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Jüdische Volksstimme · 1917-11-22 · Heft 17 (22.11.1917) · page 6

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XVIII (1917)
Issue
Heft 17 (22.11.1917)
Date
1917-11-22
Page
– (sequence 6)
Language
German
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enn s. ״Mische v»rrsßr««e* ««• 17 falls Lehrer war. — Nach dem Diner für den lichen Sittlichkeitspeimtzips, das gebietet, den Grafen Czernin ging der Fürstprimas Czernoch Feind zu segnen, wenn er flucht, beurteilen, so auf den Justizminister Vaßonyi zu und drückte! dürfen auch viele die Probe nicht bestehen, und litt n>k4t«th1t«l A44S SaU (TaaiCia u U A 1 X C..^ - .... Lu.! .. ..^1 A * _ _ C ... . . י 11 "*ו - K i ihm seine Freude darüber aus, daß Vaßonyi den doch freuen» wir Versöhnuugstag im Tempel verbrachte. Fürstvollen Klängen, prinras Czernoch sagte: ״Die Minister müssen "־ ׳״ ' 1r.it gutem Beispiel denr Volke vorangehen." Mteratur. Lescfrüchte. Unter Vorurteilen «hat der Jude nicht bloß in der Gesellschaft sondern auch in der Wissenschuft zu leödein. Mit freudiger Genugtuung muß es daher verzeichnet werden, wenn einmal em wissenschaftliches Werk erscheint, das dem Judentum gerecht zu werden sucht. Ein solches Buch ist vor kurzenr von dem bekannten Universitäts- Professor H. Gunkeil erschienen. Wenn protestantische Forscher über das jüdische ״Gesetz" sprechen, so können sie nicht genug! seine ״Verknöcherung" hervorhebein. Me ganz anders Gunkel. Zu Psalm 19 bemerkt er: ״Wir evangelischen Christen machen uns von diesem! Leben unter dem Gesetz gar leicht eine falsche Vorstellung; wir denken geuns an den urkräftigen, macht an dem Schlachtendonner und an den wuchtigen, den Feiind nieidvrstreckenden Hieben". Gunkels Buch aber verdient gleichwohl eifrig gelesen zu werden; nur wäre an manchen Stellen eine schönere! Uebersetzung wünschenswert. Brüx. Prof. Dr. Black. eine wohnlich, den bekannten Schilderungen des Päulug fK-nd. m -s als E schwer« Mt auf den MgdErne bei der Gottesi'dee wicht halt macht, ist Mewschen 1« »^als reljMer MittlZ LrflüsF'g!. Bon den Aufgaben der Juden im Welt kriege von Ed. Bernstein M. D. R., Berlin, Erich Reiß Verlag 1917. Preis Mk. 160. Die 60 Seiten starke Broschüre ^Bernsteins befaßt sich mit der Mission der Juden i׳m Weltkriege. Die hier auHgesprochenen Gedanken sind tief durchdacht. Jeder Satz könnte fast als Axion gelten. Folgen wir nun dem Büchlein selbst. Der Autor gibt uns einleitend einen kurzen geschichtlichen Ueberbliick von der religiösen Mission der Juden. Zunächst sahen die Juden in der Diaspora ihren Beruf darin, durch die Pflege des reinen Gottesglaubens auf ihre Mitwelt zu wirken. Zu Beginn der neuern Zeit suchten diejenigen, welche sich von der religiösen Beengtheit ihrer Stammesgenossen befreit hatten, durch Glaubensreinigung auf die andern Konfessionen zu wirken. In der reinen Gottesidee müssen sich alle religiösen Menschen zusammenfinden.Da das züglichen Druck, eine angenehme, der Zeit Mtsprechende, wenn auch schwere Lektüre, daß jeder zu lesen nicht versäumen soll!. M. Reifer. Eingesendet. und woraus sie sich -nach Erlösung sehnten |er Psalm aber bann uns lehren, daß diese Ausführungen des Apostels sich erst auf eine spätere Mioche des Judentums beziehen.... während em älteres Zeitalter im Judentum das Gesetz ganz anders anfgefaßt hat. Der Dichter unseres Psalmes hat seine herzliche Freude an der herrlt chen Gottesoffenjbarung, er bewundert die WeiH heit der Gesetze, sein Gewissen stimmt ׳ihnen in nerlich zu ... . Kein Makel ist am{ Gesetze. Es ist eitru vollkommenes Werk Gottes, an dem nichts auszusetzen ist. Alles darin ist ״recht", ״heilig", .