter der jüd. Gemeinde und Schülerinnen des Lyzeums, -um dem Rabbiner ihre Glückwünsche darzubringen. Der Vorsitzende Wiener dankte im Namen der jüdischen Gem'einde dein Jubilar für seine aufopfernde Tätigkeit und überreichte ihm ein Erinne rungsschreiben. Dr. Nosenberg dankte bewegt für die dargebrachten Huldigungen!. — Zuerst bekleidete der Jubilar vier Jahre laug das Nabbinat in, Brandenburg au der Havel, von wo er uach hier berufen wurde. Besondere Verdienste erwarb er sich um die Ausgestaltung des Neli-gionsunterrichtes in unserer Gemeinde. Durch die Einführung der Mädchenfünf!’«natjM hat Herr Dr. Nosenberg, der auf streng konservativem Standpunkt steht, auch die liberalen Kreise unserer Gemeinde gewonnen: der von ihm verfaßte neue Lehrplan für den Religionsunterricht an den höheren Schulen hat allgememe Achtung und Anerkennung gefunden. Budapest. Minister Dr. Wilhelm Vaßonyi ist am Vorabend des Versöhnungstages im Tenr-- Pel in der Tabakgasse erschienen, wo er vom Vorstand der Religionsgemeinde, mit Dr. Moriz Stiller an der Spitze, empfangen und zu seinem Betsitze neben oer Bundeslade geleitet wurde. — Minister Vaßonyi hat mm an Dr. Stiller ein Schreiben gerichtet, in welchem er mitteilt, daß er sich in jenem Augenblick der Vergangenheit ermnerte, da er die Schule in der Sipgasse besuchte uno oben im Chor mitgesungen habe. Er empfand das seelische Bedürfnis, diese Augenblicke für sich sestzuhalten und den Beweis zu liefern, daß er mit unvergänglicher Pietät jener Schule gedenke, von der aus er seine. Laufbahn angetr-eten habe. Er widmete 10.000 Kronen für die Zwecke dieser Schule. Die Hälfte dieses Betrages soll für einen Zweck der Lehrer, und die Zinsen der Oveiten Hälfte zur Unterstützung armer Schüler der die Düna.wieder hinauf. Um eine Kontrolle über! Anstalt verwendet werden. Die Stiftung, die Mi׳ den jüdischen Handel zu haben, wuüde 1662 ein! nister Vaßonyi künftig zu vermehren ae&enft, soll jüdisches Gasthaus gegründet. Der erste Inhaber^den Namen seines Vaters führen, der einst gleich?