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Jüdische Volksstimme · 1917-10-19 · Heft 16 (19.10.1917) · page 4

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XVIII (1917)
Issue
Heft 16 (19.10.1917)
Date
1917-10-19
Page
– (sequence 4)
Language
German
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יי? 4•< <״<*•;?־■״3jsr־» >, -■'׳k ־*. •־ ”,׳־'•- ־ s-»».-״י!--׳---. Mit 4 Attische ®otllfHtnmt״ «. 1« ״! -es grausamen Krieges Palästina in Meler Form auch ein jüdischer Staat wird? .... Wie sehr Ärigens «die Meinungen über das künftige Los der Juden auch auseinandergchen, Lei der Christenheit war immer die Ueberzeugung unerjchüttert, daß nach den Andeutungen der Schrift die Juden das Land ihrer Mter wieder als Erbgut besitzen würden,und Jerusalem wieder erbaut werden würde. Bereits ״Vater Brakel" zweifelte keinen Augsniblirk daran, wenn er auch nicht an eine persönliche Wiedergeburt der Juden Kopf für Kopf, sondern an eine Volksbekehrung in Massen glaubte. Wsir wollen nicht mehr scheu als die Schrift ,uns deutlich offenbart. Aber es ist geboten, Ef die Zeichen der Zeit zu achten. Daß sich im Osten überraschende Dinge vorbereiten, wird wohl durch niemand mehr bezweifelt. Wir stehen vor einer neuen, höchst bedeutsamen Seite in der Geschichte des jüdischen Landes. Der 2000 jährige Traum des jüdischen Volkes, so ju- Leite bereits eine Merseeischo Zeitschrift, steht vor seiner Verwirklichung. (vormals Eduard Urban) Kaiser - Franz - Josef - Platx Nr. 18 Übernahme von Qeldern zur günstigen Vorzlnsung. An- und Verkauf von Losen In allen möglichen Kombinationen. :—----- uttuf! Wäsche für die Soldaten im Felde. Von Hofrat Prof. Dr. Weichselbaum, Vorsitzenden des Obersten Sanitätsrates. - Niemand von uns wird sich vorftelleen könmen, daß mcm ohne Leibwäsche eine erträgliche Existenz führen, könne. Die Wäsche ist für uns nichts etwa bloß aus ästhetischen Gründen notwendig, sondern vor allem wegen Erhaltung der Gesundheit. Da in unserem Klima die Außentempevatur durchschnittlich viel niedriger ist als die Temperatur unseres Körpers, so gibt dieser stetig Wärme ab; je stärker nun diese Wjärmeabgäbe.ist,׳ desto mchr mutz wieder!in unserem Körper Wärme durch Verbrennung von Nahrungsmitieln erzeugt werden, desto reichlicher müssen somit diese dem Körper zugefürt werden. Wäsche (und Kleidung) setzen daher durch Einschränkung der Wärmeabgabe den Menschen in Stand, mit einer geringeren Menge von Nahrung auszukommjen; sie haben somit in dieser Bo- Ziehung eine nationalökonomische Bedeutung. Die Leibwäsche beeinflußt aber,noch in an* derer Weise die Wärmeregulievung unsseres Körpers. Dadurch, daß sie von der Innenseite dm Schweiß des Körpers und von der Außenfeite ibie Feuchtigkeit der Luft und die atmosphä-!rischen Niesdrschläge aufnimmt, wird sie durch- Näßt, und da >e!in feuchter Stoff die Wärme besser leitet und wiederhin durch Verdunstung des in der Wäsche (und Kleidung) .befindlichen Wassers Wärme verbraucht wird, wird die Wärmeabgabe des Körpers gesteigert. Hiebei verhalten sich dis verschiedenen Stoffe, aus denen die Leibwäsche angefertigt wird, in ungleicher Weise. So derurfacht feuchte Leinwand, da sie das Wasser am wenigsten fest zurückhält, eine viel stärköre Wärmeabgabe als Wolle; daher das Kältegefühl bitzm Tragen von Leinenwäsche, wenn sie durchnäßt wird. Die Gefahr der^ Erkältung ist auch im letzteren Falle eine größere als beim Tragen von Wollwäsche. Die Leibwäsche hat aber noch die wichtige Aufgabe, die AuSschsidungsprodukte der Haut, die Zusammen den Schweiß bilden, aufzunchmen und zu entfernen; je häufiger daher die Wäsche gewechselt wird, desto ausgiebiger ist die Reiniguntz der Haut, und umgekchrt. Wenn wir uns nun einerseits die Lage unsevsv Krieger im Felde, im Schützengraben vorstellen, wie sie der Kälte und Hitze, den mannigflachen Witterungsunbilden und verschiedenen