״gerecht", lauter wie das Sonnenlicht." (a. a. O. S. 31. s.) _ Auch der Christologie, die im alten Testamente überall Anspielungen auf Christus sieht, rückt Gunkel hart an den Leib. So bemerkte er zu Ps. 22: ״Die neutestamentlichen Gelehrten haben den, Psalm auf Chirstum gsdMtet. Begreiflich genug. Man suchte und fand in der ältesten Christenheit überall im alten Testament Weislagungen auf den Christus; .man bediente sich dabei׳ der ״allegorischen Methode" und verstand es, durch allerlei Künste der Erklärung €mm\ an sich.ganz einfachen Text einen geheimen Sinn, den! der Geist Gottes hineingelegt -habe, zu entlocken. So erkürte man viele Stellen auf Christus, i׳n denen unsere historische Deutung beim besten Willen auch «nicht eine Spur davon finden kann." (a. a. O. S. 57 f.) Ebenso erkennt Gunkel an', daß schon durch die jüdischen Propheten eine!gewaltige, religiöse Reformation emgetreten. jst, die ״die Opfer und die Zeremonien ganz beiseite schob und eine währe, tätige Frömmigkeit und Sittlichkeit an ihre Stelle setze." (a. a. O. S. 68 und 121.) Gunkel setzt nicht das alte Testament auf Grund von babylonischen Ausgrabungen herunter, sondern bemerkt vielmehr: ״Je mehr wir die relative Abhängikeit der Kultur und -auch der Literatur Israels von den fremden Vorbildern erkennen, um! so mehr wird der eigentümliche Vorzug der Religion Israels hervortreten." (a. a. O. S. 208.) Freilich, an manchen Stellen zeigt auch Gunkel nicht frei von Vorurteilen, so btzjspielsweise Seite 130, 142, 249, wo «der Verfasser den Racheschriei eines tief verwundetenund zu Tode gteroffenen Herzens als ein wesentliches Moment der jüdischen Religion bezeichnet. Man möchtee es gar nicht glauben, daß ein so vorurteilsfreier Gelehrter wie Gunkel auf Grund des 139. Psalmes bemerkt: ״Diese Religion ist, ׳das ist keine Frage, überaus intolerant; keine Duldüng der Andersgläubigen, sondern, wennmöglich ist, ihre Ausrottung" (a. a. O. S. 268). Wiederum wird eine Augenblicksstimmung als das Wesen der jüdischen Religion bezeichnet. Ich möchte an ein schönes WortWünsche's in seiner ״Schönheit -der Bibel" erinnern: ״Das niedergetretene Menschenherz schreit unwillkürlich auf und fleht auf die Tyrannen׳ Gottes Rache und Strafgericht herab. Wollte man die Lieder der deutschen Freiheitsdichter von der Höhe des christworden. Dazu kommt noch «das nationale Denken das als eine die Menschen trennende Krast sich entwickelt hat. Sobald di«e Menschheit eine be Empfinden emstellen, welches im Laufe der Zeit im wirtschaftlichen, kulturellen Midi politi scheu Denken ׳durch die Jnternaticmalität ergänzt werden soll. Diesem natürlichen Prozeß ist in neuerer Zeit eine Gegenströmung -entgegengetreten, die sich im nationalistischen Denken kundgibt Welches wiederum durch die Uebertreüdung uns zum alten, beschränkten Stammesempfinden zurückführt. Der Krieg -hat die nationalen Gegensätze noch schärfer ausgeprägt. Zur Förderung ver JnternatijonMtät haben die Juden Ms beigetragen. Im Frühmittelalter haben sie als Händler den Orient mit dem Occident vermittelt. Im spätern Mittelalter zeichneten sie sich als Wissenschaftler aus. Nach der französischen Revalutvon verfochten sie die Ideen her politischen Freiheit und des Weltbürgertums. Die Inden erfüllten die Pflichten des Staatsbürgers ׳in dem Lande, wo sie lobten. Aber das Mutsband zu den Stammesgenossen!bewirkte, d!aß die Juden ein Verbindendes Element der Kulturen wurden. Am hervorragendsten ׳hat es H. Heine getan. Er hat die deutsche Kultur der Franzosen ver- Mittolt. Israel Jangwill's Buch ׳Wer den! jetzigen Krieg soll einen» ähnlichen Diienst leisten. Der Dichter sympatisiert mit England, haßt aber Rußland, den Bundesgenossen. Die