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Jüdische Volksstimme · 1917-11-22 · Heft 17 (22.11.1917) · page 4

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XVIII (1917)
Issue
Heft 17 (22.11.1917)
Date
1917-11-22
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 4. ״Jüdische BolkSstimme" R. 17 Die sogenannte Embürgerung der Juden m Dentschlan.d ist nicht durch das Volk vor sich gegangen, sonderi! geschah aus Grund -allgemeinstaatlicher Erwägungen. Die Inden würden lediglich vom Staate adoptiert, wäbrc.nd das «deutsche Volk sie in seine Mitte auszunelnnen gar nicht gestattete n. Wohl auch dazu nicht fähig war. Die deutschen Bürger mvsaischer .Konfession oder Mich ״mosaischer Konfessionslosigkeit" müssten somit als von d.׳r iOngelnuig vollends cmpfundener Frcindkörper für die Tauer ln der Luft hängen bleiben. ״Das Interesse an dem genreinsamen Staate — heißt es ferner bei Str'aun -- kann das nationale nicht ersehen; es hat nicht die Kraft, die Einzelnen ans der Enge ihrer Selbstsucht, ihrer Geldjagd, zu idealen Bestrebungen zu erheben" (ibictem). Wie werden aber wir Polnischen und russischen Juden die Probe auf unsere!rationale Lebienskvaft, die uns durch die uns zuteil gewordene politische Emanzipation gestellt worden ist, bestehen? Steht um! auch eine nahe unausbleibliche Auflösung der ostjüdischen Gemeinschaft ״bevor Die Flüchtlinge in Budapest. In! Reichsrate hat «der Minister des Innern auf eine Anfrage des Abgeordneten Dr. Strauhaten, die nackten, kahlen Wände ׳der Synagogen׳ zu bedecken. Häufig sielst man Verzierungen, dije n!it dem Religiösen keinen näheren Zusammen- Hang haben. Man findet zum Beispiel Füchse, cher mitgeteilt, daß in! Frübjahr 1010 וווit der, Pferde, Hähne, Störche, Schwäne, auch Affen ungarischen Regierung ein Uebereinkonnnen über׳!rsw. Sie wurden meistens aus Darstellungen von die Unterbringung von ^lüchtlinaen in llnaarn Iaaden oder Kärnviän nn't lgnng von Flüchtlingen in Ungarn geschlossen wurde. Aus Grund der lebten ׳Beschwerden hat ein Vertreter des Ministeriums des Innern iu Budapest interveniert, woraus vom ungarischen Ministeriumdes Inner«!! ausdriicklich verfügt worden ist, daß bei den Fremdenausweisungen dem Uebereinkonnnen, betrefsend die Unterbringung österreichischer Flüchtlin׳ ge in Ungarn-, voll Rechnung getragen werde, ferner daß insbesondere die aus für die allgemeine Repatriierung noch nicht frei-gegicbenM Gebieten stammenden staatlicherscits unterstützten Flüchtlinge von den AnsweisuNgsmoßnahmen nicht berührt werden und daß auch die aus diesen Gebieten stammenden Flüchtlinge bis zu den österreichischersei-ts festgesetzten endgültigen Ne- Patriiernngstermiuen unbehelligt in Ungarin ver- oder wird der Himmel auch fürderhin für die bleiben können. Wenn diese Grundsätze in der Jagden oder Kämpfen mit Raubtieren usw. hinü׳ bcrgenommen und ohne Bedenken zum Schmuck der Synagogenwände verwertet. Ein Kultnrbild aus der Zeit Friedrichs des Großen. Einen intevessanten Beitrag zur Kulturgeschichte der Berliner Juden bildet ein französischer Brief des großen Königs vom 12. April 1772 an seine Schwester Prinzessin Ulrike. Dieser Brief lautet in deutscher Uebersetzung: ״Ich gestehe Ihnen, liebe Schwester, daß ich nicht darauf ge״ faßt war, Sie bei einer׳ jüdischen Hochzeit zu sinden. Sie werden alle Kinder des alten Bundes durch Ihre Gegenwart erfreut haben, aber ich fürchte, daß die hebräische Musik Ihre Ohren zermartert habend wird. Die Berliner Juden sind reich und gewöhnen sich seit einigen Jahren davan, ihren Kindern eine gute Erziehung zu geersten Zeit der Fremden-ausweisungen nicht imwer »e-bachtct wurden, ist ÄieS darauf,«rück-u., ,״ ״״,, ״״״״,״. ״.