anderen, dir Funktion und Reinhaltung der Haut btzeinfluhenden Faktoren, zu denen auch das Hautungeziefer gehört, ausgesetzt sind, und wir andererseits erwägen, daß ein sehr großer Mange! an Rohstoffen für Herstellung von Wäsche besteht und die Armeeleitung daher die Wäschebestände für die Tvuppsn im Felde derzeit nicht im erforderlichen Mäße zu ergänzen vermag, so müssen wir die Zwingende Notwendigkeit omsehen, daß das große Publikum hier mit allen ihm zu Gebote stehenden Hilfsmitteln eingüsife. Zwar §t auch im Hinterlande die Versorgung mit Wä-!che schon eine recht schwierige geworden, aber die Verhältnisse, unter densn die meisten von uns hier leben und tätig nsid, sind doch viel weniger ungünstig als jene unserer Helden im Felde, und somit ist bei letztere. Es ergeht daher an die $e־ Mite Bevölkerung der dringende Ruf nach Hilfe, di edadurch geleistet werden kann, daß sich jeder ,nach Maßgabe der Mittel, über die er verfügt, an der in Aussicht genommenen Allgemeinen Wäschesammlung beteiligt. Kunäsekau. (Auszeichnung.) Dem Revidenten der k. k. öfter. Staatsbahnen Herrn Heinrich Hermann, Sohn des Chordirigenten Julius Hermann, wurde von Seiner Majestät das Kriegskrouz für Zivildienste verliehen. Ehrung für Rabbiner Dr. D. Feuchtwang. Jn der am 16. d. stattgchaibten gemeinsamen Sitzung der Stadtgemeinde Nikolsburg II, der israelitischen Kultusgemeinde und der Chewra Kadischah in Nikolsburg wurde Herr Dr. David Feuchtwang Rabbiner und Schulmspektor }in Wien, der vom Jahre 1829 bis1903 das Amt des Rabbiners in seiner HaimatstadL Nikolsburg bekleidete, i!n Würdigung seiner vielen Verdienste um seine Vaterstadt anläßlich seines 26jährigen Berufsjubiläums zum Ehrenbürger der genannten Korporationen ernannt. Ern Aufruf Max Nordaus. (Ueberfetzt aus dsm Französischen!.) Anläßlich des 20 jährigen Jubiläums dies ersten ZioniistsnpoNgresses empfing das Jüdische Korrespondenzburmu im Haag folgendes Telegrammm von Max Nordau aus Madrid, wo Norbau bekanntlich seit dem BeAnne des Krieges weil't: Madrid, 11. September 1917. ״Das materiielle Werk des Zionismus der 2 Dezennien ist mäßig, feine moralische Wirkung indes wundervoll. Der Zionismus hat Israel, das im Begriffe war, sind in kläglicher Weise aufzulösen, gefestigt und seine Einheit wieder hevgestellt, hat das tief eingeschlummerte, w!enn.nicht erstorbene nationale Bewußtsein im Judentum des Westens erweckt. Er hat unsere intellektuellio Jugend mit unserer geschichtlichen Tradition wieder verbunden. Er hat die jüdische Seele durch ein hohes Ideal -erleuchtet und die Regierungen überzeugt, daß die Judenfrage eijn Problem der Weltpolitik ist. Heute ist die rhetorische Phase des Zionismus bendet! Die Stunde der Tat naht! Wir werden berufen Werden, die schweren organisatorische fincmziellen, administrativen und kulturellen Vercmtwortlichkeiten der Gründer eines modernen Gemeindewesens zu übernehmen.. Ich hege die der Unentbehrlichkeit seiner Anstrengung auf Zuversicht, daß das jüdische Volk im Bewußsein der Höhe seiner Ausgabe stehen wird. Max Nordau. Neuorganisation der Bukowinaer Judenschaft. Jn Erkenntnis der Notwendigkeit der durch die Kriegsereignisse unter allen Volkstvitlen am schwersten betroffenen Judenschaft der Bukowina eine Organisation zu schaffen, die es ermöglichen soll, den Politischen und wirtschaftlichen Weheraufbau kräftigst zu fördern, hat der aus den 10 Mitgliedern beider Wischen Pateiiern bestehendjs ״Jüdische Landtagsklub" wiederholt eingehende Beratungen gepflogen und den. etznihellijgen Beschluß gefaßt, an die jüdischen Parteien des Landes den Apell zu richten, alle zu betrachten und an. der Bildung einheitlichen LandeSPartei mitzuwirken. Ditz Notwendigkeit, eine Neuorganisation der Bukowinaer JDenschA zum Schutze und zur Wahrung ihrer politischen Rechte, sowie ihrer wirtschaftlichen und sozialen Interessen zu schaffsn, wurde allseits