Blutporwansichaft tritt hier zu Tage7 Die Mission der Juden wäre die Nichtigkeit der Gewialt zu predigen. ״Aber nur das Genierfrage es, es selbst zu sein»". Der Durchschnittsjude suche sich in jeglicher Armee auszuzeichnen. In scharfen Worten geiifelt Bernstein den hypernationalen Juden, den königlicher als er seün will dem Judentums kommt es zu, der Völkerverhetzung jeglicher Art, allen Auswüchsen des Nationalismus nach besten Kräften entgegenzuwirken. Dev jüdische Landes Patriotismus könne neben dem Stammespatrio׳ tismus ganz gut bestehen. Der^Jude muß aber auch Weltbürgerlichen Patriotismus kennen und empfinden. Dem Juden kommt, die historische Rolle zu, das zu Pflogen, was die Völker ver bindet, und dem entgegenzuwirken, was sie!trennt und Haß zwischen ihnen säet. Soviel von Bernsteins Anschauung über die Juden als Mitler. Was ׳den Zionismus anjbervisft, so cmerkennt der Sozialist Bernstein dile tiefe Wahrheit desselben, wenn er auch nicht in, allen Punkten miit ihm! überemstimmt. Die Assimilation, die auf ״Rechnungsträgorei" basiert, verpönt er. Die ideale ©eite des Zionismus findet bei ihm verwandte Empfindungen. Ebenso vereint er die Assimilation, insolange die Juden im keine Mischehen eingehen und die Wirtsvölker ihre nationalen Schranken nickt ',.*len lassen worden. Daß der Zionist ein guter Patriot und ebenso den weltbürgevlichen Gedanken vertreten sein kann, ist ja nur selbstverständlich auch für unfern Autor. Das Büchlein ist neben feinem tiefen Gehalt, setmr schönen Sprache und seinem vor- An die Redaktion der ״Jüdischen Volksstimme" in Wien. 7. Bez. Lerchengasse 6a. Hiemit erlaube ich mir nachstehenden Vorfall zur geneigten Kenntnisnahme zu bringen. Herr Dr. Emil Karpelis ist Rabbiner in Prerau, ist Feldvabbiner für mehrere Regimen» ter, welche im Felde stehen. Von einem! Mitglied der hies. Kultusgemeinde, welches bei einem dieser Regimenter steht, erhielt ich vor einigen Tagen einen Brief, in welchem derselbe sich darüber beklagt, daß dieser Herr Feldrabbiner sich um die religiösen Bedürfnisse der jüdischen Soldaten gcrr nicht kümmert. Als besonderes Beispiel dieser Vernachlässigung seiner Pflichten wurde mir mitgeteilt, daß selbst an den hohen Feiertagen, also am Neujahrs- und Versöhnungstage für keinen Gottesdienst gesorgt war, was selbst bei den andersgläubigen Soldaten zu abfälligen Bemerkungen über den jüdischen Seelsorger geführt hat. Der Feldrabbiner ließ sich anläßlich der jüdischen Feiertage nach Prerau beurlauben, ohne vorher dafür Sorge zu tragen, daß den religiösen Gefuhlen der jüdischen Soldaten durch Einrichtung eines entsprechenden Gottesdienstes Rechnung stetragen werde. Ein solches Vorgehen hat die.!ü* bischen Soldaten mit Bitterkeit und Unmut über ihren Religionsführer erfüllt, und ist geeignet auch die Anhänglichkeit an die jüdische Religion zu erschüttern, wenn beobachtet wird, daß!die berufsmäßigen Vertreter derselben sich derart be׳ nehmen. * Von diesem Vorfälle erlaube ich mir Sie mit dem höfl. Ersuchen zu verständigen, ׳ diese- Mitteilung in geeigneter Weise in Ihrem Blatte zu veröffentlichen. Ich hin selbstverständlich be» reit für die Richtigkeit :Heiner Behauptungen je» derzeit -den vollständigen Beweis zu erbringen. Ich zeichne hochachtungsvoll ergebener Dr. T. Löwit, Distrikts-, Bahnu. Herrschaftsarzt. Gewitsch, am 17. Oktober 1917. *) Für Form und Inhalt übernimmt die- Redaktion keinerlei Verantwortung. XXXXXXXXXXXXXXXXX Chanukaleuchter מ er >1 ff II >» If!> fl »» ff •ff י If ff 120. 40 10 25 14 Messing poliert 34 cni 27 32 25 Blechmenores zu K 1— und Zu beziehen durch den JUd. Buch-u. Kunstverlag, brllnn. XXXXXXXXXXXXXXXXX

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