״,״ ,״״uw. su ״c, Ul1.!,™‘ ״״;״״.f“yjjs״© ״'6 ׳ff׳»״״״ eines Tages »eite Gott ein ׳ingung österrei- Ostjuden Mirakel tun!? W!er di!esen! Problen!. gerecht werden will, wird Wohl n!n einen Punkt nicht herumkönnen in" der״Dia!vora»ei«»"-״ Stellen m Itnfemtni« des Mkw?U» n^Hr!זז der Diaspora, nach dem endgilt 1M>! Zusam-, konnnens, betreffend d!e Unterbringung osterro!-! W,-skills machen. Ich gestehe, daß ich nichts Seele höher die uns s verkündigt sind, und die Inden sind von einer Vorstellung erfüllt." TacO vorher hatte an ihren Bruder geschrieben: ״Am meisten überraschte mich die Erziehung, die das auser- Kindern gibt; ich ES kann Wahl als eine Bmsenwakirheit gel-'rischen Bel,erde, , durch ein liebereintommen nicht ^n'^«nL׳Sta^Wi^!'°'' naly,r uno in eryier .׳-reiye liegen o!e matte! um, der staatlichen Fürsorgetretenden Flüchtlinge,! ük».׳rrasck>te mick, die EmiAuna feres ewigen, unverwüstlichen Seins in unserer, wie überhaupt hinsichtlich staatlich nicht unter-' wäblte Nokk Gottes leinet Kink emziWn nationalen Sprache verankert. , i stützter Flüchtlinge, ist das Vorgehen der unga-!WL wjrklE mich'- n-^eW^^ Es kann wobt als eine B»nienwabrbe1t oel- NcMnvdpn niAn׳ . t ... * c. ten, daß Hand in Hand mit der Förderung und gebunden; es ist aber in diesen Fällen rücksichts- Ausbildung der notionaleik Sprache die Pflege, volle, humane und individualisierende Handhader anderen von den Vätern her überkommenen, bung. der Ausweisungsvorschriftonunter eventunationalen Güter, der durch die Jahrhunderte Zeller Gewährung von angen! essen cn Aufschubs- und Jahrtausende geheiligten Volkssitten und. fristen fü׳׳ ״'e Abreise zugesagt worden, wobei ein Volksüberlieferung gehen muß. Die -echte und durch entstnechende Beschäftigung, Erwerb und rechte Hingabe an unser nationales Ideal, die! triftige Fa.niliengründe gerechtfertigter Anfent- .halt in Budapest die Ausweisung ausschließen soll keine Opfer scheuende Anhänglichkeit an unser Volkstum, setzt aber die unbedingte Kenntnis der hebräischen Sprache voraus. Das ist unser natio- Males visibles MininiUiU -im Goluth. Die Jitngfrau Israels. Von Wilhelm v. Humboldt. Mit Stolz ich auf die Nachbarvölker blicke, Weil uns der Herr zu seinen! auserwähl-et. Und Judas Flannnenschwert n!it Kraft gestählet, Zu bändigen der Heiden frechen Tücke. Die Bluine reiner Frömmigkeit ich Pflücke Und uns kein Segen der Verheißung fehlet; Drun! Davids heil'ger Harfe laut vermählet Zum Dank e!npor ich!!!eine Stimme schicke. Wenn auch zerstört sind Zions Tempelinanern. And wir, zerstreut in allen Ländern, trauern, Doch edler Stolz in unseren! Busen glühet, Denn bis zur Weltzerstörung Zorngerichte Doch in der völkerwägenden Geschichte Nein unverinischet unser Zwölfstannn blühet. — Die religiöse Kunst der Inden in Litauen. enthalten eine Juden Litauens Die Synagogen .Litauens Fülle orientalischer Motive. Die blieben zu allen Zeiten mit Palästina in Verbindüng. Seit den! 15. Jahrhundert wurden überall neue dekorative Arbeiten verbreitet. Die Grundläge dieser Dekorationen war die Arabeske, d«i!e Eine jüdische Bürgermeisterin. In Moorehaven, Florida, -ist eine Frau Marion N. Horwih, zur Bürgermeisterin ernannt worden. Sie toar zwar anfangs sehr gegen eine Besetzung des Amtes durch eine Frau,- -nmßte sich aber, da sie als einzige Kandidat in ausgestellt worden und fast einstimmig gewählt worden war, bereit erkläre!!, das Amt anzuuehmen. Frau Horwitz ist der erste weibliche Bürger- Meister in id«en Vereinigten Staaten. Der Zehpmillionen-Dollarfond. Wie der Bericht des Komites der jüoischen Hilfskomites mitteilt, sind bis jetzt für den 10 ein zusammengesetztes Flechtwerk bildete aus! Millionen-Dollarfond, den das Komite zugunsten der notleidenden Juden!!!! KriegsgeLietaufznbringen, beschlossen hat, bereits 5,250.000׳Dollar gesammelt worden'. Das- Komite hofft, bis zun! Abschluß des Jahres 1917 di,e a!eplante--Sumn!e aufA'bracht׳zu habe!!