anerkannt und demzufolge über Einladung des ״jüdischen. LcmdtagSklub"!am 12. <d. M. eine vertrauliche Beratung abgehalten, an der zahlreiche Vertreter beider Parteischattierungen und aller Derufftände teilnahmen. Auf Grund der vom Landtagsabgeordneten Dr. Max Fekschaner und dem ReiichSratS- und Landtagsabgeordneton Dr. Benno S trau* cher erstatteten Referate wurden die Anträge derselben freudigst begrüßt und einhellig folgende Beschlüße gefaßt: An Stelle der bisher bestandenen zwei Po- Mischen jüdischen Parteien der Bukowina wird eine einheitliche! jüdische Landesparter gebildet, und mit der Wahrnehmung und Vertretung der Rechte und Interessen der Judsnschaft jsin Partsiausschuß betraut, aus dessen Mitte ein Arbeitsausschuß delegiert wird, der bis zur defenitiven Zusammensetzung der Parteieorganffation sich mit den vorbereitenden. Arbeiten für den Wiedenausbau zu beschäftigen haben Wird. .In diesen Arbeitsausschuß wurden entsendet die Herren: Kommerzialrat Max Ritter von Anhauch, Gemeinderat Dr. Friedlich Billig, Gemein berat Dr. Mayer Ebner, Goßindustrieller Nathan Eidinger, Gemeinderat Bernhard ׳ ovdnster Jakob Hecht, Kanzleivorsteher Jakob Hilsenrad, Advokat Dr. Scvlomon Kaßner, Abgeordneter Dr. Isidor Kcch, Advokat Dr. Heinrich Lupul, Kommerzialrat Abgeodneter Äiomon Rudich, Abgeordneter Dr. Benno Straucher, Handelskamjmerpräsident WMelm Tittinger,. Gemeinderat Adolf Wallstein, Abgeordneter Bürgermeister Dr. Salo von! Weißelbergerimd Wgeordneter Dr. Neumnan Wende. Zum Präsidenten des Partei-Ausschusses wurde Reichsvatsabgeordneter Dr. Straucher, zum Vizepräsidenten Abgeodneter Dr. Max Fekschaner und zum ständigen Referenten Ge- Mkiniderat Adolf Wallstein und Dr. Kassner gewählt, und hat der Arhsitsaussichuß seine Tätig׳ keit bereits aufgmommen und befindet sich daS ParteiKureau vorläufig in den Raumen des Fürsorgekommitees für die Bukowimaer Fluchtlinge Wien, 9. Bez. Schwarzspanievstrcrße 15. Die Judenfrage in Rmnänken. Dem Jüdischen Korresponden!zbnreau im Haag wird aus Zürich geschrieben׳: Man ist in hiesigen jüdischen und sonstigen Kreisen über das Schicksal der rumänischen Juden sehr besorgt. Der Postverkehr mit Rumänien funktioniert fast gar nicht und^wir erfahren aus kurzen Telegrammen nur daß die Lage der rumänischen Juden, eine entsetzliche ist. Auch Gerüchte über Pogrome und Ausschreitungen, die bisher!unkontrollierba-ri und unwiderlegt sind, wurden in der letzten Zeit verbreitet. Die Zustände in Rumänien gewinnen durch die Tatsache, daß die rumänische Regierung außer Versprechungon und Ausreden, bisher nicht das ge» ringstis zur Verbesserung ׳der Schicksals der rumänischen Juden getan'hat, eine ganz besondere Be- , deutuug. Man ist iin jüdischen Kreisen noch nicht über die zu ergreifenden Maßnahmen schlüssig ' geworden, doch scheint der Gedanke einer Indervention der neutralen Jüdenhetten bei den- Regierungen der Alliierten die meisten AussWen auf Verwirklichung zu haben. Man erhofft von einer Aktion der Westmächte deren Sympathie Rumänien jetzt durch alle Mittel zu gewinnen sucht, für die Besserung der Lage im nicht besetzten Rumänien!den gewünschten Erfolg. Auch diis!in Amerika tätige Liga,der dortigen ruma- ׳wischen Juden beabsichtigt, eine Anklageschrift .gegen Rumänien dem amerikanischeen Senat zu überreichen, uw die höchste Behörde der Union , zu einem Eingreifen zugunsten der.notleidenden rumänischen Juden zu veranlassen. — .*■ ja Schutzmann und Chewromann. Der Kölner jüdische Schutzmann Philipp Aron schielt!eine öffentliche Belobigung und Auszeichnung wegen einer mutigen Rettungstut, bei welcher er durch das Einhalten scheugewordtzner Pferde einem! Kinde das Leben rettete. Dieser Vertreter der Hermandat ist Zugleich ein rührtw Chewrohvarsteher, der die Chewroh AhawaS etm leitet, die er in wenigen Jahren von 80

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