׳. Jtundfcftau. Auszeichnung. Se. Majestät der Kaiser hat den« k. k. Obercrrzt Dr. Isidor L. Braun, das goldene Verdienstkreuz mit der Krone am׳Bande der Dapferkeits- Medaille in Anerkennung vorzüglicher Dienstleistung während -des Krieges verliehen. Gedächtnisfeier. An! 50. Todestage Abraham Mapus, des Dichters von ״Ahawath Zion", fand am 23. v. M. auf dem alten jüdischen Friedhof zu Königsberg i. Kr. eine Gedächtnisfeier statt. Blättern und Früchten, die auf eine Schnur gereiht waren. Diese Blätter und Früchte waren von Vögeln und anderen Tieren des Ostens, zum Beispiel Löwen und anderen, geziert. Diese Molive fanden in! 17. und 18. Jahrhundert große Verbreitung in den Synagogen; häufig findet!!!an sie an den Decken und Wänden der Gottes- Hauser, namentlich in vielen alten Holzsynagogen In einigem Synagogen wurden daneben die Totalansichten von Jerusalem gemalt. Ferner wurden als Schinuckornainente angebracht: die zwölf Zeichen des Tierkreises, rings um die Kuppel als Symbol für die zwölf Stä!ne Israels. Darstellungen des Löwen, des Adlers und des Hirsches, die ebenfalls Vertreter der kleinasiatifchen Fauna sind, verwendete man,!!!!! Stellen der Heiligen Schrift anschaulich zu nmchen. Der Stil der Darstellungeu war aus alten Handschriften des Mittelalters eutnonünen, auch von Persischen Teppichen. Sehr oft trifft!!!an an den Wänden der Synagogen folgenden Spruch: ״Sei tapfer wie der Panther, leicht wie der Adler, schnell wie der Hirsch und tapfer wie der Löwe beim Erfüllett des Willens des himmlischen Vaters." Der Löwe ist das Sinnbild des Geschlechtes Juda! Auf per Brust des Adlers in der Mitte des Schildes werden gewöhnlich die segnenden Hände der Aaroniden angebracht. Oft wurde in «dm Synagogen in den Mittelpunkt der Zeichnung der große siebenarmige Leuchter gestellt. Auf seinen Verzweigungen wurden gewöhnlich die LVorte des 67. Psjalms «angebracht. In den alten rön!ischen Katakomben war dieser Leuchter das Symbol des seligen Todes nach dem Spruche: ״Die Seele des Menschen ein Leuchter Gottes." Auch auf den Vorhängen vor der Bundeslade begeMet man die sem Motive. Daneben waren die Maler bemüht, Elemente der Volkssymbolik m die Dekorationen Juden und Ehristen in Holland: rß der Geist chviftkicher U wulds,a,mkeit auch m» Holland nicht ausgestorben ist, beweisen folgende Ausführungen des angeschensn katholischsnt Taghlattes ״De Tzd" in Amsterdam in einer Besprechung der sudenfrennSlichen Erklä-׳ vungen des Ministers Trend gegenüber den! jüdischen Publizisten Ben Mose Zwi: ״Daß 7n,an hier keine -Mtisemitisä^e Bewe-. grvrrg wie in Oesterreich hat, erklärt si chaus der ökonomischen Position, welche die mächtigen Ab-- köwMünlinge des Judentums in -dies-em christlichan Lan'de zu erobern verstanden haboni. Daß. es unangenehme Juden ebenso gibt, wie unan^ genohnüe Christen, ist noch kein Grund Christen-- tum und Israel gleicher Weife zu werten. Nur bei dein freundlichen Traditionen des Libeva» Usmus!!t dies möglich, aber das Christentum wivd bei aller Verträglichkeit gegenüber den Nachkommen Israels sich vor einer Gleichsetznng der christlichen Kultur mit der jMschen bewah׳ ren, deren bestes Erzeugnis Spinoza heißen muß." * Eine Tagung der russischen Gesellschaft für jüd^ Hygiene. An der vor kurzen! in Petersburg eröffneten Tagung der Gesellschaft für jüd. Hygiene nahmen Abgesandte von Moskau, Poltawa, Oriek, Nisch» u!׳Nowgorod, Dwinsk, Witebsk, Kiew, Polo^k, hineinzubringen, die oft nur den einfachen Zweck Pensa, Homel, Charkow u.- üieCen anderen Städ«

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